Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Deuteronomium Kap. 1 bis 4: Auslegung

Dt 1,1: Mose spricht zu den Israeliten

In diesem Buch ist aufgeschrieben, was Mose den Israeliten sagte. Dt 1:1

Das Buch Deuteronomium ist die Abschiedsrede des Mose. Moses letzte Worte sind ernst und bewegend. Der Leitgedanke vom Anfang bis zum Ende ist Gehorsam, nicht ein blinder Gehorsam, sondern ein Gehorsam im Geist der Liebe und Ehrfurcht, gegründet auf ein Vertrauensverhältnis. Der Eigenwille führt uns ins Unglück. Im Gehorsam dagegen erfahren wir Frieden, Licht und Segen.

Dt 1,2: Gott ist geduldig

Vom Berg Horeb aus konnte man auf der Straße, die zum Gebirge Seïr führt, in elf Tagesmärschen Kadesch-Barnea erreichen. Dt 1:2

Elf Tage! Die Volk Israel hatten vierzig lange Jahre dazu gebraucht! Wie kam das? Betrachten wir unser Leben! Auch wir kommen nur langsam vorwärts! Wie viele Windungen und Krümmungen hat auch unser Weg aufzuweisen? Oft müssen wir zurückgehen und wieder und immer wieder neu anfangen. Wir sind oft  träge Wanderer, weil wir träge Schüler sind. Es ist demütigend für uns, dass wir im Lernen so träge sind, aber zugleich machen wir Erfahrungen mit der Gnade unseres Gottes. Wir dürfen ihm danken für die Methode seiner Unterweisung und die Geduld, in der er immer wieder dieselbe Aufgabe mit uns übt, bis wir sie uns gründlich eingeprägt haben.

Dt 1,6: Gott leitet uns

Am Berg Horeb hat der Herr zu uns gesprochen. Er sagte: Jetzt seid ihr lange genug hier gewesen. Dt 1:6

Gott bestimmte, wie lange die Israeliten an einem Ort bleiben und wohin sie dann gehen sollten. Sie brauchten sich über die Dauer und das Ziel ihrer Reise nicht den Kopf zu zerbrechen, noch sich um irgendetwas anderes zu sorgen. Gott sorgte für sie. Das war genug. Auch heute leitet Gott uns durch das Wort und durch den Heiligen Geist. Menschliche Gefühle können uns täuschen, und wir müssen sie stets aufrichtig prüfen, wenn sie uns nicht zu verkehrten Handlungen verleiten sollen. Auf das Wort Gottes und den heiligen Geist können wir dagegen vertrauen, ohne zu zweifeln.

Das Gott uns führt, glaube ich genauso fest, wie dass er uns erlöst hat. Jim Elliot 

Dt 1,12: Nicht streiten

Wie soll ich es schaffen, all eure Probleme und Streitigkeiten zu lösen? Die Last ist für mich allein zu schwer. Dt 1:12

Der Streit unter den Menschen war die Ursache, weshalb die Last für Moses so groß war. Wie ganz anders hätte es sein können, wenn sie in Frieden miteinander gezogen wären. Hätte jeder Einzelne das Wohlergehen des anderen gesucht, so wäre kein Streit entstanden. Der einzige Weg, Streit und alle Unzufriedenheit zu vermeiden, ist, sich selbst zu verleugnen und ernstlich das Beste des anderen zu suchen. Wer wirklich demütig ist, hat genug an der Nähe Christi. Wo aber das eigene Ich wirkt, da werden sich immer Neid und Streit, Verwirrung und jede böse Tat finden.

Dt 1,21: Vertrauen auf Gott

Dein Gott hat dir das Land gegeben, das vor dir liegt. Zieh hinauf, nimm es in Besitz. Habt keine Angst! Lasst euch nicht entmutigen! Dt 1:21

Zieht ohne Angst in das verheißene Land. Doch die Israeliten hatten Angst und Zweifel, obwohl Gott ihnen so häufig schon geholfen hatte. Auch uns kann in Schwierigkeiten Angst und Zweifel kommen. Dem gilt es stets entgegen zu steuern. Wenn man ungeachtet aller Schwierigkeiten Gott nachfolgt, bekommt man einen mutigen, starken Glauben. Wir können sehen, wie Gott uns hilft, und daraus lernen, ihm zu vertrauen. Gott gibt uns die Kraft, unsere Hindernisse zu überwinden. Wenn wir uns auf die negativen Seiten einer Situation konzentrieren, werden wir ängstlich und untätig. Wie viel besser ist die Konzentration auf das Positive: auf Gottes Führung und Zusagen.

Dt 1,22: Immer auf Gott blicken

Da kamt ihr alle her zu mir und spracht: Lasst uns Männer vor uns hersenden, die für uns das Land erkunden. Dt 1:22

Darin aber drückte sich der Zweifel aus, denn der Glaube kundschaftet nicht aus, was Gott gegeben hat. Hätten sie nicht Gott vertrauen können? Sie zweifelten und nahmen es nun selbst in die Hand. Für uns heißt das: Immer auf Gott blicken und sich nicht zu sehr auf die Schwierigkeiten konzentrieren. Schwierigkeiten sind Gelegenheiten zur Entfaltung der Macht Gottes. Entweder löst Gott die Schwierigkeiten auf oder er zeigt uns den richtigen Weg auf oder er gibt uns schlicht Kraft. Wie er uns in Schwierigkeiten hilft, dass sollten wir seiner göttlichen Vorsehung überlassen.

Dt 1,28: Mit Vertrauen gegen die Angst

Das Volk ist größer und höher gewachsen als wir, die Städte sind groß und bis an den Himmel befestigt. Dt 1:28

Die großen Völker und großen Städte ist ein Bild für all das, was uns Angst macht. Immer wieder geht es um das Vertrauen, dass den Israeliten hier fehlte. Der Mensch will sehen und dann glauben, aber im Reich Gottes wird geglaubt und dann gesehen. Und das eben ist Vertrauen! Uns steht doch der zur Seite, der die Erde schuf und erhält. Warum half Gott immer wieder den Israeliten? Weil er sie liebte. Warum hilft Gott dir heute? Weil er dich liebt!

Dt 1,31: Glaube an Gottes Hilfe

Ihr habt auch erlebt, wie der Herr, euer Gott, euch auf dem Weg durch die Wüste geholfen hat. Bis hierher hat er euch getragen wie ein Vater sein Kind. Dt 1:31

Unser Gott wird nie sagen: Ihr erwartet zu viel von mir. Es ist seine Freude, den kühnsten Erwartungen des Glaubens zu entsprechen. Der Glaube ist das Geheimnis der ganzen Sache, er ist die Quelle und der Antrieb des christlichen Lebens von Anfang bis Ende. Der Glaube schwankt oder zweifelt nie. Der Unglaube dagegen zweifelt immer und kann deshalb nie die Herrlichkeit Gottes sehen. Er ist taub für Gottes Stimme und blind für sein Handeln. Wegen des Unglaubens konnte Israel vierzig Jahre lang nicht in das Land der Verheißung einziehen.

Der Herr, euer Gott, geht vor euch her! Er selbst kämpft für euch. Dt 1:30

Dt 1,40: Der Irrweg des Eigenwillens

Ihr aber sollt wieder umkehren und in die Wüste in Richtung Rotes Meer ziehen. Dt 1:40

Das Volk wollte nun doch anders und kämpfen. Als Gott ihnen befohlen hatte, das Land in Besitz zu nehmen, weigerten sie sich. Und als ihnen befohlen wurde, in die Wüste zurückzukehren, weigerten sie sich wiederum. Der Herr konnte sie auf den Wegen des Eigenwillens nicht begleiten. Wenn Gott mit und für uns ist, dann sind wir in allem Überwinder. Aber wir können nie auf Gott rechnen, wenn wir ungehorsam sind. Es ist Torheit zu glauben, Gott sei mit uns, wenn wir verkehrte Wege gehen.

Sie jagten euch, wie es die Bienen tun, und zersprengten euch. Dt 1:44

Dt, 2-3: Geleitet durch den Herrn

Ihr habt nun lange genug dieses Bergland umzogen. Wendet euch nach Norden! Dt 2:2-3

Das Wort des Herrn regelte alles. Er bestimmte, wie lange das Volk an einem Ort bleiben sollte und gab mit derselben Genauigkeit an, welche Richtung es dann einschlagen sollte Das Volk brauchte nur zu gehorchen. Ist das Herz in der richtigen Stellung, so kann es für ein Kind Gottes nichts Schöneres geben als das Bewusstsein, in allem durch das Wort Gottes geleitet zu werden. Der Herr regelte alles für sie. Sie brauchten nur auf seine Führung zu warten und zu tun, was Er ihnen sagte. Wir können hieraus eine heilsame Lehre ziehen. Es ist unser Vorrecht, Tag für Tag den Weg zu gehen, den Gott uns vorzeichnet. Gott hat verheißen, uns zu führen. Seine Verheißungen sind Ja und Amen. Es liegt an uns, ob wir diese Verheißungen im Glauben annehmen

Dt 2,7: Fürsorge des Herrn

Der Herr, euer Gott, hat immer dafür gesorgt, dass es euch an nichts fehlt. Er hat euch gesegnet und all eure Arbeit gelingen lassen. Durch diese weite Wüste hat er euch begleitet und hat euch die ganzen vierzig Jahre lang beigestanden. Dt 2:7

Das Volk stand unter Gottes Führung. So ist es auch heute bei uns. Sein Auge ruht beständig auf uns und seine Arme umfassen uns bei Tag und Nacht. Er zählt die Haare unseres Hauptes und achtet auf alles, was uns betrifft. Er nimmt alle unsere Bedürfnisse und Anliegen auf sich. Er wünscht, dass wir alle unsere Sorgen auf ihn werfen in der Gewissheit, dass Er für uns sorgt. Er fordert uns auf, mit allem zu ihm zu kommen, mögen die Anliegen groß oder klein sein. Welch eine Zuversicht und Freude gibt es uns, zu wissen, dass der Schöpfer und Erhalter des Weltalls uns ewig und vollkommen liebt, dass sein Auge immer auf uns ruht und dass Er selbst für uns sorgen will, seien es leibliche oder geistliche Bedürfnisse. In Christus besitzen wir alles.

Gott erhört unsere Gebete und führt uns auf dem besten und geradesten Weg zu sich. Bonhoeffer 

Dt 3,22: Gott kämpft für uns

Habt keine Angst! Der Herr, euer Gott, kämpft für euch! Dt 3:22

Das ist die Zusage an Israel bei der Einnahme des gelobten Landes. Sie sollen sich den Schwierigkeiten stellen, die ihnen auf dem Weg begegnen werden. Wir führen nun keine körperliche Kämpfe, doch unsere Kämpfe sind nicht weniger real als die von Josua. Gott geht in unseren täglichen Kämpfen vor uns her, bereitet den Weg und überwindet Hindernisse. Wir müssen ihm nur von ganzem Herzen nachfolgen und auf seine Führung achten. Gib acht, dass du nie den Mut verlierst. Niederlagen sind mit eingeplant. Wenn Gott dich Fehler machen lässt, dann nur, um deine Demut zu festigen und dich in Zukunft wachsamer sein zu lassen.

Herr, mein Gott, dem ich diene! […] Wo ist ein Gott im Himmel oder auf der Erde, der solche Werke vollbringen kann und der mit so starker Hand eingreift wie du? Dt 3:24

Dt 4,1: Offenes Ohr und gehorsames Herz

Und nun, Israel, höre. Dt 4:1

Haltet euch an diese Gebote und befolgt sie. Dt 4:6

Und nun: diese Worte markieren im Buch Deuteronomium einen Einschnitt. Zu Beginn erzählte Mose von der Wüstenwanderung. Nun leitet er über zur Promulgaion der Gesetze Gottes für das Leben im Verheißenen Land im Kapitel 5. Den Übergang markiert eine Ermahnungsrede Moses in Deuteronomium 4. Aus der Vergangenheit leitet sich die Zukunft ab. Israel hat erfahren, dass das Hören auf Gottes Willen zum Heil führt. Den in den Gesetzen zusammengefasste Willen Gottes lehrt Mose dem Volk kurz bevor es in das Verheißene Land einzieht. Sie sind das Fundament für ein glückliches Leben im Angesicht Gottes. Sie sind die Richtlinie für den weiteren Weg. Sie sind eine Lehre, die es zu durchdringen gilt. DR. TILL MAGNUS STEINER

Gott achtet auf ein offenes Ohr und ein gehorsames Herz. Allein auf dem Weg des hörenden Gehorsams können wir unserem himmlischen Vater und unserem Herrn Jesus Christus Freude bereiten. Die Schafe kennen und hören die Stimme des Hirten und folgen ihm. Wenn wir uns allerdings von zu vielen Dingen ablenken lassen, können wir vom Weg anbirren. Das Lesen des Wortes und das Halten der Gebote muss daher eine Herzenssache sein.

Beten heißt: auf Wegweisung und Instruktionen hören, mit einem Herzen, das ihm zugewandt ist; es ist ein Gespräch zwischen Vater und Kind. Corrie ten Boom 

Dt 4,7: Gott ist nah

Kein anderes Volk, ganz gleich wie groß, hat Götter, die ihm so nahe sind wie uns der Herr. Wann immer wir zu unserem Gott rufen, hört er uns. Dt 4:7

Immer wenn wir beten hört uns dieser nahe Gott. Dabei müssen nicht immer viele Worte fallen. Guardini dazu: Es gibt ein Gebet, in welchem es nicht darum geht, einfach zu sagen, was man auf den Herzen hat, sondern in der Nähe Gottes zu weilen. Dieses Gebet neigt dazu, immer weniger Worte zu brauchen; aber nicht weil es sich im Gesagten erschöpft, sondern weil es im Grunde überhaupt nicht in Worte eingeht. Empfehle dich jeden Morgen Gott an, dann gehe in den Tag mit dem Entschluss häufig deinen Geist zu Gott zu erheben. Gelebte Nähe!

Dt 4,9: Nichts vergessen und Erinnern

Hütet euch bloß davor, etwas von dem, was ihr gesehen habt, zu vergessen! Ja, erinnert euch euer Leben lang daran. Dt 4:9

Vergessen wir nie, wie wunderbar Gott in unserem Leben schon gewirkt hat. Wenn wir diesen erinnernden dankbaren Blick fest auf Gott gerichtet halten, bewirkt das die Beruhigung in der Beunruhigung. Das ist das Geheimnis des inneren Friedens. Befindest du dich in einer Schwierigkeit? Dann erinnere dich an Gottes Wohltaten in deinem Leben. Wir wissen: Er enttäuscht nie einen Menschen, der ihm vertraut. Lege dich selbst, alles, was dich umgibt, deine Furcht und deine Angst, lege alles in seine Hand, und da lass es dort zur Ruhe kommen.

Dt 4,24: Gott ist eifersüchtig

Der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifersüchtiger Gott. Dt 4:24

Gott will ganz unser Gott sein, unser Ein und Alles, und nicht irgendeine Verzierung für besondere Momente. Gott verzehrt sich vor Liebe nach uns, wie Feuer. Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer, ein eifernder Gott, und zwar, um das Böse aus uns und aus unseren Wegen zu entfernen. Er kann nichts in uns dulden, was ihm und seiner Heiligkeit und damit auch unserem echten Glück und unserem wirklichen und bleibenden Segen im Weg steht.

Dt 4,29: Gott suchen und finden

Dann werdet ihr den Herrn, euren Gott, suchen. Und ihr werdet ihn finden, wenn ihr ehrlich und von ganzem Herzen nach ihm fragt. Dt 4:29

Gott versprach den Israeliten, dass sie ihn finden, wenn sie ihn mit ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen. Man kann Gott kennenlernen. Und er will, dass wir ihn kennen, aber wir müssen ihn kennenlernen wollen. Gottesdienst und Anbetung müssen von einer aufrichtigen Hingabe des Herzens begleitet sein. Übergib ihm deine Freuden und Leiden, deine Beschäftigungen und Sorgen, deine Erfolge und Mißerfolge. Leg alles in sein Herz. Du mußt dich von allem freimachen, um in seine Liebe einzutreten, die den ganzen Raum einnehmen will. Du sollst das Wesentliche nicht zugunsten des Zweitrangigen aufgeben. Das Wesentliche ist die innige Vertrautheit, in der wir mit Gott leben. Zweitrangig ist alles, was außerhalb der innigen Beziehung steht, die er mit uns hat.

Dt 4,31: Gott ist barmherzig

Der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott. Er wird dich nicht verlassen. Dt  4:31

O Gott der großen Barmherzigkeit, Du unendliche Güte! Heute ruft die ganze Menschheit aus dem Abgrund ihres Elends zu Dir, zu Deinem Erbarmen. O Herr, unbegreifliche Güte, Du kennst unser Elend ganz und gar und weißt, dass wir nicht imstande sind, uns aus eigener Kraft zu Dir zu erheben. Deshalb bitten wir Dich, komme uns mit Deiner Gnade zuvor und vervielfache stets Deine Barmherzigkeit in uns, damit wir Deinen heiligen Willen treu erfüllen im ganzen Leben und in der Stunde des Todes. Möge uns die Allmacht Deiner Barmherzigkeit vor Angriffen der Feinde unserer Erlösung beschirmen, damit wir vertrauensvoll, wie Deine Kinder, auf Dein endgültiges Kommen warten. Jesus ist unser Vertrauen; wir schreiten durch Sein barmherziges Herz wie durch ein geöffnetes Tor in den Himmel. Hl. Faustina Kowalska

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste