Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Freitag: Sündige nicht mehr

Du kannst gehen, aber sündige nun nicht mehr! Joh 8:11

Jesus heißt das, was die Frau getan hat, nicht gut. Es war Sünde, aber Jesus hackt nicht darauf herum. Er fordert sie aber nachdrücklich auf, die Sünde zu meiden! Jesu Sündenvergebung ruft die Umkehr hervor, nicht umgekehrt. Gottes Liebe ist reines Entgegenkommen. Gottes Liebe ist stets zuvorkommende Liebe, eine Liebe, welche die Liebe des Menschen hervorlockt und hervorruft. Es ist eine Liebe, die den Menschen in seiner tiefsten, innersten Schicht erreichen möchte, um dann aus einem absolut sich von Gott geliebt und angenommen Wissen die Umkehr zum Gott der Liebe und zu einem neuen Leben zu bewirken.

Der Herr verurteilt die Sünde, nicht den Sünder. Hätte er nämlich die Sünde geduldet, hätte er gesagt: Auch ich verurteile dich nicht, geh, lebe, wie du willst. Augustinus

Donnerstag: Die Erbarmenswerte und die Barmherzigkeit

Ich verurteile dich auch nicht, entgegnete ihr Jesus. Joh 8:9-11

Jesus und die Frau sind nun allein unter sich. Augustinus kommentiert dies so: Die Erbarmenswerte steht der Barmherzigkeit gegenüber. Die Ehebrecherin erfährt bedingungslose Vergebung. Durch Jesus erfährt sie die barmherzige Liebe Gottes. Jesus eröffnet ihr eine neue Zukunft. Jesus fragt nicht nach begangenen Sünden. Jesus setzt stillschweigend voraus, dass die Frau aus Herzensantrieb von heute an ein anderes, ein neues Leben beginnen wird. Dass gerade die Verlorenen Verständnis, Güte und Erbarmen brauchen, das war es, was Jesus mit seinem Leben sagen, zeigen und bringen wollte. Darin folgen wir ihm nach.

Über allem Vergangenen steht Gottes Güte und Gottes Vergebung. Dietrich Bonhoeffer

Mittwoch: Sich der Frage stellen

Als die Ankläger das hörten, gingen sie einer nach dem anderen davon, die älteren zuerst. Joh 8:9

Sie gehen weg. Sie weichen der Frage und damit dem Fragenden aus. So verharren sie in ihrer Starrheit und der eigenen Meinung. Lasst uns nie verlernen, uns und unsere häufig so verfestigte Sicht der Dinge in Frage zu stellen. Die Bibel ist keine Gebrauchsanweisung für das Leben, sondern die Bibel gelesen, stellt immer wieder Fragen an uns. Wer diesen Fragen nicht ausweicht, findet das Tor zum Leben. Indem wir uns in Frage stellen, kritikfähig bleiben, stoßen wir auf die Wahrheit, in diesem konkreten Ereignis mit der Ehebrecherin die Wahrheit, dass wirklich keiner ohne Sünde ist und wir daher stets voll Milde und Sanftmut mit den Schwächen des anderen umgehen sollten.

Wer Kritik übel nimmt, hat etwas zu verbergen. Helmut Schmidt

Dienstag: Die wunderbare Antwort

Als sie nicht lockerließen, richtete er sich auf und sagte: Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen! Joh 8:7

Kein Wort von Jesus spricht diese Tatsache so entschieden aus: Alle sind Sünder! Es gibt kein Leben ohne Schuld. Jeder wird darauf gestoßen, bei sich selbst zu schauen, bei sich selbst wahrzunehmen, welche Schwachpunkte es da gibt. Unser Blick und unser Denken ist so häufig beim Anderen und dessen Fehlverhalten. Wenn wir mit dem Blick Jesu die Menschen sehen lernten, würden wir weniger Richten aber mehr aufrichten, weniger wegschauen sondern mehr hinschauen, weniger verurteilen aber mehr mit den Augen der Liebe und des Erbarmens den Menschen bei uns und auf der weiten Welt unser Ansehen schenken.

Dann bückte er sich wieder und schrieb weiter auf die Erde. Joh 8:8

Montag: Sich zur Erde bücken

Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Joh 8:6

Dies kann als handelnder Hinweis Jesus gedeutet werden, was wir zu tun haben, wenn in uns der Richtergeist aufkommt. Jesus bückt sich zur Erde. Erde sind wir und dorthin kehren wir zurück. Das sollte uns demütig machen und unsere eigene Menschlichkeit betrachten lassen. Wenn du also am anderen Menschen ein Verhalten wahrnimmst, was du für nicht gut heißt, dann verurteile nicht blindlings, sondern halte inne. Kehre vielmehr in Demut zu deinem Menschsein, bücke dich zur Erde hin und erkenne, dass du unter bestimmten Umständen sicher ebenso handeln würdest.

Was ferner die Geschichte anlangt, so bezeichnete er sich dadurch, daß er mit dem Finger auf die Erde schrieb, vielleicht als den, welcher einst das Gesetz auf den Stein schrieb. Goldene Perle

Sonntag: Sünder, Ankläger & Jesus

Lehrer, diese Frau wurde auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt. Im Gesetz hat Mose uns befohlen, eine solche Frau zu steinigen. Was meinst du dazu? Joh 8:4-5

Hier eine Frau, die einer großen Sünde beschuldigt worden war. Sie wurde beim Ehebruch erwischt. Nach dem Gesetz hätte sie gesteinigt werden müssen. Die Frau steht für den sündigen Menschen.

Dann die Ankläger: sie richten und verurteilen. Tun wir das nicht ebenso sehr oft. Doch alles Negative, das wir im anderen entdecken, wirft ein Licht auf das Dunkle in uns selbst. Erst wenn wir aufhören, einander zu verurteilen, wird ein neues Miteinander möglich.

Zuletzt Jesus, der, obwohl er ohne Sünde war, die Sünden der ganzen Welt, unsere Sünden auf sich geladen hat.

Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste