Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Matthäus 7,1: Auslegung

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Mt 7:1

Gleich mehrere Verse drehen sich am Anfang des Kapitels 7 um das Richten.

Wer sind wir, um über andere zu richten? Wer richtet, erweist sich als Feind der Barmherzigkeit. Wer dagegen großherzig ist, kann über menschliche Unzulänglichkeiten hinwegsehen. Achte darauf, am anderen nicht jede Kleinigkeit zu kritisieren. Meße das Verhalten des Anderen mit einem sanftmütigen Maß. Wir sind doch nicht besser als der andere. Oft handeln wir ebenso schlecht, aber was noch schlimmer ist, wir entschuldigen uns dabei. Was wir von anderen auszustehen haben, fühlen wir schnell und kreiden es an. Was aber die anderen von uns hinnehmen, das sehen wir gar nicht. Wer sich selbst recht beurteilt, hat keinen Grund, über andere scharf zu richten.

Ich nehme mir vor, etwas Nettes über die Person zu sagen, die ich zuletzt kritisch beurteilt oder über die ich zuletzt schlecht gesprochen habe.

Geliebter Mensch, richte weder den anderen noch dich selbst. Gewiss verlangt die Vernunft, dass uns unsere wie die Fehler des anderen missfallen und leid tun, aber dieses Missfallen darf nicht bitter, ärgerlich und zornig sein. Ein Fehlverhalten darf und muss sogar wahrgenommen und benannt werden. Aber immer in und mit Liebe. Wenn ich dagegen richte, schaue ich kritisch verurteilend auf den anderen wie auf mich selbst und stehe damit schon außerhalb der Liebe. Der Nächste wie auch ich selbst kann uns Liebenden jedoch niemals Gegenstand verurteilender kritischer Betrachtung sein, sondern er wie auch ich sind jederzeit der lebendige Anspruch auf unsere Liebe. Daher: Richtet nicht! Ein Wort von Franz von Sales ist mir hier zum treuen Begleiter geworden: wenn ich mich schon verfehle, will ich mich lieber durch zu große Milde verfehlen als durch zu große Strenge.

Ob wir wollen oder nicht: Sobald wir einem Menschen begegnen, bewerten wir ihn und häufig genug folgt daraus ein Urteil. Der Grund liegt darin, dass wir uns selbst nicht kennen. Wir projizieren unsere eigenen Schattenseiten auf den andern. Wer sich selbst erkennt, der urteilt nicht mehr über andere. Wer seine eigenen Schattenseiten sieht, der muss sie nicht mehr auf andere projizieren. Sobald wir also merken, dass wir über jemanden urteilen, sollen wir das als Einladung nehmen, uns selbst genauer anzuschauen und besser kennen zu lernen. Wenn wir uns mit den eigenen Schattenseiten beschäftigen, sehen wir die Fehler der anderen gar nicht mehr. Wenn ich meine Sünden betrachte, dann höre ich auf, nach den negativen Seiten des anderen zu forschen. Ich werde ihn achten und ehren und offen sein für das, was er mir sagen möchte. So wird die Begegnung für beide Seiten gut verlaufen. Anselm Grün

Wer sich selber kennt, der sieht die Fehler der Brüder nicht. Apophthegmata

Es ist ein gar großer Unterschied zwischen Sünde richten und Sünde wissen. Wissen magst du sie wohl, aber richten sollst du sie nicht. Martin Luther

Oft nehmen wir es auch nicht wahr, dass wir innerlich blind sind. Oft handeln wir schlecht, aber was noch schlimmer ist, wir entschuldigen uns. Zuweilen treibt uns Leidenschaft, wir aber nennen es Eifer. Wir tadeln Kleinigkeiten an anderen und übersehen Krebsschäden an uns. Was wir von anderen auszustehen haben, fühlen wir schnell und kreiden es an. Was aber die anderen von uns hinnehmen, das sehen wir gar nicht. Wer sich selbst recht und gerecht beurteilte, hätte keinen Grund, über andere scharf zu richten. Nachfolge Christi

Wir brechen dieses Gebot, wenn wir das Schlimmste von anderen denken. Wir brechen dieses Gebot, wenn wir nur mit anderen über ihre Fehler sprechen. Wir brechen dieses Gebot, wenn wir ein ganzes Leben nur nach seinen schlimmsten Momenten beurteilen. Wir brechen dieses Gebot, wenn wir die verborgenen Motive anderer beurteilen. Wir brechen dieses Gebot, wenn wir über andere urteilen, ohne uns in ihren gleichen Umständen zu betrachten. Dieses Gebot brechen wir, wenn wir über andere urteilen, ohne daran zu denken, dass wir selbst beurteilt werden.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste