Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Woche vom 27.2.-5.3.2022

Diese Woche gibt es ausnahmsweise kein Wochenthema, sondern thematisch voneinander unabhängige Impulsworte von Karl Rahner, Notker Wolf, Charles de Foucauld und Martin Buber.

Samstag: Über die Nächstenliebe

Herzliche, mitfühlende Liebe verbindet euch. Phil 2:1

Rabbi Mosche Löb erzählte: Wie man die Menschen lieben soll, habe ich von einem Bauern gelernt. Der saß mit anderen Bauern in einer Schenke und trank. Lange schwieg er wie die andern alle, als aber sein Herz von Wein bewegt war, sprach er seinen Nachbarn an: Sag du, liebst du mich oder liebst du mich nicht? Jener antwortete: Ich liebe dich sehr. Er aber sprach wieder: Du sagst: ich liebe dich, und weißt doch nicht, was mir fehlt. Liebtest du mich in Wahrheit, du würdest es wissen. Der andre vermochte kein Wort zu erwidern, und auch der Bauer, der gefragt hatte, schwieg wieder wie vorher. Ich aber verstand: das ist die Liebe zu den Menschen, ihr Bedürfen zu spüren und ihr Leid zu tragen. Martin Buber

Freitag: Planen und doch annehmen

Ich weiß, Herr, dass der Weg des Menschen nicht in seiner Macht steht, dass der Mann, wenn er geht, seine Schritte nicht lenken kann. Jer 10:23

Jetzt bin ich gesund, morgen krank, jetzt soll ich dies tun, morgen jenes. Die Verfügtheit des Menschen durch Gott hat eine Unstetigkeit. Gehorsam bedeutet hier immer aufs neue, unvorhergesehen und unberechenbar, Gehorsam sein. Gehorsam bedeutet hier, daß der Mensch nicht so sehr der Entwerfende als der Geworfene ist, über den Gott schon verfügt hat und immer nur stückweise aufs neue verfügt. Wer weiß, daß Gott über ihn schon verfügt hat und daß er die jeweils neuen Verfügungen Gottes im Gehorsam entgegen nehmen und auf sich nehmen muß, der kann an und für sich die Dinge an sich herankommen lassen. Dieses An sich Herankommenassen ist eine wesentliche christliche Haltung. Der Mensch ist wesentlich derjenige, der gleichzeitig planen und in den Tag hineinleben muß, der sein Leben und seine Taten im voraus entwerfen und doch annehmen muß, was da kommt. Karl Rahner

Donnerstag: Tut Gutes

So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun. Gal 6:10

Jesus lehrt euch zunächst, dass man den Menschen Gutes tun kann, viel Gutes, unendlich Gutes, göttlich Gutes, ohne Worte, ohne Predigt, ohne Aufsehen, im Schweigen und indem man ein gutes Beispiel gibt. Was für ein Beispiel? Das Beispiel der Frömmigkeit, der liebevollen Erfüllung der Pflichten gegenüber Gott, der Güte gegen alle Menschen, der Zärtlichkeit zu jenen, die uns umgeben, der heiligmäßigen Erfüllung häuslicher Pflichten. Charles de Foucauld

Frage dich in allen Dingen: Was hätte unser Herr getan? Und handle ebenso. Charles de Foucauld

Mittwoch: Jetzt und hier

Gebt Acht: Jetzt ist die richtige Zeit. 2. Kor 6:2

Es gibt etwas, was man an einem einzigen Ort in der Welt finden kann. Es ist ein großer Schatz, man kann ihn die Erfüllung des Daseins nennen. Und der Ort, an dem dieser Schatz zu finden ist, ist der Ort, wo man steht. Dennoch fühlen wir den Mangel immerzu, in irgendeinem Maße bemühen wir uns, irgendwo das zu finden, was uns fehlt. Irgendwo in einem Bezirk der Welt oder des Geistes, nur nicht da, wo wir stehen, da, wo wir hingestellt worden sind, gerade da und nirgendwo anders aber ist der Schatz zu finden. Die Umwelt, die ich als die natürliche empfinde, die Situation, die mir schicksalhaft zugeteilt ist, was mir Tag um Tag begegnet, was mich Tag um Tag anfordert, hier ist meine wesentliche Aufgabe und hier die Erfüllung des Daseins, die mir offen steht. Denn hier, wo wir stehen, gilt es das verborgene göttliche Leben aufleuchten zu lassen. Martin Buber

Dienstag: Loben und Preisen

‭Die Kinder, die im Tempel riefen und sprachen: Hosianna dem Sohn Davids! Mt 21:15

Der Herr billigt es, dass die Kinder Hosanna dem Sohne Davids singen. Er will also, dass wir Ihn preisen. Es genügt Ihm nicht, dass wir Ihm danken, Ihn um Verzeihung, um Gnade bitten: die drei Worte: „Danke, Verzeihung, Herr, hilf!“ sind zwar unerlässlich und müssen uns allezeit im Herzen und auf den Lippen sein; sie genügen indessen nicht, um so zu beten, wie wir beten sollen. Wir sollen ihn auch loben. Loben heißt, seine Bewunderung und damit seine Liebe ausdrücken; denn die Liebe ist unzertrennlich mit einer großen Bewunderung verbunden. Gott loben heißt, sich zu seinen Füßen in Worten der Bewunderung und Liebe verströmen, heißt, Ihm in allen Formen immer wieder sagen, dass Er unendlich vollkommen, unendlich liebenswert ist, dass Er unendlich geliebt wird, dass seine Schönheit ebenso grenzenlos ist wie unsere liebende Bewunderung. Charles de Foucauld

Montag: Vertrauen

Der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Mt 6:34

In diesen wenigen Worten steckt ein Gottvertrauen, das den christlichen Glauben auszeichnet. Ich selbst bin neugierig auf dieses Morgen, freue mich auf den Tag, der da anbricht und für sich selbst sorgt. Dass wir loslassen können in der festen Zuversicht, dass da etwas, dass da jemand sein wird, der mein Morgen gestaltet, ja selbst wenn ich jetzt noch kein Morgen und kein Licht, sondern nur Nacht und Dunkelheit sehe. Ich weiß, dass ich selbst in Augenblicken voller Einsamkeit jemanden um mich weiß, der dieses Morgen und diesen Tag anbrechen lassen wird. Der sich sorgt um mich. Die rechte Sorge Gottes sprengt jede Einsamkeit. Notker Wolf

Sonntag: Tag des Heils

Siehe, jetzt ist die angenehme Zeit; siehe, jetzt ist der Tag des Heils! 2. Kor 6:2

Wir möchten oft gern andere Zeiten haben. Wir haben eine Zeit der Bedrängnis und würden gern eine Zeit der Freude haben. Wir hätten gern hohe Zeiten und wir haben eine Zeit mühseliger, gleichmäßiger, langweiliger Arbeit. Und doch kann die Schrift über jeden unserer Augenblicke genau sagen: Siehe, jetzt ist die rechte Zeit, jetzt ist der Tag des Heiles: der Tag, den du jetzt hast, die Stunde, die dir jetzt gegeben ist. Wenn wir jede Stunde annehmen würden aus der Hand Gottes von dort, von wo sie wirklich kommt, wenn wir nicht klagen würden, uns nicht wundreiben würden an der Situation, in die wir nun einmal hineingestellt sind unentrinnbar, sondern wenn wir gläubig, demütig, in der Kraft des Geistes und in dem Licht des Herrn sagen würden: Jetzt ist der Tag des Herrn, die Stunde des Heiles, der rechte Augenblick, aus dem meine Ewigkeit hervorgehen kann, würden wir dann unser Leben nicht besser bestehen? Wären unsere Tage dann nicht – und selbst wenn sie menschlich leer und trostlos wären – gefüllter, lichter, größer, geräumiger und seliger von der geheimen Seligkeit, die der Christ selbst noch im Kreuz und in der Trostlosigkeit haben kann? Karl Rahner

Infos zum Impuls 

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste