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Psalm 008

Die Herrlichkeit des Schöpfers – Die Würde des Menschen


Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, der du deine Hoheit über die Himmel gesetzt hast! Ps 8:2

Der erste und der letzte Vers besingen anbetend die Herrlichkeit des Namens Gottes. Die Zwischenverse bestaunen in Verwunderung die Größe Gottes in der Schöpfung und seine gnädige Herablassung gegenüber den Menschen. Überall ist er gegenwärtig, und allerorten ist sein Name herrlich. Gott wirkt immer und überall. Es gibt keinen Ort, wo Gott nicht wäre. Die Wunder seiner Macht begegnen uns allerwärts. Überall und an jedem Ort weilt Gott und wird er in seinem Wirken kund.


Aus dem Mund von Kindern und Säuglingen hast du ein Lob bereitet. Ps 8:3

Im Glauben müssen wir Kinder werden. Das Königreich Christus ist ein Reich der Kleinen und umfasst nur solche, die klein sind in ihren eigenen Augen. Jesus selbst stellt uns im Evangelium ein Kind als Zeichen der Demut in die Mitte. Und schauen wir in das gewaltige Sonnensystem sollte dies ebenso die Demut in uns fördern.

Ich blicke zum Himmel und sehe, was deine Hände geschaffen haben: den Mond und die Sterne – allen hast du ihren Platz zugewiesen. Ps 8:4


Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest? Ps 8:5

Tiefer kann dem Menschen das Bewusstsein seiner Würde und doch zugleich die dankbare Erinnerung, von wem er sei und was er ist, nicht nahegelegt werden. Dass du seiner gedenkst, d. h. für ihn sorgst und ihm so hohe Gnaden verleihst. Der Herr sucht die Menschen heim, erstens, indem er sie züchtigt. Zweitens heißt heimsuchen im guten Sinne: Gnade erzeigen, erquicken, retten und segnen.

Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt. Ps 8:6


Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde! Ps 8:10

Jesus Christus hat alle Not, alle Freude, allen Dank und alle Hoffnung der Menschen vor Gott gebracht. In seinem Munde wird das Menschenwort der Psalmen zum Gotteswort. Wenn wir sein Gebet mitbeten, wird wiederum das Gotteswort zum Menschenwort. So sind alle Gebete der Bibel solche Gebete, die wir mit Jesus Christus zusammen beten, in die er uns hineinnimmt und durch die er uns vor Gottes Angesicht trägt. Wenn wir daher die Psalmen beten wollen, so müssen wir nicht zuerst danach fragen, was sie mit uns, sondern was sie mit Jesus Christus zu tun haben. Wir müssen fragen, wie wir die Psalmen als Gottes Wort verstehen können, und dann erst können wir sie mitbeten. Es kommt also nicht darauf an, ob die Psalmen gerade das ausdrücken, was wir gegenwärtig in unserem Herzen fühlen. Nicht was wir gerade beten wollen, ist wichtig, sondern worum Gott von uns gebeten sein will. Dazu sind uns die Psalmen gegeben, dass wir sie im Namen Jesu Christi beten lernen. Bonhoeffer