Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Exodus (Ex) / 2. Mose Kapitel 19 bis 40: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Exodus (Ex) / 2. Mose Kapitel 19 bis 40.

Ex / 2. Mose Kap. 19-24

Auslegung und Kommentar zu Ex / 2. Mose Kap. 19-24

Die Kapitel 19-24 sind die Mitte des Buches Exodus; sie berichten über die Mitteilung der Zehn Gebote und den Bundesschluss am Sinai. Zunächst (Kap. 19) muss sich das ganze Volk auf die Gottesbegegnung vorbereiten. Das Volk bleibt am Fuß des Berges stehen, Mose allein darf hinaufsteigen; er ist der Mittler zwischen Gott und dem Volk. Die Gotteserscheinung selbst wird als ein furchtbares Gewitter beschrieben. Aber nicht das Gewitter war das Außerordentliche, sondern die Tatsache, dass die Israeliten in Blitz und Donner das Kommen Gottes erlebten. Im Donner hörten sie die Stimme Jahwes, in Feuer, Rauch und Wolke wurde ihnen seine Nähe sichtbar, auch wenn sie seine Gestalt nicht sahen. Später wird der Prophet Elija auf diesem Berg eine neue Erfahrung machen: nicht in Blitz und Donner und Erdbeben offenbart Gott sein Wesen, sondern im leisen Windhauch, im Wort. Auch jetzt ist das Wesentliche für Israel das Wort, mit dem Gott das Volk vor die Entscheidung seiner Geschichte stellt.  Erzabtei Beuron

Ex 19,16: Früh am Morgen des dritten Tages begann es, zu donnern und zu blitzen. Eine dichte Wolke umhüllte den Berg.

Gottesbegegnung: Die Israeliten kommen am Berg Sinai an. Im Auftrag Gottes bereitet Mose das Volk für die Begegnung mit Gott vor. Sie reinigen sich und geloben Gehorsam: Wir wollen alles tun, was der Herr befiehlt! Sehr kühn gesprochen. Sie übernahmen damit eine Verpflichtung, der sie selbst beim besten Willen nicht nachkommen konnten. Müssen nicht auch wir vielmehr formulieren: Wir wollen uns bemühen, es zu tun. Als dann das Volk unten am Berg versammelt ist, erscheint Gott. Das Volk im Lager zitterte vor Angst.

Ex 19,18: Der Berg Sinai war in dichten Rauch gehüllt, denn der Herr war im Feuer herabgekommen.

Ex 20,6: Denen, die mich lieben und sich an meine Gebote halten, bin ich gnädig.

Die Zehn Gebote: Das Gesetz ist nicht Gnade. Das Gesetz ist der Ausdruck dessen, was der Mensch sein sollte, während die Gnade zeigt, was Gott ist. Deshalb ist es unmöglich für einen Sünder, teils durch Gesetz, teils durch Gnade errettet zu werden. Wozu dann aber das Gesetz? Es kam, um die Sünde als Sünde erkennbar zu machen. So kann jemand in einem dunklen Zimmer von Staub und Unordnung umgeben sein, ohne es zu merken.  Sobald aber ein Sonnenstrahl ins Zimmer fällt, kann er alles unterscheiden. Haben die Sonnenstrahlen den Staub hervorgebracht? Natürlich nicht. Der Staub war vorhanden, und die Sonnenstrahlen bewirkten nur, dass er gesehen wurde. 

Ex 20,9: Sechs Tage sollst du deine Arbeit verrichten, aber der siebte Tag ist ein Ruhetag.

Sabbat-Gebot: Sowohl in der Wochenstruktur wie auch in der Tagesstruktur sind Ruhe und Pausen unerlässlich. Ich unterbreche meine Arbeit am Tag ganz bewusst, um mich in der Nähe Gottes zu erholen. Das können teilweise auch nur ein paar Sekunden sein, in denen sich mein Herz zu ihm hinwendet, ein einfaches „Ich liebe dich.“ und am Sonntag natürlich die Messe. Zur Kunst der Arbeit gehört immer auch die Kunst des Ausruhens und sich nicht die Tages-Pausen oder den Sonntag voll zu stopfen, bewusst die Stille suchen. Also: achte ganz bewusst auf deine Pausen, auch damit ehrst du Gott. Ich will den Herrn allezeit preisen; nie will ich aufhören, ihn zu rühmen. (Ps 34:2)

Ex 21,24: Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.

Rechtsordnungen: Im Unterschied zu den Zehn Geboten handelt es sich bei den folgenden Rechtsordnungen um Anweisungen für die Rechtspraxis, die festlegen, wie in einem bestimmten Fall verfahren werden soll (Wenn-dann-Fälle). Im Abschnitt über Körperverletzungen findet sich das bekannte „Auge für Auge, Zahn für Zahn“. Dies ist nicht wie heute falsch verwendet ein primitives Rachegesetz, sondern bedeutet im Gegenteil einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Rechtswesens. Die private Vergeltung wird durch einen öffentlichen Rechtsgrundsatz abgelöst, der der persönlichen Willkür Schranken setzt.

Ex 23:12: Am siebten Tag sollt ihr ruhen.

Ruhige Zeiten finden: Unser Verlangen ist oft masslos. Wir müssen alles erlebt, alles gelesen, alles bereist, alles erreicht haben und denken, dass uns das alles irgendwie glücklicher macht. Aber das alles führt zu einer ungesunden Rastlosigkeit. Letztlich kann nichts in diesem Leben unsere Sehnsüchte stillen außer Gott. Wir müssen einen Lebensrhythmus finden, der uns darin unterstützt. Der Sonntag und damit die Gliederung der Woche ist dabei unerlässlich. Der Sonntag ist ein Tag, an dem wir aufhören, ein Stopp im Hamsterrad des Alltags. Der Sonntag ist eine Grundhaltung der Ruhe. Es geht um ein Verweilen und Geniessen. Der Sonntag ist eine heilige Zeit, weil hier Gott ganz und gar im Mittelpunkt steht.

Zum Sonntag: Der Sonntag hat sich in unseren westlichen Gesellschaften gewandelt zum Wochenende, zur freien Zeit. Die freie Zeit ist gerade in der Hetze der modernen Welt etwas Schönes und Notwendiges; jeder von uns weiß das. Aber wenn die freie Zeit nicht eine innere Mitte hat, von der Orientierung fürs Ganze ausgeht, dann wird sie schließlich zur leeren Zeit, die uns nicht stärkt und nicht aufhilft. Die freie Zeit braucht eine Mitte, die Begegnung mit dem, der unser Ursprung und unser Ziel ist.

Hermann von Bezzel: Nicht das weiht den Sonntag, dass du an ihm nichts arbeitest, sondern das weiht ihn, dass du an ihm Gott ganz besonders für dich und in dir arbeiten lässt.

Kardinal Faulhaber: Gib der Seele ihren Sonntag, gib dem Sonntag seine Seele.

Ex 23,20-21: Ich verspreche euch: Ich werde einen Engel vor euch hersenden, der euch auf dem Weg bewahrt. […] Ich selbst bin in ihm gegenwärtig.

Heilszusage: Engel sind Diener und Boten Gottes. Sie sind beauftragt, uns mit ihren Einsprechungen zu Hilfe zu kommen, in Gefahren zu beschützen, auf Fehler hin zu weisen, die Tugenden zu fördern. Engel führen und schützen uns. Ja: „Einem jeden der Gläubigen steht ein Engel als Beschützer und Hirte zur Seite, um ihn zum Leben zu führen.“ (Basilius). Dies wird nicht nur einmal biblisch erwähnt. „Gott wird dir seine Engel schicken, um dich zu beschützen, wohin du auch gehst.“ (Ps 91:11). Glaube fest an die Existenz der Engel. Die Engel zu leugnen würde bedeuten, jede zweite Seite aus der Bibel reißen.

Ex 23,25: Dient mir, dem Herrn, eurem Gott! Dann werde ich euch reichlich Essen und Trinken geben und Krankheiten von euch fernhalten.

Dient Gott: Kümmere dich um Gottes Sache, dann wird er sich um deine Sache kümmern! Dieses Prinzip gilt in allen  Lebenssituationen z.B. der Ehe: Kümmere dich um das Glück deines Partners, so wirst auch du Glück finden. „Gebt, und es wird euch gegeben.“ (Lk 6,38) Es ist eine Botschaft des Vertrauens, dass Gott unser Handeln sieht und uns vergilt. Im Zentrum steht Jesus Christus, sein Reich und seine Gerechtigkeit. Alles andere kommt danach. Wenn wir uns danach ausrichten, so glaube ich, werden wir nicht mehr von unseren Sorgen getrieben.

Ex 24,7: Dann nahm er die Schriftrolle, in der er die Gesetze des Bundes aufgeschrieben hatte und las sie den Israeliten vor. Sie antworteten: Alles, was der Herr befohlen hat, wollen wir tun! Wir werden ihm gehorchen!

Gott schließt seinen Bund: Einstimmig verspricht das ganze Volk, Gottes Weisungen zu befolgen. Mose hat dem Volk Israel alles gesagt, was er von Gott gehört hat. Die Israeliten schwören die Treue. Gott schließt den Bund mit Israel. Mose besprengt das Volk mit dem Blut aus den Schalen und sagte: Das Blut besiegelt den Bund zwischen dem Herrn und euch. Dieser Bund beruht auf all den Geboten, die ich euch in seinem Namen weitergegeben habe.

Ex 24,18: Mose aber ging weiter hinauf zum Gipfel, mitten in die Wolke hinein. Vierzig Tage und Nächte blieb er dort.

Ex / 2. Mose Kap. 25-40

Auslegung und Kommentar zu Ex / 2. Mose Kap. 25-40

Ex 25,8: Sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne.

Lade & Tisch & Leuchter & Hütte: Das gesamte heilige Zelt kann als ein bedeutungsvolles Bild vom Leib Christi betrachtet werden. In den folgenden Kapiteln wird genau beschrieben, wie dieses Heiligtum aussehen soll. An erster Stelle steht die Bundeslade. Schon der Name deutet auf ihre Wichtigkeit hin. Eine Lade ist dazu bestimmt, das, was man hineinlegt, unversehrt zu erhalten. Sie ist ein tragbarer Kasten, in den die Gesetzestafeln gelegt werden sollen. Ihren Platz erhält sie hinter dem Vorhang, der den innersten Raum des Heiligtums, das Allerheiligste, verdeckt.

Auch der Tisch für die geweihten Brote soll für die Wanderzeit als tragbares Gerät hergestellt werden. Auf ihm werden sinnbildlich Trank und Speise für Gott aufgetragen. Sowohl das Brot, wie auch der Tisch sind ein Bild für Christus. 

Als Nächstes folgt der Leuchter.  Dass es gerade sieben Lampen sind ist ein Ausdruck der Vollkommenheit des Lichts.

Ex 28,12: Wenn Aaron in das Heiligtum geht, trägt er die Namen der Israeliten auf seinen Schultern und ich, der Herr, werde dann stets an sie denken.

Ex 28,12: Und du sollst die beiden Steine auf die Schulterstücke des Ephod heften, daß sie Steine des Gedenkens seien für die Kinder Israels; und Aaron soll ihre Namen auf seinen beiden Schultern tragen zum Gedenken vor dem Herrn.

Jesus der Hohepriester: Stellvertretend für das ganze Volk tritt der Hohepriester vor Gott. In Steine werden die Namen der zwölf Stämme Israels eingraviert. Der Priester trägt die Steine an seinem Herzen und somit vor Gott. Nun ist Jesus unser ewiger Hoherpriester. Wie ermutigend zu wissen, dass Gott uns immer nur auf dem Herzen Jesus sieht. Das verleiht uns einen tiefen, dauernden Frieden, der durch nichts erschüttert werden kann. Unsere Mängel mögen uns beständig vor Augen sein und wir mögen darüber manchmal so betrübt sein, dass wir kaum den Glanz der kostbaren Steine erkennen, in die unsere Namen eingegraben sind. Aber trotzdem sind sie da.

Ex 28,29: Wenn Aaron dann ins Heiligtum geht, trägt er die Steine mit den Namen der Stämme Israels an seinem Herzen. So werde ich immer an mein Volk erinnert.

Eingraviert im Herzen Jesus: Fürbitten sind im alten Testament vielfältig und zahlreich vorhanden. Eine sehr wichtige Stelle ist dabei der heutige Bibelvers. Da steckt viel drin. Fürbitte ist nicht einfach ne kurze Bitte an Gott, so wie ich im Supermarkt mal kurz eine Butter kaufe.  Im Alten Testament hatten die Priester die wichtige Aufgabe, das Volk vor Gott hinzutragen, ihn an sein Volk zu erinnern. Äußerlich sichtbar wurde das durch Steine, auf denen die Namen der Stämme Israels standen und die der Priester am Herzen trug. Durch deine Berufung zum allgemeinen Priestertum der Taufe darfst und sollst nun auch du Personen bzw. ihre Namen an deinem Herzen tragen, sie zu Gott hintragen, so dass er ihrer gedenkt.

Welche Namen trägst du heute auf deinem Herzen?

Ex 29,38-39: Lass täglich zwei einjährige Lämmer auf dem Altar verbrennen, eins am Morgen, das andere gegen Abend.

Gottesbegegnung: Mit der Einrichtung des Heiligtums und der Stiftung des Opferdienstes ist das Ziel des Auszugs aus Ägypten erreicht. Das Morgen- und Abendopfer ist dabei Ausdruck der stetigen Verbundenheit zwischen Gott und seinem Volk. Seit Jesus Opfertod ist nun aber jegliches Tieropfer nicht mehr notwendig. Sich morgens und abends in besonderer Weise Gott zu zuwenden ist dagegen ein wichtiger Punkt in unserem geistlichen Leben.

Ex 29,43: Ja, ich selbst will euch begegnen und mein Heiligtum mit meiner Herrlichkeit erfüllen!

Ex 29,45: Ich will bei euch wohnen und euer Gott sein.

Ex 31,13: Schärfe den Israeliten ein, dass sie den Sabbat als Ruhetag achten!

Gebot der Sabbatfeier: Der Sabbath wurde nach der Auferstehung Christi vom Tag des Herrn abgelöst. Dieser erste Tag der Woche nimmt im NT einen besonderen Platz ein. Es ist deshalb ganz natürlich, wenn er auch im Leben eines Christen eine besondere Bedeutung erhält. Er ist in seiner Bedeutung klar vom Sabbath zu trennen. Der Sabbat war der siebte Tag, während der Tag des Herrn der erste Tag der Woche ist. Der Sabbat gehörte der alten Schöpfung an, während der Tag des Herrn der neuen angehört.

Ex 31,18: Nachdem der Herr dies alles zu Mose gesagt hatte, übergab er ihm auf dem Berg Sinai die beiden Steintafeln, auf denen die Gesetze des Bundes festgehalten waren. Gott selbst hatte die Worte auf diese Tafeln geschrieben.

Ex 32,1: Mach uns einen Gott, der vor uns hergehe!

Das goldene Kalb: Mose ist schon 40 Tage auf dem Berg. Das Volk verliert die Geduld. Mose ist fort und mit ihm auch Gott. Ein neuer Gott muss her, der sichtbar und greifbar ist. Der Mensch  liebt etwas, was er wahrnehmen kann, was seinen Sinnen entspricht und sie befriedigt. Sie machen sich ein goldenes Stierbild und opfern ihm. Doch ein selbst gemachter Gott hilft nicht, bewahrt nicht und rettet nicht. Während sie anstelle des Herrn ein Kalb verehrten, sind wir in Gefahr, denselben Geist zu offenbaren. Unser einziges Bewahrungsmittel ist, viel in der Gegenwart Gottes zu sein. Nur der Glaube vermag standhaft zu bleiben, als sähe er den Unsichtbaren (Heb 11,27).

Ex 32,4: Er nahm den Schmuck entgegen, schmolz ihn ein und goss daraus ein goldenes Kalb. Als es fertig war, schrien die Israeliten: Das ist unser Gott, der uns aus Ägypten befreit hat!

Ex 32,12: Sei nicht länger zornig über dein Volk!

Mose Fürbitte bei Gott: Mose verhandelt mit Gott auf dem Boden seiner eigenen Herrlichkeit und wirft das Volk auf ihn zurück.  Da lenkte der Herr ein. Mose verliert sich selbst ganz und gar aus dem Auge. Seine ganze Seele ist erfüllt mit der Herrlichkeit Gottes und mit dem Volk Gottes. Welch ein Diener! Wie wenige gleichen ihm! Und doch, wie unendlich weit war er selbst in diesem Dienst von unserem Herrn Jesus entfernt!

Ex 32,19: Als Mose sich dem Lager näherte, sah er das Volk um das Goldene Kalb tanzen. Da packte ihn der Zorn, er schleuderte die Tafeln fort und zerschmetterte sie am Fuß des Berges.

Mose zerbricht Bundestafeln: Der Bund ist noch nicht richtig in Kraft, da liegt er schon am Boden. Er liegt in Scherben, weil das Volk ihn längst gebrochen hat. Auf den Tafeln stand Gottes guter Wille für ihr Leben. Doch sie haben ihren Willen über seinen gestellt. Und das ist tödlich. Nicht nur Mose, vor allem Gott wird zornig. Das passt nicht in unser Bild von Gott. So wie auch der ferne Gott auf dem Berg nicht in Israels Bild gepasst hat. Dann wollen wir doch lieber einen angenehmen, goldig-goldenen Gott. Aber wir wollen uns hüten, dass wir nicht unser Bild von Gott über Gott selbst stellen – auch wenn er fern und fremd ist! Denn selbst im Zorn Gottes gibt es die Chance zur Umkehr. Die Israeliten legen als Zeichen ihrer Demut ihren Schmuck ab. Den Schmuck nicht anzulegen ist Zeichen der Trauer.

Ex 32,32: Bitte, vergib ihnen! Wenn du ihnen aber nicht vergeben willst, dann streich auch mich aus deinem Buch, in dem du die Namen der Menschen aufgeschrieben hast, die zu dir gehören.

Ex 33,6: Da legten die Israeliten am Berg Horeb ihren Schmuck ab.

Ex 33,11: Der Herr sprach von Angesicht zu Angesicht mit Mose, so wie Freunde miteinander reden.

Gottes Umgang mit Mose: Moses drängt es in der Erkenntnis Gottes voran zu schreiten. Er möchte Gottes Pläne erkennen und verstehen. Der Herr antwortete: Ich selbst werde dir vorangehen und dich zur Ruhe kommen lassen! Auf die Bitte seine Herrlichkeit sehen zu dürfen, antwortet Gott: Ich will an dir vorüberziehen, damit du sehen kannst, wie gütig und barmherzig ich bin. Meinen eigenen Namen „Herr“ werde ich vor dir aussprechen.

Ex 33,19: Ich erweise meine Gnade, wem ich will. Und über wen ich mich erbarmen will, über den werde ich mich erbarmen.

Ex 34,6: Er zog an Mose vorüber und verkündete: Ich bin der Herr, der barmherzige und gnädige Gott. Meine Geduld ist groß, meine Liebe und Treue kennen kein Ende!

Erneuter Bundesschluss: Der Text beschreibt eine Ausnahmesituation. Mose zieht sich ganz zurück. Er ist bei Gott und nichts soll ihn ablenken. Das Leben wird unterbrochen. Mose nimmt nicht einmal Brot und Wasser zu sich. Mose kommt mit Gottes Weisungen zurück. Neue Tafeln werden gehauen, denn Gottes Wort zerbricht nicht, auch nicht an unserem Ungehorsam. Mose muss sein Gesicht verhüllen. Die Haut von Moses Gesicht strahlte. Der Mensch, der in Gottes Licht tritt, wird zu einem Spiegel seiner Herrlichkeit.

Ex 34:14: Denn du sollst keinen anderen Gott anbeten. Denn der Herr, dessen Name Der Eifersüchtige ist, ist ein eifersüchtiger Gott.

Die Eifersucht Gottes: Die Eifersucht, die Gott auf uns hat, ist keine Eifersucht des Begehrens, sondern der höchsten Freundschaft. Denn es liegt nicht in seinem Interesse, daß wir ihn lieben, sondern in unserem Interesse. Unsere Liebe bringt ihm keinen Nutzen, uns aber ist sie von großem Vorteil. Denn da er das höchste Gut ist, freut es ihn, sich durch seine Liebe mitzuteilen, ohne daß ihm daraus irgendein Vorteil erwächst. Aus Liebe zu uns will er also, daß wir ihn lieben. Wir können ja nicht aufhören, ihn zu lieben, ohne anzufangen, verlorenzugehen. Alles, was wir ihm an Liebe entziehen, ist für uns verloren. Es ist darum keine selbstsüchtige, sondern eine reine Eifersucht, die aus keiner Begierlichkeit entspringt, sondern aus einer edlen und einfachen Freundschaft.

Ex 34,28: Vierzig Tage und Nächte blieb Mose auf dem Berg in der Gegenwart des Herrn . Während dieser Zeit aß und trank er nichts. Er schrieb auf die Steintafeln die Zehn Gebote, auf die sich Gottes Bund mit den Israeliten gründete.

Ex 40,21: Und er brachte die Lade in die Wohnung und hängte den verhüllenden Vorhang auf und verhüllte die Lade des Zeugnisses, so wie der Herr es Mose geboten hatte.

Anwesenheit Gottes: Unabhängig von allem Versagen im Lauf seiner Geschichte ist Israel dazu berufen, ein heiliges, priesterliches Volk zu sein, dessen erste Aufgabe der Gottes-Dienst ist. Jemandem dienen heißt: für ihn da sein, in seiner Nähe sein, zu seiner Verfügung stehen, sich für ihn einsetzen. Das geschieht im gelebten Leben ebenso wie im kultischen Voraus- oder Nachvollzug. Der Kult braucht Ort und Zeit, er braucht Zeichen, Gebärden, Worte. Israel hatte seit seiner ältesten Zeit zwei besondere Zeichen der Anwesenheit seines Gottes: die Bundeslade und das heilige Zelt, später den Tempel. In beiden, in der Lade und dem Zelt, ist Gott dem Volk nahe und erreichbar. Die Verheißung Jahwes an die Väter, dass er Israels Gott sein will (seit Gen 17,7), erfüllt sich mit dem Erscheinen der Herrlichkeit Jahwes über dem Offenbarungszelt. Aber auch jetzt ist Jahwe kein Gott, der sich festlegen lässt er ist ein Gott, der sich bewegt, der führt und fordert. – In der Lade befanden sich die Bundesurkunde, die Tafeln mit den Zehn Geboten: sie sollten das Volk vor der falschen Sicherheit bewahren, gegen die in späterer Zeit die Propheten anzukämpfen hatten. Erzabtei Beuron

Ex 40,34: Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung.

Herrlichkeit Gottes: Am Anfang des Buches Exodus steht die Gefangenschaft in Ägypten. Am Ende steht die Herrlichkeit Gottes. Als die Stiftshütte fertig ist, erfüllt Gottes Herrlichkeit das Zelt. Nun wohnt Gott unter den Israeliten. Alles in der Stiftshütte (Bundeslade, Leuchter, Tisch und Brote etc.) sind lebendige Zeichen für Gottes Gegenwart und seine Kraft. Erhub sich die Wolke von der Stiftshütte, so sollten die Israeliten aufbrechen. Und wenn die Wolke ruht, verweilt auch Gottes Volk an Ort und Stelle. Damit gibt Gott nicht nur die Richtung vor, er bestimmt auch den Rhythmus zwischen Ruhe und Bewegung. Gottes Geist möchte unsere Herzen und Gedanken erfüllen. Er wird allen, die mit ihm unterwegs sind, den Weg weisen, bei Tag und bei Nacht. Darauf dürfen wir vertrauen.

Ex / 2. Mose: Über- und Rückblick

Der Auszug der Israeliten aus dem Sklavenhaus Ägypten war für das Volk das große Erlebnis von Erlösung und Befreiung. Es war die Großtat Gottes an dem kleinen Volk, an das sich jeder fromme Israelit am Vorabend jedes Sabbats erinnerte. Die Befreiung aus Ägypten wurde schon in der Geschichte des alten Israels als Bild für jede Befreiung gesehen. Es ist die Befreiung von Abhängigkeit und Anhänglichkeit an die Wohltaten dieser Welt.

Da schickt Gott seinem Volk einen Retter: Mose. Schon von Geburt an zeigt Gott, dass er mit diesem Kind, das er – ausgesetzt – aus dem Wasser rettet, mit ihm Großes vorhat. Doch zunächst scheitert Mose. Als er einen Ägypter erschlägt, muss er in die Fremde fliehen. Dort sieht er im Dornbusch das göttliche Feuer brennen. Der Dornbusch ist Bild seines Scheiterns, seiner Unbrauxhbarkeit. Doch gerade in diesem vertrockneten und übersehenen Dornbusch erscheint Gottes Herrlichkeit. Und Gott offenbart sich dem Mose als JHWH, das heißt: der «Ich bin, der ich bin», der «Ich bin da für euch». Und Gott sendet Mose zum Volk, um es aus Ägypten herauszuführen. Doch der Pharao will nicht. Gott schickt dann zehn Plagen über Ägypten. Der Weg in die Freiheit geht über viele Widerstände. Das Alte wehrt sich, bis das Neue sich durchsetzen kann.

Und dann geschieht das Wunder des Auszugs. Zuvor feiern die Israeliten das Paschamahl. Pascha heißt «Übergang»,«Hinüberschreiten». Pascha wird zum Urbild jedes Übergangs von der Gefangenschaft in die Freiheit, vom Dunkel zum Licht, vom Tod zum Leben. – Jesus Christus wird das wahre Paschalamm sein. Er ermöglicht uns nicht nur in unserem Sterben, sondern jetzt schon den Übergang aus dieser Welt in die jenseitige Welt Gottes, die in Jesus schon hineinragt in unsere Welt. Pascha wird zum Urbild von Ostern.

Nach dem Mahl bricht das Volk auf und zieht trotz aller Angst trockenen Fußes durch das Schilfmeer, während die es verfolgenden Ägypter im Meer untergehen. Das kaum bewaffnete Volk setzt sich durch gegen die militärische Übermacht Ägyptens. Das war für die Israeliten die Erfahrung von Gnade schlechthin.

Israel ist glücklich durch das Schilfmeer gezogen. Doch anstatt sich über Gottes Schutz zu freuen, verfällt das Volk immer wieder ins Murren, sobald sich ihm ein Hindernis in den Weg stellt, sobald es an Hunger oder Durst leidet. Gott muss immer wieder ein Wunder wirken, um der Menschen Durst zu stillen und sie zu speisen. – Die Wunder sind im Grunde Bilder der Verwandlung auf unserem Weg in die Freiheit. Da muss sich die Bitterkeit in uns verwandeln, weil sie uns sonst von innen heraus tötet (Bitterwasser in Mara; Ex 15,22–27).

Gott schickt das Brot vom Himmel, das wunderbare Manna, das das Volk nicht für den nächsten Tag auf bewahren darf, sondern jeden Tag von Neuem sammeln muss. Gott sorgt täglich neu für uns, damit wir die ängstliche Sorge um uns aufgeben. Das, was hart geworden ist in uns, wird zu einer Leben spendenden Quelle, wenn Gottes Stab den Stein berührt.

Am Berg Sinai empfängt das Volk die Zehn Gebote (Ex 20,1–21) aus Gottes Hand. Die Gebote sind keine drückende Last, sondern Wohltat für das Volk. Der Dekalog soll das Volk immer wieder daran erinnern, dass Gott es herausgeführt hat aus dem Sklavenhaus Ägypten. Die Gebote sind Wege in die Freiheit, Verwirklichung der Freiheit, die Gott dem Volk geschenkt hat. Gott bindet sich an das Volk. Das Volk soll als Zeichen seiner Bindung an Gott die Gebote halten.

Doch schon bald fällt das Volk ab. Es betet lieber das Goldene Kalb an, das Sinnbild des eigenen Erfolgs. Es will nicht auf Gott bauen, sondern auf die eigene Kraft. Mose, der zwischen Gott und dem störrischen Volk steht, muss vermitteln. Nachdem er die Gesetzestafeln zerbrochen hat, gibt Gott ihm neue. Und Gott erneuert seinen Bund. Er ist treu, während das Volk immer wieder in Untreue verfällt. Mose muss seine Zweifel, ob Gott dieses störrische Volk wirklich nähren und tränken könne, damit bezahlen, dass er das Gelobte Land nicht betreten darf. Er darf nur einen Blick hineinwerfen.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Exodus (Ex) / 2. Mose Kapitel 19 bis 40.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste