3. Sprache des Paulus (27.6)

Als sie aber hörten, dass er in hebräischer Sprache zu ihnen redete, wurden sie noch ruhiger und er sprach. Apg 22:2

Paulus erzählt nun seine Lebensgeschichte nicht aufgeblasen und abgehoben, sondern schlicht und einfach. Paulus benutzt bewusst die Sprache seiner Landsleute. Das beeindruckt die Zuhörer und dient uns zum Beispiel. Die Sprache ist ein Geschenk Gottes an die Menschen und als ein solches sollten wir sie verwenden. Darum lasst uns sorgfältig mit unseren Worten umgehen. Wir sollten die Sprache der Menschen sprechen, denen wir begegnen. Wir können uns bemühen, zu jedem so zu sprechen, wie es für sein Verständnis am angemessensten ist. Unsere Sprache können wir in einem gewissen Rahmen an den Nächsten anpassen. So gut wie möglich sollte unsere Sprache dabei ruhig, offen und gerade, schlicht, natürlich und aufrichtig sein.

Die Menge wütet dennoch erneut als er Jesus als den Retter aller (!) Menschen verkündet. Zum eigenen Schutz wird er wieder in seine Gefängniszelle gebracht.

2. Höflichkeit des Paulus (26.6)

Sie schrien in einem fort: Weg mit ihm! Bringt ihn um! […] Da wandte sich Paulus an den Kommandanten und sagte: Ist es mir erlaubt, ein Wort mit dir zu reden? Apg 21,36-37

Es folgen heftigste Auseinandersetzungen und die Verhaftung von Paulus in Jerusalem. Beeindruckend ist dabei die beharrliche Höflichkeit des Paulus, obwohl die Leute ihn schlugen, gehässig waren und ihn sogar umbringen wollten. Seine Höflichkeit kommt vor allem in seiner Sprache zum Ausdruck. Die Leute riefen und schrien hitzig und durcheinander. Paulus aber sprach ruhig und demütig, ob es gestattet sei, ein Wort zu sagen!

Bemühen wir uns gerade wenn wir Gegenwind haben, zu allen Menschen höflich zu bleiben, gerade auch dann, wenn man beleidigt wird. Eine Höflichkeit, die niemanden zurückstößt, auch wenn sie selbst zurück gestoßen wird. Kleinen Gesten ehrlicher Höflichkeit sind: freundlich grüßen, bitte und danke sagen, jemanden den Vortritt lassen u.v.m. Diese Gesten ehrlicher Höflichkeit helfen, eine Kultur des Zusammenlebens und der Achtung gegenüber unserer Umgebung aufzubauen. Es ist eine ehrliche Höflichkeit, denn der Glaube beruht nicht auf äußerlicher Höflichkeit, sondern auf gläubiger Herzenshingabe.

1. Der Wille des Herrn (25.6)

Der Wille des Herrn soll geschehen! Apg 21:14

Der Weg nach Jerusalem war der Wille des Herrn für Paulus. Der Wille des Herrn für uns soll ebenso geschehen, wie auch immer dieser aussehen mag. Das Ineinanderfallen meines mit Gottes Willen ist der Kern der Liebe. Dazu Worte von Benedikt XVI: Liebe ist niemals fertig und vollendet. Sie wandelt sich im Lauf des Lebens, reift und bleibt sich gerade dadurch treu. Dasselbe wollen und dasselbe abweisen, das haben die Alten als eigentlichen Inhalt der Liebe definiert: das Einander-ähnlich-Werden, das zur Gemeinsamkeit des Wollens und des Denkens führt. Die Liebesgeschichte zwischen Gott und Mensch besteht eben darin, daß diese Willensgemeinschaft in der Gemeinschaft des Denkens und Fühlens wächst und so unser Wollen und Gottes Wille immer mehr ineinanderfallen: der Wille Gottes nicht mehr ein Fremdwille ist für mich, den mir Gebote von außen auferlegen, sondern mein eigener Wille aus der Erfahrung heraus, daß in der Tat Gott mir innerlicher ist als ich mir selbst. Dann wächst Hingabe an Gott. Dann wird Gott unser Glück.