Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Exodus (Ex) / 2. Mose Kapitel 15 bis 18: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Exodus (Ex) / 2. Mose Kapitel 15 bis 18 – Weg durch die Wüste

Ex / 2. Mose Kap. 15

Auslegung und Kommentar zu Ex / 2. Mose Kap. 15

Ex 15,2: Der Herr ist meine Rettung und Kraft, er lässt mich fröhlich singen. Er ist mein Gott, ihn will ich preisen!

Das Danklied der Befreiten: Erinnern wir uns dankbar an vergangene Momente der Hilfe. Wer nicht mehr mit Dankbarkeit an die Güte Gottes denken kann, dessen Herz wird bald mit Finsternis erfüllt werden. Ein Gläubiger kann ständig in der Gegenwart Gottes sein. Sooft aber seine Schwierigkeiten sich zwischen ihn und den Herrn drängen, genießt er nicht die Gegenwart des Herrn, sondern er leidet angesichts der Schwierigkeiten. Es ist so, als wenn eine Wolke zwischen uns und die Sonne tritt und uns für eine Zeit von ihr trennt. Die Wolke verhindert nicht das Leuchten der Sonne, aber sie nimmt uns die Freude an ihren Strahlen. Genauso ist es, wenn wir den Trübsalen und Sorgen des Lebens erlauben, sich zwischen uns und das Angesicht unseres Vaters zu drängen, der mit unveränderlicher Liebe und Güte auf uns blickt. Es gibt keine Schwierigkeit, die für unseren Gott zu groß wäre. Im Gegenteil, je größer die Schwierigkeit ist, umso mehr bietet sich ihm die Gelegenheit, seine Macht und Gnade zu erweisen.

Ex 15,6: Herr, deine Hand tut große Wunder.

Ex 15,13: Voller Liebe führst du uns. Das Danklied der Befreiten

Ex 15,18: Der Herr ist König für immer und ewig!

Ex 15,22: Mose ließ die Israeliten vom Schilfmeer aufbrechen. Sie zogen los und kamen in die Wüste Schur. Drei Tage lang waren sie hier unterwegs, ohne Wasser zu finden.

Die Erfahrung der Wüste: Die Wüstenwanderung wird zur Glaubensprobe für das Volk. Es soll lernen, dass es sein Überleben allein Gott verdankt. Unser Leben beinhaltet oft Wüstenphasen. Wüstenphasen sind oft nötig, damit wir Gott und unsere eigenen Herzen besser kennenlernen. Die Hitze des Sommers bringt die reifen Früchte des Herbst hervor. In diesen Zeiten muss das tiefe Bewusstsein dessen, was Gott für uns ist, alles andere beherrschen, ansonsten beginnt unser Glaube zu schwanken. Die Kraft unserer Gottesbeziehung erleben wir nur in der Wüste. Das Volk Israel erlebt auf seiner langen Wanderung durch die Wüste immer wieder, wie Gott es versorgt und ihm Gutes schenkt.

Ex 15,25: Mose flehte den Herrn um Hilfe an, und der Herr zeigte ihm ein Stück Holz. Als Mose es ins Wasser warf, wurde das Wasser genießbar.

Das Holz im Wasser: Das Volk leidet Durst, aber es ist nur ungenießbares Wasser vorhanden. Durch das ins Wasser geworfene Holz wird das Wasser durch das Eingreifen Gottes genießbar. Die Kirchenväter haben diese Szene auf das Kreuz Jesu hin gedeutet. Das Holz des Kreuzes Jesu, sein Leiden, nimmt all das Bittere in unserem Leben auf und macht das oft „Ungenießbare“ und das schwer Erträgliche ertragbar, weil wir uns in unserem Leiden geliebt wissen. Er trinkt den bitteren Essig der Menschheit (vgl. Mk 15,36) und verwandelt ihn durch seinen Tod am Kreuz in Liebe. Diese Liebe strömt dann aus seinem geöffneten Herzen zu uns. Durch die Betrachtung und Meditation des Kreuzweges finden wir Zugang zu diesem großen Geheimnis der verwandelnden, mächtigen Ohnmacht des Kreuzes, der sich hingebenden Liebe.

Ex 15,25: Hört auf mich, den Herrn, euren Gott und lebt so, wie es mir gefällt!

Ex 15,26: Ich bin der Herr, der euch heilt!

Ich bin euer Arzt: Die Israeliten finden Wasser, allerdings ist es bitter. Das Volk murrt und ist ohne Vertrauen. Sie hatten schnell das Bewusstsein ihrer Befreiung aus Ägypten verloren. Dennoch hilft Gott. Auf Anweisung Gottes wirft Moses ein Stück Holz hinein. Da wurde das Wasser genießbar. Das Holz ist ein Hinweis auf das Kreuz Jesus, das alle Bitterkeit ins Süße verwandelt. Er ist mein Arzt und seine Arztpraxis ist immer offen. Tag und Nacht können wir ihn im Gebet anrufen und um Hilfe anflehen. Er verschreibt keine gewöhnliche Medizin, sondern seinen heilenden Geist.

Ex / 2. Mose Kap. 16

Auslegung und Kommentar zu Ex / 2. Mose Kap. 16

Ex 16,4: Ich lasse Brot vom Himmel für euch regnen!

Manna vom Himmel: Israel hungert und murrt. Sie klagen Moses an: Ihr habt uns doch nur in diese Wüste gebracht, damit wir alle. Die Israeliten waren äußerlich befreit, aber innerlich zog es ihr Herz immer wieder nach den „Fleischtöpfen“ Ägyptens zurück. Ägypten ist ein Bild für unser vergangenes Leben, als wir noch nicht im Glauben standen. Der Durchzug durch das Meer ist ein Bild für die Taufe. Als die Israeliten hungerten und daraufhin wieder murrten, lässt Gott Brot vom Himmel regnen, das berühmte Manna, das die Israeliten die 40 Jahre in der Wüste ernährte.

Ex 16,8: Er wird euch abends Fleisch zu essen geben und am Morgen Brot genug.

Ex 16,14: Als er verdunstet war, blieben auf dem Wüstenboden feine Körner zurück, die aussahen wie Reif.

Göttliches Manna: Ebenso entsteht dieses ganz himmlische und göttliche Manna der Eucharistie auf eine Art und Weise, die für uns ganz geheim und verborgen ist; niemand kann sagen, wie es entsteht und zu uns kommt, aber im Licht des Glaubens sehen wir es ganz verwirklicht. Franz von Sales

Ex 16,15: Die Israeliten entdeckten sie und fragten sich: Was ist das bloß? Nie zuvor hatten sie so etwas gesehen. Mose erklärte ihnen: Dies ist das Brot, das euch der Herr zu essen gibt.

Was ist das bloß? Als Vorbild dafür fragten die Israeliten nicht, wie das Manna entstanden ist, sondern als sie es ganz fertig sahen, fragten sie, was es sei: Was ist das, sagten sie: was ist das? (Ex 16,15). Erwägen wir daher, was dieses göttliche Sakrament ist, und wir werden finden, daß es der wahre Leib Unseres Herrn ist, sein Blut, seine Seele, seine Gottheit. Es ist das Geheimnis der innigsten Vereinigung, die unser Erlöser mit uns haben kann. Es ist die vollkommenste Mitteilung seiner selbst, die er wirken konnte, durch die er sich mit uns auf wunderbare und ganz liebevolle Weise vereinigt. Schließlich ist dieses Sakrament Jesus Christus selbst, der auf unvergleichliche Weise zu uns kommt und uns an sich zieht. Franz von Sales

Ex 16,19: Hebt nichts davon bis zum nächsten Morgen auf.

Christus täglich neu empfangen: Das Manna musste jeden Morgen frisch gesammelt werden. Manche Israeliten vertrauen nicht und versuchen Brot für Morgen auf zu heben. Doch es verdirbt. So ist es auch bei uns mit Christus dem Brot. Unsere Speise in der Wüste ist Christus. Wir müssen uns jeden Tag neu von Christus nähren. Das Vertrauen zu Gott will jeden Morgen neu gewagt werden. Die Begegnung mit Christus im Abendmahl am Sonntag ist dabei der Höhepunkt der Woche. Interessant, dass gerade an dieser Manna-Stelle der von Gott gegebene Ruhetag nach dem Schöpfungsbericht erstmalig erwähnt wird.

Ex 16,21: Morgen für Morgen sammelte nun jeder so viel er brauchte.

Nur das Heute gut machen: Und das Manna mußte in der Morgenfrische gesammelt werden, vor dem Sonnenaufgang, denn die natürliche Hitze, die übermäßige Liebe und Neigung zu Kindern, Verwandten, Freunden, Gütern und Bequemlichkeiten sind ein Hindernis, daß man diese himmlische Speise empfangen kann. Man muß mit einer frischen Seele und einem Willen kommen, der nicht erhitzt ist und sich für nichts anderes ereifert als dafür, dieses Manna zu sammeln. Franz von Sales

Haben Sie doch keine Sorge um das Morgen. Denken wir nur daran, das Heute gut zu machen; und wenn der morgige Tag kommt, heißt auch er wieder heute und dann werden wir an ihn denken. Auch darin müssen wir großes Vertrauen und große Hingabe an die Vorsehung Gottes haben. Wir sollen Vorräte an Manna nur für einen Tag und nicht für länger anlegen und zweifeln wir doch nicht daran, Gott wird morgen und übermorgen und alle Tage unserer irdischen Wanderschaft neues Manna regnen lassen. Franz von Sales

Mögest du jene Geschenke bedenken, die du erhalten hast und die Liebe weiterleiten, die dir gegeben wurde. Teresa von Ávila

Ex / 2. Mose Kap. 17

Auslegung und Kommentar zu Ex / 2. Mose Kap. 17

Ex 17,6: Schlag mit dem Stab an diesen Felsen! Dann wird Wasser aus dem Stein herausströmen, und das Volk kann trinken.

Ich stille euren Durst: Die gegenwärtige Not des Durstes verstellt wieder den Blick auf Gottes frühere Taten. Sie murren gegen Moses. Er hat Angst, dass sie ihn steinigen. Verzweifelt wendet sich Mose an Gott, der ihn erhört und eine klare Anweisung gibt. Mit seinem Stab soll er  gegen einen Felsen schlagen. Frisches Wasser fließt.  Der Fels aber war der Christus. Aber wer hätte trinken können, bevor der Felsen geschlagen worden war? Dies ist ein Bild hin auf das geschlachtete Lamm Jesus Christus. Der Felsen ist geschlagen worden und ein Strom ist daraus hervorgebrochen, an dem jeder Dürstende Erquickung finden kann. „Das Wasser, das ich ihm geben werden, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt“ (Joh 4,14).

Ex 17,11-12: Solange Mose seine Hände mit dem Stab erhoben hatte, behielten die Israeliten im Kampf die Oberhand. […] Mit der Zeit wurden Mose die Arme schwer. […] Sie selbst stellten sich links und rechts neben ihn und stützten seine Arme, bis die Sonne unterging.

Christus unser Fürsprecher: Moses tritt hier als Fürsprecher aus. Seine erhobenen Händen bringen den Sieg. Die erhobenen und sinkenden Hände lassen unmittelbar erkennen, woher die Kraft zum Siegen kommt: von Christus. Er ist als eigentlicher Fürsprecher für uns tätig. Es besteht aber ein großer Unterschied zwischen Mose auf dem Hügel und Christus auf dem Thron. Die Hände unseres großen Fürsprechers können niemals sinken und seine Fürbitte endet nie. Seine Hände können niemals schwer werden und er braucht niemanden zu ihrer Unterstützung. Alle Schwierigkeiten können durch seine Fürsprache beseitigt werden. Seine vollkommene Fürsprache ist gegründet auf sein vollkommenes Opfer.

Ex 17,13: So konnte Josua das Heer der Amalekiter in der Schlacht besiegen.

Ex / 2. Mose Kap. 18

Auslegung und Kommentar zu Ex / 2. Mose Kap. 18

Ex 18,17-18: So wie du es machst, ist es nicht gut! Die Aufgabe ist für dich allein viel zu groß. Du reibst dich nur auf, und auch die Leute sind überfordert

Entlastung Mose: Der Schwiegervater Jitro besucht Mose. Nach einer herzlichen Begrüßung berichtet Moses alles, vor allem wie der Herr immer wieder geholfen hat. Dieser freute sich über all das Gute, das der Herr an Israel getan hatte. Am nächsten Tag bekommt Jitro den Alltag mit: Moses muss Streitigkeiten schlichten. Die Leute drängten sich um ihn vom Morgen bis zum Abend. Er sieht und erkennt die enorme Last, die auf Moses Schultern lastet. Und er hat einen guten Lösungsvorschlag, der umgesetzt wird. Zuverlässigen Männern wird das Regeln von alltäglichen kleineren Streitigkeiten übergeben. Nur die größeren Fälle werden Moses zugetragen.

Ex 18,22: So helfen sie dir, die Verantwortung zu tragen, und du wirst entlastet.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Exodus (Ex) / 2. Mose Kapitel 15 bis 18.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste