Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Mt 20,26: Auslegung

Aber so darf es bei euch nicht sein. Im Gegenteil: Wer groß sein will, der soll den anderen dienen. Mt 20:26

Wie schön ist es und wie groß, Gott zu kennen und ihm zu dienen! Wir haben nichts weiter als dies zu tun auf der Welt. Alles, was wir sonst noch machen, ist verlorene Zeit. Mögt ihr suchen, in jeglichem Wohlstand und Vergnügen, ihr werdet euer Glück nicht finden. Die ganze Erde kann eine unsterbliche Seele ebenso wenig zufriedenstellen, wie ein Fingerhut voll Mehl einen Hungernden sättigen kann. Der liebe Gott hat uns auf die Erde gestellt, um zu sehen, wie wir uns hier bewähren. Wenn wir das bedenken, wenden wir stets unseren Blick dem Himmel zu, unserer wirklichen Heimat. Wodurch wird das religiöse Leben so verdienstvoll ? Durch den fortwährenden Verzicht, diesen Tod des eigenen Ich. Jean Marie Vianney

Christus hat den letzten Platz in der Welt eingenommen: das Kreuz und gerade mit dieser radikalen Demut hat er uns erlöst und hilft uns fortwährend. Darin folgen wir ihm. Das rechte Dienen macht den Helfer demütig. Er setzt sich nicht in eine höhere Position dem anderen gegenüber. Wer in der Lage ist zu helfen, erkennt, dass gerade so auch ihm selber geholfen wird und dass es nicht sein Verdienst und seine Größe ist, helfen zu können. Dieser Auftrag ist Gnade. Je mehr einer für die anderen wirkt, desto mehr wird er das Wort Christi verstehen. Denn er erkennt, dass er nicht aufgrund eigener Größe oder Leistung handelt, sondern weil der Herr es ihm gibt. Er wird in Demut das tun, was ihm möglich ist und in Demut das andere dem Herrn überlassen. Gott regiert die Welt, nicht wir. Wir dienen ihm nur, soweit wir können und er uns die Kraft dazu gibt.

Diener sein & Sich zum Diener machen. „Dienen“ hat keinen guten Ruf, klingt nach Unterordnung, nach Tätigkeiten, die ein anderer nicht machen möchte. Und genau das ist es auch – und es ist genau das, was Jesus selbst tut. Er wird beim Abendmahl den Jüngern die Füße waschen…, und er wird sich für meine Erlösung dem Spott, der Folter und dem Tod übergeben. Er müsste nicht, aber er tut es. Und ich: Kann ich Diener sein, einfach weil es richtig ist? Versuche ich, Diensten aus dem Weg zu gehen, weil sie „unter meiner Würde“ sein könnten? Gerade (aber nicht nur) als Mann: Versuche ich zu herrschen, oder ertrage ich es, zu dienen (meiner Familie, meiner Gemeinde, meinen Kollegen…)?

In einem Spruch der Wüstenväter heißt es: „Wenn du einen Jüngling siehst, der mit seinem eigenen Willen zum Himmel hinaufsteigt, dann halte seinen Fuß und ziehe ihn auf die Erde, denn das andere nützt ihm nichts.“ Als demütige Menschen bleiben wir geerdet. Das was wir sind, sind wir doch nur Dank seiner Güte und Gnade und häufig auch durch Menschen, die er uns auf unseren Lebensweg schickt. Der Wunsch, alles durch sich selbst sein zu wollen, ist ein falscher Stolz.

Nicht unsere ausgereckte Bettlerhand, sondern das, womit Gott sie füllt, darauf kommt’s an. Und das heißt eben, zunächst nicht wir und unser Tun, sondern zunächst Gott und Gottes Tun. Bonhoeffer

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste