Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Jesaja Kap. 56 bis 66: Auslegung

Geschichtlicher Einwurf

Die Prophetenworte im letzten Teil des Buches Jesaja richten sich nicht mehr an die Verbannten in Babylonien, sondern führen in die Zeit nach der Rückkehr aus dem Exil. Nach der Eroberung Babylons hatte der Perserkönig Kyrus im Jahr 538 v. Chr. ein Edikt erlassen, das den Leuten aus Juda erlaubte, in ihr Land zurückzukehren und Jerusalem und den Tempel wieder aufzubauen. Wegen vieler Schwierigkeiten gerieten die Arbeiten aber bald ins Stocken und wurden erst nach dem Auftreten der Propheten Haggai und Sacharja um 520 v. Chr. weitergeführt. Sucht man nach einem geschichtlichen Bezug für die Botschaft der letzten elf Kapitel des Jesajabuches, so lässt er sich am wahrscheinlichsten in der schwierigen Situation nach der Rückkehr entdecken, die vor allem durch die unterschiedlichen Gruppierungen verursacht wurde: Heimkehrern aus Babylonien und im Land verbliebenen Judäer. Unter diesen gab es viele, die am Gottesdienst der benachbarten Völker teilnahmen und den Glaubenseifer der Heimkehrer nicht verstehen konnten. Hinzu kamen Fremde, die sich während des Exils in Judäa eingerichtet hatten, andere Fremde, die aus Babylonien mitgekommen waren und endlich solche, die zum Wiederaufbau von Tempel und Stadt gebraucht wurden.

Jes 56,2: Glücklich ist

Glücklich ist, wer an Gottes Geboten festhält und danach handelt. Jes 56:2

Mit diesen Worten wird die Befolgung der Gebote zur einzigen Voraussetzung für die Zugehörigkeit zum Volk Gottes. Geschichtlich ist dies aus der vielfältigen Mischbevölkerung nach der Rückkehr aus dem Exil abzuleiten. Heilsgeschichtlich wirbt Gott hier leidenschaftlich um alle Menschen. Auch wenn er ursprünglich Israel von den übrigen Völkern als sein Volk ausgesondert hatte, gilt sein Liebeswerben allen Menschen. Im alten Testament angedeutet, offenbart er dies in Christus offen und klar. Jesus starb für alle Menschen am Kreuz.

Mein Haus soll für alle Völker ein Ort des Gebets sein. Jesaja 56:7

Jes 57,15: Gott der Demütigen

Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind. Jes 57,15

Wir reden am liebsten über die Fehler der anderen. Das wertet uns auf und lenkt von unseren eigenen Fehlern ab. Die Demut dagegen legt erst gar nicht die Vergrößerungslupe auf die Fehler des anderen, sondern betrachtet vielmehr die eigenen. Die Demut ist die Tugend, die es wagt, sich in der eigenen Menschlichkeit und Begrenztheit anzunehmen. Wer das tut, der wird friedfertiger gegenüber allen Menschen. Er hat ja die gleichen Fehler wie sie. So wünscht er sich und den anderen, dass sie in Frieden kommen mit sich selbst. In ein demütiges Herz zieht Gott ein.

Abbas Isaias sagte von der Demut: Sie hat keine Zunge, um von jemandem zu sagen, er sei nachlässig, oder von einem anderen, er sei verachtenswert. Sie hat keine Augen, um die Fehler des anderen zu sehen, noch Ohren, um für die Seele schädliche Dinge zu hören. Sie kümmert sich um nichts anderes als um ihre Sünden. Sie ist friedfertig gegenüber allen Menschen.

Jes 57,19: Gott will unser Heil

Ich will mein Volk heilen. Jes 57:19

Gott will unser Heil. Das Heil ist allein in Gott zu finden, denn von ihm kommen wir und zu ihm gehen wir. Folgender Vers ist kein Vorwurf oder Tadel, sondern leidenschaftliches Ringen Gottes um mich: „Warum habt ihr keinen Gedanken mehr für mich übrig, warum vergesst ihr mich?“ (57,11). Ja Gott möchte dein Heil und er ist ein fürsorgender Vater. Ob in der Traurigkeit oder in der Freude, ob in der Bedrückung oder in der Hoffnung, ob in der Krankheit oder in der Gesundheit: immer wohnt er bei uns!

Der einzige Ort, an dem Gott uns segnen kann, ist dort, wo wir sind, denn nur hier befinden wir uns wirklich! Foster

Jes 58:6: Gottgefälliges Fasten

Ein Fasten, das mir gefällt, ist so. Jes 58:6

Faste mit verletzenden Worten und gebe gütige Wörter weiter. Faste mit Wut und fülle dich an mit Sanftmut und Geduld. Faste mit dem Egoismus und fülle dich stattdessen mit Mitleid für den anderen. Faste mit Mangel an Vergebung und fülle dich stattdessen mit Versöhnung. Faste mit Unzufriedenheit und werde voller Dankbarkeit. Faste mit Pessesmismus und fülle dich mit Hoffnung. Faste mit Jammern und fülle dich mit den einfachen Dingen des Lebens. Faste mit der Traurigkeit und Bitterkeit. Fülle dich stattdessen mit Herzensfreude. Faste mit Sorgen und fülle dich mit Gottvertrauen. Faste mit dem Stress und fülle dich mit Gebet. Faste mit Worten und fülle dich mit Stille und Hören auf Gott. Papst Franziskus

Jes 58, 6-11: Falsches und echtes Fasten

Die folgende Textstelle hat mich schon immer berührt und fasziniert. Ich möchte sie unkommentiert stehen lassen.

Ein Fasten, das mir gefällt, sieht anders aus: Löst die Fesseln der Menschen […] teilt euer Brot mit den Hungrigen, nehmt Obdachlose bei euch auf und wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft, gebt ihm Kleider! Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen! Dann wird mein Licht eure Dunkelheit vertreiben wie die Morgensonne, und in kurzer Zeit sind eure Wunden geheilt. Eure barmherzigen Taten gehen vor euch her, und meine Herrlichkeit beschließt euren Zug. Wenn ihr dann zu mir ruft, werde ich euch antworten. Wenn ihr um Hilfe schreit, werde ich sagen: Ja, hier bin ich. Die Nacht um euch her wird zum hellen Tag. Immer werde ich, der Herr, euch führen. Auch in der Wüste werde ich euch versorgen, ich gebe euch Gesundheit und Kraft. Ihr gleicht einem gut bewässerten Garten und einer Quelle, die nie versiegt. Jes 58:6-11

Jes 58,13: Segen der Sabbatheiligung

Achtet den Sabbat als einen Tag, der mir geweiht ist und an dem ihr keine Geschäfte abschließt! Er soll ein Feiertag für euch sein, auf den ihr euch freut. Entweiht ihn nicht durch eure Arbeit, durch Geschäfte oder leeres Geschwätz! Achtet ihn vielmehr als einen Tag, der mir, dem Herrn , gehört. Jes 58:13

Der Sonntag ist das wöchentliches Ostern. Am Sonntag geht es zutiefst um die Begegnung mit dem auferstandenen Christus in Wort und Sakrament. Die frühen Christen haben den ersten Tag der Woche als Herrentag begangen, weil er der Tag der Auferstehung war. Aber sehr bald ist der Kirche auch bewußt geworden, daß der erste Tag der Woche der Tag des Schöpfungsmorgens ist, der Tag, an dem Gott sprach: „Es werde Licht“ (Gen 1, 3). Deshalb ist der Sonntag auch das Fest der Dankbarkeit für Gottes Schöpfung und der Freude über sie. Für die frühe Kirche ist dann auch immer mehr in den ersten Tag das Erbe des siebten Tages, des Sabbats, eingegangen. Wir nehmen teil an der Ruhe Gottes, die alle Menschen umfaßt.

Wenn ihr das tut, werde ich die Quelle eurer Freude sein. Jes 58:14

Jes 59,2: Schuld trennt von Gott

Eure Schuld, sie steht wie eine Mauer zwischen euch und eurem Gott! Eure Sünden verdecken ihn, darum hört er euch nicht. Jes 59:2

Christus annehmen als Erlöser ist daran gebunden, dass ich meine Erlösungsbedürftigkeit erkenne. Warum bin ich auf die Erlösung angewiesen: weil ich als Mensch immer wieder schuldig werde. Diese Schuld trennt mich von der Heiligkeit des Vaters. Dadurch, dass Jesus diese Schuld auf sich lädt, überbrückt er diese Trennung. Bekennen wir immer wieder unsere Schuld, nicht nur formal und gestisch, sondern mit der Aufrichtigkeit des Herzens. Das ist es, was wirklich zählt: die Umkehr zu Gott mit wahrhaft reumütigem Herzen, um sein Erbarmen zu finden, dass er uns schenkt in Christus.

Jes 59,12: Schuldbekenntnis &  Bußgebet

Wir haben dir, o Gott, den Rücken gekehrt. Unsere Schuld ist groß und unsere Sünden klagen uns an. Jes 59:12

Es geht weiter um das zentrale Thema der Umkehr. Es geht um Sünde. Sünde ist Abwendung von Gott. Ohne Sünde müssen wir nicht umkehren, ohne ihre Erkenntnis werden wir nicht umkehren. Erst die Ehrlichkeit vor Gott macht einen erlösenden Neustart möglich. Die Israeliten hatten sich von Gott entfernt und das bekennen sie. Auf dem Weg zu Gott werden wir die dunklen Stellen unseres Lebens erkennen müssen. Er selbst stößt uns in seiner väterlichen Güte darauf hin. Wir brauchen aber nicht mehr daran zu verzweifeln, sondern können sie ihm sogleich bringen. Im Vertrauen darauf, dass sein Wort wahr ist, können wir seine Vergebung und den Frieden empfangen.

Mein Heiliger Geist, der auf euch ruht, wird bei euch bleiben, und die Worte, die ihr von mir empfangen habt, werden von Mund zu Mund gehen. Jes 59:21

Jes 60,1: Das Licht des Herrn

Das Licht ist gekommen, das deine Finsternis erhellt. Die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir wie die Sonne. Jes 60:1

Christus ist Licht und das Licht kann nicht verdunkeln, sondern nur erleuchten, aufhellen, enthüllen. Als Nachfolger Christi geben wir von diesem Licht, das in die Dunkelheit der Welt eingetreten ist, Zeugnis. Dieses Licht leuchtet auch in unserer Zeit und zeigt uns den Weg zum wahren Leben. Da ist kein Schatten, und sei er noch so düster, der das Licht Christi verfinstern könnte. Deshalb verlieren jene, die an Christus glauben, nie die Hoffnung, denn: „Über dir leuchtet das Licht des Herrn auf und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jes 60:2)

Ich der Herr, werde dein ewiges Licht sein, dein Gott, die Sonne, die dir scheint. Es wird nie wieder dunkel um dich werden. Denn anders als Sonne und Mond werde ich nie aufhören, dein Licht zu sein. Dann ist deine Trauerzeit vorbei. Jes 60:19-20

Jes 61,10: Bekleidet mit Gerechtigkeit

Er hat mich mit Gerechtigkeit bekleidet wie mit einem schützenden Mantel. Jes 61:10

Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen und die Verzweifelten zu trösten. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, ihre Fesseln werden nun gelöst und die Kerkertüren geöffnet. Jes 61:1

Ich rufe ihnen zu: Jetzt erlässt der Herr eure Schuld! Jes 61:2

Vorbei ist die Leidenszeit. Jesaja 61:3

Gott, der Herr wird uns retten und das Gute bei uns wachsen lassen. Jes 61:11

Jes 62,1: Geliebte Stadt Jerusalem

Mein Herz schlägt für Jerusalem, darum kann ich nicht schweigen. Jes 62:1

Dies ist ein Hymnus über Jerusalem. Mit starken Bildern zeigt Gott seine Liebe zu Jerusalem: die Stadt und seine Bewohner als Diadem in Gottes Hand (V. 3), als Braut, über die sich der Bräutigam freut (V. 5), als Freie, die nicht mehr den Lohn ihrer Arbeit den Besatzungsmächten abliefern muss (V. 8f), als Straßenbau- und Infrastruktur-Zentrum, als heilige Mitte der Gottesnähe. Erfüllung der göttlichen Verheißungen nur in Andeutungen zu sehen- Prophet spricht Mut zu – Hoffnung. Der Prophet sucht nach Worten und Namen, um zu sagen, dass Gott Jerusalem und dass diese Liebe zu seinem Volk die eigentliche Gabe Gottes das Unterpfand des kommenden Glückes ist.

Du heißt dann meine Liebste. Jes 62:4

Wie ein Bräutigam sich an seiner Braut freut, so wird dein Gott sich über dich freuen. Jes 62:5

Jes 63,1: Gericht Gottes

Wer ist der, der von Edom kommt und einherschreitet in seiner großen Kraft? Jes 63,1

Kapitel 63 bis 64 Christus kehrt von dem Gericht aus Kapitel 34 zurück, mit Kleidern, die von dem Schlachten seiner Feinde beschmutzt sind (Jes 63,1-3). Danach folgen die Fürbitten des Geistes der Weissagung. Der Prophet hat hier das Bild der Rache vor Augen. Er bezeugt Gottes strafendes Gericht, das beispielhaft für die Völker der Welt an Edom vollzogen wird. Das Grenzvolk im Süden war mit Israel verwandt, aber seit vielen Generationen auch ein „Erbfeind“. Die erlittenen Gräuel sind unvergessen. Jeder, der selbst schlimmes Unrecht erfahren hat, kann wohl den Wunsch nach Vergeltung nachvollziehen. Auch die Sehnsucht nach einem Gott, der Unrecht sühnt und Schuldige straft. Wie gut, wenn dann daran erinnert wird, dass Gott selbst sich das letzte Urteil vorbehält.

Warum sind deine Kleider so rot? Hast du Trauben in der Kelter zerstampft? Jesaja 63:2

Jes 63,6: Ein großes Gebet

Ja, ich ließ meinem Zorn freien Lauf und brachte die Völker zum Taumeln. Wütend zertrampelte ich sie und tränkte die Erde mit ihrem Blut. Jesaja 63:6

Was muss man tun, um die Schwäche der Seele zu überwinden? Es gibt zwei Möglichkeiten: das Gebet und die Loslösung von sich selbst. Jesus empfiehlt uns, wachsam zu sein. Wir müssen wachsam sein, wenn wir ein reines Herz haben wollen, aber wachsam in Frieden, damit unser Herz berührt werden kann. Denn es kann von guten wie von schlechten Dingen berührt werden, von innen oder von außen. Wenn

Die Liebe muß sich in konkrete Gesten gegenüber den Nächsten umsetzen, besonders gegenüber den Armen und Notleidenden. Die Konkretheit der Liebe ist eines der wesentlichen Elemente für das Leben der Christen, die von Jesus ermutigt werden, das Licht der Welt zu sein. Der Liebesdienst ist nicht eine Art Wohlfahrtsaktivität, sondern daß er zu ihrem Wesen gehört, unverzichtbarer Wesensausdruck ihrer selbst ist

• Lobpreis: Immer wieder erzähle ich von seinen ruhmvollen Taten wie er mit Liebe und Güte das Volk Israel umsorgte. (Jes 63:7). Kein Auge hat gesehen einen Gott außer dir, der so wohltut denen, die auf ihn harren. (Jes 64,3)

• Bittgebet: Bitte, wende dich uns wieder zu! (Jes 63:17) Komm zu uns herab! (Jes 63:19)

• Schuldbekenntnis: Wir haben gesündigt und uns völlig in unsere Irrwege verrannt. (Jes 64:4)

• Klage: Ist deine Liebe erloschen? Du bist doch unser Vater! (Jes 63:15-16). Wie lange schaust du noch schweigend zu? (Jes 64:11)

Und in alldem steht der Glaube an einen Gott-mit-uns: Wenn sie in Bedrängnis waren, litt auch er. Immer wieder ist er durch seinen Engel zu ihnen gekommen und hat sie gerettet. (Jes 63:9)

Jes 65,12: Gottes Antwort auf das Gebet

Ich redete und ihr habt nicht gehört. Jes 65,12

Auch wenn unser Gott uns zuweilen zurechtweist, so will er nur unser Bestes. Seine Worte zielen auf Einsicht und Umkehr. Manche müssen erst aus Schaden klug werden, aber unser himmlischer Vater will das seinen Kindern eigentlich ersparen. Darum redet er zu uns, dass wir auf ihn hören sollen. Manchmal durchaus streng, aber immer zu unserem Vorteil. Also: Alle Störgeräusche runterfahren und hinhören auf das, was er uns zu sagen hat! In Jesus hat er uns vor allem gesagt, dass das Heil zu allen Menschen kommt:

Zu Menschen, die nicht aus meinem Volk waren, habe ich gesagt: Seht her, hier bin ich! Jes 65:1

Jes 65,17: Ich mache alles neu

Ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. Jes 65:17

Trotz guter Absichten irren wir immer wieder vom Weg ab. Wie wundervoll und tröstlich ist da diese Verheißung: eine vollkommen erneuerte Welt. Der verherrlichte Jesus spricht am Ende des Buches der Offenbarung: siehe ich mache alles neu. In Jesus Christus sind wir jetzt schon mit hineingenommen in diese neue Schöpfung. Aber sie ist noch nicht vollendet. Wir dürfen darauf warten und dabei alles von Gott erwarten: Freut euch und jubelt ohne Ende über das, was ich tue. Alles Weinen und Klagen wird dann verstummen. Jes 65:18-19

Ehe sie zu mir um Hilfe rufen, stehe ich ihnen bei, noch während sie beten, habe ich sie schon erhört. Jes 65:24

Wolf und Lamm werden friedlich zusammen weiden. Jes 65:25

Jes 66,2: Ein sich kümmernder Gott

Ich habe das alles doch geschaffen, Himmel und Erde kommen aus meiner Hand! Dennoch achte ich auf die Menschen, die in Not sind. Ja, ich kümmere mich um die Verzweifelten und um alle, die voll Ehrfurcht auf meine Worte hören. Jes 66:2

Bewegt von der großen Not des Menschen, gab Gott ihm das Gesetz und die Propheten. Schließlich gab er sich selbst für das Leben der Welt dahin. Er hat uns großzügig beschenkt mit Aposteln, Evangelisten, Lehrern, Hirten, Heilungen und Wundern. Er hat uns wieder lebendig gemacht, den Tod vernichtet. Gott überschüttet uns mit geistlichen Gütern, wenn wir sie nur annehmen wollen. Zögere also nicht, denen zu Hilfe zu kommen, die Hilfe brauchen. Vor allem gib dem, der dich bittet. Ebenso wie Gott ist auch dir der Arme anvertraut. Gregor von Nazianz

Jes 66,10: Freut euch

Freut euch mit Jerusalem und frohlockt über sie, ihr alle, die ihr sie liebt; frohlockt, teilt nun auch ihre Freude mit ihr, ihr alle, die ihr euch um sie betrübt habt, Jes 66:10

Gott will, dass wir zufrieden sind. Es bedarf keiner großen psychologischen Kenntnisse um zu verstehen, dass jemand, der nicht zufrieden ist, mit der Zeit an Leib und Seele erkrankt. Allerdings muss unsere Freude gut fundiert sein, sie muss der Ausdruck eines ernsthaft ausgefüllten Lebens sein. Ansonsten artet unsere Freude in Oberflächlichkeit und Albernheiten aus. Die heilige Therese unterschied mit Recht zwischen einer heiligen Freude und einer verrückten Freude. Letztere ist nur äußerlich, kurzdauernd und hinterlässt einen bitteren Geschmack.Rev. D. Joan Ant. MATEO i García

Jes 66,12: Gott schenkt Frieden

Ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom. Jes 66,12

Gott schenkt diesen Frieden. Ja, Gott will auch uns diesen Frieden schenken. Seine Gnade führt deine Seele dorthin im Gebet. Das Bittgebet gründet auf der Gewissheit, dass wir aus uns selbst nichts tun können, dass Gott jedoch alles kann. Das Gebet ist notwendig, um Licht und Kraft zu erlangen. Der Herr will, dass wir uns danach sehnen, ihn zu lieben, damit er uns trösten kann wie eine Mutter ihr Kind (vgl. Jes 66:13).

Wenn ihr das alles seht, werdet ihr wieder von Herzen fröhlich sein, und neue Lebenskraft wird in euch aufkeimen wie frisches Gras. Jes 66:14

Jes 66,13: Gott schenkt Trost

Ich will euch trösten wie eine Mutter ihr Kind. Jes 66:13

Wie ein Kind sich nach (s)einer liebenden Mutter sehnt, so sehnen wir uns wissentlich oder unwissentlich nach dem letzten Urgrund Gott, denn des Menschen Heimat ist Gott (Hildegard v.B.), all unsere Quellen sind in Gott (Ps. 87,7) und Gott ist in uns. „Der Himmel ist in dir! Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.“ (Silesius) Darum ist die lebenslange Gottessuche so unerlässlich, wenngleich wir Gott nicht aus eigener Kraft finden können, sondern er sich vielmehr finden lässt (Jes. 55,6). Die Gottessuche lässt durch die Gnade Gottes vielerlei Früchte in uns entstehen: sie führt zur Gottesehrfurcht, die uns erleuchtet, vertieft unser Vertrauen in ihn, lässt uns die Offenbarung Gottes und seine Anwesenheit in unserem Leben erkennen und führt zur einer immer tieferen Hingabe an ihn.

Jes 66,18: Alle Völker ehren Gott

Ich komme, um Menschen aller Völker und Sprachen zu versammeln. Von überall strömen sie herbei und sehen meine Größe und Macht. Jes 66:18

Bei den Israeliten gab es keinen Missionsauftrag, war Israel doch das auserwählte Volk. Man konnte sich zwar dem Gott Israel anschließen, aber eine Verkündigung gab es nicht. Diese Bibelstelle am Ende des Buches ist eine Prophetie, die den Missionsbefehl Jesu Christi im Voraus ankündigte, der sich dann entfaltet in der Apostelgeschichte und der bis in die heutige Zeit hinein reicht.

Jes 66,19: Ende des Buchs

Ich will einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, wo man nichts von mir gehört hat; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen. Jesaja 66,19

Abschließende Worte: Jesaja ist und bleibt für mich ein steter Lebensbegleiter. Sein ganzes Buch atmet schon den Geist des Evangeliums. Kein anderer Prophet enthüllt so viel von Gottes Heilsgedanken wie Jesaja. Kein anderes Prophetenbuch wird so oft im NT angeführt wie der Prophet Jesaja; überall im NT wird bezeugt, daß Jesus Christus die Erfüllung aller Prophetien des Jesaja über den kommenden Messias ist.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste