Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Jesus Sirach (Sir) Kapitel 1 bis 51: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Jesus Sirach (Sir) Kapitel 1 bis 51

Sir Kap. 1

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 1

Sir 1,10: Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.

Gott lieben, ist die allerschönste Weisheit. Nicht die wichtigste, sondern die schönste. Mehr geht nicht. Bleibt also die Frage: liebe ich Gott? „Lieber Gott“ ist sicher die häufigste Anrede, die wir in Bezug auf unseren Schöpfer und Erhalter der Welt wählen. Aber meinen wir es immer genau so: „lieber“ Gott? Wenn uns ein lieber Mensch genommen wird? Wenn Schmerzen unsere Kraft und Lebensfreude übersteigen? Wenn wir an den Verhältnissen irre werden? Ja, ich liebe trotzdem Gott. Ich habe ganz sicher nicht so viel leiden müssen wie viele andere (und kann verstehen, dass manche keinen Zugang mehr zu Gott finden können, von Liebe ganz zu schweigen), aber glatt ist mein Leben auch nicht verlaufen, so manchen Weg konnte ich nicht verstehen. Und trotzdem oder dennoch hat sich mein tiefes Gottvertrauen nicht verloren, im Gegenteil. Ich bin überzeugt, dass er wie der Gute Hirte aus Psalm 23 mit mir geht in allen Lebenslagen. Ja, ich liebe Gott. Das heißt ja nicht, dass ich ihn immer verstehen muss (gelingt mir selbst bei meinen geliebten Menschen nicht immer). Und ich bin überzeugt, dass er meinen Weg begleitet. Wenn das schön und weise ist, umso besser. Und ich hoffe sehr, dass ich mit dieser Gewissheit nicht alleine bin. Pfarrer Burkhard M. Kuban

Sir Kap. 2

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 2

Sir 2,5: Denn im Feuer wird das Gold geprüft und jeder, der Gott gefällt, im Schmelzofen der Bedrängnis.

Umgang mit schlechten Tagen: Selbst an den schlechten Tagen, in den schweren Momenten, im Schmerz, in der Krise oder Enttäuschung, bei einer schlechten Diagnose, in der Trauer darüber, wie sehr das Leben weniger ist, als es sein könnte oder sollte, selbst dann denke ich an den wunderbaren Satz von Reinhold Niebuhr: Härten als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren. Wie Jesus es tat, diese sündige Welt anzunehmen, wie sie ist, und nicht so, wie ich sie gern hätte. Unsere schmerzerfüllten Tage sind die Bausteine unseres Charakters, unser Schmelztiegel der Christusähnlichkeit. Ich heiße sie selten willkommen, so weit bin ich noch nicht, aber ich akzeptiere sie. Denn Glück ist nicht das Ergebnis von Umständen, sondern von Charakter und Gemeinschaft.

Sir 2:6: Vertraue Gott, so wird er sich deiner annehmen. Geh gerade Wege und hoffe auf ihn!

Sei mutig und vertraue: Du machst Pläne, aber häufig läuft alles anders. Häufig ist Gottes Plan für dich nicht klar sichtbar. Mutiges Vertrauen bedeutet, dass du nicht daran zweifelst, dass er dich führt, auch wenn es in der Realität auf den ersten Blick anders aussieht. Wähle die Hoffnung und Stärke sie, denn „Die Hoffnung ersäuft die Angst“ (Ernst Bloch). Also: Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt, aber ich weiß, dass er mich führt.

Sir 2,10: Schaut auf die früheren Generationen und seht:  Wer hat auf den Herrn vertraut und ist dabei zuschanden geworden? Wer hoffte auf ihn und wurde verlassen? Wer rief ihn an und er erhörte ihn nicht?

Beenden Sie alle Ihre Gebete im Vertrauen: sagen Sie etwa: Herr, Du bist meine Hoffnung; auf Dich habe ich mein Vertrauen gesetzt, o Gott, wer auf Dich hoffte, ist der je zuschanden geworden? Ich hoffe auf Dich, o Herr, und werde in Ewigkeit nicht zuschanden werden. Gebrauchen Sie in Ihren Stoßgebeten während des Tages und beim Empfang des hochheiligen Sakramentes immer Worte der
Liebe und der Hoffnung auf Unseren Herrn, wie etwa: Du bist mein Vater, o Herr! O Gott, Du bist der Bräutigam meiner Seele; Du bist der König meiner Liebe und der Geliebte meiner Seele! O gütiger Jesus, Du bist mein teurer Meister, meine Hilfe, meine Zuflucht!

Sir 2,11: Denn gnädig und barmherzig ist der Herr. Er vergibt die Sünden und hilft zur Zeit der Not

Sir Kap. 3

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 3

Sir 3,20: Je größer du bist, um so mehr demütige dich, und du wirst beim Herrn Gnade finden.

Zur Demut: Wenn wir demütig sind, wird Gott uns nie verlassen. Er wirft den Übermut der Stolzen nieder, den Demütigen aber schenkt Er das Heil. Die unendliche Barmherzigkeit des Herrn eilt dem zu Hilfe, der Ihn in der Haltung tiefer Demut anruft. Gott wirkt dann als der, der Er ist: der Allmächtige. Mag die Seele von Gefahren bedrängt und von den Feinden ihres Heils umzingelt sein, sie wird nicht zugrunde gehen. Dies ist nicht allein die überlieferte Erfahrung aus früheren Zeiten, auch heute geschieht es. Josemaria

Augustinus: Solange wir hier auf Erden leben, ist Demut unsere Vollkommenheit selbst.

Sir Kap. 10

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 10

Sir 10,9: Warum überhebt sich der Mensch aus Staub und Asche, dessen Leib schon zu Lebzeiten verwest?

Worte von Franz von Sales: Da ich also nichts bin, will ich mich nicht mehr selbstgefälligen Gedanken überlassen. Wessen willst du dich denn rühmen, Staub und Asche? Ein wahres Nichts bist du; womit kannst du dich brüsten?  Ich will mich demütigen und dies und jenes tun, diese oder jene Verachtung ertragen. Ich will mir der Ehre bewußt sein, daß er mir die menschliche Natur geschenkt hat, und sie ausschließlich zur Erfüllung seines Willens gebrauchen; dazu will ich mich aller Mittel bedienen, die mein Seelenführer mir anraten wird.

Sir Kap. 14

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 14

Sir 14,5: Wer sich selbst nichts Gutes gönnt, was sollte der anderen Gutes tun?

Rückzugsinseln schaffen: Multitasking, pausenlose Aktivität, ständige Erreichbarkeit. Das tut uns nicht gut, das Ruhen der Seele in Gott gerät dadurch in ein Ungleichgewicht. Hier hilft nur eine bewusste Unterbrechung, auch Jesus hat sich immer wieder zurück gezogen. Zeitlich fängt das mit einem kurzen Hinsetzen und „tief durchatmen“, kann aber je nach Möglichkeit auch etwas länger sein (Mittagsschlaf, Musik hören, gemütlich einen Kaffee trinken etc.) bis hin zu einer mehrtägigen Auszeit (z.B. im Kloster). So oder so: Gönne dir etwas Gutes, damit es dir gut geht und dann tue deinem Nächsten Gutes. Gott segne uns und diesen Tag.  

Sir 14,14: Versag dir nicht das Glück des heutigen Tages. An der Lust, die dir zusteht, geh nicht vorbei!

Glück des heutigen Tages: Es ist die Freude, die man in den kleinen Dingen des Alltags erlebt, als Antwort auf die liebevolle Einladung Gottes, unseres Vaters: Versag dir nicht das Glück des heutigen Tages. Wie viel zärtliche Vaterliebe ist in diesen Worten zu spüren! Papst Franziskus

In die kleinen Dinge hat der liebe Gott die großen Freuden hineingelegt. Honoré de Balzac 

Sir Kap. 18

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 18

Sir 18,7: Ist der Mensch am Ende angelangt, steht er noch am Anfang,  wenn er es aufgibt, ist er ratlos.

Was wir bisher getan haben, ist gut, was wir aber nun beginnen, wird besser sein; und wenn wir es vollendet haben, werden wir wieder etwas anderes beginnen, das noch besser sein wird, und dann wieder etwas anderes, bis wir diese Welt verlassen, um ein anderes Leben zu beginnen, das kein Ende haben wird, da uns nichts Besseres zuteil werden kann.

Sir Kap. 19

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 19

Sir 19,29: Am Aussehen erkennt man den Menschen, am Gesichtsausdruck erkennt ihn der Weise

Worte von Franz von Sales: Von jeher drängt es die Menschen natürlicherweise dazu, innige Liebe, das heißt Herzensvereinigung, durch den Kuß auszudrücken. Und dies nicht ohne Grund. Leidenschaften und sinnliche Regungen, die wir mit den Tieren gemeinsam haben, offenbaren sich in den Augen, den Augenbrauen, auf der Stirn und im Gesichtsausdruck. Aus dem Gesicht erkennt man den Menschen. Und Aristoteles sagt, von großen Menschen male man deshalb nur das Gesicht, weil das Gesicht zeige, wer wir sind.

Sir Kap. 22

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 22

Sir 22,11: Über einen Toten weine,  denn das Lebenslicht erlosch ihm; über einen Toren weine, denn die Einsicht erlosch ihm. Weniger weine über einen Toten, denn er ruht aus;  das schlechte Leben des Toren ist schlimmer als der Tod.

Halten Sie also Ihr Herz in Frieden, denn das soll so sein; und weinen Sie ein wenig um die Dahingegangenen, loben Sie aber Gott doch wiederum mit Freude, da doch unsere Hoffnung lebendig ist.

Sir 22:21: Gib die Hoffnung nicht auf, denn es gibt einen Weg zurück.

Weg zurück: Der Zeitgeist bringt es mit sich, dass wir immer wieder mit einer ruhelosen, gestressten und gehetzten Umgebung zu tun haben, die uns eben zwar nicht immer, aber eben dann doch hier und da in ihren Sog und damit vom Ruhen in Jesus weg zieht. Das passiert jedem von uns. Gerade darum: nie die Hoffnung verlieren, geduldig und sanftmütig mit sich sein, wir werden immer wieder fallen, aber wir stehen auf im Herrn.

Dazu Worte von Martin Luther: Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.

Sir Kap. 24

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 24

Sir 24,9: Vor der Zeit, am Anfang, hat er mich erschaffen und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht

Worte von Franz von Sales: Zu einem sinnvollen Willen gehört es, beim Wollen mehrerer Gegenstände den vorzugsweise und vor allen anderen zu lieben, der am meisten liebenswert ist. Daraus folgt notwendigerweise, daß die göttliche Vorsehung beim Entwurf ihres ewigen Schöpfungsplanes unseren Erlöser als den ihrer Liebe würdigsten Gegenstand zuerst und vor allem wollte und liebte, und nach ihm, der Ordnung gemäß, alle übrigen Geschöpfe, wobei sich hier das Maß der Liebe nach dem Maß ihrer Bestimmung für seinen Dienst, seine Ehre und Verherrlichung richtete. Alles ward daher für diesen göttlichen Menschen geschaffen. Deshalb wurde er auch der Erstgeborene vor aller Schöpfung (Kol 1,15) genannt, den Gottes Majestät „im Anbeginn ihrer Wege“ besaß, noch ehe sie einem Geschöpf Dasein verliehen hatte (Spr 8,22). „Er ward im Anfang und vor allen Zeiten“ (Sir 24,9), „denn in ihm wurde alles erschaffen. Er ist vor allem und alles hat in ihm Bestand. Er ist das Haupt der Kirche und hat in allem und überall den Vorrang“ (Kol 1, 16.18).

Man pflanzt einen Weinstock nur der Frucht wegen. Die Frucht ist also das Ersterwünschte, wenngleich Blätter und Blüten ihr vorausgehen. So war auch der Heiland der Erste in Gottes heiligen Absichten und in der ewigen Planung, nach der die göttliche Vorsehung die Geschöpfe hervorbringen wollte. Dieser ersehnenswerten Frucht wegen wurde der Weinberg des Weltalls gepflanzt und die Folge der Geschlechter bestimmt, die gleich Blättern und Blüten ihm vorausgehen sollten als geeignete Vorläufer und Vorbereitung für jene Frucht, die die Braut im Hohelied lobpreist und deren süßer Saft Gott und Menschen erfreut.

Sir Kap. 25

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 25

Sir 25:1: Drei Dinge gefallen mir, die dem Herrn und den Menschen wohlgefallen: brüderliche Eintracht, Liebe zum Nächsten und wenn Frau und Mann gut miteinander umgehen.

Weg der Liebe: Ich habe kein anderes Mittel, um Gott meine Liebe zu beweisen, als aus Liebe zu ihm auch die allerkleinsten Dinge zu tun. Unser Leben hat keinen anderen Sinn als den, liebende Menschen zu werden. Wir sollten keine Gelegenheit auslassen, um Jesus mit kleinen Dingen Freude zu machen und vor allem, um unsere Mitmenschen so lieben zu lernen, wie Gott sie liebt: Ich begreife, dass die vollkommene Liebe darin besteht, die Fehler der anderen zu ertragen, sich nicht über ihre Schwächen zu wundern, sich an den kleinsten Tugendakten zu erbauen. Nichts ist wohltuender, als gut über seinen Nächsten zu denken. Ein Wort, ein liebenswürdiges Lächeln, genügen oft, um einen niedergeschlagenen Menschen aufzuheitern. Therese v. L.

Vor Gott zählt nicht der Verdienst, sondern allein die Liebe. Lieben, das heißt: alles schenken, sich selbst schenken. Therese v. L

Sir Kap. 30

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 30

Sir 30,21: Überlass dich nicht der Sorge, schade dir nicht selbst durch dein Grübeln!

Kaum entflieht der Mensch der Hektik des Alltags und will beginnen zu beten, da überfallen ihn tausend Gedanken. Die ganze Vergangenheit kommt zum Vorschein, an der man hängenbleibt. Dabei können Ärger, Gram und Zorn hochkommen, verbunden auch mit der mangelnden Bereitschaft zur Versöhnung. Oder es beängstigt einen die Zukunft, die Ungewissheit mit ihrer Unruhe und Angst. Übergebe ich Jesus meine Vergangenheit, indem ich alles aus Seiner Hand annehme und Ihm ans Kreuz bringe, auch meine Leiden, Misserfolge, Schicksalsschläge?  Übergebe ich Ihm die Sorgen für die Zukunft und werfe mich vertrauensvoll in Seine Arme? Herr, gib mir Kraft nur für heute! In Deine Hände lege ich voll Vertrauen meine Vergangenheit und Zukunft. Amen.

Sir 30,22: Herzensfreude ist Leben für den Menschen, Frohsinn verlängert ihm die Tage.

Vergiss dein Lachen nicht: Ja, uns ist nicht immer zum Lachen zumute, das weiß ich ganz genau. Und manchmal weine auch ich vor Erschöpfung. Aber deshalb ist nichts weggenommen von meiner Botschaft, mehr zu lachen. Lachen Sie mehr und lachen Sie sich frei! Vieles ist es einfach nicht wert, dass wir deswegen den Kopf in den Sand stecken. Lachen entlastet und besänftigt. Ein Mensch, der mit einer Prise Humor begabt ist, kann den Unzulänglichkeiten der Welt und den Menschen mit heiterer Gelassenheit begegnen. Sr. Teresa 

Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann. Pearl Sydenstricker Buck

Sir Kap. 34

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 34

Sir 34,19: Die Augen des Herrn ruhen auf denen, die ihn lieben. Er ist ein starker Schild, eine mächtige Stütze,  Schutz vor dem Glutwind, Schatten in der Mittagshitze, Halt vor dem Straucheln, Hilfe vor dem Fall.

Innere Ruhe durch gesuchte Gottesnähe: Die Vögel haben ihre Nester auf den Bäumen, um sich dorthin zurück zu ziehen, wenn sie dessen bedürfen. Der Hirsch hat sein Gebüsch und sein Dickicht, in dem er sich verbirgt und vergräbt und im Sommer sich der Kühle des Schattens erfreut. So muss auch unser Herz sich jeden Tag irgendeinen Platz suchen, den Kalavarienberg, die Wunden des Herrn oder einen Ort nahe bei ihm, um sich dorthin inmitten der äußeren Arbeit bei jeder Gelegenheit zurück zu ziehen, sich dort zu stärken und zu erholen und sich wie in einer Festung gegen die Versuchung zu verteidigen. Franz von Sales

Sir Kap. 37

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 37

Sir 37,29: Giere nicht nach jedem Genuss, stürz dich nicht auf alle Leckerbissen!

Hüte dich vor der Gier: Die Wurzel des Murrens ist häufig die Gier. Gier ist ein starkes Verlangen. Im Falle der Israeliten war es die Gier nach gutem Essen. Sie konnten an nichts anderes mehr denken. Die Gier nahm ihre Seele gefangen. Im Kern allen Verlangens steht die Gier nach Leben, alles ausgekostet und alles erlebt zu haben in jeglichen Dingen. Diese Gier nach Leben endet in der Öde des verlorenen Lebens. Es geht ums Loslassen, darum sein Leben zu verlieren, um es in Christus zu gewinnen. Er ist für uns arm geworden, um uns mit seiner Armut zu bereichern, die voller Liebe ist, um uns zu ermahnen, die Gier zu mäßigen.

Sir Kap. 42

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 42

Sir 42:16: ‭Leuchtend blickt die Sonne auf alles herab, und des Herrn Werke sind seiner Herrlichkeit voll.

Die Gnade Gottes fehlt niemals denen, die ihr Bestes tun und um göttliche Hilfe beten. Wir alle sind Wanderer in
diesem irdischen Leben. Gott nun, die Sonne der Gerechtigkeit, sendet uns in weitaus genügendem Maße, ja reichlich die Strahlen seiner Einsprechungen, erwärmt unsere Herzen mit seinen Segnungen und rührt einen
jeden durch das Werben seiner Liebe. Franz von Sales

Sir Kap. 43

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 43

Sir 43,27: Sagten wir noch mal so viel, wir kämen an kein Ende. Darum sei der Rede Schluss: Er ist alles

Worte von Franz von Sales: O Abgrund göttlicher Vollkommenheiten, wie wunderbar bist du! In einer einzigen Vollkommenheit besitzt du die Erhabenheit aller Vollkommenheiten auf eine so einzigartige Weise, daß niemand dies erfassen kann, außer du selbst! Viel werden wir von ihm sagen und es wird uns an Worten mangeln. Fassen wir es daher kurz zusammen: Er ist einfach alles. Wollten wir uns rühmen, wozu würde es uns dienen? Ist doch der Allmächtige über alle sein Werke erhaben. Nein, nimmermehr werden wir Gott begreifen können, der größer ist als unser Herz. Der höchste Lobpreis sei unser Bekenntnis, daß wir nie imstande sein werden, ihn gebührend zu preisen. Und der erhabenste Name, den wir ihm geben können, sei unsere Beteuerung, daß sein Name über alle Namen erhaben ist, daß wir unfähig sind, ihm je einen Namen zu geben, der seiner würdig wäre.

Sir 43,28: Wir können ihn nur loben, aber nie erfassen, ist er doch größer als alle seine Werke.

Sir 43,29: Überaus Ehrfurcht gebietend ist der Herr,  unbegreiflich ist seine Stärke.

Sir 43,30: Ihr, die ihr den Herrn lobt, singt laut, so viel ihr könnt;  denn nie wird es genügen. Ihr, die ihr ihn preist, schöpft neue Kraft, werdet nicht müde;  denn fassen könnt ihr es nie.

Sir 43,31: Wer hat ihn gesehen, dass er erzählen könnte,  und wer kann ihn loben, wie es ihm entspricht?

Sir 43,32: Die Menge des Verborgenen ist größer als das Genannte,  nur wenige von seinen Werken habe ich gesehen.

Sir Kap. 51

Auslegung und Kommentar zum Buch Jesus Sirach (Sir) Kap. 51

Sir 51,18: Ich strebte ohne Rast nach Glück.

Einfach leben: Um zur Ruhe zu kommen hilft eine Hinwendung zu einer einfachen Lebensweise. Das bedeutet nun nicht eine Verneinung all unserer Wünsche. Wir dürfen Wünsche haben. Nein, es bedeutet vielmehr so zu leben, dass unerfüllte Wünsche dein Glück nicht mehr einschränken. Es muss doch klar sein: Wir leben alle mit Sehnsüchten, die unerfüllt und unvollendet bleiben. Aber das bedeutet nicht, dass wir nicht glücklich leben können. Vielmehr lieben wir die erfüllte Zeit in einfachen und dich wichtigen Dingen. Kultiviere eine tiefe Wertschätzung für die einfachen Freuden: eine Tasse Kaffee, ein Waldspaziergang, eine echte Herzensbegegnung mit dem Nächsten u.v.m.

Das Leben wird ein Fest, wenn du dich freuen kannst an den einfachen alltäglichen Dingen. Phil Bosmans


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Jesus Sirach (Sir) Kapitel 1 bis 51.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste