Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Klagelieder Jeremias – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und einen Kommentar zum Buch der Klagelieder

Kapitel 1

Jerusalem klagt über sein Elend

Klg 1:1-2: Ach, wie einsam und verlassen liegt Jerusalem da. […] Alle Freunde haben sie betrogen und sind zu ihren Feinden geworden!

Jeremia trauert um Jerusalem: Dies ist Jeremias Klagelied über den Untergang Jerusalems. Juda war besiegt, der Tempel zerstört, ein Großteil des Volkes nach Babylon verschleppt. Jeremias Tränen gelten dem Leiden und der Demütigung seines Volkes, aber er weint auch, weil Gott das Volk wegen seiner Auflehnung verworfen hat. Mit den Freunden sind Länder wie Ägypten gemeint, an die Juda sich wiederholt um Hilfe wandte. Als die Babylonier gegen Jerusalem marschierten, suchte Juda die Rettung nicht bei Gott, sondern bei politischen Bundesgenossen.

Das Buch der Klagelieder ist die Sammlung von fünf Gedichten oder Liedern, die die Eroberung Jerusalems und des Königreichs Juda betrauern. Als er nach der Katastrophe der Niederlage Jerusalems schrieb, dachte Jeremia an den Kontrast zwischen dem glücklichen, wohlhabenden Jerusalem und der einsamen , leeren, eroberten Stadt nach der babylonischen Eroberung. Einst war sie voller Menschen , jetzt ist sie leer. Einst war sie groß unter den Nationen , jetzt ist sie wie eine Sklavin. Um die Tragödie der Zerstörung zu verstärken, verwendet der Autor das Bild einer Frau, die ihren Ehemann und ihre Kinder verloren hat und ihren gegenwärtigen traurigen Zustand in Angst und Besorgnis bitter beklagt.“

Klg 1,9: Sie hat ihre Kleider mit Sünde beschmutzt und die Folgen ihres Tuns nicht bedacht. Nun ist sie furchtbar tief gefallen und keiner ist da, der sie tröstet.

Die Sünde: Sünde ist Ungehorsam gegen Gott. Gehorsam dagegen ist ein sicheres Zeichen dafür, dass wir Gott lieben. Wir müssen uns vor jeder Sünde hüten. Gehen wir ihr nach, zieht sie uns immer mehr runter und von Gott weg. Dann werden wir Gefangene der Sünde und tragen ihr Joch um unseren Hals. Aus dieser Gefangenschaft kann uns allein Gott befreien. Er gibt uns Freiheit, nicht die Freiheit, unsere Wünsche zu erfüllen, sondern die Freiheit, das zu tun, was das Beste für uns ist. So merkwürdig es klingt, aber echte Freiheit bekommt der, der Gott gehorcht, d.h. sich von ihm führen und beschenken lässt.

Klg 1,12: Gibt es denn ein größeres Leid als meines? Ich weiß: Der Herr hat es mir zugefügt, sein glühender Zorn hat mich getroffen.

Größtes Leid: Jerusalem fühlte, was viele Leidende fühlen; dass ihre Trauer für andere unvergleichbar und für andere unverständlich war. In gewissem Sinne trifft das zu, aber es trifft auf jeden zu, der eine tiefe Zeit des Leidens erduldet. Nur wenige, wenn überhaupt, können die Tiefe ihrer Trauer wirklich nachvollziehen.

Alles, was Jerusalem tun konnte, war, zu dem Gott zu schreien, den sie verworfen hatte. Es gab niemanden mehr, der helfen konnte oder wollte. 

Klg 1,18: Seht doch, wie groß mein Schmerz ist!

Klg 1,20: Ach, Herr, sieh doch, wie verzweifelt ich bin! In mir wühlt der Schmerz; mir bricht das Herz, wenn ich daran denke, wie ich mich gegen dich aufgelehnt habe.

Kapitel 2

Gottes Zorn über Jerusalem (Kap. 2)

Klg 2,6: Der Herr hat seinen Tempel niedergerissen.

Anbetung mit dem Herzen: Der Tempel Salomos war ein Bild für Gottes Gegenwart unter seinem Volk und war der zentrale Ort, wo Gott angebetet wurde. Seine Zerstörung veranschaulichte Gottes Verwerfung dieses Volkes. Er wohnte nicht mehr bei ihm. Wir nun beten Gott in Geist und Wahrheit an. Ein Kirchengebäude mag noch so schön sein, wenn die Menschen, die dort in den Gottesdienst gehen, Gott nicht von Herzen folgen, wird die Kirche von innen her verfallen. Wie ist das bei uns? Drücken wir in unseren Gebeten Dinge aus, die wir gar nicht so meinen? Erbitten wir Gottes Hilfe, obwohl wir nicht an sie glauben? Suchen Sie Gott und entdecken Sie seine Liebe neu, und dann beten Sie ihn von ganzem Herzen an.

Klg 2,11: Ich weine mir fast die Augen aus, der Schmerz überwältigt mich, und es bricht mir das Herz, den Untergang meines Volkes mitzuerleben.

Das Leiden mit dem Nächsten: Jeremias Tränen sind echt und voller Mitleid. Trauern ist nicht dasselbe wie schwach oder ohne Glauben sein. Tränen der Trauer waren auch Jesus nicht unbekannt. Wie reagieren wir heute auf Leid? Leiden wir mit? Jegliches Leid sollte uns zu Herzen gehen. Aus diesem Mitleiden geht der Wille hervor, zu helfen, manchmal tatkräftig, manchmal auch schlicht, dass man einfach da ist und das Leiden des Nächsten mitträgt. 

Leid betrifft dich und mich, uns alle, das gilt es erst einmal fest zu halten: Krankheiten, Einsamkeit, Naturkatastrophen, Misshandlungen, Mitleid, Terror, Armut u.v.m….besonders der Tod, der eigene und der von uns Nahestehenden. Es gibt selbst veursachtes Leid, das aus Egoismus, Rücksichtlosigkeit u.a. entspringt und nicht selbst verursachtes Leid (z.B. Unfälle). Im AT ist Hiob „das“ Sinnbild des unschuldig Leidenden schlechthin. Der Vielfältigkeit des Leides sind keine Grenzen gesetzt. Die Art und Weise wie wir damit umgehen, ist unterschiedlich, der eine erträgt es leichter, für den anderen ist es schwerer. Diese Universalität der Leidfrage birgt die Chance, dass ich von Hiob bis hin zu Johannes Paul II vielfältige Beispiele habe, wie andere Menschen mit persönlichen Leid umgegangen sind. Das ist häufig eindrücklicher und wirksamer als die beste Antwort auf theoretisch-abstrakter Ebene

Klg 2,19: Steh mitten in der Nacht auf […] und flehe unermüdlich zu Gott um Hilfe. Heb deine Hände zu ihm empor und schütte dein Herz bei ihm aus! Bestürme ihn mit deinen Bitten.

Aufruf zum leidenschaftlichen Gebet: Dies ist Aufruf an Gottes Volk, sein Herz vor Gott auszuschütten. Es ist ein Aufruf zum Gebet, das uns reinigt. Damit das Gebet diese reinigende Kraft entfaltet, muß es ganz persönlich sein, Konfrontation meines Ich mit Gott, dem lebendigen Gott. So können wir mit Gott reden, so redet Gott zu uns. Jedes Gebet ist ein Zeichen, dass wir wachen. Und nicht nur das. Es ist zugleich ein Licht, das uns wach und frisch hält für die Gegenwart Gottes.  

Kapitel 3

Leiden und Trost (Kap. 3)

Klg 3,1: ‭Ich bin der Mann, der tief gebeugt worden ist durch die Rute seines Zorns.‭

Tief gebeugt: Die Leiden des Volkes Juda werden beschrieben, als ob ein Mann sie erlebt hätte. Es ist möglich, dieses Kapitel als Aufzeichnung der Gefühle Jeremias selbst zu interpretieren oder als Verkörperung eines ansonsten unbekannten Individuums oder der tragischen Leiden der Nation. Jeremiahs persönliche Klage ist eine Erinnerung daran, dass Leiden immer persönlich ist. Wenn Nationen Zeiten der Tragödie und Trübsal durchmachen, findet das größte Leid immer auf individueller Ebene statt.

Klg 3,2: ‭Mich hat er verjagt und in die Finsternis geführt und nicht ans Licht.‭

Geführt in Finsternis: Dies scheint der schwierigste Teil unseres Loses zu sein, dass Gott uns in die Dunkelheit führen sollte: Doch das ist andererseits das Schönste an unserer Prüfung; denn wenn die Dunkelheit an dem Ort ist, wohin Gott uns geführt hat, ist es für uns am besten, im Dunkeln zu sein. Spurgeon

Klg 3,6: ‭In Finsternis ließ er mich wohnen wie längst Verstorbene.‭

Klg 3,7: ‭Er hat mich eingemauert, dass ich nicht herauskommen kann; mit ehernen Ketten hat er mich beschwert.‭

Klg 3,8: ‭Selbst wenn ich schreie und rufe, verschließt er doch ‭die Ohren‭ vor meinem Gebet.‭

Klg 3,17: ‭Ja, du hast meine Seele aus dem Frieden verstoßen, Dass ich das Glück vergaß.‭

Klg 3,18: ‭Und ich sprach: Meine Lebenskraft ist dahin, und auch meine Hoffnung auf den Herrn.

Klg 3,19: ‭Gedenke doch an mein Elend und mein Umherirren, an den Wermut und das Gift!‭

Klg 3,20: ‭Beständig denkt meine Seele daran und ist tief gebeugt!‭

Klg 3,21: ‭Dieses aber will ich meinem Herzen vorhalten, darum will ich Hoffnung fassen:‭

Klg 3,22: Eine Hoffnung bleibt mir noch, an ihr halte ich trotz allem fest: Die Güte des Herrn hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf.

Hoffnung in der Not: In all der Sünde und dem Elend um ihn herum sieht Jeremia einen Hoffnungsstrahl: Die Gnade des Herrn nimmt kein Ende! Sein Erbarmen hört nie auf, jeden Morgen ist es neu. Gott hilft uns gerne, wenn wir ihn nur bitten. Gibt es in Ihrem Leben eine Sünde, die Sie für unvergebbar halten? Gottes Liebe und Gnade sind größer als jede Sünde. Er verspricht uns seine Vergebung. Gott hatte zwar gesagt, dass Ungehorsam zu Strafe führt, und genauso kam es. Aber er versprach auch, dass er sich seinem Volk neu zuwenden würde. Und Jeremia wusste: Auch diese Zusage würde eintreffen. Unser Gottvertrauen im ganz normalen Alltag stärkt unseren Glauben an seine großen Zusagen für die Zukunft.

In einem großartigen Ausdruck des Glaubens an die unerschöpfliche Barmherzigkeit Gottes blickt der Autor mit neuer Hoffnung in die ferne Zukunft.

Das war eines der Dinge, an die sich Jeremia erinnerte. Er erinnerte sich daran, dass die Menschen in Jerusalem und Juda, so niedergeschlagen und besiegt sie auch waren, noch nicht vollständig verzehrt waren . Es gab noch einen Rest, und einen Rest mit dem Versprechen der Wiederherstellung. Wo immer Gott das Leben verlässt, lässt er die Hoffnung .

Sieh, woher Jeremiah seinen Trost bekommt; er scheint zu sagen: ‚So schlimm mein Fall auch ist, es hätte schlimmer sein können, denn ich hätte verzehrt werden können, und ich hätte verzehrt werden müssen, wenn die Barmherzigkeit des Herrn versagt hätte. Spurgeon

Sogar in der Härte der Korrektur, die Gottes Volk ertragen musste, gab es Beweise Seiner Barmherzigkeit. Es war ein großer Trost zu erkennen, dass die zärtliche Zuneigung Gottes nicht vollständig erschöpft war; diese Mitgefühle waren jeden Morgen neu .

Die Passage ist voller Schönheit, da sie von jener zärtlichen Barmherzigkeit Gottes handelt, die selbst im Werk der Strafe nie gefehlt hat. Morgan

Klg 3,23: ‭Sie ist jeden Morgen neu, und deine Treue ist groß!‭

Neue Gnade und große Treue: Jeder anbrechende Tag gibt der Menschheit Hoffnung auf neue Barmherzigkeit und Barmherzigkeit von Gott. Wir brauchen eine ständige Versorgung und Gott hat versprochen, sie unbedingt zu senden. Egal wie schlimm der vergangene Tag war, Gottes Volk kann mit Glauben und Hoffnung auf den neuen Morgen blicken.

Diese Gnaden sind immer neu, weil sie von Gott kommen. Unsere Schätze, die wir auf der Erde lagern, sind die stehenden Teiche; aber der Schatz, den Gott uns vom Himmel in Vorsehung und Gnade schenkt, ist der kristallene Quell, der aus ewigen Tiefen quillt und immer frisch und immer neu ist. Spurgeon

Jeden Morgen endet die Nacht. Jeder Morgen bringt einen neuen Tag. Jeder Morgen bringt neue Vorräte für den Tag. Jeder Morgen bringt neue Vergebung für neue Sünden. Jeder Morgen bringt neue Kraft für neue Versuchungen, Pflichten und Prüfungen.

All dies ließ Jeremia die große Treue Gottes erahnen; dass Er es nie versäumt, seine Barmherzigkeit und sein Mitgefühl zu senden. Selbst in ihrer Katastrophe war Gott treu. Er kündigte treu seine Urteile an und vollzog sie, und Gott würde sich in seiner verheißenen Wiederherstellung als ebenso treu erweisen.

Egal was gestern war, welche Schwierigkeiten und Herausforderungen wir auch in der Vergangenheit zu meistern hatten, Gott schenkt uns seine Liebe und Gnade jeden Morgen neu. Ein jeder Tag ist ein Neuanfang mit neuen Möglichkeiten, neuen Erwartungen. Jeden Tag können wir mit Gott neu beginnen und vorwärts schauen und alles loslassen, was uns belastet, bei ihm. Sein Erbarmen hört nie auf. Jeden Tag aufs Neue vertrauen wir auf seine Treue. Wenn wir fallen, dürfen wir wieder aufstehen an seiner Hand, die uns wieder aufhilft und weitergehen. Ulrike Puintner

Klg 3,24: ‭Der Herr ist mein Teil!, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.‭

Klg 3,25: ‭Der Herr ist gütig gegen die, welche auf ihn hoffen, gegen die Seele, die nach ihm sucht.‭

Geduldig auf seine Hilfe warten: Geduld ist die Fähigkeit des Menschen, auf das Erreichen oder das Eintreffen von etwas Wünschenswertem zu warten. Es geht um die Hoffnung und Gewissheit, dass Gott dem Volk Israel hilft. Und aus der Geschichte wissen wir, dass er tatsächlich geholfen hat. Das ermutigt mich, nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen und Alltäglichen auf die Hilfe Gottes zu hoffen. Es ist gut, wenn man von seiner eigenen Hilflosigkeit und Ohnmacht wegschauen kann auf den, der helfen kann. Das befreit und erleichtert, das ermutigt und gibt Gelassenheit – auch im Warten. Selbst wenn die Hilfe dann vielleicht ganz anders aussieht, als ich es mir wünsche. Pfarrer Jürgen Barth

Lass dir Zeit; Erwarten Sie nicht, dass Sie aus Ihrer Not befreit werden, wenn Sie zum ersten Mal zu Gott schreien. O nein: ‚der Herr ist gut zu denen, die auf ihn warten, zu der Seele, die ihn sucht. Spurgeon

Klg 3,26: ‭Gut ist es, schweigend zu warten auf die Rettung des Herrn.

Schweigend auf Rettung warten: Hoffnung und Warten unterscheiden sich, aber als Mutter und Tochter ist die Hoffnung die Mutter der Geduld und des Wartens; oder als die Gewohnheit und Tat , das Hoffen und Warten ein und dasselbe zu sein, das aus einer gnädigen Kraft und Gewohnheit fließt, die der Seele gegeben wurde, um zu warten. Ruhe ist zum Warten notwendig, denn alle Turbulenzen und Ungeduld des Geistes unter traurigen Vorsehungen stehen dem Warten entgegen.

Klg 3,27-28: Es ist gut für einen Mann, das Joch zu tragen in seiner Jugend. Er sitze einsam und schweige, wenn Er es ihm auferlegt!

Das Joch tragen: Sich dem Joch unterordnen heißt, sich willig unter Gottes Erziehung stellen und das lernen, was er mir zeigen möchte. Dazu braucht es mehrere Dinge: Still darüber nachdenken, was Gott will. Demut und Bereitschaft zur Buße. Selbstbeherrschung in den Widrigkeiten des Lebens. Geduldiges Warten darauf, was Gott als Lehrer mir zeigen will. Genau dies hat Jesus seine Jünger gelehrt und selbst vor seiner Kreuzigung vorgelebt. Was möchte Gott Ihnen heute zeigen, für sofort und für Ihr Leben überhaupt? Hören Sie auf ihn?

Unter Widrigkeiten ist es am besten, nicht zu versuchen, alles sofort herauszufinden. Dies sind gute Zeiten zum Nachdenken (allein sitzen) und Zuhören statt zu sprechen. In diesem geduldigen Suchen nach Gott gibt es Grund zur Hoffnung.

Klg 3,30: Wenn man ihn schlägt, soll er die Wange hinhalten und die Demütigung still ertragen.

Klg 3,40-41: Kommt, wir wollen unser Leben sorgfältig prüfen und wieder zurückkehren zum Herrn! Ihm wollen wir unsere Herzen öffnen, zu unserem Gott im Himmel die Hände erheben.

Umkehr und Festhalten an Gott: Mitten in der Finsternis, in der er die Hand von der Augen nicht sieht, wird ihm die absolute Verlässlichkeit Gottes zum Licht und wird ihm die Treue Gottes zum festen Halt über dem Abgrund seines Lebens..Bei dein Propheten Jeremia können wir lernen: Er bleibt beharrlich dabei, das Gott  vorzulegen, was ihn umtreibt, selbst wenn er den Eindruck hat, Gott habe sich die Ohren vor seinem Gebet verstopft (8). Er hört nicht auf, sein ganzes Elend Gott hinzulegen, geduldig  dabei zu sein und an der Hoffnung auf die Hilfe des Herrn festzuhalten.

Klg 3,55-56: Da schrie ich zu dir um Hilfe, o Herr, tief unten aus der Grube flehte ich dich an, deine Ohren nicht vor mir zu verschließen. Und wirklich: Du hast mich erhört!

Er rettet unser Leben: So geht es auch Menschen mitten unter uns. Sie haben sich ihr Leben und das, was es so beschwerlich macht, nicht ausgesucht. Aber sie müssen Tag für Tag damit umgehen, damit fertig werden.Da kann einem leicht die Perspektive verloren gehen. Man hat einfach keine Hoffnung mehr, dass sich jemals etwas ändern wird, es wieder besser werden könnte. Wie wird man damit fertig? Wenn es nicht mehr anders, nicht mehr leichter oder gut wird?Gerade dann ist es wichtig, die viel weitere Perspektive in den Blick zu nehmen, die Gott über einem Leben aufreißt. Über Jeremias Leben, über unserem Leben.

Schon aus der Grube wusste Jeremia, dass er den Herrn anrufen konnte und dass Gott seine Stimme hören würde. Selbst wenn er nur einen Seufzer hervorbringen könnte, wäre es sein Hilferuf , den er so sehr danach sehnte, dass Gott ihn hören würde.

Klg 3,57: Als ich rief, kamst du mir ganz nahe und sprachst: Fürchte dich nicht!

Du kamst näher: Jeremia scheint diese Tatsache mit beträchtlicher Überraschung festzuhalten. Er wundert sich, dass Gott sich ihm genähert hat, denn sein Zustand war sehr erbärmlich. Er war so tief, dass das Leben zu verebben schien, und er stöhnte.

Fürchte dich nicht: Wie mächtig ist dieses Wort, wenn es vom Geist des Herrn zu einem trostlosen Herzen gesprochen wird. Jedem Trauernden können wir mit Gottes Autorität sagen: Fürchte dich nicht ! Gott wird deine Sache vertreten und deine Seele erlösen.

Klg 3,58: Herr, du bist für mich eingetreten und hast mein Leben gerettet.

Kapitel 4

Jerusalems Elend (Kap. 4)

Kapitel 5

Gebet um Gottes Erbarmen (Kap. 5)

Klg 5,1: Herr, vergiss nicht, was man uns angetan hat! Sieh doch, wie wir gedemütigt werden!

Gebet um Hilfe: In Zeiten der Not und Trauer sollte der Gläubige sich im Gebet zu Gott wenden. Hier bittet Jeremia Gott um Gnade für sein Volk. Am Ende dieses Gebets fragt er, ob Gott sein Volk vor lauter Zorn völlig verworfen hat. Aber Gott wird nicht für immer zornig über sein Volk sein. 

Klg 5,21: Herr, führe uns doch zurück zu dir, damit wir zu dir umkehren können! Lass unser Leben wieder so sein wie früher!

An der Hoffnung festhalten: Die Klagelieder malen ein lebendiges Bild des bitteren Leidens, das die Bewohner Jerusalems durchmachten, als die Sünde sie zu Fall gebracht und Gott sich von ihnen abgewandt hatte. Alles, wofür sie gelebt hatten, zerbrach. Aber obwohl Gott sich wegen ihrer Sünde von ihnen abgewandt hatte, hatte er sie nicht endgültig verlassen. Das war ihre große Hoffnung. Er würde sie wieder heilen, wenn sie zu ihm zurückkehrten. Unsere einzige Hoffnung ist Gott. Und wir sollten in unserer Not nicht von ihm weg, sondern zu ihm hin laufen.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste