Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Inhaltsverzeichnis

Deuteronomium Kap. 5 bis 7: Auslegung

Kapitel 5

Dt 5,1: Höre, Israel, die Satzungen und Rechtsbestimmungen, die ich heute vor euren Ohren rede. Lernt und bewahrt sie, um sie zu tun!

Die 10 Gebote hören: Die Zehn Gebote sind der vollkommene Ausdruck des Wesens Gottes und der von Gott gewünschten Lebensweise der Menschen. Heute wie damals sind sie gültig. Am Anfang steht das Höre! Das Erste, was ein Mensch tun muss, ist hören. Das hörende Ohr ist der Ausgangspunkt für alles wahre christliche Leben. Das wirkliche Hören ist dabei ein Akt der Liebe und des Berührtseins von der Stimme, die einen anredet. Immer mit dem Herzen müssen wir hören, was Gott zu uns redet.

Dt 5,7: Du sollst außer mir keine anderen Götter verehren!

Keine anderen Götter verehren: Ein Gott ist all das, was den ersten Platz im Leben einnimmt. Viel zu häufig sind uns andere Dinge wichtig. Wer Gott an die erste Stelle setzen möchte, muss erkennen, was momentan die erste Stelle in seinem Leben einnimmt, sich von diesem Ersatzgott lossagen, der es nicht wert ist, verehrt zu werden, Gott um Vergebung bitten, seine Prioritäten neu ordnen, damit die Liebe zu Gott die Triebfeder hinter all seinem Tun ist und sich täglich prüfen, um sicherzustellen, dass Gott an erster Stelle steht.

Dt 5,8: Fertige dir keine Götzenstatue an, auch kein Abbild von irgendetwas am Himmel, auf der Erde oder im Meer.

Sich kein Abbild machen: Wie würden wir uns vorkommen, wenn jemand ein Foto von uns machte, um es dann einzurahmen, es oft zu betrachten und anderen zu zeigen, von uns selbst jedoch keine Notiz nimmt? Auch Gott will nicht so behandelt werden. Er will eine echte Beziehung zu uns, nicht nur Rituale. Er will, dass wir ihn kennenlernen. Gott weiß, dass wir nicht alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen und nicht all das werden, was er mit uns vorhat, wenn wir etwas anderes als ihn zum Mittelpunkt unseres Lebens machen.

Dt 5,9: Ich der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott.

Dt 5,11: Du sollst meinen Namen nicht missbrauchen.

Namen nicht missbrauchen: Wir wissen, dass wir den Namen des Herrn nicht missbrauchen sollen, indem wir ihn unüberlegt oder verächtlich aussprechen. Gleichzeitig wird aber etwas Empfehlenswertes angeregt: Wir sollen den Namen Gottes gebrauchen, indem wir ihn loben und ihm die Ehre geben. Das ist das Gegenteil vom Missbrauch seines Namens. Vielleicht bringen wir es fertig, nicht zu fluchen. Doch finden wir auch Zeit, Gott zu loben und seinen Namen zu ehren? Der Name Gottes ist kostbar. Deshalb beten wir zuallererst: Dein Name werde geheiligt!

Dt 5,12: Achte den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist!

Den Sabbat achten: Johann Baptist Metz sagte einmal: Die kürzeste Definition von Religion ist Unterbrechung! Unterbrechungen sind wichtig. Unterbrechungen zeichnen die Woche aus. Jeder Sonntag unterbricht die Arbeitswoche. Unterbrechungen zeichnen das Kirchenjahr aus v.a. mir den großen Ostern- und Weihnachts-Festtage. Unterbrechungen zeichnen den Tagesablauf aus vom intensiven Gebet bis hin zum kurzen Stoßgebet. Das Unterbrechen und Innehalten kann jederzeit spontan gelebt werden. Ich unterbreche z. B. meinen Alltag, indem ich kurz zum Himmel schaue, tief durchatme, Gott mitteile, was mich augenblicklich bewegt, ihn um Beistand bitte und mich dann wieder meinen Aufgaben widme. Das Unterbrechen und Innehalten schenkt Erholung, schafft Raum, um Neues aufzunehmen.

Dt 5,14: Der siebte Tag ist ein Ruhetag, der mir, dem Herrn , deinem Gott, gehört.

Dt 5,16: Ehre deinen Vater und deine Mutter!

Dt 5,17: Du sollst nicht töten!

Dt 5,18: Du sollst nicht die Ehe brechen!

Dt 5,19: Du sollst nicht stehlen!

Dt 5,20: Sag nichts Unwahres!

Papst Franziskus weist daraufhin, dass die scheinbare Negativität, die in den Geboten zum Ausdruck kommt (nicht töten, nicht stehlen…) in Jesus zu positiven Geboten der Liebe werden, um Platz für Gott zu schaffen, und dann um Seiner Liebe willen auch Platz für andere im Herzen zu schaffen. Die 10 Gebote sind gewissermaßen das Röntgengerät Christi. Es  funktioniert wie ein Foto-Negativ, das Sein Antlitz hervortreten lässt.

Dt 5,21: Begehre auch nichts von dem, was deinem Mitmenschen gehört.

Nicht begehren: Begehren ist der Wunsch, das Eigentum eines anderen für sich haben zu wollen. Wir sollen nicht nach etwas streben, das einem anderen gehört. Solche Wünsche machen uns nicht nur unglücklich, sie können uns auch zu anderen Sünden wie Ehebruch oder Diebstahl verleiten. Neid bringt nichts, denn Gott kann uns alles geben, was wir wirklich brauchen, auch wenn er uns nicht immer alles gibt, was wir wollen. Wenn wir aufhören möchten, den Besitz eines anderen zu begehren, müssen wir üben, mit dem zufrieden zu sein, was wir haben. Anstatt über das nachzudenken, was wir nicht haben, ist es besser, Gott für alles zu danken, was er uns gegeben hat, und zu versuchen zufrieden zu sein.

Dt 5,29: Mögen sie immer so große Ehrfurcht vor mir haben und stets bereit sein, nach meinen Geboten zu leben!

Nach seinen Geboten leben: Es ist ein Unterschied, ob man etwas tut, weil man es tun muss, oder ob man etwas tut, weil man es tun will. Gott liegt nichts an erzwungenen religiösen Übungen und dem widerwilligen Einhalten von Vorschriften. Er will, dass wir ihm unser Herz und unser Leben ganz hingeben. Wenn wir ihn lieben, folgt unweigerlich der Gehorsam in der Tat ihm gegenüber.

Die gute Absicht reicht für ein gutes Handeln nicht aus, es muss in die Tat umgesetzt werden. Ich überlege mir z.B. wie ich heute konkret mit einer Person umgehen kann, die mir Schwierigkeiten bereitet. Klugheit überlegt, welche Handlungen zu welchem Ergebnis führen werden und wählt die Handlung aus, die zum gewünschten Ziel führt. Mit diesen Überlegungen und im Gebet gehe ich dann in diese Begegnung.

Dt 5,33: Folgt immer dem Weg, den der Herr, euer Gott, euch gewiesen hat!

Gottes Weg folgen: Haben wir ihm unser Herz gegeben, so folgt alles andere von selbst. Ein Mensch, der Gott liebt, wird gerne alle Gebote Gottes beobachten und tun. Nichts hat Wert für Gott, was nicht aus der Liebe zu ihm entspringt. Das Herz ist der Ausgangspunkt des Lebens. Wird es von der Liebe Gottes regiert, so wird sich das in der Befolgen seiner Gebote äußern. Wir lieben seine Gebote, weil wir ihn lieben. Jedes Wort Gottes ist wertvoll für ein Herz, das ihn liebt.

Der Heilige Geist führt uns weg vom Kopf hin zum Herzen. Brennan Manning 

Kapitel 6

Dt 6,4: Hört, ihr Israeliten! Der Herr ist unser Gott, der Herr allein.

Hören als Ausrichtung auf Gott: Inneren Frieden gewinnt der, wer sich nicht unnötig um alles kümmert, was andere sagen und tun. Inneren Frieden gewinnt der, der seine Gedanken hörend immer wieder auf Gottes himmlische Welt ausrichtet. Der Christ hat in den himmlischen Dingen seine Ruhestätte, denn die irdische Welt vergeht. Ja, wir leben in dieser irdischen Welt und wir dürfen sie auch mit allen Sinnen und Gottes Geschenken darin genießen, aber wir sollten nicht zu sehr darin verhaftet sein. Schon morgen könnte unser Leben vorbei sein. Dann sind wir vergangen. Darum in der Welt leben, aber mit den Gedanken und Ohren stets bei dem Allerhöchsten sein, nicht nachlässig im Gebet und verbunden mit Christus, dem Erlöser, auf dessen Stimme wir hören

Dt 6,5: Ihr sollt ihn von ganzem Herzen lieben, mit ganzer Hingabe und mit all eurer Kraft.

Herz, Hingabe & Kraft: Ohne Liebe ist alles wertlos für Gott. Unser Herz geben wir Gott. Man kann das Herz mit dem Regulator einer Taschenuhr vergleichen. Dieser wirkt nacheinander über die Spiralfeder auf die Hauptfeder und auf die Zeiger, die sich auf dem Zifferblatt drehen. Wenn meine Uhr zu schnell oder zu langsam geht, so sind diese Mängel nicht dadurch zu beheben, dass ich die Zeiger verrücke. Ich muss den Regulator stellen. So ist das Herz gleichsam der Regulator des Menschen. Ist unser Herz in einem guten Zustand, so wird auch unser ganzes Verhalten gut sein. All unser Tun und Lassen wird immer mit dem Zustand unseres Innern übereinstimmen. Äußerliche Änderungen und Verbesserungen sind nicht von Dauer. Es muss wirklich Herzenssache sein. Gott blickt auf das Herz.

Dt 6,6: Bewahrt die Worte im Herzen.

Worte im Herzen bewahren: Nur eine einzige Sache ist wichtig und dringend: die Bereitung der Herzen. Ein bereitetes Herz ist ein Herz, das eine innige Vertrautheit mit seinem Gott aufzubauen vermag durch das Hören und Bewahren seiner Worte. Seine Worte sind unsere Wegbegleiter. Diese innige Vertrautheit mit Gott durch sein Wort, die der Mensch in seinem eigenen Inneren, in den Tiefen seines Seins entdeckt, ist für ihn ein wahrer Zufluchtsort, wo er Frieden, Freude, Frohsinn und Liebe wiederfindet, nach denen er sich von Anbeginn seiner Erschaffung sehnt.

Dt 6,12: Achtet darauf, dass ihr den Herrn nicht vergesst.

Gott ist da: Wie oft erfahren wir, dass die Gegenwart einer Person ein Hindernis ist gegen leichtfertiges Handeln und Reden. Wenn schon ein Mensch einen solchen Einfluss ausüben kann, wie viel mehr die Gegenwart Gottes! Das beständige Bewusstsein der Gegenwart Gottes ist so der wirksamste Schutz gegen leichtfertiges Handeln und Reden. Das Bewusstsein seiner Gegenwart soll uns zum achtsameren Denken, Reden und Handeln führen. Es soll uns aber nicht Angst machen, dass Gott alles hört und sieht, dass er alle Worte, jeden Gedanken und unsere Wege kennt. Es soll uns vielmehr mit dankbarer Zuversicht erfüllen, dass er uns zu jeder Zeit die notwendige Kraft und Weisheit schenkt, seinen Willen zu tun.

Dt 6,13: Nur vor ihm sollt ihr Ehrfurcht haben, nur ihm dienen.

Dem einen Gott dienen: Welch heilsamer Einfluss wird das Bewusstsein und der Genuss seiner Liebe auf uns ausüben! Dann leitet uns diese Liebe an, alles das zu tun, was Er wünscht. Wir finden unsere einzige Freude daran, Gutes zu tun. Wir erfahren die große Freude, andere Herzen glücklich zu machen und immer nur daran zu denken, was Gott erfreut. Wenn wir recht nahe an der Quelle der göttlichen Liebe bleiben, sind wir erfrischende Ströme inmitten der durstigen Wüste um uns her, strahlende Lichter inmitten der sittlichen Finsternis, die uns umgibt! Denn die Liebe des Christus drängt uns.

Dt 6,15: Er wohnt mitten unter euch und er duldet keinen anderen Gott neben sich.

Dt 6,18: Tut, was in seinen Augen gut und gerecht ist! 

Kapitel 7

Dt 7,6-9: Ihr seid ein heiliges Volk. Ihr gehört ganz dem Herrn. […] Aus Liebe hat er sich euch zugewandt. […] Er ist der treue Gott.

Gott ist treu: Der Mensch bricht in seiner täglichen Umkehr immer wieder diese Treue. Gott hält dennoch unbeirrbar am Menschen fest. Auch wenn wir fallen, so sollen wir immer wieder umkehren, neu die Treue zu Gott bekennen und in seine Treue vertrauen. Treue ist gerade dann gefordert, wenn es schwer fällt, in unruhigen Zeiten. Bleibe konsequent dir selbst und deinen Werten, deinem Herrn und Gott treu. Ihm gehörst du! Er wird dich vor vielem bewahren.

Mein guter Jesus, seliger König der ewigen Herrlichkeit, Dir wende ich mich zu. Dir will ich unverletzliche Treue bewahren. Der Friede Gottes ist die Treue Gottes unserer Untreue zum Trotz. Bonhoeffer

Dt 7,13: Er wird euch lieben und segnen.

Dt 7,21: Lasst euch also nicht von ihnen einschüchtern! Der Herr, euer Gott, ist mitten unter euch, ein großer und ehrfurchtgebietender Gott.

Gott ist bei uns: In diesen Worten liegt wirklicher Trost. Gott ist unsere Hilfe immer und überall. Er ist nicht entfernt. Er will sich zu erkennen geben. Gottes Macht zu helfen ist so groß, dass er immer einen Weg und eine Hilfe für dich hat. Mit der Erlösung durch Christus ist uns nun die einzige und ewige Hilfe gegeben. So schreibt Bonhoeffer: Nicht in unserm Leben muss sich Gottes Hilfe und Gegenwart erst noch erweisen, sondern im Leben Jesu Christi hat sich Gottes Gegenwart und Hilfe für uns erwiesen. Von außen muss die Hilfe kommen, und sie ist gekommen und kommt täglich neu in dem Wort von Jesus Christus, das uns Erlösung, Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit bringt.

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste