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Psalm 005

Morgengebet um Beistand


Höre doch, Herr, was ich dir sagen will, verschließ deine Ohren nicht vor meinem Seufzen! Ps 5:2

Gott soll auf meine Worte hören. Wie kann ich nur wagen, solche Dinge von ihm zu erbeten und zu erwarten? Wir sind als Gottes Erlöste auch seine Freunde. Wir dürfen, wir sollen ihm sagen, was in unseren Herzen ist. Wir sollten vor Gott die Stimme er heben, ihn bestürmen wie die aufgeregten Kinder die Mutter. Der Herr Jesus selbst hat uns gelehrt, dass wir genau das tun sollen im Gebet vor Gott: Wir sollen bitten, suchen, anklopfen. Unfassbare Gnade, die uns ihm so nahe gebracht hat!

Du bist mein König und mein Gott, zu dir schreie ich, dich flehe ich an! Ps 5:3


Frühmorgens hörst du meine Stimme. Frühmorgens leg ich mein Gebet vor dich und spähe nach dir aus. Ps 5:4

David sucht am Morgen früh als Allererstes Gott auf. Er hat gelernt, zuerst und unmittelbar die Hilfe des alleinigen Helfers zu suchen. Und dann späht er nach Gott aus. Wie der Wächter von seinem Turm Ausguck hält und nach jedem Zeichen des herannahenden Morgens ausschaut, so hält David, nachdem er gebetet hat, Ausschau nach Gottes Antwort. Glaube kann warten. Er weiß, dass Gott sein Werk und seine Sache tun wird. Das macht ihn fest, wenn es ringsum gleich stürmt. Der Unglaube ist rastlos und sucht nach allen Seiten Auswege.

Voller Ehrfurcht bete ich dich in deinem Heiligtum an. Ps 5:8


Ebne mir den Weg, den ich gehen soll! Ps 5:9

Weil Gott dies tut, können wir ohne Sorge unseren Weg gehen. Bei der Sorge dagegen kreise ich unentwegt grübelnd, ängstlich, zweifelnd über das was da kommt mangels eines Vertrauen in Gott. Lebe ganz gegenwärtig im Vertrauen. Sei stets ganz bewusst im momentanen Augenblick, nimm dich und den anderen wahr, nimm wahr, was die Situation dir gebietet und verweile nicht schon bei irgendetwas, das erst später am Tag auf dich zukommt. Nur im gegenwärtigen Augenblick finde ich Gott und seinen Weg für mich, nur hier kann ich mich gehorsam in seine Arme werfen, nur hier kann ich glauben.



Alle, die bei dir Zuflucht suchen, werden sich freuen. Ihr Jubel kennt keine Grenzen, denn bei dir sind sie geborgen. Ja, wer dich liebt, darf vor Freude jubeln! Ps 5:12

Das ist das Vollmaß unserer Freude, die höchste, die es gibt: Gott, die Dreieinigkeit, genießen, nach deren Bild wir geschaffen sind. Doch muß man in Liebe bei diesem Gute stehenbleiben und ihm anhangen, auf daß wir die Gegenwart dessen genießen, von dem wir sind, dessen Abwesenheit auch unser Sein unmöglich machen würde. Eben diese Dreieinigkeit müssen wir ja genießen, um glückselig zu leben oder mit den Worten von Augustinus: Wer also Gott hat, ist glücklich.

Wer nach deinem Willen lebt, den beschenkst du mit deinem Segen, deine Liebe umgibt ihn wie ein schützender Schild. Ps 5:13