Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Einzelne Andachten 1

Kurze Andachten zu ausgewählten Bibelversen zur heiligen Schrift / Bibel. Kommentar und Auslegung für den Alltag für einen geistlichen Start in den Tag.

1. Abneigung gegenüber einem Nächsten

Empfinden wir gegen jemand eine Abneigung, so müssen wir vor allem darauf sehen, dieser Person gegenüber nicht weniger, sondern mehr Akte der Nächstenliebe zu setzen, ihr Gefälligkeiten zu erweisen, sie ins Gespräch zu ziehen, mit ihr freundlich zu sein, also nicht nur keine Abneigung fühlen lassen, sondern ihr noch mehr entgegenkommen als sonst. So erweisen wir uns treu und gehorsam gegen Gott und seinen ausgesprochenen Willen. Franz von Sales

2. Christus klopft an die Tür unseres Lebens

Offb 3,20: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.

In den Zeichen des Todes klopft das Ende an die Tür unseres Lebens. Aber dieses Ende ist nicht bloß Zerstörung. Im tiefsten wissen wir, dass in all den Zerstörungen und Nöten unseres Daseins, in dieser immer währenden Gegenwart des Todes, Christus an die Tür unseres Lebens klopft. Christus, der uns entreißt der falschen Selbstherrlichkeit des Egoismus, der uns führt in die Freiheit des Glaubens hinein, die nichts mehr ängstigt, nichts erschreckt, weil sie erkannt hat, dass ein Mensch, dem alles zerbricht, ja nie ins Bodenlose fällt, sondern am Ende hineinfällt in die Arme der ewigen Liebe, die auf dem Grunde der Welt unser wartet. Solche Zuversicht soll in der passio unseres Lebens uns zuwachsen, dass auch wir wieder beten lernen: Komm, Herr Jesu. Dass wir lernen, im Ende den wahren Beginn zu erkennen, im Tod die Taufe, die uns zur Auferstehung führt und zum ewigen Leben. – Komm, Herr Jesu. Benedikt XVI

3. Freundschaft

Sir 6:14: ‭Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer den findet, der findet einen großen Schatz.

Der Wert einer Freundschaft kann nicht mit Geld aufgewogen werden. Sie mögen in der Erde graben und einen Schatz finden, aber eine Freundschaft beginnt langsam und dann muss man daran arbeiten, um die Freundschaft zu erhalten. Ein guter Freund ist ein größerer Schatz als Silber und Gold, denn eine gute, solide Freundschaft wird die Jahre überdauern, auch wenn der Kontakt nur gelegentlich stattfindet. Wir brauchen Freunde, die uns ermutigen, wenn wir niedergeschlagen sind, die unsere Erfolge mit uns feiern und mit uns glücklich sind, wenn wir es sind. Freunde sind Menschen, die an unserem Wohlergehen aufrichtig interessiert sind. Kenneth Lilly

4. Gemeinschaft mit Gott

Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Lk 23,43

Der Glaube sagt uns, daß die wahre Unsterblichkeit, die wir erhoffen, nicht eine Idee, eine Vorstellung ist, sondern eine Beziehung der vollkommenen Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott: es ist das Bleiben in seinen Händen, in seiner Liebe, es ist das in ihm Einswerden mit allen Brüdern und Schwestern, die er geschaffen und erlöst hat, mit der ganzen Schöpfung. Unsere Hoffnung ist gegründet auf die Liebe Gottes, die im Kreuz Christi erstrahlt und im Herzen die Worte des guten Schächers erklingen läßt: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Das ist das Leben, das zu seiner Fülle gelangt ist: es ist das Leben in Gott; ein Leben, das wir jetzt nur erahnen können, wie man den klaren Himmel durch den Nebel erahnt. Benedikt XVI

5. Vertrauen auf die göttliche Führung

Spr 20,24: Der Herr lenkt die Schritte des Menschen; wie kann der Mensch wissen, wohin sein Weg ihn führt?

Der Mensch hat die Verantwortung, kluge Entscheidungen zu treffen und auf einem geraden Weg zu gehen, aber er kann nicht dafür sorgen, dass ihn seine Weisheit an das Ziel bringt, das er sich vorstellt. Es ist der Herr, der sein Leben in letzter Konsequenz lenkt. Und es ist der Herr, der allein versteht, warum ein Mensch genau den Weg gehen muss, den er geht. In Gottes großem Plan sind wir keine Marionetten, aber auch keine Regisseure. Dieser Spruch kann für die eine große Entlastung sein, die nicht verstehen, warum ihnen bestimmte Dinge passieren, obwohl sie doch „alles“ richtig gemacht haben! Es gibt Elemente in meinem Leben, die bleiben für mich unverständlich. Es kann sogar sein, dass mein Leben desto unverständlicher wird, je mehr ich mich der Führung Gottes anvertraue!

6. Zuhören als Liebestat

Sir 11,8: Vor dem Hören antworte nicht! Während einer Rede sprich nicht dazwischen!

Zuhören ist ein Akt der Zärtlichkeit. Jemand schenkt dem, der redet, seine Zeit. Lässt sich auf dessen Geschichte ein. Sitzt oder steht da und hört zu. Echtes Zuhören wird völlig unterschätzt, denn echtes Zuhören ist ein Geschenk. Ach gäbe es doch mehr Menschen, die Zuhören möchten. Die darauf hören, was der andere sagt. Nicht überhören oder weghören, sondern erst hin- und dann zuhören. Zuhören nimmt das Gegenüber ernst. Wer zuhört, nimmt sich nicht wichtig. Wer zuhört, nimmt sich zurück und lässt dem anderen Raum. Wer zuhört, tritt zurück und macht dem anderen Platz. Seiner Geschichte, mit allen Höhen und Tiefen.

7. Tote und Lebende

Unsere Toten sind nicht abwesend, sondern nur unsichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer. Augustinus

Wie sehr täuschen wir uns doch, wenn wir jene Tote nennen, die aus diesem sterblichen Leben geschieden sind, und Lebende jene, die noch in ihm wandeln! Wir nennen Lebende jene, die sterben, weil sie das Sterben noch nicht vollendet haben; und die das Sterben vollbracht haben, nennen wir Tote. Denn so nennen wir die Verstorbenen Tote, weil wir sie nie anders gesehen haben als im Tod dieses Lebens oder im Leben dieses Todes. Wenn wir sie aber jetzt sehen könnten, da sie davon befreit sind, mein Gott, wie wären wir beschämt, daß wir sie als Tote bezeichnet haben, und wie wären wir verlegen, passende Worte zu finden, um die Vortrefflichkeit des Lebens auszudrücken, in das sie gelangt sind! So nennt sie auch unsere französische Sprache nicht Tote, sondern Heimgegangene (trépassés); damit drückt sie deutlich genug aus, daß der Tod nur ein Übergang oder eine Überfahrt ist, jenseits dessen der Sitz der Herrlichkeit ist. Franz von Sales

8. Wir alle sind Christophorusse.

Wir alle sind Christophorusse. Was bedeutet das? Christusträger. Es ist der Name unserer Haltung: einer Haltung als Träger der Freude Christi, der Barmherzigkeit Christi. Jeder Christ ist ein Christophorus, also ein Christusträger! Papst Franziskus

9. Kühler Geist

Spr 17,27: Wer seine Worte zurückhält, der besitzt Erkenntnis, und wer kühlen Geistes ist, der ist ein weiser Mann.

Wer einen kühlen Geist bewahrt, der kann mit schwierigen Situationen, vor allem wenn er angegriffen wird, richtig umgehen. In hitzigen Momenten zeichnet sich der verständige Mann durch Erkenntnis und eine zurückhaltende Sprache aus. Das Plappermaul, das sich mit Worten überschlägt und seiner inneren Erregung folgend drauflosredet, verhält sich wie ein Dummkopf. Wenn es schon grundsätzlich gut ist, nicht zu viel zu reden, wie viel mehr in solchen Situationen, in denen ein Wort zu viel oder mit dem falschen Zungenschlag echten Schaden anzurichten vermag? Jürgen Fischer

Kannst du den Mund halten? Oder musst du immer deinen Senf dazu geben, egal ob das klug ist oder nicht? Bist du jemand mit einem kühlen Geist, der es in brenzligen Situationen versteht, still zu sein?

10. Nicht schnell in Zorn geraten

Spr 19,11: Ein vernünftiger Mensch gerät nicht schnell in Zorn; es ehrt ihn, wenn er über Verfehlungen hinwegsehen kann.

Der Kluge hat sich selbst im Griff. Einsicht macht langmütig. Der Weise wird nicht von seinen Emotionen beherrscht, steht nicht in der Gefahr, unkontrolliert zurückzuschlagen und weiß um seine eigenen Fehler. Geduld schafft Raum fürs Ertragen. Wer nicht gleich zornig in die Luft geht, der kann nachdenken und Sünde vergeben. Es ist ein zutiefst ehrenhafter Charakterzug, wenn man auf Angriffe zurückhaltend und deeskalierend reagieren kann. Jürgen Fischer

11. Nichts kann uns von Christus trennen

Röm 8,39: Nichts in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn.

Das wahre Glück liegt in der Beziehung zu Ihm, den wir dank einer beständigen Ausrichtung unseres Geistes und Herzens treffen und ihm folgen, ihn kennenlernen und lieben können. Jünger Christi sein: Das reicht dem Christen. Die Freundschaft mit dem Meister gewährleistet der Seele tiefen Frieden und innere Ruhe auch in dunklen Stunden und harten Prüfungen. Wenn der Glauben auf finstere Nächte stößt, in denen man die Gegenwart Gottes weder hört noch sieht, versichert uns die Freundschaft Jesu, daß uns in Wirklichkeit nichts jemals von seiner Liebe trennen kann. Die Schönheit dieser Zeit liegt darin, daß sie uns auffordert, unser tägliches Leben als Weg der Heiligkeit, das heißt des Glaubens und der Freundschaft mit Jesus, zu leben und ihn unaufhörlich als Meister und Herr, Weg, Wahrheit und Leben des Menschen zu entdecken und wiederzuentdecken. Benedikt XVI

12. Trost zur rechten Zeit

Ps 145:15: Alle blicken voller Hoffnung auf dich und du gibst ihnen ihre Speise zur richtigen Zeit.

Worin aber, wann und wie können wir die wahre Treue bezeugen, die wir unserem Herrn schulden, als in den Heimsuchungen, bei Widersprüchen und bei Ärgerlichkeiten? In diesem Leben müssen wir nun einmal
mehr Bitteres schlucken als Honig. Er aber, um dessentwillen wir uns entschlossen haben, inmitten aller Widerstände die heilige Geduld zu üben, wird uns zur rechten Zeit den Trost seines Heiligen Geistes schenken. Hütet euch sehr davor je das Vertrauen zu verlieren, durch das gestärkt Ihr tapfer den Ansturm der Trübsale erleiden und ertragen werdet, so heftig er auch sein mag. Franz von Sales

13. Liebe den Herrn

Sir 13,14: Mit deinem ganzen Leben liebe den Herrn! Ruf ihn an zu deiner Rettung!

Ihr wollt wissen, wie ihr zur Gottesliebe kommen könnt. Nun, ich sage euch darauf: Ihr müßt Gott lieben wollen. Statt lange zu fragen und zu grübeln, wie ihr euren Geist an Gott binden könnt, beschäftigt euch immerwährend mit ihm. Glaubt mir, das ist von allen Wegen der kürzeste zum Ziel. Die Vollkommenheit unserer Seele besteht in der Vereinigung mit Gott, die wir nicht erreichen mit Viel-Wissen, wohl aber mit Viel-Tun. Seien Sie tapfer und halten Sie Ihr Herz hoch zu Gott erhoben; seien Sie nicht erstaunt, sich schwach zu fühlen, denn wenn Sie Gott anrufen, wird er Ihre Kraft sein. Franz von Sales

14. Den Mut nicht verlieren

Ps 123:2: So blicken wir auf den Herrn, unseren Gott, bis er uns ein Zeichen seiner Gnade gibt.

Verliere nicht den Mut, ich flehe dich an und verschließe deine Augen nicht vor der Hoffnung auf das Gute, damit es dir nicht so ergeht wie denen, die Gott nicht lieben. Denn nicht die große Zahl der Sünden bringt die Seele zur Verzweiflung, sondern die Geringschätzung Gottes. Jeder Gedanke, der uns die Hoffnung auf Umkehr nimmt, entspringt also einem Mangel an Glauben: Wie ein schwerer Stein, der an unserem Hals hängt, zwingt er uns, immer nach unten, zur Erde zu schauen, und lässt uns nicht die Augen zum Herrn erheben. Wer aber ein mutiges Herz und einen erleuchteten Geist hat, der kann sich von diesem schrecklichen Gewicht befreien. Hrabanus Maurus

Die Würde des Menschen gründet nicht in seiner Vollkommenheit, sondern in der erbarmenden Liebe Gottes. Mouhanad Khorchide

15. Offen gebende Hand

Sir 4:31: ‭Deine Hand sei nicht offen, wenn’s ums Nehmen geht, und nicht geschlossen, wenn’s ans Geben geht.

Wir empfangen, wenn wir geben, sei es nun Geld oder Zeit oder sonst etwas. Morgens wenn ich aufwache, fasse ich meinen Vorsatz für den Tag: dass dieser Tag eine Bedeutung haben soll. Und seine Bedeutung ist, dass ich anderen, so gut es geht, diene und helfe, mich selbst mit meiner ganzen Person gebe. Dann hat der Tag eine Bedeutung. Dann bin ich Gebender. Wir sind allerdings nie nur Gebende, sondern auch Empfangende. Andere Menschen geben uns Dinge, die wir uns selbst nicht geben können, und wären wir noch so reich.

Gebt, und es wird euch gegeben werden. Wer großherzig ist, wird immer Segen empfangen. Johannes XXIII

Je mehr du gibst, desto mehr empfängst du. Mutter Teresa

16. Das Gebet als Schule der Hoffnung

Sir 35,21: Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken, es ruht nicht, bis es am Ziel ist. Es weicht nicht, bis Gott eingreift.

Ein erster wesentlicher Lernort der Hoffnung ist das Gebet. Wenn niemand mehr mir zuhört, hört Gott mir immer noch zu. Wenn ich zu niemand mehr reden, niemanden mehr anrufen kann – zu Gott kann ich immer reden. Wenn niemand mehr mir helfen kann – wo es sich um eine Not oder eine Erwartung handelt, die menschliches Hoffenkönnen überschreitet: Er kann mir helfen. Wenn ich in eine letzte Einsamkeit verstoßen bin: Der Betende ist nie ganz allein. Benedikt XVI

17. Prüfungen

Sir 2,1: Mein Sohn, wenn du dem Herrn dienen willst,  dann mach dich auf Prüfung gefasst!

Woher die Schwierigkeiten und Prüfungen auch kommen mögen, wir wollen nicht müde werden, alles zu tragen und zu ertragen aus Liebe zu Unserem Herrn und Heiland. Wenn uns Gott Prüfungen schickt, so will er, daß wir dabei etwas für uns gewinnen. Preisen Sie Gott, meine für diese kleinen Prüfungen, die Ihnen auferlegt werden, damit Sie Ihre Treue beweisen können. Glauben Sie mir, ich habe kaum Menschen gekannt, die ohne solche Prüfungen vorangekommen wären. Man muß eben Geduld haben. Nach dem Sturm wird Gott die Stille senden. Franz von Sales

Sir 2,4: Nimm alles an, was über dich kommen mag, halt aus in vielfacher Bedrängnis!


Das waren kurze Andachten zu ausgewählten Bibelversen zur heiligen Schrift / Bibel. Kommentar und Auslegung für den Alltag für einen geistlichen Start in den Tag.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste