Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Kurze Andachten Nr. 4

1. Frieden haben

Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und nichts bringt sie zu Fall. Ps 119:165

Ich weiß, daß ihr alle sehnlichst den Frieden wünscht. Deshalb will ich euch mit dem königlichen Propheten sagen: Wenn ihr ihn erlangen wollt, dann wendet euch an Gott mit Bitten und Gebeten: Erfleht, was Jerusalem zum Frieden dient (Ps 122,6). Liebt ihn von ganzem Herzen, dient ihm treu, meidet sorgsam alles, was ihn beleidigen kann. Auf diese Weise werdet ihr den Frieden. erlangen, denn es heißt : Reicher Friede denen, die das Gesetz Gottes lieben, und nichts gibt ihnen Anstoß (Ps 119,165). Da nun niemand so heilig ist, daß er nicht manchmal gegen das Gebot Gottes verstieße, bekennen wir wenigstens, daß wir dieses Gebot lieben, indem wir Gott um Vergebung bitten. Franz von Sales

2. Eifersüchtiger Gott

Weh euch, wenn euch alle Menschen loben. Lk 6,26

Das Lob der Menschen und ihre Zuneigung könnten uns an sie binden, mein Gott, oder gar an unsere eigene Liebe. Dann hindern sie uns, uns nur an dich zu binden, nur dein Lob und deine Zuneigung zu suchen. Du zeigst uns das als ein Gift, o du Gott der Güte, du eifersüchtiger Gott. Ja, du bist eifersüchtig, wie du uns so oft in der Heiligen Schrift sagst. Aber deine Eifersucht ist ganz anders als die der Menschen. Die Menschen sind eifersüchtig um ihrer selbst willen, aus Liebe zu sich selbst, so dass sie ihr Herz nicht verlieren und so ihr Glück verpassen. Du aber bist unseretwegen eifersüchtig, aus Liebe zu uns, damit wir dich nicht verlieren, der allein uns glücklich machen kann. Was dich betrifft, der du grenzenlos und ewig glücklich bist, allmächtig und unser Schöpfer, du bräuchtest uns nicht. Aber du weißt, dass wir nur mit dir glücklich sein können. Du wendest unzählige Mittel an, um unser Herz ganz für dich zu bewahren. In eifersüchtiger Sorge schiebst du alles beiseite, was daran hindern könnte ganz zu dir zu gehören. Wie bist du gut! O, welch selbstlose Eifersucht! Sie ist deiner wahrhaft würdig! Wie bist du gut! Suchen wir also nicht das Lob der Mensch, sondern allein das Lob Gottes. Suchen wir nicht die Freundschaft der Menschen, sondern die Freundschaft Gottes. Seien wir nicht auf die Lobreden der Menschen bedacht, sondern allein auf Gott ausgerichtet. Sorgen wir uns nicht darum, was die Menschen von uns denken, sondern seien wir sorgfältig darauf bedacht, stets das zu tun, was Gott am meisten gefällt. Charles de Foucauld

3. Einfacher Verstand

Achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben! Spr 4:23

Lassen Sie Ihren Verstand einfach werden, stellen Sie nicht soviel Überlegungen und Widerreden an, sondern gehen Sie Ihren Weg einfach und voll Vertrauen. Es gibt für Sie in dieser Welt nur Gott und Sie; alles andere soll Sie nur in dem Maße berühren, als und wie Gott es Ihnen befiehlt. Ich bitte Sie, schauen Sie nicht soviel da- und dorthin, richten Sie Ihren Blick gesammelt auf Gott und auf sich. Sie werden Gott niemals ohne Güte und sich selbst nie ohne Armseligkeit sehen. Sie werden seine Güte gnädig mit Ihrer Armseligkeit und Ihre Armseligkeit als Gegenstand seiner Güte und Barmherzigkeit sehen. Schauen Sie also auf nichts als auf dies, ich meine mit einer beständigen, festen und ausdrücklichen Schau, und auf alles andere nur im Vorübergehen. Franz von Sales

4. In der Angst vertrauen

Wenn mir angst ist, vertraue ich auf dich! Ps 56:4

Oft möchten wir in die Zukunft sehen können, wenn wir uns fragen: Was wird uns das nächste Jahr bringen? Wo werde ich in fünf oder zehn Jahren sein? Auf solche Fragen gibt es keine Antwort. Meistens ist es gerade hell genug, um den nächsten Schritt zu tun, das was in der nächsten Stunde, am nächsten Tag getan werden muss. Die Kunst des Lebens zeigt sich darin, dankbar zu sein und sich darüber zu freuen, was wir sehen können, und nicht darüber zu klagen, was im Dunkeln und Ungewissen liegt. Wenn es uns gelingt, den nächsten Schritt zu tun und darauf zu vertrauen, dass es dafür hell genug sein wird, werden wir auf dem Weg durch das Leben mit Freude voranschreiten und überrascht sein, wie weit wir kommen. Freuen wir uns über das kleine Licht, das wir in den Händen halten, und verlangen wir nicht nach der großen Helligkeit, die alle Schatten verdrängt. Nouwen

5. Die Bibel lesen

Du hast deine Befehle gegeben, dass man sie eifrig befolge. Ps 119:4

Wenn man das Wort Gottes pflichtmäßig und mechanisch liest, wird man nicht viel Nutzen davon haben. Ich habe erst von der Zeit an Segen vom Bibellesen gehabt, als ich angefangen habe, die Bibel mit dem Fragezeichen der Selbstprüfung zu lesen. Dadurch wird das Wort lebendig und persönlich, wenn man sich beim Lesen des Wortes fragt: Habe ich das? Weiß ich das? Tue ich das? Will ich das? Wenn man so das Wort Gottes liest, dann fängt über dem Lesen der Herr an, mit uns zu reden. So kommt man, ohne dass man es merkt und weiß, ins Gebet hinein. Ernst Modersohn

6. Liebe und Gegenliebe

Die wirkliche Liebe beginnt, wo keine Gegenliebe erwartet wird. Antoine de Saint-Exupéry

Die Vorstellung von Liebe ist davon geprägt, dass wir genauso viel von ihr erwarten, wie wir selber bereit sind zu geben. Und genau das ist das Problem: Als Gegenleistung unserer Liebe verlangen wir Gegenliebe. Schauen wir auf Gott: Jedem Menschen begegnet er mit einer unglaublichen Liebe, obwohl er weiß, dass nicht jeder ihn zurück lieben wird.

7. Segen werden für andere

Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein. Gen 12,2

Werde ein Segen für alle, die dir begegnen. Du hast einen Auftrag für alle, und wäre es nur ein freundlicher Gedanke, ein Gruß, ein stummes Gebet. Eva von Tiele-Winckler

Einen Menschen zu segnen, gehört für mich zu den schönsten und vornehmsten Aufgaben. Die Vorstellung, dass Gottes Segen durch mich zu einer anderen Person fließt, ist atemberaubend! Eberhard Pausch nennt vier  Dinge, die dabei wichtig sind: Erstens ist Segen immer ein guter Wunsch für jemanden. Zweitens schließt Segen die Bitte an Gott ein, jemandem  etwas Gutes zu tun beziehungsweise widerfahren zu lassen. Drittens schließt Segen aber auch das feste Vorhaben oder Versprechen des Segnenden ein, dem anderen Jemand Gutes auch wirklich zu gönnen. Also eine Art Selbstverpflichtung des Segnenden. Und Viertens schließt Segen auch die Bereitschaft der Person ein, die sich segnen lässt. Sie muss aus Gottes Hand den Segen empfangen.

8. Gebet und Arbeit

Der hl. Benedikt verbindet Gebet und Arbeit. Im Gebet üben wir die Hingabe an Gott ein. Die Hingabe an die Arbeit ist für Benedikt die Fortsetzung der Hingabe an Gott im Gebet. Denn in der Hingabe werden wir frei vom eigenen Ego. Wir sind ganz bei dem, was wir tun. Viele überlegen sich bei der Arbeit, wie die anderen ihre Arbeit einschätzen. Oder sie setzen sich selbst unter Druck, alles möglichst schnell zu erledigen. Dann denken sie immer an die Zeit. Das hält sie von der Hingabe ab. Oder sie setzen sich unter Druck, alles möglichst perfekt zu machen. Solche Nebengedanken ziehen uns von der Arbeit weg. Anselm Grün

9. Christliche Hoffnung

Auf Hoffnung hin sind wir gerettet. Röm 8, 24

Die Erlösung, das Heil ist nach christlichem Glauben nicht einfach da. Erlösung ist uns in der Weise gegeben, daß uns Hoffnung geschenkt wurde, eine verläßliche Hoffnung, von der her wir unsere Gegenwart bewältigen können: Gegenwart, auch mühsame Gegenwart, kann gelebt und angenommen werden, wenn sie auf ein Ziel zuführt und wenn wir dieses Ziels gewiß sein können; wenn dies Ziel so groß ist, daß es die Anstrengung des Weges rechtfertigt.  Benedikt XVI

Nicht unserer Hoffnung werden wir uns einstmals zu schämen haben, sondern unserer ärmlichen und ängstlichen Hoffnungslosigkeit, die Gott nichts zutraut. Dietrich Bonhoeffer

10. Das AST-Prinzip

Da wir also durch Gottes Geist ein neues Leben haben, wollen wir uns jetzt auch auf Schritt und Tritt von diesem Geist bestimmen lassen. Gal 5,25

Von Markus Garbers: Denk an das AST-Prinzip und bleib in Verbindung mit Gott. Dann schießt der Geist Gottes unsichtbar durch dich und erfüllt dich. Er bildet in dir einen neuen Charakter: ganz schleichend – wie eine Frucht wächst!

A: Anhaltendes Bibelstudium. Suche dir einen festen Zeitpunkt am Tag, an dem du in der Bibel liest und das Gelesene auf dich wirken lässt. Um auch auf der Arbeit oder in der Uni Gottes lebendiges Wort im Kopf zu haben, installiere dir eine App auf deinem Smartphone und lass jeden Tag einen Vers auf deinem Hauptbildschirm erscheinen.

S: Ständiges Gebet. Suche jeden Tag die Nähe Gottes und schütte ihm dein Herz aus. Zieh dich regelmäßig aus deinem Alltag zurück (z.B. auf Gebetsspaziergängen) und nimm dir Zeit für das Gespräch mit Gott. Und sprich in besonderen Momenten Stoßgebete. Sie sind für mich wie ein Signal des Astes an den Stamm, dass er Wasser und Nährstoffe braucht – und zwar schnell. Das ist unablässiges Beten. Gott antwortet mir und hilft mir richtig zu handeln.

T: Tiefe Gespräche. Ich rede regelmäßig mit christlichen Freunden und Vorbildern über meine Schwächen. Durch sie redet Gott zu mir, durch gemeinsames Beten und Singen bekomme ich dann die Energie für Veränderung in mir. Mit wem kannst du solche Gespräche führen?

11. Rühre mich nicht an

Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Joh 20,17

Magdalena wollte den Herrn umfassen, der gütige Meister aber stellt eine Schranke auf, da er spricht: Nein, rühre mich nicht an! Dort oben wird es keine Schranken mehr geben, hier aber müssen wir solche hinnehmen. Es muß uns genügen, daß Gott unser Gott ist und unser Herz seine Wohnung. Wir haben unseren gütigen Jesus bei uns, wir sind nicht von ihm getrennt. Wenn unsere Seele den festen Willen hat, im Dienst Gottes zu leben und zu sterben, werden uns weder Dunkelheit, noch Schwäche, noch Hindernisse erschrecken können. Franz von Sales

Solange wir entschlossen – wenn auch ohne Gefühl – sagen können: Es lebe Jesus!, brauchen wir nichts zu fürchten.

12. Unsere Worte

Die Worte eines gedankenlosen Schwätzers verletzen wie Messerstiche. Was ein weiser Mensch sagt, heilt und belebt. Spr 12,18

In einem jüdischen Sprichwort heißt es: Drei Dinge kehren nicht zurück: Abgeschossene Pfeile, das gesprochene Wort und verpasste Gelegenheiten. Ja, ein einmal gesprochenes Wort kann nicht zurückgeholt und einfach wieder gelöscht werden. Nichts lässt sich schwerer wieder aus der Welt schaffen als lieblose, unbedachte Worte. Sie waren vielleicht gar nicht einmal böse gemeint, aber sie sind wie Pfeile, die andere mitten ins Mark getroffen und verletzt haben. Lassen Sie uns darum besonders achthaben auf unsere Worte und – bevor wir sie aussprechen – bedenken, was wir damit womöglich anrichten. Und wenn Ihnen in diesem Moment bewusstwird, wo Sie gerade in letzter Zeit durch ein liebloses, unbedachtes Wort einen andern verletzt haben, bitte ich sie um den Mut und die Entschlusskraft, den Betreffenden um Verzeihung zu bitten. Es ist der einzig angemessene Weg, um einer dauerhaften Entfremdung oder Verbitterung vorzubeugen.

Nehmen Sie sich heute doch einmal bewusst vor, einem anderen Menschen ein freundliches Wort zu sagen: ein Dankeschön oder ein Lob. Sie werden erleben, wie gut das dem andern tut und wie sehr es ihn freut. Als hilfreiche Richtschnur für diesen Tag möchte ich Ihnen den Vorsatz empfehlen: „Ich will einen andern lieber einmal zu viel loben und wertschätzen als ihn gedankenlos schlecht machen und abschätzig über ihn reden“. Pastor Klaus Jürgen Diehl

13. Mutig voranschreiten im Herrn

Wacht, steht fest im Glauben, seid mannhaft, seid stark! 1. Kor 16:13

Mut, gehen, ja gehen wir diese niedrigen Täler entlang. Leben wir, das Kreuz in den Händen, in Demut und Geduld. Was liegt uns daran, ob Gott aus Dornen oder aus Blumen zu uns spricht? Aber ich erinnere mich nicht, daß er jemals aus Blumen heraus gesprochen habe, wohl aber mehrmals in der Wüste und im Gestrüpp. Gehen Sie also, gehen Sie Ihren Weg auch bei diesem schlechten Wetter und bei Nacht. Mögen wir sterben, möge alles umgestürzt werden, was liegt daran, wenn nur dies eine feststeht? Die Nächte werden uns zum Tag, wenn Gott in unseren Herzen ist, und die Tage zur Nacht, wenn er nicht da ist. Franz von Sales

14. Liebe zum Herrn

Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Joh 21,16

Halten Sie Ihr Herz weit offen vor Gott. Gehen Sie Ihren Weg in seiner Gegenwart immer fröhlich weiter. Er liebt uns zärtlich, er ist ganz unser, dieser gütige Jesus. Seien auch wir nur ganz die Seinen, lieben wir ihn, geben wir uns ihm hin. Mögen uns auch Finsternisse umgeben, Stürme umtoben und mögen uns die Wasser der Bitterkeit bis an den Hals reichen: solange er uns den Mantel hochhält, gibt es nichts zu befürchten. Leben Sie fröhlich, ob gesund oder krank, und drücken Sie Ihren göttlichen Bräutigam fest an Ihr Herz. Er möge Sie immer mit seiner heiligen Hand festhalten, wie er es bis jetzt getan hat, wenngleich Sie nicht wissen, an welcher Seite er Sie hält, oder zumindest es nicht spüren. Sie werden bestimmt gut daran tun, einfach unseren gekreuzigten Herrn zu betrachten und ihm Ihre Liebe und vollständige Ergebung zu beteuern, so trocken, dürr und gefühllos diese auch sein mag. Franz von Sales

Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste