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Psalm 016

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate zum Psalm 16


Zuflucht beim Herrn

Bei dir suche ich Zuflucht! Ps 16:1

Sobald der Mensch ein wenig aufmerksam an Gott denkt, fühlt sein Herz eine beglückende Erregung, die Zeugnis gibt, daß Gott der Gott des menschlichen Herzens ist. Unser Verstand fühlt nie größere Befriedigung als im Gedanken an Gott. Erschrickt unser Herz über irgend einen Vorfall, so nimmt es sogleich seine Zuflucht zu Gott. Damit bekennt es, daß, wenn auch alles ihm übel will, er allein ihm gütig bleibt. Diese Freude, die das Herz des Menschen an Gott hat und dieses Vertrauen zu ihm, können ihre Wurzel nur in jener inneren Beziehung haben, die zwischen der göttlichen Güte und unserer Seele waltet. Diese Beziehung ist mächtig, aber geheimnisvoll, nicht zu leugnen, aber doch auch nicht ganz zu ergründen. Franz von Sales

Bewahre mich, o Gott, denn ich vertraue auf dich! Ps 16:1


Glück beim Herrn

Du bist mein Herr und mein ganzes Glück! Ps 16,2

Seht, meine Kinder, außer Gott gibt es nichts Festes und Beständiges, nichts, gar nichts. Sei es das Leben, das vergeht, sei es das Glück, das zerbröckelt, sei es die Gesundheit, die zerstört wird, oder der gute Ruf, der gehässigen Angriffen ausgesetzt ist. Wir gehen vorüber wie der Wind. Alles vergeht in großer Eile. Alles überstürzt sich. Ach, mein Gott, mein Gott! Wie sind darum diejenigen zu bedauern, die ihr Herz an diese Dinge hängen. Sie hängen es daran, weil sie sich selbst zu sehr lieben. Aber sie lieben sich nicht mit einer vernünftigen Liebe. Sie lieben sich mit weltlich orientierter Selbstliebe, indem sie sich und die geschaffenen Dinge mehr suchen als Gott. Deshalb sind sie niemals zufrieden, niemals ruhig; sie sind immer in Unrast, immer gequält und verstört. Jean Marie Vianney

Du bist mein Herr; es gibt für mich nichts Gutes außer dir! Ps 16:2

Zahlreich werden die Schmerzen derer sein, die einem anderen Gott nacheilen. Ps 16:4


Der Herr gibt sich selbst

Du, Herr, bist alles, was ich habe. Du gibst mir, was ich zum Leben brauche. In deiner Hand liegt meine Zukunft.Ps 16, 5

Er gibt mir, was ich zum Leben brauche, denn er gibt sich selbst. Unsere Zukunft legen wir voller Vertrauen in seine Hände und beten: Herr Jesus Christus, mit dem Propheten will ich zu Dir rufen: Rede, Herr, Dein Diener hört! Sprich zu uns das Wort des Lebens, das Du selbst bist und lege den Samen Deines göttlichen Wortes in das Ackerfeld unseres Herzens. Lass unsere Ohren und Herzen offen sein für Dein Wort und gib uns eine tiefe Sehnsucht nach Deinem Wort ins Herz.

Was du mir zuteilst, gefällt mir. Ps 16:6


Der Herr hilft bei Entscheidungen

Ich preise den Herrn, denn er hilft mir, gute Entscheidungen zu treffen. Tag und Nacht sind meine Gedanken bei ihm. Ps 16:7

Vor wichtigen Entscheidungen in meinem Leben habe ich Gott ganz intensiv um Rat gefragt. Wie sollten wir auch die Ganzhingabe an Gott leben, wenn wir ihn bei den wichtigsten Entscheidungen ausklammern. Das geht nicht. Beziehe ihn mit ein, wenn eine wichtige Entscheidung ansteht. Darüber hinaus bin ich fest davon überzeugt, dass Gott mir vor allem in den kleinen Entscheidungen im zwischenmenschlichen Bereich den Umgang mit dem Nächsten betreffend hilft, ohne dass ich ihn dahin befrage. In der Psychologie nennt man das auch „Gewissen“, das, wenn man es pflegt, einem hilft zu entscheiden. Im Großen und im Kleinen vertraue dich Gott an und beziehe ihn in deine Entscheidungen mit ein.


Den Herrn alle Zeit vor Augen haben

Ich habe den Herrn allezeit vor Augen. Weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht. Ps 16:8

Gottvertrauen ist geprägt von einer tiefen Hoffnung und nicht von einem psychologischen Optimismus, dass alles schon irgendwie gut ausgehen wird. Darum lasst uns unser Gebet niemals anders beendigen als mit Vertrauen. Die Tugend des Vertrauens ist die notwendigste, die man von Gott erbitten soll, und sie ist auch die Tugend, die ihn am meisten ehrt. Darum: Wenn das Dunkel dieser Welt dich gefangen nimmt, dann öffne die Augen und blicke auf Gott. Es sind deine Augen, die Ihn sehen sollen. Und es wird Freude sein.

Darum freut sich mein Herz und meine Seele frohlockt. Ps 16:9


Glaube an die Auferstehung

Du wirst mich nicht dem Totenreich überlassen und mich nicht der Verwesung preisgeben, ich gehöre ja zu dir. Ps 16:10

David blickte auf etwas, das noch gar nicht da war: die Auferstehung. Er sprach jedoch davon so, als ob es für ihn bereits real wäre. Das ist ein tiefer Glaube. David behauptete nicht von sich, alles zu wissen. Aber er kannte und vertraute auf den, der alles kann und weiß: Gott. Christi Tod und Auferstehung gehören zu den Grundlagen unseres Glaubens. Bald werden wir unser Leben und uns selbst im Himmel wieder finden bei dem, der das Leben ist, und uns seiner erfreuen im Land der Lebendigen.


Gott allein ist mein Glück

Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir; aus deiner Hand empfange ich unendliches Glück. Ps 16:11

Das besungene Glück im Psalm 16 ist Christus. Das sind Psalmverse, die unter die Haut gehen: Ich brauche nichts anderes auf der Welt als dich Herr. Du bist alles, was ich habe. Ich mache mir keine Sorgen über meine Zukunft, denn sie liegt in deiner Hand. Ich sehe immer auf dich. Du stehst mir zur Seite. Bei dir bin ich in Sicherheit !! Christus zeigt uns den Weg, der zum Leben führt. Er beschenkt uns mit Freude, denn er bist bei uns. Seien wir auch bei ihm. Wenden wir uns Jesus zu! Er allein ist der Weg, der zum ewigen  Glück führt.

Des Menschen letztes Glück und Glückseligkeit ist: Gott zu schauen. Thomas von Aquin