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Psalm 006

Bittgebet in Todesnot in der Nacht


Du lässt mich deinen Zorn spüren. Ich flehe dich an: Strafe mich nicht länger! Ps 6:2

David hatte alle Festigkeit verloren und begreift nun, dass es Gott war, der ihn die ganze Zeit hielt. Das merkte er aber erst, als Gott seine Hand ein wenig von ihm abzog. Gott muss uns beibringen, dass wir mit Gottes Gnade nicht spielen. Gott entzieht uns seinen Beistand, wenn wir anfangen, mit der Sünde und mit der Gnade zu spielen. David begreift nun, dass er weder Macht hat, sich selbst zu retten, noch das Recht hat, Rettung zu fordern. Es bleibt ihm nichts als das Harren auf Gottes Wohlgefallen.

Hab Erbarmen mit mir, Herr, ich sieche dahin! Heile mich, denn ich bin am Ende meiner Kraft! Ps 6:3


Wende dich mir wieder zu, Herr , und rette mich! Hilf mir, du bist doch ein barmherziger Gott! Ps 6:5

David baut seine Zuversicht allein auf Gottes wichtigste Eigenschaft auf: Barmherzigkeit! Nicht weil David gut wäre, sondern weil Gott selbst gut ist, darum kann David glauben und ebenso wir. Wie heilsam ist diese vollkommene Abhängigkeit vom Herrn und seiner Gnade. Wir selbst können uns nicht erretten. Pflegen wir in uns die Gewissheit, dass Gottes Gnade mit uns und Gottes Macht für uns sei, dass Gott uns vergibt. Rufen wir immer und überall seine Barmherzigkeit an. Er ist ein Gott der Lebenden. Er schenkt uns immer wieder neu das Leben. Loben und danken wir ihm.

Wenn ich tot bin, kann ich dir nicht mehr danken. Wie soll ich dich denn im Totenreich loben? Ps 6:6


Der Herr hat mein Schreien gehört, er nimmt mein Gebet an. Ps 6:10

Hier ist die Wende. Gott ließ David lange harren. Er musste zuerst müde werden durch sein Stöhnen. Gott musste ihm seine Kraft nehmen und ihn brechen. David ist am Ende. Jetzt, wo David nichts mehr tun kann, weder Kraft noch Willen hat, sich zu irgendetwas aufzuraffen, greift Gott ein. David weiß nun, dass Gott sich ihm zugewandt und ihm vergeben hat. So führt dieser erste von sieben Bußpsalmen (Ps 6; 32; 38; 51; 102; 130; 143) aus der größten Verzweiflung am Ende zum größten Trost, den man sich überhaupt denken kann. Wahre Buße hat als Frucht immer wahren Trost.