Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Jesaja Kap. 13 bis 39: Auslegung und Kommentar

Kapitel 13 bis 27

Jes 14,7: Nun ist es friedlich geworden und die Erde kommt zur Ruhe. Die ganze Welt bricht in Jubel aus.

Gott befreit: Die Kapitel 13-27 berichten über die Gerichte Babylons und der Nationen, bei denen Israel Gefangenschaft und Verwerfung erduldete. Babylon stürzt. Ein Triumphlied wird gesungen. Über weitere Nationen wird Gericht gehalten: Assyrien, Philister, Moabiter, Kusch, Ägypten, Damaskus, Tyrus, Sidon und gegen das Nordreich Israel. Der Abschnitt endet mit der Befreiung aus dem Zustand der Ausgestoßenheit und mit der Anbetung in Jerusalem. Neben der Historizität der Ereignisse ist dies für uns ein Bild, dass Gott uns befreit aus dem, was uns gefangen hält und uns in seine Ruhe führt.

Jes 17,7: Dann endlich werden die Menschen wieder an mich, ihren Schöpfer, denken und ihren Blick wieder auf den heiligen Gott Israels richten.

Jes 19,20: Wenn sie zum Herrn schreien vor den Bedrängern, so wird er ihnen einen Retter senden.

Das universale Heil: Jessaja hört eine Verheißung für Ägypten, die einst die Israeliten als Sklaven gefangen hielten. Das Unfassbare: Gott will sogar den Ägyptern, wenn sie bedrängt sind, einen Retter geben, ein Zeichen dafür, dass der Gott Israels nicht ruhen wird, bis alle Völker einbezogen sind in sein Heil. Was die Israeliten einmal in Ägypten erfahren hatten soll nun auch Erfahrung der Ägypter werden: Gott errettet aus Bedrängnis und heilt die Wunden. Dies ist ein Vorausblick auf die Apostelgeschichte, wo das Heil allen Menschen verkündet wird.

Jes 19,22: Sie werden sich ihm zuwenden, und er wird ihre Gebete erhören und sie wieder heilen.

Jes 25,1: Herr, du bist mein Gott! Ich lobe dich und preise deinen Namen, denn du vollbringst wunderbare Taten.

Das Weltgericht: Kapitel 24 bis 27 enthalten die Apokalypse des Jesaja. Während Kapitel 13- 23 Gerichts-Botschaften für einzelne Völker enthalten, sprechen die Kapitel 24-27 von Geschehnissen mit universalen Ausmaß. In eindringlichen Bildern wird das kommende Gericht Gottes über die ganze Erde geschildert. Aber auch von Rettung und Wiederherstellung ist die Rede. Es erinnert alles stark an das letzte Buch der Bibel, der Offenbarung. Gott wird alles zum Guten führen. Er hat alles in der Hand. In Kapitel 25 singen die Erlösten daher ein Danklied.

Jes 25,4: Die Armen und Schwachen finden Zuflucht bei dir. Dort sind sie sicher in Zeiten der Not. Du gibst ihnen Schutz wie ein Dach im Wolkenbruch, wie kühler Schatten in der Mittagshitze.

Jes 25,6: Hier auf dem Berg Zion wird der Herr, der allmächtige Gott, alle Völker zu einem Festmahl mit köstlichen Speisen und herrlichem Wein einladen.

Das große Freudenmahl: Der König der ganzen Erde lädt alle (!) Völker anlässlich seiner Thronbesteigung zu einem Festmahl ein. Seinen Sieg vollendet er durch die Überwindung des Todes als des letzten Feindes. Hier ist eine der seltenen Stellen, wo im Alten Testament die Gewissheit der Todesüberwindung klar aufleuchtet. Er zerreißt den Trauerschleier und zieht das Leichentuch weg. Er allein ist unser Gott! Auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, und er hat uns gerettet. Der Glaube an die Auferstehung der Toten ist zutiefst in unserem Inneren.

Jes 25,8: Er wird den Tod für immer und ewig vernichten. Gott, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen.

Jes 26,3: Herr, du gibst Frieden dem, der sich fest an dich hält und dir allein vertraut.

Am Herrn vertrauend fest halten: Wer sich fest an Gott hält, der nimmt sehr wohl die Herausforderungen, Gefahren und Verlockungen seiner Umwelt wahr. Doch er entscheidet sich immer wieder dafür, sich auf Gott zu verlassen. Er ist also nicht passiv, sondern wie ein aufmerksamer Wächter, der das Gute durchlässt und das Zerstörende zurückweist. Das alles bewahrt uns den Frieden. Beende dein Gebet niemals anders, als mit Vertrauen.

Jes 26,4: Ja, vertraut dem Herrn für immer, denn er, unser Gott, ist ein starker Fels für alle Zeiten!

Jes 26,19: Der Tau, den du sendest, ist ein Tau des Lichts.

Der neue Weinberg: Tauet Himmel den Gerechten heißt’s in einem Adventslied. Bei Jesaja gibt es dieses wunderschöne Bild vom gesendeten Tau des Lichts. Damit ist der Herr selbst gemeint. Bilder helfen uns, dem Geheimnis nach zu spüren. Tau kommt nicht gewaltig daher, sondern in der Ruhe und dem Schatten der Nacht, ebenso wie Jesus in der heiligen Nacht zu Bethlehem. Ebenso kommt Jesus in dein Herzen, nicht mit Pauken und Trompeten, sondern in ein ruhiges, stilles und demütiges Herz, ja auch gerade in unserem oft viel zu voll gepackten Alltag. Bereite dein Herz, wenn Jesus, der Tau des Lichts, anklopft.

Christus Geburt in uns tagtäglich, bedeutet jeden Tag aufs neue zu entscheiden, dass er mein Herr ist, dem ich nachfolgen möchte. Drei eindrückliche Zitate, die mich auf meinem Lebensweg immer wieder begleiten

Selig, die Bethlehem im Herzen tragen, und in deren Herz Christus jeden Tag geboren wird. Hieronymus

Wir feiern Weihnachten, auf dass diese Geburt auch in uns Menschen geschieht. Meister Eckhart

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren, und nicht in dir, du bleibst verloren. Angelus Silesius

Jes 28,16: Seht, ich lege in Zion den Grundstein für ein gutes Fundament. Es ist ein kostbarer Eckstein, der felsenfest steht. Wer auf ihn baut und ihm vertraut, braucht nicht zu fliehen.

Jesus der Eckstein: Ich bin ein Fluchtmensch. In schwierigen Situationen, zwischenmenschlichen Konflikten oder wo jemand meine Hilfe braucht wo es gerade mir nicht passt, habe ich im ersten Moment immer noch einen Fluchtdrang. Früher habe ich dem nachgegeben. Heute akzeptiere ich dass er da ist, handele aber nicht nach ihm. Auch Jesu floh nicht vor der Passion. Ich halte die Situationen aus, spreche Unangenehmes an, helfe auch wenn’s mir gerade nicht passt. Der Glaube gibt mir dazu die Stärke. Er ist meine erste Hilfe. Das Gespräch mit Jesus, Gebete, Liturgie, rel. Lieder, da tanken ich für solche Momente auf. Denn: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht. Wenn ihr nicht fest im Glauben steht, dann könnt ihr überhaupt nicht bestehen!“ (Jes 7,9) Wachet, steht fest im Glauben, seid mutig und seid stark! (1.Kor 16,13)

Kapitel 28 bis 35

Nach den großen Verheißungen enthalten die Kapitel 28-35 nun wieder mahnende Weherufe über das untreue Israel, die auf alles andere vertrauten, nur nicht auf Gott. auf alles andere vertrauten, nur nicht auf Gott. „Sie wollten nicht auf ihn hören.“ (Jes 28:12). Ihre Herzen waren nicht mit Gott verbunden. Jesaja gibt Gottes Botschaft weiter, dass allein das Vertrauen auf einen kostbaren Eckstein zum Leben führt. Das Wort vom Eckstein wurde schon früh auf den Messias Christus gedeutet. An ihn lasst uns unser Herz binden. Ihn lasst uns mit aufrichtigen Worten anbeten.

Jes 29,13: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber mit dem Herzen sind sie weit weg von mir.

Jes 29,19: Wer niedergeschlagen war, freut sich wieder, weil der Herr selbst der Grund seiner Freude ist.

Freude am Herrn: Taube hören, Blinde sehen, Niedergeschlagene freuen sich wieder, die ärmsten Menschen brechen in Jubel aus. All diese Verheißungen haben sich in Jesus erfüllt. Er hat sich gerade den ärmsten Menschen zugewandt. Die ärmsten Menschen, das sind doch wir! Er ist uns nah. Er tut so unvorstellbar viel für uns. Er ist im tiefsten Kern der Hüter unserer Seele. Er hilft uns neu zu sehen und neu zu hören, damit wir diese Nähe auch wahrnehmen. Gott finden wir nur, wenn wir unser Herz und unseren Geist in Gott bergen. Und darin stoßen wir dann auf die Freude, die sich allein in ihm und seiner Nähe finden lässt.

Jes 29,23: Wenn sie meine Taten sehen, die ich unter ihnen vollbringe, dann werden sie meinen heiligen Namen ehren.

Jes 30,15: Durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein.

Im Herr ist Hoffnung: Der Prophet warnt die Regierenden in Jerusalem vor einem Bündnis mit Ägypten gegen die anrückenden Assyrer. Sie hören mal wieder nicht! Sie unterliessen es, Gott um Wegweisung zu bitten. Die sichtbare Macht des Pharao erschien ihnen sicherer als der unsichtbare Gott. Jesaja macht deutlich: Gott will helfen und sich erbarmen. An uns liegt es, diese Hilfe anzunehmen. Er zwingt sie uns nicht auf. Wohin wenden wir uns zu allererst mit unseren Fragen, Nöten und Befürchtungen? Fragen wir Gott nach seinen Plänen mit uns? Steht Jesus Christus da an erster Stelle oder ist er mehr oder weniger unsere letzte Hoffnung? Mach Jesus zu deiner ersten Hoffnung! Vertraue und sei still.

Jes 39,19;21: Ihr müsst nicht mehr weinen! Der Herr wird euch wieder in Liebe annehmen, darauf könnt ihr euch verlassen. Sobald er euer Schreien hört, kommt er euch zu Hilfe. […] Und kommt ihr vom richtigen Weg ab, so hört ihr hinter euch eine Stimme: Halt, dies ist der Weg, den ihr einschlagen sollt!

Jes 32,1: Eines Tages wird ein gerechter König regieren.

Christus unser König: Viele Stimmen dringen an unser Ohr, lärmend und fordernd. Kein Wunder, dass so mancher nicht mehr hinhören will oder kann. So werden oftmals auch die leisen Töne der Stimme Gottes überhört und übertönt. Jesaja schreibt von einer Zeit, in der wir eine neue Hörfähigkeit erlangen werden. Wann das sein wird? Wenn der König kommt. Dieser verheißene König ist niemand anders als Jesus Christus. Er bringt das Reich der erlösenden Gerechtigkeit, denn in ihm sind wir gerecht. Von ihm hören wir nur gute und heilsame Worte, die unser Leben verändern können. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Jes 32,3: Alle sehen wieder klar und hören aufmerksam hin.

Jes 32,15: So wird es bleiben, bis der Geist Gottes aus der Höhe über uns kommt. Dann wird die Wüste in einen Obstgarten verwandelt.

Der heilige Geist wird kommen: Durch seine Gnade ist der Heilige Geist der Erste bei der Weckung unseres Glaubens und beim Eintritt in das neue Leben. Er verwandelt unsere Wüste in fruchtbares Land. Er ist die unaufhörlich in uns sprudelnde, frische Quelle lebendigen Wassers. Dieser Geist wohnt geschenkt in uns. Durch ihn kehrt der Friede, Ruhe und Sicherheit in uns ein. Wie überaus notwendig haben wir dies. Er geht vor allem aus der gegenseitigen Liebe, zu der uns der heilige Geist antreibt und die uns Christus so empfohlen hat.

Jes 32,18: Mein Volk lebt dann in einem Land, in dem Frieden herrscht. Ruhig und ohne Sorgen wohnen sie dort.

Jes 33,17: Ihr werdet euren König sehen in seiner Majestät und Schönheit.

Das Reich Gottes: Herr, hab Erbarmen mit uns! Auf dich allein setzen wir unsere Hoffnung. Schütze und stärke unser Volk jeden Tag neu! Hilf uns in Zeiten der Not! Groß und erhaben ist der Herr, denn er regiert hoch oben im Himmel. Er handelt! Er sorgt dafür, dass auf dem Berg Zion Recht und Gerechtigkeit herrschen. Wir werden in Sicherheit leben und es wird uns in jeder Hinsicht gut gehen. Unser größter Schatz wird die Ehrfurcht vor dem Herrn sein. Denn der Herr wird in seiner Größe und Macht bei uns sein. Der Herr selbst ist dann unser Richter, unser Gesetzgeber und unser König. Nur er kann uns retten und wird es auch tun.

Jes 33,24: Im ganzen Land wird keiner mehr klagen: Ach, ich bin schwach und krank! denn dem Volk wird jede Schuld vergeben sein.

Jes 35,1: Freuen wird sich die Wüste, und das dürre Land wird jubeln. Die Steppe wird fröhlich singen und aufblühen wie ein Meer von Narzissen.

Glaube an den erlösenden Gott: Die Botschaft ist der Glaube an den erlösenden Gott, der unsere Hoffnung ist. Unser tiefes Vertrauen ist es, dass wir in seinem Herzen sind. In dieser Liebe gehen wir auf Gott und auf den Nächsten zu. In dieser Liebe, die bis zur Selbsthingabe am Kreuz ging, wissen wir, dass uns nun niemand mehr anklagen, verurteilen und zuletzt von dieser großen Liebe trennen kann. Das ist die Botschaft, die wir verkünden: das äußerste Liebesopfer am Kreuz, das der Sohn Gottes freiwillig gewählt hat ist die Quelle unseres Heils. In der heiligen Eucharistie bleibt diese Tat des Herrn in seinem Herzen in Ewigkeit gegenwärtig. Diese Haltung seines Herzens zieht uns an, vereint uns mit ihm und drängt und dazu, diese frohe Botschaft allen zu verkünden.

Jes 35,3: Stärkt die kraftlosen Hände! Lasst die zitternden Knie wieder fest werden!

Stärkt euch! Jeder kennt von uns Tage, an denen wir kraftlos sind, nicht nur körperlich, sondern vor allem auch geistig-spirituell. Da ist mir dann alles zu viel und selbst das Gebet kostet Mühe. Wüstenzeiten! Ich kann hier nicht wie im TV einfach umschalten, sondern muss hindurch gehen. Es ist gut, wenn ich dabei Wasservorrat dabei habe.

Jes 35,4: Fasst neuen Mut! Habt keine Angst mehr, denn euer Gott ist bei euch!

Das himmlische Jerusalem: Die Wüste freut sich. Die Steppe singt fröhlich. Kraftlose Hände werden gestärkt. Zitternde Knie werden fest. Blinde sehen, Taube hören und Gelähmte gehen. Eine heilige Straße für Gottes Volk gibt es. Das Kapitel 35 überschlägt sich in Bildern der Freude und des Heils. Es ist ein Ausblick auf den Zustand, wenn wir nach unserem irdischen Leben ins himmlische Jerusalem einziehen. Was für ein Ausblick. Es ist aber alles andere als eine Vertröstung auf das Jenseits, den in Christus hat dies alles schon jetzt begonnen.

Jes 35,10: Dann sind Trauer und Sorge für immer vorbei, Glück und Frieden halten Einzug, und die Freude hört niemals auf.

Jes 35,10: Die Freude hört niemals auf.

Jes 35,10: Ewige Freude wird über ihrem Haupte sein.

Selige Freude: Begreife: diese Verheißung hat sich in Christus erfüllt. So leicht lassen wir uns jedoch diese vollkommene Freude nehmen, wenn wir uns zu ernst und wichtig nehmen. Übe dich stets darin, über dich und deine Menschlichkeit zu lachen, wenn eben mal etwas nicht so perfekt gelaufen ist. Humor ist einer der besten Wege, um Konflikte zu beenden oder erst gar nicht beginnen zu lassen, wenn wir auf eine amüsante und humorvolle Art und Weise ja auch zu unseren Schwächen und Fehlern stehen. Das wirkt sich oft beruhigend auf die Umgebung aus. Versuche vieles, vieles, was dir im Alltag widerfährt mit Humor zu nehmen, so nimmst du diesen Ereignissen die Macht dir die Freude zu rauben. Vertraue allein Jesus, der unsere Freude ist.

Christliche Freude ist vollkommene, unzerstörbare, unbegrenzte und immerwährende Freude, die nicht an das Sichtbare gebunden ist, sondern Ausdruck einer tiefen Gotteserfahrung ist. Wer Gott erfährt, der hat in sich eine Freude, die durch äußere Leiderfahrungen zwar überdeckt, aber letztlich nicht genommen werden kann. Wenn ich bei Konflikten und Krisen mich in mich kehre in meine innere Zelle finde ich dort diese göttliche Freude, die mir keiner mehr nehmen kann. Freude ist Ausdruck des bewussten und erfüllten Lebens in Gott. Diese Freude ist immer schon in dir, selbst wenn äußere Wolken diese Freude verdunkeln.Werde dir heute dankbar dieser ewigen Freude in dir bewusst. Gott ist mit dir.

Kapitel 36 bis 39

Die Kapitel 36-39 sind vor allem ein geschichtlicher Anhang zum ersten Teil des Jesajabuches. Der Text stimmt weitgehend überein mit  2Kön 18,13- 20,19. Es geht um die Belagerung und Rettung Jerusalems. Ich klammere ihn bei meiner Betrachtung aus.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste