Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar


Weg und Ziel

Als nun Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Mt 2:1-2

Die Weisen bzw. Sterndeuter sind für uns gegebene Urtypen: sie machen sich auf einen ihnen unbekannten Weg zu einem verheißenen Ziel, dessen man aber nicht sicher ist. Sie folgen dabei einem Stern. Das ist ein Bild für unser Leben, ja für jeden einzelnen Tag. Wir wissen doch nicht konkret, was uns auf unserem Weg erwartet. Aber wir wissen: wir werden geführt. Symbol der göttlichen Führung ist der Stern. Mögen die Weisen uns mit ihrem von Vertrauen getragenen Aufbrechen und ihrem Christus-entge­gen-Gehen ermutigen. Jeden Tag neu voller Vertrauen aufbrechen hin zu Christus, geführt von ihm, das Leben wagen. Dann hat unser Leben Ziel und Sinn

In Bewegung sein

Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind aus dem Osten hierhergekommen, um ihm die Ehre zu erweisen. Mt 2:2

Auf das Zeichen des Sternes hin brechen sie auf, lassen Bekanntes, Gewohntes und Sicherheit zurück, ziehen aus, machen sich auf einen Weg, den sie nicht kennen, einer ungewissen Zukunft entgegen. Im alten Testament finden wir die gleiche Haltung bei Abraham. Oh wie ich mich darin selbst sehe! Du und ich: wir sind Pilger, Wanderer auf unserem Lebensweg. Unsere Zeit fließt dahin. Was gestern war, kann morgen schon anders sein. Das Leben ist ein Werden und damit ein ständiges Loslassen, immer aber wie bei den Weisen dem Licht entgegen, auch wenn es so klein ist wie der Strahl eines Sterns.

Das Leben ist nicht ein Sein, sondern ein Werden. Martin Luther

Freude über das Geführtsein

Der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er ankam und über dem Ort stillstand, wo das Kind war. Als sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hocherfreut. Mt 2:9-10

Eine Riesenfreude, unbändig! Der Evangelist häuft die Worte, um das Übermaß ihres Glücks zu beschreiben. Es ist das Glück des belohnten Vertrauens. Es ist die Freude aus der erfahrenen Gewissheit, bei allem Auf und Ab des Lebens, inmitten aller Turbulenzen und Anfechtung dennoch geführt zu werden. Wer es einmal an sich selbst erfahren hat, wie nach Zeiten der Ungewissheit und Ratlosigkeit plötzlich die Gewissheit wieder Platz greift, die Gewissheit nämlich, dass ich mit meinem Leben auf der richtigen Spur bin, wird den Jubel verstehen, der die Weisen erfasst, als sie ihren Stern wieder erblicken, der in Jerusalem offensichtlich aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Pius Kirchgessner

Der freut sich über die Freude, welcher sich wegen Gott freut, der die wahre Freude ist

Wo und wie begegne ich Gott ?

Sie gingen in das Haus hinein und fanden das Kind samt Maria, seiner Mutter. Mt 2:11

Nach langer mühsamer Reise finden die Weisen kein prächtiges Königskind, sondern ein kleines, hilfloses Kind, ein erbarmungswürdiges Wesen! Und doch erkennen die Weisen in diesem unscheinbaren Kind das Ziel ihrer Reise. Sie setzen nicht selbst die Bedingungen fest, unter denen sie Gott finden. Sie stoßen sich nicht an seiner Geringheit und Niedrigkeit, sondern verbeugen sich und huldigen ihm. Auch uns begegnet Gott oft ganz anders wie wir es erwarten oder wünschen. Stellen wir keine Bedingungen auf, wann, wo und wie unsere Begegnung mit Gott stattfindet, sondern nehmen wir uns diese Offenheit der drei Weisen zu Herzen und lassen uns überraschen. Gott begegnet uns doch oft im Unscheinbaren und im Geringen!

Den Erlöser anbeten

Da fielen sie nieder und beteten es an. Mt 2:11

Anbetung ist nicht nur ein innerlicher Akt. Es geschieht auch nicht nur mit dem Kopf. Sie zeigt sich auch im Leiblichen. Der Leib betet mit. Gebet drängt dazu, sich auch leibhaft auszudrücken. Der Leib wird Gebet. Die Weisen knien nieder, sie werfen sich nieder. Ihr ganzes Wesen ist gesammelt in der Huldigung, in Anbetung und Hingabe. Sich niederwerfen ist eine Geste der Demut, der Hingabe. Welch anderes Ziel hat alles Suchen und Finden Gottes als das der Anbetung und Hingabe, der devotio, der Gottesverehrung, der Übereignung des Herzens? Die Anbetung Gottes: Welchen Stellenwert hat sie in meinem Leben? Pius Kirchgessner

Ein Mensch ist nie größer als dann, wenn er kniet. Johannes XXIII

Dabringung der Geschenke

Sie öffneten ihre Schatzkästchen und brachten ihm Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Mt 2:11

Gold ist ein königliches Geschenk. Das Gold wird ihm dargebracht als großem König. Bringen wir ihm bildlich gesprochen alles Gold unseres Lebens da, indem wir unser Leben ihm gingeben. Weihrauch ist ein priesterliches Geschenk. Jesus ist unser Gott. Bringen wir ihm den Weihrauch unserer Anbetung. Myrrhe ist eine Totengabe. Myrrhe geben sie dem Erlöser, dem, der für uns gelitten hat, gestorben ist und begraben wurde. Es ist Sinnbild des Leidens. Bringen wir ihm auch die Myrrhe unseres Leidens da, alles Bittere, alles Scheitern, jede Träne.

Veränderte Rückkehr

Da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg zurück in ihr Land. Mt 2:12

Die Weisen kehren zurück in ihr Land und danit in ihren Alltag. Die Begegnung mit dem göttlichen Kind ist vorbei. Auch unsere Erfahrungen von Gottes Nähe sind vorübergehend. Wir spüren nicht immer Gottes Gegenwart, gerade und vor allem in den Verstrickungen des Alltags. Aber wir dürfen vertrauen, dass er bei uns bleibt und alle Wege mit uns geht, bis wir ihn endgültig finden und immer bei ihm sind im Licht seiner Herrlichkeit. Allerdings: Die Weisen kehren verändert zurück. Dies trifft auch auf uns zu. Charles de Foucauld schreibt: Wenn man Jesus gesehen hat, muss man auf anderen Wegen heimkehren, auf dem Weg der Bekeh­rung, nicht auf dem Weg der Vergangenheit.

So lasst uns nach diesen weihnachtlichen Festtagen verändert und neu in unseren Alltag gehen, das Kind in der Krippe in unserem Herzen tragend.

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste