Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Samstag: Das beste Festgewand

Bringt das beste Festgewand her und zieht es ihm an. Lk 15:22

Der Vater schenkt dem verlorenen Sohn von Neuem das Sohn-Sein, wofür das Festgewand steht. Dies ist die Botschaft des Evangeliums: Gott gibt sein Bestes, sogar denen, die versagt haben. Wir können einen Neuanfang machen, denn Gott gibt niemanden auf. Dies ist eine große Ermutigung für uns, da wir doch bei all unseren Bemühungen immer wieder auch versagen. Was auch immer unsere Fehler oder Misserfolge gewesen sein mögen, wir können jetzt mit Gott einen Neuanfang machen. Der Vater umhüllt uns mit seiner Liebe und seinem Erbarmen, was mit dem Bild des Neu-Einkleidens ausgedrückt ist.

Die Tiefe der Reue des Sohnes wird nur von der Tiefe dieser Liebe des Vaters übertroffen.

Freitag: Der barmherzige Vater und der ältere Sohn

Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Lk 15:31

Ich versuche fromm zu leben, gut zum Nächsten zu sein und Gott alle Ehre zu geben. Ohne es bewusst zu wollen, nehme ich dann andere wahr, wo dies nicht so ist. Und ganz schnell bin ich dann bei meiner Selbstgerechtigkeit, besser zu sein als der andere. Und so sehe ich mich persönlich mehr in dem älteren, daheim gebliebenen Sohn. Mein Trost und meine Zuversicht: Der Vater wirbt auch um den älteren Sohn. Er versucht mich umzustimmen, mein Herz zu öffnen und meine oft allzu enge Sicht zu weiten. Den Fehler meiner Selbstgerechtigkeit greift die Treue seiner Liebe nicht an. Gott Vater nimmt uns an und wirbt um uns, ob wir nun so oder so sind. Er stärkt uns mit der Zusage: du bist allezeit bei mir!

Heiliger Gott, ich bitte dich öffne und wandle mein Herz!

Donnerstag: Der ältere Sohn

Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Lk 15:28

Der ältere Sohn bleibt beim Vater. Er ist der Korrekte, pflichtbewusst und tüchtig. Dennoch ist auch er verloren, weil er voll Selbstgerechtigkeit ist und voll Zorn auf seinen wieder gefundenen Bruder ist. Er missgönnt ihm das Fest. Er nennt ihn nicht mal mehr seinen Bruder, sondern spricht vom Sohn des Vaters. Ablehnung! Voll Groll und Unverständnis ist er auch gegenüber seinem Vater. Es ärgert ihn gewaltig, dass der Vater gnädig ist. Der Mensch nun ist auch dieser ältere Bruder, wenn er vergisst, dass er wie der andere ein Geschöpf der Gnade ist. Das Gleichnis ist u.a. auch eine Einladung, Gottes, nicht draußen zu bleiben, sondern hinein zu gehen, d.h. in allen Menschen Schwestern und Brüder zu erkennen und in uns die Freude zu nähren über Gottes Erbarmen anderen gegenüber.

Mittwoch: Die Liebe des Vaters

Er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn sehr. Lk 15:20

Dieser Vers hat mich schon immer beeindruckt, weil er die Liebe Gottes zu uns so schön bildhaft ausdrückt: Der Vater sieht ihn: auch uns sieht der Vater. In diesem Sehen drückt sich seine Fürsorge für uns aus. Der Vater ist innerlich bewegt: er hat Erbarmen und Mitleid mit uns. Der Vater läuft ihm entgegen: auch auf uns kommt Gott zu. Er nimmt jegliche kleinste Zuwendung zu ihm wahr und kommt uns nahe. Der Vater fällt ihm um den Hals: Der Vater küsst ihn sehr. Umarmung und Kuss sind Zeichen der Vergebung, die wir empfangen dürfen. Seine Barmherzigkeit ist größer als alle Schuld.

Um den Hals fallen, das heißt, in der Umarmung seinen Arm herabzustrecken. Dieser Arm ist Jesus Christus. Augustinus

Dienstag: Bekenntnis der Sünden

Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!‭ Lk 15:18-19

Dies ist das Bekenntnis und das darin ausgedrückte Bewusstsein, dass ich sündige, mich verfehle sowohl gegen Gott wie auch gegen meinen Nächsten wie auch gegen mich selbst. Nur wenn wir in Demut unseren Aussatz betrachten, wird sich unser Herz öffnen können für die Reinigung. Obschon aber Gott alles weiß, so wartet er doch auf den Ausspruch dieses Bekenntnisses. Bekenne also, wo du gesündigt hast, damit Christus dein Mittler werde. Und fürchte nicht, daß du nicht erhört werdest. Der Fürsprecher verheißt Vergebung, der Beschützer verspricht Gnade, der Vermittler verkündet dir die Versöhnung mit der väterlichen Güte. Wir sind weder Ausgestossene noch Tagelöhner, sondern Töchter und Söhne des lebendigen Gottes, welch eine Gnade!

Montag: Der jüngere Sohn

Da kam er zur Besinnung. Lk 15:17

Der erste verlorene Sohn fordert sein Erbteil, eine schändliche Forderung, da sie davon ausgeht, dass der Vater (=Gott) tot ist. Er verschleudert sein Erbteil und landet ganz unten als Schweinehüter. Das ist wirklich ganz unten! Säue gehören zu den unreinen Tieren. Der Tiefpunkt ist der Wendepunkt. Er geht in sich, hat die Einsicht, dass er gesündigt hat und er kehrt um zum Vater. Total heruntergekommen findet er dort herzliche Aufnahme. Großzügig erhält er Vergebung. Ein Fest wird gefeiert. Jeder Mensch ist ein solcher verlorener und wieder gefundener Sohn. Herr lass uns durch deine Eingebungen immer neu zur Besinnung kommen, damit wir stets den Weg zu dir finden.

Er kehrte aber nicht eher zu seinem früheren Glück zurück, als bis er in sich ging, das Gewicht seines niederdrückenden Elends fühlte und über die Worte der Umkehr nachdachte. Gregor von Nyssa

Was heißt „die Schweine verlassen“ anderes, als sich von der Sünde zurückziehen? Franz von Sales

Sonntag: So ist Gott!

Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden. Er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. Lk 15:24

Dieses große Gleichnis lässt uns tief in das Wesen des Vaters schauen, das ganz Liebe ist. Er ist der barmherzige Vater, der uns in Jesus über alle Maßen liebt. Ja: Gott ist gut. Er verzeiht. Die Fehler, die wir begehen, und seien es auch schwere Fehler, greifen die Treue seiner Liebe nicht an. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn bringt auf einfache, aber tiefe Weise die Wirklichkeit der Bekehrung zum Ausdruck. Diese Bekehrung ist das konkreteste Zeugnis für das Wirken der Liebe und die Gegenwart des Erbarmens in der Welt des Menschen. In der Haltung des Vaters im Gleichnis sagt uns Jesus: So ist Gott! So bin ich! In der Liebe, durch die Liebe, für die Liebe und aus Liebe, weil Gott die Liebe ist.

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste