Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

1. Samuel (1. Sam) Kapitel 1 bis 31: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch 1. Samuel (1. Sam) Kapitel 1 bis 31

Inhalt: Das Buch soll über das Leben von Samuel, dem letzten Richter Israels, über die Herrschaft und den Niedergang des ersten Königs Saul und über die Wahl und Vorbereitung von David, dem größten König Israels, berichten. Das Buch beginnt in der Zeit der Richter und beschreibt Israels Übergang von einer Theokratie (Leitung durch Gott) zu einer Monarchie (Leitung durch einen König).

1. Sam 1,10: Vor lauter Verzweiflung weinte Hanna hemmungslos. Unter Tränen betete sie.

Die verzweifelte Hanna: Kinderlos, Spott der Nebenfrau u.a. waren der Grund für Hannas Verzweiflung. So wie sie plagen sich unzählige Menschen mit unlösbaren Problemen ab. Doch sie gab die Hoffnung nicht auf, sondern betete. Sie brachte ihr Problem ehrlich vor Gott. Und dieser Gott hört ihr Gebet und handelt. Sie wird schwanger werden und ihren Sohn Samuel zur Welt bringen. Samuel bedeutet „von Gott erbeten“. Darin liegt das Heilmittel gegen Entmutigung: Sage Gott, wie du wirklich empfindest und überlasse ihm deine Probleme.

1. Sam 1,13: Hanna aber redete in ihrem Herzen; nur ihre Lippen bewegten sich, doch so, dass man ihre Stimme nicht hörte. Da meinte Eli, sie wäre betrunken.

Reden tut gut: Wir wissen heute, wie heilsam es ist, wenn es Menschen gelingt, Gefühle, Ängste, Befürchtungen auszusprechen, Probleme anzusprechen, sich die Seele zu erleichtern. Ich erlebe es in der Seelsorge immer wieder, dass es eine große Sehnsucht bei Menschen gibt, sich auszusprechen. Dass einfach jemand da ist, dem sie mal eine Stunde lang ihr Herz ausschütten können, der sie versteht und nicht verurteilt, vielleicht sogar noch einen weisen Rat für sie hat. Auch Hanna redet sich ihren Schmerz vor Gott von der Seele.

1. Sam 1,17: Geh hin in Frieden! Der Gott Israels gewähre dir deine Bitte, die du an ihn gerichtet hast!

1. Sam 1,28: So will auch ich nun mein Versprechen halten: Ich gebe Samuel dem Herrn zurück. Sein ganzes Leben lang soll er Gott gehören.

Samuels Übergabe an den Herrn: Hanna hatte Gott versprochen, im Falle einer Schwangerschaft, dass ihr Kind ganz Gott gehören soll. Dieses Versprechen löst sie nun ein und übergibt wahrscheinlich im Alter von 3 Jahren ihren Sohn Samuel an den Priester Eli, damit er im Haus des Herrn diente. Da Samuels Leben von Gott kam, gab Hanna ihn nicht wirklich auf, sondern gab ihn Gott zurück, der ihr diesen Sohn überhaupt erst geschenkt hatte. Indem sie ihren einzigen Sohn Gott weihte, weihte Hanna ihr ganzes Leben und ihre Zukunft dem Herrn. Diese Verse veranschaulichen, welche Art von Geschenken wir Gott geben sollten. Bekommt Gott von uns nur einige Zeichen der Zuneigung oder geben wir ihm unser ganzes Leben?

1. Sam 2,1: Mein Herz ist voll Freude über den Herrn.

Der Dankgesang der Hanna: Hanna lobte Gott dafür, dass er ihr Gebet um einen Sohn erhört hatte. Sie singt aus Dankbarkeit ein Lied. Ihre Haltung, ihre Worte sind uns Vorbild. Die Freude ist die rechte Frömmigkeitshaltung und damit Zeugnis für die Verlässlichkeit des Glaubens. Das Leben bietet viele Möglichkeiten, die Freude bereiten. Es ist der Wille des Herrn, dass wir das auch genießen, vorausgesetzt wir vergessen nicht den Urgrund der Freude: Christus. Unsere Freude kommt daher, dass uns niemand unseren Christus nehmen kann. Gott ist der Gott der Freude.

Voll Freude über den Herrn: Gott ist der Gott der Freude. Die Freude ist also die rechte Frömmigkeitshaltung und damit Zeugnis für die Verlässlichkeit des Glaubens. „Wir müssen uns selbst zur Freude des Evangeliums bekehren, um andere zu Jesus führen zu können“ (Mission Manifest). Christliche Freude wird so zur Mission in der Sehnsucht, die eigene Freude mit jemandem zu teilen. Ja: Eine große Freude will und möchte ich teilen, sonst ist es keine echte Freude. So ist die Dynamik des Weitergebens dieser Freude ein Bestandteil der Sendung, die Christus den Seinigen gegeben hat, jedem einzelnen von uns.  

1. Sam 2,2: Du bist der einzige und wahre Gott. Du bist ein Fels, keiner ist so stark und unerschütterlich wie du.

1. Sam 2,9: Er beschützt jeden, der ihm vertraut.

1. Sam 3,10: Da trat der Herr zu ihm und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Der Junge antwortete: Sprich nur, ich höre. Ich will tun, was du sagst.

Gott spricht mit Samuel: Gott redet zu Menschen an jedem Ort und zu jeder Zeit. Gott redet heute, indem er uns Gedanken kommen lässt, die nicht unsere eigenen sind, oder uns auf Worte der Schrift stoßen lässt, die wir sonst überlesen hätten; indem er uns Menschen in den Weg stellt, die uns weitersagen, was Gott von uns will. Gott redet, und er hofft, dass wir auf ihn hören und danach leben. In der Beziehung zu Gott kommt es entscheidend darauf an, dass wir auf ihn hören und seinem Wort folgen. Auch wenn es nicht immer mit dem Klang einer menschlichen Stimme geschieht, spricht Gott immer klar durch sein Wort. Um seine Botschaften zu empfangen, müssen wir bereit sein, zuzuhören und zu tun, was er uns sagt. Wie Samuel sollten wir bereit sein, „hier bin ich“ zu sagen, wenn Gott uns aufruft, zu handeln.

Weil Gott spricht, ist unsere Aufgabe: auf das Wort hören, dem Wort Ant-Wort geben und Ver-Ant-Wortung für das Gehörte übernehmen, Gott gehorchen. Hören und gehorchen sind im Hebräischen ein und dasselbe Wort. Auch im Griechischen leitet sich wie im Deutschen gehorchen von der Wurzel hören ab. Das Hören auf Gottes Wort soll also zum Gehorsam führen. Gehorsam ist ein Hören seines Wortes, das zur Tat wird. Die Grund-Frage eines Christen heißt demgemäß: Herr, was willst du, daß ich tun soll?

1. Sam 7,3: Richtet euer ganzes Leben nach dem Herrn aus und gehorcht ihm allein.

1. Sam 8,5: Sie sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richten soll, nach der Weise aller Heidenvölker!

Wir wollen einen König wie alle anderen: Alle anderen haben das, nur wir allein haben das nicht. Alle anderen haben Vorteile, aber wir nicht. Alle anderen Menschen haben bessere Chancen, aber wir nicht. Alle anderen Menschen haben es gut, weil sie unter der sichtbaren, greifbaren und berechenbaren Führung leben, aber wir müssen Gott fragen, seiner Führung folgen, auf ihn vertrauen und, und, und. Sie wollten endlich einmal von dieser Abhängigkeit frei werden und eigene Selbständigkeit entwickeln. Wie alle anderen Menschen wollten sie etwas Sichtbares haben, worauf sie vertrauen könnten, anstatt vom Segen Gottes abhängig zu leben. Sie waren davon überzeugt, dass ein neues System ihnen solch ein sicheres und freies Leben anbieten würde. Martin

1. Sam 8,6: Dieses Wort aber missfiel Samuel, weil sie sagten: Gib uns einen König, der uns richten soll! Und Samuel betete zu dem Herrn.

Samuel reagiert mit Gebet: Menschlich betrachtet wurde Samuel angegriffen und beleidigt. Sie hatten gesagt: Du ist zu alt. Deine Söhne sind schlecht. Darum brauchen wir einen anderen Mann, der uns führt. Aber Samuel reagierte nicht menschlich, sondern betete zu Gott. Er hätte ihnen sagen können: Ihr undankbares Volk. Ihr habt vergessen, wie viel Tage und Nächte ich für euch gebetet habe. Ihr habt vergessen, wie lang ich auf mein privates Leben verzichtet habe, um euch zu helfen. Aber er reagierte nicht emotional, sondern ging zu Gott. Es war für Samuel ein trauriger Tag, aber er versuchte nicht, ihnen aus seiner Weisheit zu helfen, sondern warf all seine Sorgen und seinen Kummer auf Gott. Martin

1. Sam 8,7: Da sprach der Herr zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir gesagt haben; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll!

1. Sam 8,8: Wie sie es [immer] getan haben, von dem Tag an, als ich sie aus Ägypten heraufgeführt habe, bis zu diesem Tag, indem sie mich verlassen und anderen Göttern gedient haben, genau so tun sie [es] auch mit dir!

Gott tröstete Samuel: Sie haben nicht dich, sondern mich verworfen. Gott erklärte, dass sie ihn nicht zum ersten Mal verlassen haben, sondern dass sie von Anfang an bis heute immer wieder getan haben, was Gott traurig machte. Gott hat lange Zeit wegen der Haltung der Israeliten gelitten. Gott hat ihnen als das erste Gebot gegeben, keine anderen Götter neben ihm zu haben. Aber sie verließen ihn und gingen zu anderen Göttern. Es war für Gott eine große Beleidigung, so wie ein Mann von seiner Frau verletzt wird, die immer wieder zu einem anderen Mann geht. Martin

1. Sam 8,9: So höre nun auf ihre Stimme; doch verwarne sie ausdrücklich und verkündige ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird!

Mit den Konsequenzen leben: Wie der Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn erlaubte Gott hier dem Volk seinen Willen, einen König zu haben. Wir können Gottes Kummer besser verstehen, wenn wir uns vorstellen, dass eine Frau neben ihrem Mann einen anderen Liebhaber hat. Obwohl es für Gott schmerzhaft war, ließ Gott sein Volk einen König haben. Gott respektierte ihren Willen und ihre Entscheidung, aber gab ihnen eine Warnung, welche Konsequenz sie tragen müssten. Gott respektiert unsere Entscheidung und unseren Willen, aber er lehrt uns, dass wir für unsere Entscheidung die volle Verantwortung tragen müssen. 

1. Sam 8,19-20: Aber das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören, und sprach: Das macht nichts, es soll dennoch ein König über uns sein, damit auch wir seien wie alle Heidenvölker! Unser König soll uns richten und vor uns herziehen und unsere Kriege führen!

Das Volk weigerte sich, zu gehorchen. Vielmehr beharrten sie auf ihrem Willen. Nein, Nein, Nein, wir wollen sein wie alle Heiden. Ihr Wille war zu stark, so dass sie nicht mehr auf Gottes Wort hören konnten. Sie waren wie ein Kind, das trotz aller Warnungen nur noch seinen eigenen Willen durchsetzen will. Sie haben Gottes Liebe zu ihnen noch nicht erkannt. Sie haben Gottes Willen für sie noch nicht erkannt. Sie sollten nicht wie alle Heiden sein, sondern ein heiliges Volk sein. Sie sollten nicht allen Heiden folgen, sondern für die Heiden ein vorbildliches Volk sein. Sie wollten all das nicht. Sie wollten lieber sein wie alle Heiden, die scheinbar mehr Freiheit und Erfolg und Sicherheit hatten. Sie brauchten Gott auch, solange er ihnen Gesundheit, Glück, Freude geben würde. Aber Gott war nur in einer Ecke in ihrem Herzen. Gott war für sie nicht so wichtig. Was für sie wichtig war, waren Erfolg, sichere Zukunft und, und, und. Martin

Wie oft ignorieren die Menschen Gottes Wort? Wie oft denken die Menschen, dass ihre eigene Entscheidung besser sei, als Gottes Wort zu gehorchen? 

1. Sam 9,21: Erstaunt erwiderte Saul: Wie kommst du darauf? Ich bin doch nur ein Benjaminiter, ich gehöre zum kleinsten und unbedeutendsten Stamm Israels.

Krönung Sauls zum König: Das Volk möchte einen König, weil alle anderen Völker auch einen haben. Es ist eine Abkehr von Gott. „Sie wollen mich nicht mehr als ihren König anerkennen.“ (1. Sam 8:7 ). Gott erfüllt ihnen dennoch diese Bitte. Gottes Wahl fällt auf Saul. Der mittlerweile erwachsene und angesehene Prophet Samuel teilt dies Saul unter vier Augen mit, doch dieser wehrt ab mit Begründung seiner Kleinheit. Saul litt immer wieder unter einem Gefühl von Minderwertigkeit, um die er lebenslang egozentrisch kreiste. Bei der öffentlichen Wahl dann versteckte er sich, weil er Angst hat, zu versagen. Saul war es stets wichtig, was andere über ihn dachten und sagten. Das Fatale war nun nicht sein Minderwertigkeitsgefühl, sondern dass er sich nie entschloss mit ganzem Herzen und mit all seinen Stärken und Schwächen sich Gott hinzugeben.

1. Sam 11,15: Feierlich krönten sie Saul in der Gegenwart des Herrn zum König.

1. Sam 12,24: Ich werde weiterhin für euch beten. […] Vergesst nie, wie viel Gott schon für euch getan hat!

Fürbitte & Erinnerung: Samuel war mit der Forderung der Israeliten nach einem König nicht einverstanden, aber er versicherte ihnen, dass er weiter für sie beten und sie lehren würde. Wir mögen Meinungsverschiedenheiten mit anderen Menschen haben, aber wir sollten nicht aufhören, für sie zu beten und sie zu lieben. Weiter erinnert Samuel das Volk daran, sich Zeit zu nehmen, um über die großen Dinge nachzudenken, die Gott für Israel getan hatte. Indem wir uns Zeit zum Nachdenken nehmen, können wir unsere Aufmerksamkeit auf Gottes Güte lenken und unseren Glauben stärken. Vergesse nie, was Gott für dich schon alles getan hat. Das stärkt deinen Glauben.

1. Sam 13,8: Samuel hatte Saul befohlen, eine Woche auf ihn zu warten. Doch als Samuel nach einer Woche immer noch nicht in Gilgal erschienen war, verlor Saul die Geduld, denn seine Leute begannen schon davonzulaufen.

Die Angst des Sauls: Krieg mit den Philistern droht. Saul hat vergeblich auf Samuel gewartet, der Gott mit der Darbringung von Opfern um Beistand bitten soll. Als der Seher nicht kommt, entscheidet sich Saul, Gott selbst zu opfern. Ein No-Go. Die Angst Sauls war größer als sein Vertrauen auf Gottes Beistand. Angst ist die Abwesenheit von Vertrauen. Und das entpuppt sich auch als Kernfrage an uns: Was ist größer: unsere Angst oder unser Vertrauen?

Angst oder Mut, Zaghaftigkeit oder Vertrauen – manchmal muss ich täglich entscheiden, was ich wähle. Ich will mehr Mut und Vertrauen lernen! Barbara Jakob.

1. Sam 14,6: Es ist dem Herrn nicht schwer, durch viele oder durch wenige zu retten!

Das Vertrauen des Jonathan: Ein tiefes Vertrauen strahlen diese Worte von Jonathan, dem Sohn Sauls, aus! Er weiß, dass es allein auf Gottes Kraft und Wirken an kommt. Unsere Angst und unsere manchmal so kleine Kraft nimmt Gott in seine Hand. Es gibt nichts, mit dem wir allein zurechtkommen müssen, denn Gott ist da! Wie er hilft, ist seine Sache. Unsere Sache ist es, ihm in die Hände zu legen, was unser Herz bewegt. Was gibt dir Hoffnung in den Kämpfen deines Lebens? Wenn du mit der Angst zu kämpfen hast, mit Zweifeln und Unsicherheit oder keine Kraft mehr hast: an wen wendest du dich?

Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Martin Luther

1. Sam 15,22: Gehorsam ist wichtiger als das Schlachten von Opfertieren. Es ist besser, auf den Herrn zu hören, als ihm das beste Opfer zu bringen.

Eigensinn ist Götzendienst: Dies sind die zurechtweisenden Worte Samuels an Saul. Opfer sind nicht unwichtig, aber Opfer sind wertlos, wenn sie nicht aus einer Haltung der Liebe geschehen. Wenn wir auf den Herrn hören, spüren wir, dass es ihm allein um die Liebe geht. Auf Gott hören ist so wichtig. Mein Leben ist ein Hören und Empfänglichsein. Aber dann auch das andere: Leben ist Gehorchen und Handeln, Aktivwerden und Schritte wagen und in der Liebe handeln. Immer in und aus Gott heraus vollzieht sich dieses Tätigsein. Sich selbst und seinen Eigensinn zurückstellend. Gott gehört an die erste Stelle. Nicht mein, sondern Gottes Wille geschehe.

1. Sam 15,23: Eigensinn ist nichts anderes als Götzendienst.

1. Sam 16,7: Für die Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können. Ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz.

David wird zum König gesalbt: Im Hirtenjunge David wird der Unscheinbarste von Gott als Nachfolger ausgesucht. Saul ist ein körperlich großer und beeindruckender Mann. David stammt aus dem kleinen Bethlehem (Mich 5,2) und ist der Jüngste im Haus seines Vaters. Und er wird zum König gesalbt! Gott benutzt auch heute noch das Kleine und Unbedeutende, um das Starke zunichte zu machen. Äußerlichkeiten zeigen nicht, wie eine Person wirklich ist. Gott ist der Einzige, der in unser Inneres blicken kann. Gott kennt uns besser als wir uns selbst.

1. Sam 17,45: Ich aber komme mit der Hilfe des Herrn . Er ist der allmächtige Gott.

David besiegt Goliath: Diese Worte spricht David zu Goliat vor dem Kampf, bevor er ihn besiegt. Die Geschichte von David und Goliat gilt als Sieg des Kleinen über den Großen. Es gibt in der Tat nichts, was uns eine solche Entschiedenheit und ausdauernde Kraft verleihen kann, wie das Bewusstsein, dass wir für Gott handeln und das Gott mit uns ist. Wenn wir die Gewissheit haben, dass wir auf Seiner Seite stehen und Seine Hand mit uns ist, kann uns nichts von dem Weg des Dienstes ablenken, wohin er uns auch führt.

1. Sam 18,1: Jonatan liebte David so sehr wie sein eigenes Leben.

Der Wert der Freundschaft: Als David und Jonatan (Sohn von Saul) einander begegneten, wurden sie sofort gute Freunde. Ihre Freundschaft gehört zu den tiefsten und innigsten in der Bibel. Sie gründeten ihre Freundschaft auf ihre Hingabe an Gott, nicht nur auf ihre gegenseitige Treue. Sie ließen nichts zwischen sich treten, nicht einmal ihre Karriere oder familiäre Probleme. Sie wuchsen noch enger zusammen, wenn ihre Freundschaft auf eine Bewährungsprobe gestellt wurde. Sie blieben bis zum Ende Freunde. Sei heute bewusst dankbar für die Freundschaften, die dir Gott geschenkt hat.

Freundschaft gehört zu jenen Dingen, die das Leben lebenswert macht. Clive Staples Lewis

1. Sam 18,5: Im ganzen Volk war David beliebt.

1. Sam 18,9: Seitdem war Saul eifersüchtig auf David.

Eifersucht des Sauls: Im Wesen von Gott ernannt war David schon König. Aber öffentlich war dies noch nicht. Hier war Saul der König. Saul versuchte David zu töten, weil er neidisch auf Davids Beliebtheit war. Vielleicht waren andere Menschen schon einmal auf dich eifersüchtig und haben dich in irgendeiner Weise angegriffen. Vielleicht haben deine Stärken diese Leute eingeschüchtert, weil ihnen dadurch eigene Mängel bewusst wurden. Wir könnten diese Menschen meiden oder uns an ihnen rächen. Die bessere Reaktion ist jedoch, sie freundschaftlich zu behandeln und Gott um die Kraft zu bitten, diese Menschen weiterhin zu lieben, wie David Saul weiter liebte. Dies ist ein beeindruckendes Beispiel für die Feindesliebe im alten Testament.

Liebe ist die einzige Kraft, die einen Feind in einen Freund verwandelt. Martin Luther King

1. Sam 18,23: Ich bin doch nur ein armer und einfacher Mann!

Demut des Davids: Während Saul durch seine Beliebtheit stolz und arrogant wurde, blieb David auch noch demütig, als ihm die ganze Nation zujubelte. Obwohl David fast mit allem, was er anfing, Erfolg hatte, und obwohl er im ganzen Land berühmt wurde, weigerte er sich, die Unterstützung des Volkes als Vorteil gegen Saul auszunutzen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Beliebtheit unsere Selbstwahrnehmung verfälscht. Es ist relativ leicht, bescheiden zu sein, wenn man nicht im Scheinwerferlicht steht, aber wie reagieren wir auf Anerkennung und Ehre?

Solange wir hier auf Erden leben, ist Demut unsere Vollkommenheit selbst. Augustinus

1. Sam 24,8: David wies seine Männer zurecht und erlaubte ihnen nicht, sich an Saul zu vergreifen.

David verschont Saul: Die Mittel, die wir benutzen, um ein Ziel zu erreichen, sind genauso wichtig wie das angestrebte Ziel selbst. Davids Ziel war es, König zu werden, deshalb drängten seine Männer ihn, Saul zu töten, als er die Gelegenheit dazu erhielt. Davids Weigerung war kein Ausdruck von Feigheit, sondern von Mut, dem Mut, sich gegen die Gruppe zu stellen und das zu tun, was er für richtig hielt. Auch wir sollten unsere moralischen Grundsätze nicht verletzen, indem wir dem Druck einer Gruppe nachgeben oder den leichten Weg wählen.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch 1. Samuel (1. Sam) Kapitel 1 bis 31.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste