Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Exodus Kap. 5 – 15: Auslegung (Auszug aus Ägypten)

Ex 5,1-2: Mose spricht mit Pharao

Lass mein Volk ziehen! Es soll mir zu Ehren ein Fest in der Wüste feiern! – Wer ist denn dieser Herr?, fragte der Pharao. Ich kenne den Herrn nicht und lasse sein Volk bestimmt nicht frei! Ex 5:1‭-‬2

Mose und Aaron gehen zum Pharao. Sie wollen dass er sie ziehen lässt. Er macht es nicht. Im Gegenteil. Die Not wird größer. Sie müssen sich in ihrer Sklavenarbeit das Stroh für die Ziegel selber suchen. Der Pharao reagiert mit Verschärfung der Arbeitsbedingungen. Faul seid ihr, nichts als faul, rief er. Der Pharao zeigt Unkenntnis und Ungehorsam. Wenn man Gott nicht kennt, so kann man ihm nicht gehorchen, denn Gehorsam gründet sich auf Erkenntnis. Die Israeliten machen Moses und Aaron Vorwürfe. Jetzt hasst uns der Pharao noch mehr. Die Handlungsweise des Pharao zeigt Wirkung: Das Volk steht nicht mehr ungeteilt hinter Mose und Aaron. Moses klagt Gott an. Anklagend hält Mose dem Herrn den Misserfolg seiner Sendung vor.

Da wandte sich Mose an den Herrn und sprach: Herr, warum lässt du dein Volk so schlecht behandeln? Warum hast du mich hergesandt? Ex 5:22

Ex 6,6: Gott greift ein

Ich will euch aus ihrer Knechtschaft erretten und will euch erlösen. Ex 6:6

Gott kündigt sein Eingreifen an. Er antwortet : Jetzt wirst du sehen was ich mit dem Pharao mache.  Gott lässt sich nicht auf Moses Anklage ein, sondern lenkt den Blick auf das, was er tun wird: Du wirst sehen!Nichts ist mehr geeignet, ein zweifelndes Herz auf einen sicheren Boden zu stellen, als das Bewusstsein, dass Gott sich unser angenommen hat, gerade so wie wir sind. Seine Liebe ist unveränderlich.Eine Befreiung konnte nur von außen kommen. Das Volk konnte einzig und allein nach oben schauen. In Gott war sein Zufluchtsort. 

Ex 7,1: Gott wiederholt Auftrag an Mose

Ich habe dich als meinen Botschafter eingesetzt. Wenn du zum Pharao gehst, ist das so, als würde ich selbst zu ihm sprechen! Ex 7:1

Gott ist nicht auf menschliche Fähigkeiten angewiesen. Schwachheit oder Selbstzweifel können geradezu Fähigkeiten sein, die Gottes Wirken sichtbar werden lassen. Wen Gott bevollmächtigt, der hat etwas zu geben und zu sagen, auch wenn das scheinbar nichts bewirkt wie bei dem Pharao.  Gott hat ihn zum Pharao gesandt. Unsere Berufung erfordert ein sensibles Hören auf das, was Gott will. Dieses „Hin-Hören“ ist immer unsere erste Aufgabe. Dann wollen wir reden, was Gott sagt, und tun, was er uns zeigt. Denn wir werden nicht von uns selbst geschickt, sondern von Gott.

Ex 7,3: Die Plagen über Ägypten

Ich will das Herz des Pharao verhärten, damit ich meine Zeichen und Wunder im Land Ägypten zahlreich werden lasse. Ex 7:3

Zehn Plagen lässt der Herr über Ägypten kommen: das Wasser des Nils wird zu Blut, Fröscheplage, Stechmücken-Plage, Fliegenplage, Pest, Geschwüre, Hagel, Heuschrecken, Finsternis und zuletzt die Tötung aller Erstgeborenen. Diese letzte Plage wird sogar öffentlich angekündigt: die Tötung aller männlichen Erstgeborenen. Aber das Herz des Pharao bleibt verhärtet.

Der Pharao wird nicht auf euch hören. Das soll so sein, damit ich in Ägypten viele mächtige Wunder tun kann. Ex 11:9

Ex 12,13: Die Feier des Passafest

Das Blut an den Türpfosten eurer Häuser aber wird ein Zeichen sein, das euch schützt.  Ex 12:13

Israel erhält Anweisungen für die Feier des Passafest. Ein Lamm soll geschlachtet werden und mit dessen Blut soll jede Haustür als Schutzzeichen markiert werden, wenn die 10. Plage eintrifft. Das Blut des Opferlammes ist Zeichen für Gottes gnädiges Erbarmen. Dieses Lamm und sein Blut ist ein Bild von Christus und sein Tod am Kreuz. Während das Judentum bis heute jährlich das Passamahl feiert in Erinnerung an den Auszug aus Ägypten, so ist für die Christen an seine Stelle das Abendmahl getreten, das allerdings nicht nur einmal jährlich gefeiert wird. Christus ist unser Passalamm. Hier wie dort bezeichnet Passa ein Handeln Gottes, das einen neuen Anfang schafft.

Ex 12,29: Die 10. Plage + Auszug

Um Mitternacht tötete der Herr alle erstgeborenen Söhne der Ägypter. Ex 12:29

Die angekündigte 10. Plage bringt die Tötung aller männlichen Erstgeborenen mit sich. Nur die Israeliten werden durch das Blut des Landes verschont. Der Pharao bittet Moses, so schnell wie möglich los zu ziehen und er bittet sogar bei Gott um Segen für sich. Der Auszug beginnt noch in der Nacht. „In dieser Nacht hielt der Herr selbst Wache, um sein Volk sicher aus Ägypten herauszuführen.“ (Ex 12:42). Als Erinnerung an diese Befreiung, soll von nun an alles Erstgeborene dem Herrn geweiht werden.

Tagsüber zog der Herr in einer Wolkensäule vor ihnen her, um ihnen den Weg zu zeigen, und nachts war er in einer Feuersäule bei ihnen, die ihren Weg erhellte. So konnten sie bei Tag und Nacht wandern. Ex 13:21

Ex 14,13: Pharao verfolgt die Israeliten

Habt keine Angst! Verliert nicht den Mut! Ihr werdet erleben, wie der Herr euch heute rettet. Ex 14:13

Wieder wurde das Herz des Pharao verhärtet und er entschließt sich, die Israeliten zurück zu holen. Die Israeliten packt das Entsetzen, als sie die Truppen heranziehen sahen und sie schrien zum Herrn um Hilfe. Sie streiten mit Moses und geben ihm Schuld. Vor ihnen war das Meer, hinter ihnen die Kriegsheere des Pharaos, und auf beiden Seiten erhoben sich die Berge. Sie standen ohnmächtig da, umschlossen von einer Mauer von Schwierigkeiten. Der Herr hat uns nicht verheißen, dass wir von Leiden verschont bleiben sollen. Er sagt uns im Gegenteil, dass wir Schwierigkeiten begegnen werden. Der Glaube sieht über die Schwierigkeit hinaus und sieht die Treue, Liebe, das Handeln und die Macht Gottes.

Ex 14,14: Aufruf zum Stillesein

Der Herr wird für euch streiten und ihr werdet stille sein. Ex 14,14

Nur wenn wir gelernt haben, still zu sein, sind wir wirklich fähig, aufzubrechen und vorwärts zu gehen. Lasst uns daher in jeder Schwierigkeit auf Gott allein warten. Er wird uns bestimmt einen Weg zeigen, und wir können dann mit friedlichem und glücklichem Herzen diesen Weg gehen. Immer, wenn uns die Angst und die Probleme den Blick für die Zukunft verstellen, sollen wir an Gott denken, ihn loben für sein Handeln und losgehen. Gott begleitet uns. Die Orientierung an seinem Willen gibt uns Kraft auf unserem Lebensweg. Kaum etwas trägt so sehr zur Verherrlichung des Namens unseres Herrn Jesus bei wie die tiefe Ruhe, die dem Bewusstsein entspringt, dass sich Jesus zwischen uns und allem befindet, was unsere Herzen beunruhigen könnte.

Ex 14,16: Durchzug durchs Schilfmeer

Heb deinen Stab hoch und streck ihn aus über das Meer! Es wird sich teilen, und ihr könnt trockenen Fußes mitten hindurchziehen. Ex 14:16

Gott rettet die Israeliten vor ihren Verfolgern. Das Wasser teilte sich, es stand auf beiden Seiten wie eine Mauer. Sie ziehen hindurch. Die Ägypter selbst werden ertrinken. Der Herr stellt sich nicht nur zwischen uns und unsere Sünden, sondern auch zwischen uns und unsere Probleme. Durch Ersteres gibt Er uns den Frieden des Gewissens, durch Letzteres den Frieden des Herzens. Der Glaube erhebt uns über die Schwierigkeiten und befähigt uns, ruhig zu sein und auf Gott zu sehen. In Schwierigkeiten erfährt man das Glück auf Gott rechnen zu dürfen. Ist alles nur leicht, kommt man schnell in die Versuchung zu denken, nicht so sehr auf Gottes Gegenwart angewiesen zu sein.

So rettete der Herr die Israeliten an diesem Tag vor den Ägyptern. Ex 14:30

Ex 15,2: Das Danklied der Befreiten

Der Herr ist meine Rettung und Kraft, er lässt mich fröhlich singen. Er ist mein Gott, ihn will ich preisen! Ex 15:2

Erinnern wir uns dankbar an vergangene Momente der Hilfe. Wer nicht mehr mit Dankbarkeit an die Güte Gottes denken kann, dessen Herz wird bald mit Finsternis erfüllt werden. Ein Gläubiger kann ständig in der Gegenwart Gottes sein. Sooft aber seine Schwierigkeiten sich zwischen ihn und den Herrn drängen, genießt er nicht die Gegenwart des Herrn, sondern er leidet angesichts der Schwierigkeiten. Es ist so, als wenn eine Wolke zwischen uns und die Sonne tritt und uns für eine Zeit von ihr trennt. Die Wolke verhindert nicht das Leuchten der Sonne, aber sie nimmt uns die Freude an ihren Strahlen. Genauso ist es, wenn wir den Trübsalen und Sorgen des Lebens erlauben, sich zwischen uns und das Angesicht unseres Vaters zu drängen, der mit unveränderlicher Liebe und Güte auf uns blickt. Es gibt keine Schwierigkeit, die für unseren Gott zu groß wäre. Im Gegenteil, je größer die Schwierigkeit ist, umso mehr bietet sich ihm die Gelegenheit, seine Macht und Gnade zu erweisen.

Herr, deine Hand tut große Wunder. Ex 15:6

Voller Liebe führst du uns. Ex 15:13

Der Herr ist König für immer und ewig! Ex  15:18 

Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste