Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Kurze Andachten Nr. 8

Kurze Andachten zu ausgewählten Bibelversen zur heiligen Schrift / Bibel. Kommentar und Auslegung für den Alltag für einen geistlichen Start in den Tag: Teil 8

1. Kann Liebe ein Gebot sein?

Joh 15:12: Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe.

Wie kann die Liebe befohlen werden? Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sie ist auch ein Akt des Willens. Gott schreibt uns nicht ein Gefühl vor, das wir nicht herbeirufen können. Es kann uns nicht befohlen werden, jemand zu mögen oder uns zu verlieben, aber wir können uns entscheiden, unsere Feinde zu lieben. Wichtiger noch ist es, dass wir durch die Erfahrung der Freude, geliebt zu werden, dahin geführt werden, die Liebe zu erwidern. Gott hat uns zuerst geliebt. „Nicht ihr habt mich erwählt…” Ich erfahre diese Liebe für mich als eine sich wiederholende Realität. Diese persönliche Erfahrung macht mich fähig, Liebe zu verstehen und sie teilen zu wollen. Edward Hopkins

2. Die Antwort Jesus

Lk 20,39: Meister, du hast gut geantwortet!‭

Wie gütig Du bist, mit solcher Sanftheit, Genauigkeit und Geduld auf Fragen zu antworten, welche entweder boshaft oder aber zumindest mit wenig Respekt gestellt werden, um Dich auf die Probe zu stellen oder welche zumindest Ausdruck purer Neugierde sind! Folgen wir dem Beispiel unseres Herrn und antworten mit Sanftheit, Wohlwollen und Geduld auf die uns gestellten Fragen, selbst wenn diese boshaft oder ironisch von unseren Feinden gestellt werden, oder wenn es sich um indiskrete, lächerliche Fragen handelt, die aus reiner Neugierde von Orientierungslosen, Müßiggängern oder Spöttern gestellt werden. Ahmen wir mit dieser unabänderlichen und universellen Geduld, diesem unabänderlichen und universellen Wohlwollen, dieser unabänderlichen und universellen Sanftheit die göttliche Güte unseres Herrn Jesus Christus nach. Dies wird uns nicht schwerfallen, wenn wir uns das vergegenwärtigen, wessen wir uns immer in unseren Beziehungen mit unserem Nächsten erinnern sollten: jeder Mensch ist Teil Christi. Was wir einem der Geringsten getan haben, tun wir Jesus. Wir sollen so mit den anderen umgehen wie Jesus es getan hat, wie er es tun würde. Charles de Foucauld

3. Gott und das Geld

Lk 16:13: Auch ihr könnt nicht gleichzeitig für Gott und das Geld leben.

Worte von Papst Franziskus: Fragen wir uns also: wie steht es um meine Loslösung von Besitz, von Reichtum? Beschwere ich mich über das, was mir fehlt, oder bin ich zufrieden mit dem, was ich habe? Bin ich versucht, im Namen von Geld und Möglichkeiten Beziehungen aufzuopfern und Zeit für andere zu opfern? Und bin ich wieder versucht, Rechtmäßigkeit und Ehrlichkeit auf dem Altar der Gier zu opfern? Deshalb warnt uns Jesus mit deutlichen Worten. Er sagt, dass man nicht zwei Herren dienen kann, und – Achtung – er sagt nicht Gott und dem Teufel, nein, auch nicht dem Guten und dem Bösen, sondern Gott und dem Reichtum. Man würde erwarten, dass es heißt: man kann nicht zwei Herren dienen, Gott und dem Teufel. Stattdessen sagt er: Gott und dem Reichtum. Sich des Reichtums bedienen ja, dem Reichtum dienen nein: das ist Götzendienst, das ist Beleidigung Gottes.

4. Gregor von Nazianz

Phil 2,7: Er legte alles ab und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde Mensch und alle sahen ihn als Menschen.

Gestern wurde ich mit Christus gekreuzigt, heute werde ich mit ihm verherrlicht. Gestern wurde ich mit ihm getötet, heute werde ich mit ihm zum Leben gerufen. Gestern wurde ich mit ihm begraben, heute werde ich mit ihm auferweckt. Wohlan, bringen wir Opfer dem, der für uns gelitten hat und auferstanden ist! Opfern wir uns selbst, den Gott teuersten und eigensten Besitz! Werden wir wie Christus, da Christus gleich uns geworden ist! Er wurde arm, damit wir durch seine Armut reich würden. Er nahm die Gestalt eines Knechtes an, damit wir die Freiheit erhielten. Er stieg auf die Erde herab, damit wir erhöht würden. Er ließ sich versuchen, damit wir siegen. Er ließ sich entehren, um uns zu ehren. Er starb, um zu retten. Er fuhr zum Himmel, um die, welche von der Sünde zu Boden gestreckt wurden, an sich zu ziehen. Alles möge man ihm geben, ihm opfern, der sich als Lösegeld und Sühne für uns hingegeben hat! Keine Gabe aber wird wertvoller sein als die eigene Person, soferne sie das Geheimnis erfaßt und um Christi willen alles geworden ist, was er unsertwegen geworden war. Gregor von Nazianz

5. Gott suchen

Weish 1,1: Denkt in Frömmigkeit an den Herrn, sucht ihn mit reinem Herzen!

Wann werden wir endlich nur Gott suchen? O wie glücklich werden wir sein, wenn wir an diesem Punkt angelangt sind, denn dann werden wir überall haben, was wir suchen, und überall suchen, was wir haben. Man darf indes nur Gott sehen, nur ihn suchen, nur ihn
lieben, dann werden wir glücklich sein. Wenn wir nur das suchen, wie glücklich werden wir sein, denn wir werden ihn immer finden, wenn wir ihn suchen, und wir werden immer nach ihm trachten, wenn wir ihn gefunden haben. Wir werden von Stunde zu Stunde zunehmen im Wunsch, ihn zu finden, und wir werden ihn finden in der Beharrlichkeit, uns nach ihm zu sehnen. Franz von Sales

6. Achte auf deine Gedanken

Weish 1,3: Verkehrte Gedanken trennen von Gott.

Martin Luther wird sinngemäß folgender Satz zugeschrieben: Schlechte Gedanken sind wie Vögel. Wir können nicht verhindern, dass sie um unseren Kopf kreisen. Aber wir können verhindern, dass sie auf unserem Kopf nisten. Ein negativer Gedanke ist also noch nicht an sich zwangsläufig falsch in Gottes Augen. Erst, wenn wir ihm nachgehen und ihm Nahrung geben, ihn zum Bleiben einladen, kann daraus ein schuldhaftes Verhalten werden. Es bringt nichts, wenn man versucht, die unerwünschten Gedanken zu verdrängen oder zu unterdrücken. Um sie loszuwerden, muss man ihnen ins Gesicht sehen: Warum ärgere ich mich ständig über diesen Menschen und wünsche ihm nichts Gutes? Oder: In welcher Stimmung und Tagessituation bin ich besonders anfällig dafür, gewisse Bilder vor meinem inneren Auge zu sehen? Wenn Sie wissen, was der tiefere Grund oder der Auslöser für Ihre Gedanken ist, dann können Sie ihre Gedanken und Ihr Verhalten auch leichter entsprechend ändern.

7. Nicht Murren über Trübsal

Weish 1,11: Hütet euch also vor unnützem Murren.

Glauben wir nicht, wir müßten schon in diesem Leben selig und von allen Beschwerden frei sein und deshalb bei zeitlichen Trübsalen mit lästerndem Munde gegen Gott murren, als gebe er uns nicht, was er versprochen hat. Er hat uns ja auch das Notwendige für dieses Leben versprochen, aber man muß wohl unterscheiden zwischen einem Trost für Mühselige und den Freuden der Seligen. Murren wir also nicht bei Mühseligkeiten, damit wir nicht jenen durch die Breite des Kreuzes angedeuteten Frohsinn verlieren, von dem gesagt ist: Freuet euch in Hoffnung! Seid geduldsam in Trübsalen. Das neue Leben beginnt jetzt im Glauben und vollzieht sich in Hoffnung. Vollkommen aber wird es dann sein, wenn der Tod in den Sieg verschlungen sein wird, wenn wir umgewandelt und den Engeln gleich geworden sein werden. Augustinus

8. Umgang mit Leid und Schmerz

Weish 3,6: Wie Gold im Schmelzofen hat er sie erprobt  und sie angenommen als ein vollgültiges Opfer.

Wir wissen es sehr gut und erfahren es selbst auf unserem Weg: in diesem Leben fehlt es nicht an Schwierigkeiten und Problemen, es gibt Situationen des Leids und des Schmerzes, Augenblicke, die schwer zu verstehen und anzunehmen sind. Alles jedoch erhält Wert und Bedeutung, wenn es unter der Perspektive der Ewigkeit gesehen wird. Denn jede Prüfung, die mit ausdauernder Geduld angenommen und für das Reich Gottes aufgeopfert wird, ist schon hier auf der Erde von geistlichem Nutzen und vor allem für das zukünftige Leben im Himmel. Wir sind nur vorübergehend auf dieser Welt und werden wie Gold im Schmelzofen erprobt. In geheimnisvoller Weise in das Leiden Jesu mit hineingenommen, können wir aus unserem Leben ein Gott wohlgefälliges Opfer machen, ein freiwilliges Opfer der Liebe. Benedikt XVI

9. Glück des heutigen Tages

Sir 14,14: Versag dir nicht das Glück des heutigen Tages. An der Lust, die dir zusteht, geh nicht vorbei!

Es ist die Freude, die man in den kleinen Dingen des Alltags erlebt, als Antwort auf die liebevolle Einladung Gottes, unseres Vaters: Versag dir nicht das Glück des heutigen Tages. Wie viel zärtliche Vaterliebe ist in diesen Worten zu spüren! Papst Franziskus

In die kleinen Dinge hat der liebe Gott die großen Freuden hineingelegt. Honoré de Balzac 

10. Gott ist alles

Sir 43,27: Sagten wir noch mal so viel, wir kämen an kein Ende. Darum sei der Rede Schluss: Er ist alles.

O Abgrund göttlicher Vollkommenheiten, wie wunderbar bist du! In einer einzigen Vollkommenheit besitzt du die Erhabenheit aller Vollkommenheiten auf eine so einzigartige Weise, daß niemand dies erfassen kann, außer du selbst! Viel werden wir von ihm sagen und es wird uns an Worten mangeln. Fassen wir es daher kurz zusammen: Er ist einfach alles. Wollten wir uns rühmen, wozu würde es uns dienen? Ist doch der Allmächtige über alle sein Werke erhaben. Nein, nimmermehr werden wir Gott begreifen können, der größer ist als unser Herz. Der höchste Lobpreis sei unser Bekenntnis, daß wir nie imstande sein werden, ihn gebührend zu preisen. Und der erhabenste Name, den wir ihm geben können, sei unsere Beteuerung, daß sein Name über alle Namen erhaben ist, daß wir unfähig sind, ihm je einen Namen zu geben, der seiner würdig wäre. Franz von Sales

11. Die Bedeutung des Gesichts

Sir 19,29: Am Aussehen erkennt man den Menschen,  am Gesichtsausdruck erkennt ihn der Weise.

Von jeher drängt es die Menschen natürlicherweise dazu, innige Liebe, das heißt Herzensvereinigung, durch den Kuß auszudrücken. Und dies nicht ohne Grund. Leidenschaften und sinnliche Regungen, die wir mit den Tieren gemeinsam haben, offenbaren sich in den Augen, den Augenbrauen, auf der Stirn und im Gesichtsausdruck. Aus dem Gesicht erkennt man den Menschen. Und Aristoteles sagt, von großen Menschen male man deshalb nur das Gesicht, weil das Gesicht zeige, wer wir sind. Franz von Sales

Wie ein Gesicht schön wird dadurch, dass es Seele, so die Welt dadurch, dass sie einen Gott durchscheinen lässt. Wilhelm von Humboldt 

12. Sich selbst Gutes gönnen

Sir 14,5: Wer sich selbst nichts Gutes gönnt, was sollte der anderen Gutes tun?

Rückzugsinseln schaffen: Multitasking, pausenlose Aktivität, ständige Erreichbarkeit. Das tut uns nicht gut, das Ruhen der Seele in Gott gerät dadurch in ein Ungleichgewicht. Hier hilft nur eine bewusste Unterbrechung, auch Jesus hat sich immer wieder zurück gezogen. Zeitlich fängt das mit einem kurzen Hinsetzen und „tief durchatmen“, kann aber je nach Möglichkeit auch etwas länger sein (Mittagsschlaf, Musik hören, gemütlich einen Kaffee trinken etc.) bis hin zu einer mehrtägigen Auszeit (z.B. im Kloster). So oder so: Gönne dir etwas Gutes, damit es dir gut geht und dann tue deinem Nächsten Gutes.

13. Immer wieder: Vertrauen

Sir 2,8: Ihr, die ihr den Herrn fürchtet, vertraut auf ihn und er wird euch den Lohn nicht vorenthalten.

Habt Vertrauen auf Gott, bergt euch in seiner Hut, richtet euer Denken auf ihn, und er wird euch ernähren. Damit ihr gläubig sagen könnt: Gott trägt Sorge für mich. Werft eure ganze Sorge auf ihn, denn er sorgt für euch. Auf sich selbst vertrauen ist nicht dem Glauben eigen, sondern der Treulosigkeit. Wahrhaft treu ist, wer nicht auf sich  vertraut und keine Zuversicht auf sich hat, der wie ein zerbrochenes Gefäß geworden ist und seine Seele in dem Maß verliert, daß er sie für das ewige Leben bewahren will. Einzig die Demut bewirkt, daß die Seele nicht auf sich selbst vertraut, sondern sie im Verzicht hält, sich in die Wüste zurückzieht und sich ganz auf ihren Vielgeliebten stützt (vgl. Hld 8,5). Franz von Sales

14. Gegen das Grübeln

Sir 30,21: Überlass dich nicht der Sorge, schade dir nicht selbst durch dein Grübeln!

Kaum entflieht der Mensch der Hektik des Alltags und will beginnen zu beten, da überfallen ihn tausend Gedanken. Die ganze Vergangenheit kommt zum Vorschein, an der man hängenbleibt. Dabei können Ärger, Gram und Zorn hochkommen, verbunden auch mit der mangelnden Bereitschaft zur Versöhnung. Oder es beängstigt einen die Zukunft, die Ungewissheit mit ihrer Unruhe und Angst. Übergebe ich Jesus meine Vergangenheit, indem ich alles aus Seiner Hand annehme und Ihm ans Kreuz bringe, auch meine Leiden, Misserfolge, Schicksalsschläge?  Übergebe ich Ihm die Sorgen für die Zukunft und werfe mich vertrauensvoll in Seine Arme? Herr, gib mir Kraft nur für heute! In Deine Hände lege ich voll Vertrauen meine Vergangenheit und Zukunft. Amen.

15. Mitgefühl

Entzieh dich nicht den Weinenden,  vielmehr trauere mit den Trauernden! Sir 7,34

Worte von Papst Franziskus: Der Mensch, der die Dinge sieht, wie sie wirklich sind, der sich vom Schmerz durchdringen lässt und in seinem Herzen weint, ist fähig, die Tiefen des Lebens zu berühren und wahrhaft glücklich zu sein. Dieser Mensch wird getröstet, aber mit dem Trost Jesu und nicht mit dem der Welt. So kann er sich trauen, fremdes Leid zu teilen, und hört auf, vor den schmerzvollen Situationen zu fliehen. Auf diese Weise findet er, dass das Leben Sinn hat, wenn man dem anderen in seinem Schmerz beisteht, wenn man die fremde Angst versteht, wenn man den anderen Erleichterung verschafft. Dieser Mensch spürt, dass der andere Fleisch von seinem Fleisch ist; er fürchtet sich nicht davor, sich zu nähern und sogar seine Wunde zu berühren; er hat solches Mitleid, das ihn erfahren lässt, dass alle Distanz verschwindet. Franziskus 

Säume nicht, den Kranken zu besuchen,  dann wirst du von ihm geliebt. Sir 7,35

Bei allem, was du tust, denk an das Ende,  so wirst du niemals sündigen. Sir 7,35


Das waren kurze Andachten zu ausgewählten Bibelversen zur heiligen Schrift / Bibel. Kommentar und Auslegung für den Alltag für einen geistlichen Start in den Tag: Teil 8


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste