Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Kurze Andachten Nr. 9

1. Vom Mißtrauen gegen sich selbst

Nicht dass wir von uns selber aus tüchtig wären, sodass wir uns etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott. 2. Kor 3,5

Infolge unserer Natur sind wir gar leicht geneigt, eine zu hohe Meinung von uns selbst zu haben. Obwohl wir an sich doch nur ein Nichts sind, reden wir uns ein, wir seien doch etwas, und überschätzen deshalb ohne jeglichen Grund unsere eigenen Kräfte und bauen vermessentlich auf uns selbst. Dieser Fehler, den wir nur schwer erkennen, mißfällt Gott sehr, weil er von uns die aufrichtige Überzeugung von jener untrüglichen Wahrheit wünscht, daß jede Gnade und Tugend von ihm als dem Urquell alles Guten herrührt und daß von uns selbst nicht einmal ein guter Gedanke stammen kann, der ihm wohlgefällig wäre. Ebenso ist auch dieses so notwendige Mißtrauen gegen uns selbst gleichfalls ein Werk seiner göttlichen Hand. Nichtsdestoweniger will aber Gott, daß auch wir nach besten Kräften mitwirken. Lorenzo Scupoli

2. Im Tun allein auf Gott vertrauen

In Jesus Christus sind wir Gottes Meisterstück. Er hat uns geschaffen, dass wir gute Werke tun, gute Taten, die er für uns vorbereitet hat, damit wir sie in unserem Leben ausführen. Eph 2,10

Wisse und sei von der unumstößlichen Wahrheit gänzlich überzeugt, daß weder alle unsere Fähigkeiten, seien es angeborene oder erworbene, noch alle Gnadengaben, noch die Kenntnis der ganzen Heiligen Schrift, noch eine vieljährige Treue und Gewohnheit im Dienste Gottes uns befähigen, den göttlichen Willen zu erfüllen, wenn nicht bei jedem guten und Gott genehmen Werke, das wir verrichten sollen, bei jeder Versuchung, die wir überwinden müssen, und bei jedem Kreuz, das wir zu tragen haben, durch Gottes besonderen Beistand unser Herz unterstützt und aufgerichtet wird und Gott uns nicht seine Hand zum Handeln reicht. Diese Wahrheit müssen wir uns unser ganzes Leben hindurch, jeden Tag und jeden Augenblick vor Augen halten, damit wir auf diese Weise niemals, auch nicht einmal in Gedanken, auf uns selbst vertrauen. Lorenzo Scupoli

3. Das Wohlgefallen Gottes suchen

Darum suchen wir auch unsere Ehre darin, dass wir ihm wohlgefallen, sei es daheim oder nicht daheim. 2. Kor 5:9

Um deinen Willen mit größerer Leichtigkeit dahin zu lenken, daß er in allen Dingen nur das Wohlgefallen Gottes und seine Ehre suche, erinnere dich häufig daran, daß Gott dich zuerst auf mannigfache Weise bevorzugt und geliebt hat: durch die Erschaffung, indem er dich aus dem Nichts zu seinem Ebenbild gemacht hat, durch die Erlösung, indem er nicht einen Engel, sondern seinen eingeborenen Sohn sandte, um dich nicht mit einem vergänglichen Preise von Gold und Silber zu erkaufen, sondern durch sein kostbares Blut und einen qualvollen und schimpflichen Tod. Jede Stunde, ja jeden Augenblick beschützt er dich bereitwillig vor deinen Feinden, streitet für dich mit seiner Gnade und hält zu deinem Schutz und zu deiner Stärkung im Sakrament des Altars seinen vielgeliebten Sohn beständig bereit. Ist dies alles nicht ein Zeichen einer unbeschreiblichen Hochachtung und Liebe, die der unendliche Gott für dich hegt? Lorenzo Scupoli

4. Sich selbst überwinden

Kämpfe den guten Kampf. 1. Tim 6,12

Unser ständiger geistlicher Kampf hat infolgedessen hauptsächlich darin seine Ursache, daß unser vernünftiger Wille zwischen dem höheren Willen Gottes und dem niederen, sinnlichen hingestellt ist und fortwährend von beiden bestürmt wird, da jeder ihn auf seine Seite zur Unterwürfigkeit und zum Gehorsam zu ziehen versucht. Und darum ermahne ich dich, meine christliche Seele, recht eindringlich, die Mühe und das Weh, welches die Selbstüberwindung mit sich bringt, liebzugewinnen. Denn hierauf kommt alles an. Der Sieg wird umso sicherer und näher sein, je entschlossener du die Schwierigkeiten auf dich nimmst, die der Kampf um die Tugend den Anfängern verursacht. Wenn du die Mühen und Opfer des Kampfes mehr liebst als den Sieg und die Tugendkrone, dann wirst du alles umso schneller erlangen. Lorenzo Scupoli

5. Seien wir bereit

Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet. Mt 24,44

Seien wir bereit. Seien wir wachsam. Unser Herr ruft uns mit diesen Worten auf, rein zu bleiben, immer bereit zu bleiben, vor unseren Meister treten zu können. Seien wir bereit, seien wir bereit, indem wir unablässig den Tod erwarten, oft an ihn denken, uns für ihn bereiten, alles in dem Gedanken verrichten, dass wir vielleicht an diesem Abend aus dem Leben scheiden werden… Seien wir bereit, indem wir an den Tod denken. Seien wir auch bereit, indem wir auf unser Handeln achten, darauf achten, dass wir nichts tun, was unserem Meister, unserem Bräutigam missfallen könnte, indem wir sehr auf all unser Tun achten, um nichts ohne den Blick auf Gott zu tun, im Hinblick auf seine Ehre und seinen Willen. Charles de Foucauld

6. Gottes Strahlen

Leuchtend blickt die Sonne auf alles herab, und des Herrn Werke sind seiner Herrlichkeit voll. Sir 42:16

Die Gnade Gottes fehlt niemals denen, die ihr Bestes tun und um göttliche Hilfe beten. Wir alle sind Wanderer in diesem irdischen Leben. Gott nun, die Sonne der Gerechtigkeit, sendet uns in weitaus genügendem Maße, ja reichlich die Strahlen seiner Einsprechungen, erwärmt unsere Herzen mit seinen Segnungen und rührt einen jeden durch das Werben seiner Liebe. Franz von Sales

7. Vertrauen und hoffen

Schaut auf die früheren Generationen und seht: Wer hat auf den Herrn vertraut und ist dabei zuschanden geworden? Wer hoffte auf ihn und wurde verlassen? Wer rief ihn an und er erhörte ihn nicht? Sir 2,10

Beenden Sie alle Ihre Gebete im Vertrauen, sagen Sie etwa: Herr, Du bist meine Hoffnung; auf Dich habe ich mein Vertrauen gesetzt, o Gott, wer auf Dich hoffte, ist der je zuschanden geworden? Ich hoffe auf Dich, o Herr, und werde in Ewigkeit nicht zuschanden werden. Gebrauchen Sie in Ihren Stoßgebeten während des Tages und beim Empfang des hochheiligen Sakramentes immer Worte der Liebe und der Hoffnung auf Unseren Herrn, wie etwa: Du bist mein Vater, o Herr! O Gott, Du bist der Bräutigam meiner Seele; Du bist der König meiner Liebe und der Geliebte meiner Seele! O gütiger Jesus, Du bist mein teurer Meister, meine Hilfe, meine Zuflucht! Franz von Sales

Denn gnädig und barmherzig ist der Herr. Er vergibt die Sünden und hilft zur Zeit der Not. Sir 2,11

8. Vergiss dein Lachen nicht

Herzensfreude ist Leben für den Menschen, Frohsinn verlängert ihm die Tage. Sir 30,22

Vergiss dein Lachen nicht. Ja, uns ist nicht immer zum Lachen zumute, das weiß ich ganz genau. Und manchmal weine auch ich vor Erschöpfung. Aber deshalb ist nichts weggenommen von meiner Botschaft, mehr zu lachen. Lachen Sie mehr und lachen Sie sich frei! Vieles ist es einfach nicht wert, dass wir deswegen den Kopf in den Sand stecken. Lachen entlastet und besänftigt. Ein Mensch, der mit einer Prise Humor begabt ist, kann den Unzulänglichkeiten der Welt und den Menschen mit heiterer Gelassenheit begegnen. Sr. Teresa 

Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann. Pearl Sydenstricker Buck

9. Sanfte Nächstenliebe

Gebt ihr ihnen zu essen! Mt 14,16

Bemühen wir uns darum, in der Nächstenliebe sanft zu sein. Gebt ihnen zu essen, sagt Jesus. Und genau auf diese Weise treten wir mit jenen in Kontakt, die in unserer Nähe leben, in den kleinen Details ihres Heils, ihres Trostes, ihrer Gebete, ihrer Bedürfnisse. Lasst uns Trost spenden mit den kleinsten Gesten der Aufmerksamkeit. Für jene, die Gott an unsere Seite stellt, müssen wir jene unauffälligen, liebevollen, kleinen Aufmerksamkeiten haben, die zwei Geschwister füreinander hätten, so ungemein sanft; und wie sie eine zärtlich liebende Mutter für ihre Kinder hat, auf daß wir, soweit uns das möglich ist, jene trösten, die in unserer Nähe leben, ihnen Balsam des Trostes sind, wie es der Herr stets für alle war. Charles de Foucauld

10. Weg der Liebe

Drei Dinge gefallen mir, die dem Herrn und den Menschen wohlgefallen: brüderliche Eintracht, Liebe zum Nächsten und wenn Frau und Mann gut miteinander umgehen. Sir 25:1

Ich habe kein anderes Mittel, um Gott meine Liebe zu beweisen, als aus Liebe zu ihm auch die allerkleinsten Dinge zu tun. Unser Leben hat keinen anderen Sinn als den, liebende Menschen zu werden. Wir sollten keine Gelegenheit auslassen, um Jesus mit kleinen Dingen Freude zu machen und vor allem, um unsere Mitmenschen so lieben zu lernen, wie Gott sie liebt: Ich begreife, dass die vollkommene Liebe darin besteht, die Fehler der anderen zu ertragen, sich nicht über ihre Schwächen zu wundern, sich an den kleinsten Tugendakten zu erbauen. Nichts ist wohltuender, als gut über seinen Nächsten zu denken. Ein Wort, ein liebenswürdiges Lächeln, genügen oft, um einen niedergeschlagenen Menschen aufzuheitern. Therese v. L.

Vor Gott zählt nicht der Verdienst, sondern allein die Liebe. Lieben, das heißt: alles schenken, sich selbst schenken. Therese v. L

11. Gott lieben ist Weisheit

Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit. Sir 1,10

Gott lieben, ist die allerschönste Weisheit. Nicht die wichtigste, sondern die schönste. Mehr geht nicht. Bleibt also die Frage: liebe ich Gott? „Lieber Gott“ ist sicher die häufigste Anrede, die wir in Bezug auf unseren Schöpfer und Erhalter der Welt wählen. Aber meinen wir es immer genau so: „lieber“ Gott? Wenn uns ein lieber Mensch genommen wird? Wenn Schmerzen unsere Kraft und Lebensfreude übersteigen? Wenn wir an den Verhältnissen irre werden? Ja, ich liebe trotzdem Gott. Ich habe ganz sicher nicht so viel leiden müssen wie viele andere (und kann verstehen, dass manche keinen Zugang mehr zu Gott finden können, von Liebe ganz zu schweigen), aber glatt ist mein Leben auch nicht verlaufen, so manchen Weg konnte ich nicht verstehen. Und trotzdem oder dennoch hat sich mein tiefes Gottvertrauen nicht verloren, im Gegenteil. Ich bin überzeugt, dass er wie der Gute Hirte aus Psalm 23 mit mir geht in allen Lebenslagen. Ja, ich liebe Gott. Das heißt ja nicht, dass ich ihn immer verstehen muss (gelingt mir selbst bei meinen geliebten Menschen nicht immer). Und ich bin überzeugt, dass er meinen Weg begleitet. Wenn das schön und weise ist, umso besser. Und ich hoffe sehr, dass ich mit dieser Gewissheit nicht alleine bin. Pfarrer Burkhard M. Kuban

12. Friede allein durch den Herrn

Unser Herr, von dem aller Friede kommt, schenke euch zu jeder Zeit seinen Frieden, was auch immer geschieht. Er sei mit euch allen! 2. Thess 3:16

Friede allein durch den Herrn: Der innere Friede, das ist etwas anderes als Zufriedenheit.  Der innere Friede, das ist das Licht,  das uns inmitten unseres Elends und unserer Schuldhaftigkeit die Ahnung von einer erdumfassenden Liebe gibt, die Gott selbst ist. Das sollten wir uns immer wieder bewusst machen, wenn uns die Umtriebigkeit des Alltag mal wieder gefangen nimmt: Wir leben und wohnen in dieser umfassenden Liebe.

13. Vertrauen und hoffen

Vertraue Gott, so wird er sich deiner annehmen. Geh gerade Wege und hoffe auf ihn! Sir 2:6

Sei mutig und vertraue: Du machst Pläne, aber häufig läuft alles anders. Häufig ist Gottes Plan für dich nicht klar sichtbar. Mutiges Vertrauen bedeutet, dass du nicht daran zweifelst, dass er dich führt, auch wenn es in der Realität auf den ersten Blick anders aussieht. Wähle die Hoffnung und Stärke sie, denn „Die Hoffnung ersäuft die Angst“ (Ernst Bloch). Also: Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt, aber ich weiß, dass er mich führt.

14. Stille des Herzens

Nur auf Gott wartet still meine Seele. Ps 62,2

Keine Stille ist so geheimnisvoll wie die des Herzens. Während wir bewusst schweigen können, um nichts zu sagen und während wir die Augen zu schließen vermögen, um nichts zu sehen, können wir nicht in gleicher Weise über unser Herz verfügen. Es ist hin und wieder schwer zu bändigen. Es passiert uns immer wieder, dass unser Herz im Wirrwarr des Lebens nicht den rechten Weg geht. Ich kenne diese Tage, wo ich meine innere Mitte verliere und das Herz einen unguten Weg geht. Das beste Heilmittel dagegen ist und bleibt für mich die Stille vor dem Herrn. „Beim stillen Innehalten hat es ein jeder von uns nötig, nicht nur den eigenen Herzschlag, sondern das Pochen einer verläßlichen Gegenwart in größerer Tiefe zu verspüren, die mit den Sinnen des Glaubens wahrnehmbar und dennoch weitaus wirklicher ist: die Gegenwart Christi, des Herzens der Welt“ (Benedikt XVI). Nehme dir diese stille Zeit und seien es nur 1-2 Minuten, wo du einfach nur daq bist und dich anschauen lässt von Gottes liebenden Blick ohne ein Wort auf deinen Lippen. Das ist eine große Kraftquelle!

15. Demut

Je größer du bist, um so mehr demütige dich, und du wirst beim Herrn Gnade finden. Sir 3,20

Wenn wir demütig sind, wird Gott uns nie verlassen. Er wirft den Übermut der Stolzen nieder, den Demütigen aber schenkt Er das Heil. Die unendliche Barmherzigkeit des Herrn eilt dem zu Hilfe, der Ihn in der Haltung tiefer Demut anruft. Gott wirkt dann als der, der Er ist: der Allmächtige. Mag die Seele von Gefahren bedrängt und von den Feinden ihres Heils umzingelt sein, sie wird nicht zugrunde gehen. Dies ist nicht allein die überlieferte Erfahrung aus früheren Zeiten, auch heute geschieht es. Josemaria

Solange wir hier auf Erden leben, ist Demut unsere Vollkommenheit selbst. Augustinus


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste