Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Jesaja Kap. 1 bis 12: Auslegung

Jes 1,2: Gott nicht den Rücken zukehren

Die Kinder, die ich großgezogen und ernährt habe, wollen nichts mehr von mir wissen. Jes 1:2

Der Prophet Jesaja hatte in der Zeit von 736 bis 701 v. Chr. dem jüdischen Volk Gottes Wort zu sagen. Er hat wie kein anderer das Kommen und Wirken des Messias ankündigte. In seinen Prophezeiungen finden wir vieles wieder, was wir später über Jesus Christus lesen. Sie erfüllten sich also ca. 700 Jahre später. Seine Warnung, Gott nicht zu vergessen und ihm den Rücken zuzukehren, gilt auch uns. Ochse und Esel macht er zum Vorbild, weil Haustiere instinktiv wissen, wo sie hingehören. Ein Ochse kennt seinen Herrn aber Israel kennt’s nicht. Wir suchen viel zu häufig in anderen Dingen Heil und Geborgenheit. Wo dies letztlich hinführt, erzählt Jesaja auch:

Von Kopf bis Fuß seid ihr voller Beulen, blutiger Striemen und frischer Wunden. Nichts mehr an euch ist gesund, und keiner ist da, der eure Wunden reinigt, mit Salbe behandelt und verbindet. Jes 1:6

Jes 1,18: Sündenvergebung

Selbst wenn eure Sünden blutrot sind, sollt ihr doch schneeweiß werden. Sind sie so rot wie Purpur, will ich euch doch reinwaschen wie weiße Wolle. Jes 1:18

Kein Mensch ist ohne Sünde und kein Mensch kann sich davon freisprechen. Allein Gott kann das Unmögliche tun. Er tritt selbst im Gericht für uns ein, als unser Richter und Anwalt zugleich. Wunderbare Gnade! Schon hier klingt an, was Gott durch Jesus für uns getan hat. „Er wird allen die Schuld vergeben, die zu ihm zurückkehren.“ (Jes 1:27) Es wird allerdings keine billige Gnade sein. Empfangen kann sie nur der Mensch, der Buße tut und Reue zeigt, der beständig darum bemüht ist dem Herrn von Herzen zu gehorchen. Daher mahnt uns Jesaja:

Wascht euch, reinigt euch von aller Bosheit! […] Lernt wieder, Gutes zu tun!  Jes 1,16-17

Jes 2,4: Frieden im Herzen

Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen. Jes 2:4

Der Friede muss in unserem Herzen den Ursprung nehmen. Dort in unserem Herzen herrscht Christus. Sind wir nicht wachsam mit ihm verbunden, läuft jegliches Bemühen um Frieden in unseren Gemeinschaften ins Leere. Durch Christus sind wir Friedensstifter unter den Menschen, gerade eben auch in den Schwierigkeiten, auch in den Augenblicken der Schwäche. Je mehr diese Liebe, die auf Frieden zielt, unsere Herzen erreicht, umso mehr bleiben wir in Gott, denn wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott. Bleibe also inmitten der Kämpfe in Frieden und beunruhige dich nicht, denn Gott ist für Dich.

Der Frieden beginnt im eigenen Haus. Karl Jasper

Jes 2,5: Er ist unser Licht

Wir wollen schon jetzt mit dem Herrn leben. Er ist unser Licht! Jes 2:5

Gott ist Liebe. Das bringt seine Tätigkeit Gottes zum Ausdruck. Gott ist ebenso Licht. Das bringt seine innewohnende absolute Reinheit zum Ausdruck. Nichts kann uns dieses Licht nehmen! Weil Jesus unser Licht ist, gibt es für uns keinen Sonnenuntergang! Wir dürfen unsere Schattenseiten nicht verdrängen. Das macht uns krank !!! Wir dürfen sie stattdessen in sein Licht halten, und so unser ganzes Sein Jesus und seinem Licht aussetzen. Durch seine Menschwerdung, Passion und Auferstehung leuchtet er uns und zieht uns in das neue Leben hinein, das alles Dunke besiegt. Verlieren wir nicht das wachsame Herz, welches allein das Wesentliche zu sehen vermag: das Licht Christi, das in uns und für uns leuchtet.

Die völlige Selbsthingabe Christi am Kreuz sei euch Ursprung, Ansporn und Kraft für einen Glauben, der in der Liebe wirksam wird. Benedikt

Nur wenn wir im Licht der Gegenwart Gottes leben und in der Liebe unseres Herrn bleiben, blühen wir als Christen auf. In den wärmenden Strahlen der Liebe Gottes wachsen wir in der Gnade und in der Erkenntnis des Herrn Jesus. Er sagt ja selbst: Ich bin das Licht der Welt! Nur durch ihn bekommen wir geistliche Kraft und Einsicht, um ein Leben zur Ehre Gottes zu führen und in unserem Verhalten etwas von Christus zu zeigen. Wir sind Nachahmer Christi!

Jes 2,11: Sich auf den Herrn verlassen

Es kommt der Tag, an dem der Hochmut der Menschen ein Ende hat und ihr Stolz gebrochen wird. Dann wird nur einer groß sein: der Herr ! Jes 2:11

Der ganze Abschnitt warnt vor Überheblichkeit und Gottvergessenheit. Jesaja warnt davor, dass wir uns auf das verlassen, was uns aus irdisch-menschlicher Sicht groß und wertvoll erscheint. Denn es wird der Tag kommen, an dem es offensichtlich sein wird, wer wirklich groß und verlässlich ist: Gott selbst in seiner Herrlichkeit und Majestät. Dann wird sich so manche menschliche Größe beugen müssen. Darum: Liebt nicht die Welt und hängt euer Herz nicht an irgendetwas in dieser Welt. Verlasst euch allein auf Gott. Dann geht es euch gut!

Hört endlich auf, euch auf Menschen zu verlassen! Jes 2:22

Wer Gott gehorcht, dem geht es gut. Jes 3:10

Jes 4,3: Das Neue in Jesus Christus

Gott selbst hat ihre Namen in einem Buch aufgeschrieben und sie zum Leben bestimmt. Jes 4:3

Auf das harte Gerichtswort im Kapitel 3 folgt eine Heilsankündigung im Kapitel 4: Pflanzen sprießen, reiche Ernte, von Schuld befreit und geläutert, über uns ein Schutzdach. Was hier Verheißung ist, ist in Christus in Erfüllung gegangen. In ihm ist das Neue zu uns gekommen. Er trägt unsere Namen an seinem Herzen hin vor Gott. Gerade wenn unser Lebensweg oft schwierig, mühsam und manchmal zum Verzweifeln ist, können wir darauf vertrauen und hoffen.

Der Herr wird etwas Neues schaffen. Jes 4:5

Jes 5,7: Der unfruchtbare Weinberg

Ihr seid der Weinberg und euer Besitzer ist der Herr, der allmächtige Gott. Jes 5:7

Weil Trauben zu den begehrtesten Früchten des Landes zählten, ist der Weinberg ein oft gebrauchtes Bild für die Geliebte. Gott klagt über seinen Weinberg Israel, weil er unfruchtbar ist. „Für mich, den Herrn, haben sie keinen Gedanken übrig. Was ich in der Welt tue, nehmen sie nicht wahr.“  (Jes 5:12) Er wollte gute Taten sehen. In  Weherufen nennt Jesaja, was der Weinberg stattdessen hervor bringt: Besäufnisse, Böses wird gut und Gutes wird Böse genannt, Raffgier, Hochmut und Eingebildetheit u.v.m. Der Weinberg, die Geliebte, ist gefesselt an die Sünde. Wie können wir davor bewahrt bleiben? Wie können wir uns davor schützen ins Böse abzugleiten?

Jes 6,3: Berufung des Jesaja

Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott! Seine Herrlichkeit erfüllt die ganze Welt. Jes 6:3

In einer Vision wird Jesaja in den Thronsaal Gottes gehoben und sieht dort den Herrn auf dem Thron sitzen. Um ihn herum sind Engel, die heilig, heilig rufen. Die Erscheinung ist so riesenhaft groß. Jesaja erschrickt und bekennt, dass er ein Sünder ist, dass er unreine Lippen hat. Da kommt ein Engel und rührt mit einem glühenden Stück Kohle Jesajas Lippen an. Jesaja erlebte Gottes furchterregende Heiligkeit und gleichzeitig dessen Güte. Danach stellt er sich in den Dienst Gottes. Uns geht es nicht viel anders ergeht als Jesaja. In Gottes Gegenwart spüren wir unsere Erlösungsbedürftigkeit. Doch gleichzeitig erleben wir seine Liebe zu uns. Die glühende Kohle symbolisiert das Kreuz Jesu Christi. In dem Moment, wo wir uns mit diesem Kreuz Christi verbinden, indem wir darauf vertrauen, dass unsere Schuld auf ihm liegt, werden wir vor Gott frei von aller Schuld. Und auch wir sind seine Diener.

Schau, die glühende Kohle hat deine Lippen berührt. Deine Schuld ist jetzt weg genommen, dir sind deine Sünden vergeben. Jes 6:7

Jes 7,4: Im Herrn ruhen

Sag ihm, er soll nichts Unüberlegtes tun, sondern Ruhe bewahren. Ermutige ihn mit dieser Botschaft: Hab keine Angst und lass dich nicht einschüchtern!  Jes 7:4

König des Südreiches Juda Ahas steht unmittelbar vor einem Krieg. Der König von Israel zieht heran. Ein Bruderkrieg im Gottesvolk! Das Volk zitterte ängstlich. Darauf bekommt Ahas durch Jesaja von Gott eben diese Zusage in Vers 4. Ahas und wir sollen Vertrauen lernen und begreifen: In Gottes Augen sieht das, was mir Angst macht, völlig anders aus. Für unseren Alltag: egal was ist und passiert (und das kann zuweilen heftig sein), versuche ich stets in der Verbundenheit mit dem Herrn zu ruhen, voll Zuversicht, Hoffnung und Mut die Dinge anzupacken, die vor mir liegen.

Vertraut jetzt mir, dem Herrn! Wenn ihr nicht fest im Glauben steht, dann könnt ihr überhaupt nicht bestehen! Jes 7:9

Jes 7,12: Immanuel – Gott mit uns

Doch Ahas wehrte ab: Nein, nein, darauf lasse ich mich nicht ein! Ich will den Herrn nicht auf die Probe stellen. Jes 7:12

Ahas sollte sich im Auftrag Jesajas ein Erkennungszeichen erbitten. Gott wollte ihm ein besonderes Zeichen geben, um sein Vertrauen zu stärken im Angesicht der großen Gefahr der feindlichen Truppen. Scheinbar theologisch korrekt, lehnt Ahas ab: Man soll Gott ja nicht versuchen. Wenn Gott aber ein klares Versprechen gegeben hat, dann möchte er, dass wir darauf vertrauen. Das angekündigte Zeichen ist eine große Verheißung. Nach neutestamentlichem Verständnis birgt sie eine Verheißung, die ihre volle und eigentliche Erfüllung erst in der Geburt Jesu Christi aus Maria gefunden hat.

Jetzt gibt euch der Herr von sich aus ein Zeichen: Die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn bekommen. Immanuel (Gott ist mit uns) wird sie ihn nennen. Jes 7:14

Jes 8,18: Botschaften voller Hoffnung

Wir sind lebende Botschaften. Jes 8:18

Jesaja hat mit seiner Botschaft bei König und Volk kein Gehör gefunden. Deshalb redet er für eine Zeit lang nicht mehr in der Öffentlichkeit. Dennoch: allein seine Anwesenheit spricht. So ist das auch bei uns. Wir sind lebende Botschaften. Was für ein Vers! Was für ein Auftrag! Mit Christus, in dem wir leben, können wir ihn hoffnungsvoll angehen, zum einen, weil er zu uns spricht (Glaubt dem, was er euch sagt! Jes 8:20), zum anderen, weil die Verheißung, mit der das achte Kapitel endet, sich erfüllt hat:

Die Zeit der Finsternis und der Hoffnungslosigkeit wird einmal ein Ende haben. Jes 8:23

Jes 9,1: Jesus ist unser Frieden

Das Volk, das in der Finsternis lebt, sieht ein großes Licht. Hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind. Jes 9:1

In einer der dunkelsten Stunden kündigt Jesaja im Bild eines großen Lichtes an, dass der Retter kommt. Die Verheißung des großen Lichtes hat sich in Jesus Christus erfüllt. Er kam in eine dunkle Zeit, er kommt auch hinein in die Nacht unserer Welt und unseres Lebens. Er bringt dauerhaften Frieden (Jes 9,6), einen Frieden, wie in die Welt nicht geben kann.  Soldatenstiefel und Kampfgewänder werden ins Feuer geworfen und verbrannt. (Jes 9:4). Unser Herz ruht in seinem Frieden. Das ist Grund zur überströmenden Freude.

Uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn Wunderbarer Ratgeber,  Starker Gott, Ewiger Vater,  Friedensfürst. Jes 9:5

Jes 10,13: Gegen den Hochmut

Aus eigener Kraft habe ich das alles geschafft! Meiner Klugheit ist es zu verdanken! Jes 10:13

Hüten wir uns vor der Hochmut. Erkennen wir in Demut, dass wir alles von Gott geschenkt bekommen haben. Dem assyrischen König gelingt vieles, weil Gott seine Hand im Spiel hat. Leider fällt er in Hochmut, verlässt sich nur auf sich und seine Macht. Aber: „Ist die Säge mehr als der, der sie gebraucht?“ (Jes 10:15) Darum: verlassen wir uns allein auf Gott und halten ihm die Treue! Also: wenn uns etwas gelingt, wenn wir etwas schaffen, dann lasst uns ihm danken. Das hütet und schützt uns vor jeglichem Stolz.

Auf den Herrn, den heiligen Gott Israels, werden sie sich verlassen und ihm die Treue halten. Jes 10:20

Jes 11,1: Der junge Trieb Jesus

Was von Davids Königshaus noch übrig bleibt, gleicht einem abgehauenen Baumstumpf. Doch er wird zu neuem Leben erwachen: Ein junger Trieb sprießt aus seinen Wurzeln hervor. Jes 11:1

Radikal kommt vom lateinischen radix und bedeutet Wurzel. Advent ist eine Zeit, um radikal zu werden, d.h. zu erkennen, wo unsere Wurzel ist, zu entdecken: Ich habe mich nicht selbst gepflanzt! Ich weiß, wo ich herkomme. Ich habe in diesem aus der Wurzel Jesse gewachsenen Baum Christus eine Heimat, die auch mich wie einen lebendigen Baum dem Himmel entgegenwachsen lässt im Tun seines Willens. Gemäß seinem Willen zu leben ist der Weg, um unsere eigentliche Identität, die Wahrheit unseres Seins zu finden, während das Sich-Trennen von Gott, von der Wurzel, uns von uns selbst entfernt und uns in die Leere stürzt. Interessant: Nazareth heißt zu deutsch so viel wie Sprossdorf.

Diese prophetische Vision von Baumstumpf und Zweig weist auf Jesus hin. Der junge Trieb ist das Jesuskind, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern. Friedenskönig wird er genannt. Es ist doch bezeichnend, dass die fast alle Auferstehungsberichte mit dem Friedensgruß unseres Herrn beginnen. Er hat den Frieden mit Gott gebracht. Doch dabei bleibt es nicht. Er sendet. Er weist uns den Weg in seiner Nachfolge. Darum: Lasst uns mit ganzem Herzen betrachten, woher wir kommen und wohin wir wollen und dann, was wir tun und vorhaben, damit wir nicht das ewige und höchste Gut verlieren. 

Jes 11,6: Wolf und Lamm

Dann werden Wolf und Lamm friedlich beieinander wohnen. Jes 11:6

Abstrakte Worte erreichen häufig nur den Verstand. In Worte gefasste Bilder dagegen haben das Potential, den „ganzen“ Menschen zu erreichen und bergen in sich den Schatz, die Perle, lebensverändernd zu wirken. In der heutigen Jesaja-Lesung ist eben so ein Bild. Ich habe dieses Bild erlebt:  Wenn wir uns zu Jesus hinwenden, den Weg zu uns für ihn frei machen, Hindernisse wegräumen, dann macht uns Jesus heil, ganz, er versöhnt die in uns widerstreitenden Kräfte, was zu dem Frieden führt, den er uns allen verheißen hat, dann wohnen Wolf und Lamm in mir friedlich beianander. Der Friede des Herrn sei mit euch.

Jes 12: Danklied der Erlösten

Kapitel 12 ist einer der schönsten Texte im ganzen Buch Jesaja. Alles ist erfüllt von Dank, Lob und Vertrauen für den unter uns wohnenden Gott:

Dich will ich loben, o Herr ! Du warst zornig auf mich, doch dein Zorn hat sich gelegt, und du hast mich wieder getröstet. Ja, so ist mein Gott: Er ist meine Rettung, ich vertraue ihm und habe keine Angst. Der Herr allein gibt mir Kraft. Denke ich an ihn, dann beginne ich zu singen, denn er hat mich gerettet. Seine Hilfe gleicht einer sprudelnden Quelle. Voller Freude werdet ihr Wasser daraus schöpfen. An jenem Tag werdet ihr sagen: Lobt den Herrn und preist seinen herrlichen Namen! Erzählt den Völkern, was er getan hat! Ruft in die Welt hinaus, wie groß und erhaben er ist! Singt zur Ehre des Herrn, denn er hat wunderbare Taten vollbracht. Auf der ganzen Erde soll man es hören! Ihr Einwohner von Zion, jubelt und singt, denn groß ist der heilige Gott Israels, der mitten unter euch wohnt.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste