Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Jer. Kap. 13-20: Auslegung (Sünden Judas)

Jer 13,15: Gott und den Nächsten hören

Seid nicht überheblich, sondern hört genau zu und nehmt es euch zu Herzen! Jer 13:15

Es geht um eine umfassende Hörfähigkeit, wo wir achtsam wahrnehmen, was an uns heran getragen wird. An erster Stelle steht das Wort Gottes, dem wir auf unterschiedlichster Weise begegnen (nicht „nur“ in der Bibel). An zweiter Stelle steht das Hören auf die Worte des Nächsten. Wer Gott hört, bekommt auch ein Ohr für die Menschen. Er spürt, was Menschen brauchen und wo ihre Nöte liegen. Mit dem Herzen sollen wir bei Gottes und der Menschen Sache sein.

Jer 14,7;20: Eingeständnis der Sünde

Wir haben dir oft die Treue gebrochen, gegen dich haben wir gesündigt. Gegen dich haben wir gesündigt, wir bekennen dir unsere Schuld. Jer 14:7;20

Reue ist eine Voraussetzung für Vergebung. Wer keine Erkenntnis der Schuld hat, der zeigt auch keine Reue. Wer keine Reue zeigt, dem kann auch nicht vergeben werden. Das deutsche Wort Reue meint ursprünglich traurig und betrübt zu sein, beschreibt also den seelischen Schmerz über etwas, das wir getan oder unterlassen haben mit dem Vorsatz, es zukünftig besser zu machen (=Buße). Reue bedeutet eine Veränderung des Herzens und die bewusste Entscheidung, umzukehren. Es geht nicht um eine oberflächliche und vorübergehende Umkehr, sondern um einen geistlichen Weg, der die Haltungen des Gewissens in der Tiefe betrifft und einen aufrichtigen Vorsatz zur Besserung verlangt. In wahrer Reue und in einem demütigen Herzen erst wird die Hoffnung auf Verzeihung geboren. 

Die Reue ist innerlich im Herzen. Thomas von Aquin

Jer 14,22: Hoffen auf Gott 

Du hast alles geschaffen. Darum hoffen wir auf dich! Jer 14:22

Hoffnung trägt, weil sie Kraft gibt, aussichtslose Situationen durchzustehen. Hoffnung beweist sich im Leid und sie trägt uns auch in Zeiten der Freude. Diese wahre, die große und durch alle Brüche hindurch tragende Hoffnung des Menschen kann nur Gott sein. Gott ruft dich, jetzt streckt er dir seine Hand entgegen, jetzt arbeitet der Heilige Geist mit dir und jetzt stützt dich Jesus Christus, der Herr, mit seiner Rechten. Habe keine Angst, sondern habe immer und überall Hoffnung.

Jer 15,16:  Wir tragen seinen Namen 

Ich bin nach deinem Namen genannt. Jer 15,16

Wir sind nach seinem Namen genannt. Wir gehören Ihm und tragen seinen Namen. Dadurch sind wir ganz in ihm und er in uns. Er ist uns näher als jeder Mensch es sein kann. Das ist unsere Zuversicht. Zuversicht kommt von sehen. Ich sehe, wie Gott in Christus alles lenkt und leitet. Und ich vertraue, weil ich nicht alles verstehe. Die Zuversicht vertraut auf Christus, der mit uns durch diese Welt geht. Das erfüllt uns mit Mut, innerer Ruhe und Freude.

Hüten Sie sich vor Überhastung, Melancholie und Ängstlichkeit! Sie wollen doch um nichts in der Welt Gott beleidigen. Das genügt, um frohen Herzens zu leben. Franz von Sales

Jer 15,16: Gott spricht zu uns

Deine Worte waren vorhanden. Jer 15,16

Die Worte Gottes sind vorhanden. In seiner Gnade hat er sie uns mitgeteilt. Er hat uns in seinem Wort sein ganzes Herz kundgetan. In seinem Sohn Jesus Christus hat Gott alles gesagt, was zu sagen ist. Durch ihn ist er uns immer gegenwärtig. Man muss sich klar machen, dass Gott dauernd bei uns ist. In all den kleinen Begebenheiten deines normalen Tagesablaufs entwickle ein tiefes Gespür für seine Gegenwart. Das passiert nicht nur im Gebet. Der Umgang mit deinen Mitmenschen bietet dir im Laufe des Tages ebenso sehr viele Gelegenheiten dazu.

Jer 15,16: Wir essen Gottes Wort

Ich habe sie gegessen. Jer 15,16

Jeremia hatte die Worte des Herrn, die vorhanden waren, gegessen. Das zeigt, dass das Hören und Lesen der Worte allein nicht genügt. Wir müssen die Worte des Herrn essen. Dieses Essen spricht davon, dass wir die Worte Gottes nicht nur hören und aufnehmen, sondern auch verinnerlichen sollen. Sie müssen Teil von uns selbst werden. Und wie geschieht das? Indem wir die Worte des Herrn unter Gebet lesen, darüber nachsinnen und in unserem Leben verwirklichen.

Jer 15,16: Sein Wort bereitet uns Freude

Deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens. Jer 15,16

Die Worte des Herrn lösten im Herzen Jeremias Wonne und Freude aus. Dieses innere Glück ist nicht von den Umständen des Lebens abhängig, sondern liegt im Herrn selbst begründet. Er kennt unsere Herzen wie kein anderer und weiß, welche Worte wir in der jeweiligen Lebenssituation benötigen. Seine Worte können unsere Herzen ganz ausfüllen und vor Freude zum Überfließen bringen. Dem, der seine Worte zu Herzen nimmt und auf seinen Wegen wandelt, schenkt Er eine tiefe, innere Freude.

Jer 16,19: Stärke & Schutz 

Du bist meine Stärke und mein Schutz! Jer 16:19

Gott ist meine Zuflucht, mein Schutzwall, mein Dach gegen den Regen, mein Schatten gegen die Hitze. Die Vögel haben ihre Nester auf den Bäumen, um sich dorthin zurück zu ziehen, wenn sie dessen bedürfen. Der Hirsch hat sein Gebüsch und sein Dickicht, in dem er sich verbirgt und vergräbt und im Sommer sich der Kühle des Schattens erfreut. So muss auch unser Herz sich jeden Tag irgendeinen Platz suchen, den Kalavarienberg, die Wunden des Herrn oder einen Ort nahe bei ihm, um sich dorthin inmitten der äußeren Arbeit bei jeder Gelegenheit zurück zu ziehen, sich dort zu stärken und zu erholen und sich wie in einer Festung gegen die Versuchung zu verteidigen. Franz von Sales

Jer 17,7: Vertrauen auf Gott

Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut und dessen Zuversicht der Herr geworden ist! Jer 17:7

Sich von Gott trennen, das ist, als wenn man einer Pflanze kein Wasser und Sonnenlicht mehr gibt. Gott ist unsere einzige innere Kraftquelle. Wer sich von ihm abwendet, wendet sich vom Leben ab und schadet so sich selbst.

Gott allein kommt, die Seele zu ergreifen, und hebt sie empor. Das Begehren allein aber veranlasst Gott, herniederzusteigen. Er kommt nur zu denen, die ihn bitten, dass er komme. Die ihn oftmals, lange und inbrünstig bitten, zu denen steigt er hernieder, er kann nicht anders. Simone Weil

Jer 17,8: Geborgen im Sturm 

Er ist wie ein Baum, der nah am Bach gepflanzt ist und seine Wurzeln zum Wasser streckt: Die Hitze fürchtet er nicht, denn seine Blätter bleiben grün. Jer 17:8

Gottesnähe beruhigt den Sturm in uns. Sie lässt einen in dem oft turbulenten Alltag den Blick aufs Wesentliche nicht verlieren. Worauf kommt´s denn wirklich und ausschließlich an: uns als geliebte Kinder unseres Vaters zu erkennen und auf ihn unsere Hoffnung setzen. Und dennoch: an manchmen Tagen brischt die Welt auf dich so dermaßen ein, dass man dann doch den Blick verliert, sich mitreißen lässt, beunruhigen, stressen lässt. Es ist, wie es eben ist. Wir sind nicht vollkommen. Aber jeder Tag ist ein neuer Anfang, eine neue Chance, ein neues Geschenk, dass wir dankbar annehmen und nach bestem Wissen und Gewissen das Beste daraus machen. So lebe diesen Tag mit dem Vater, vertraue auf Christus unseren Herrn und lass dich führen durch den heiligen Geist

Jer 17,9: Heile du Gott mein Herz 

Nichts ist so undurchschaubar wie das menschliche Herz, es ist unheilbar krank. Wer kann es ergründen? Jer 17:9

Unser Herz neigt zur Sünde. Gestehen wir uns das ein und bitten wir Gott, dass er unser Herz heilt, es von der Enge in die Weite führt hin zu ihm und den Mitmenschen. Wer ein weites Herz hat, der urteilt nicht über andere, der ist offen für andere Menschen, für das, was sie bewegt. Wer ein enges Herz hat, regt sich über jeden auf, der anders ist als er selbst. Mit einem weiten Herzen haben wir Verständnis für die Eigenart der Menschen. Wir legen den andern nicht fest auf unsere Maßstäbe. Und das weite Herz ist offen für die Menschen. Es lässt auch andere Menschen eintreten. Wir sagen von einem Menschen: Er hat ein Herz für andere. Dann fühlen sich andere bei ihm wohl. Nur was aus unserem Herzen strömt, erreicht auch das Herz des andern. Dann gibt es eine Herzensverbindung

Heile du mich, Herr, dann werde ich geheilt, hilf mir, dann ist mir geholfen! Jer 17:14

Du bist doch meine Zuflucht. Jer 17:17

Jer 18,6: Ton in seiner Hand

Ihr seid ja in meiner Hand wie Ton in der Hand des Töpfers! Jer 18:6

Das ist unsere Hoffnung: Er wird uns formen und begleiten. Er wird selbst Schuld und Niederlagen, Versäumnisse und Verletzungen erfolgreich einarbeiten. Er hat das gute Ende im Blick und er wird es erreichen. Gott sei Dank! Gott lässt uns immer wieder erinnern und warnen, bringt uns zum Nachdenken über unser Denken, Tun und Handeln. Damit das entsteht, was seinem Ziel entspricht, zeigt Gott Wege zum Heil, schenkt Möglichkeiten zum Neubeginn. Dafür ist Jesus Christus gestorben. Heil und Vergebung will Gott uns schenken, wenn wir ernsthaft bereit sind, umzukehren, Vergebung zu erbitten und ganz mit ihm zu leben.

Jer 19,11: Zerbrochenes Gefäß 

Wie man eines Töpfers Gefäß zerbricht, so will ich dies Volk und diese Stadt zerbrechen. Jer 19,11

Jeremia nimmt einen Krug und zerschmettert ihn. Diese Worte weisen auf das Gericht hin, das über Jerusalem ergehen sollte. Wir können dies Bild auf uns beziehen. Das Gefäß ist ein Bild des zerbrechlichen Lebens. Gott straft uns nicht, aber unseres Heiles wegen erzieht er uns. In guten Zeiten merken wir nicht, wenn wir in die Irre gehen. In guten Zeiten sind wir in Gefahr, uns treiben zu lassen – und treiben weg von Gott. Das Gute, das wir empfangen, wird uns zur Selbstverständlichkeit. Erst wenn uns Krisen und Erschütterungen treffen, wachen wir auf. Erst dann hören wir Gottes Rufen. Es sind Worte der Liebe, die er uns sagt. Er ließ die Not über uns hereinbrechen, um uns wieder in seine Nähe zu ziehen. Denn nur bei ihm haben wir Zukunft. Nur durch seine Liebe leben wir.

Jer 20,9: Sein Wort brennt im Herzen 

Dann brennt dein Wort in meinem Herzen wie ein Feuer, ja, es glüht tief in mir. Jer 20:9

Der Prophet Jeremia ist innerlich zerrissen. Sein Auftreten im Namen Gottes hat ihm Hohn und Spott eingebracht und in Lebensgefahr gebracht. Er versucht, seinen Auftrag zu verdrängen. Aber man kann Gott nicht abschütteln. Gottes Wort brennt in uns wie ein Feuer, es glüht tief in mir. Was für Worte! Jeremias Gottvertrauen gibt ihm die Kraft, die Krise auszuhalten und seiner Überzeugung treu zu bleiben. Mitten in der tiefsten Verzweiflung, im Ringen mit Gott, weiß er, dass Gott ihm unverändert beisteht.

Du, Herr , stehst mir bei wie ein mächtiger Held! Jer 20:11

Jer 20:12: Die Sache dem Herrn anvertrauen

Dir habe ich meine Sache anvertraut. Jer 20:12

Hier spricht Jeremias davon, was sein Leben belastet, was ihm zusetzt. Dann sagt er, was ihm trotz allem Licht ist und Hoffnung gibt. Die größte Zuversicht ist ihm, dass er Gott sein Leben anvertraut hat und sich daran hält. Unsere Lebenssituationen, unsere Belastungen sind vermutlich ganz andere als die seinen. Aber fragen wir uns und versuchen wir das betend zu tun, was uns zusetzt und schwer auf uns lastet. Fragen wir uns und tun wir das bestenfalls dankbar und dankend, wo wir Streifen von Licht und wenigstens Spuren von Zuversicht in unserem Leben finden.

Jer 20,13: Der Herr rettet 

Er rettet den Armen. Jer 20:13

Jesus ist auf die Erde gekommen, um das Heil des ganzen Menschen und aller Menschen zu verkünden und zu verwirklichen, und zeigt dabei eine besondere Vorliebe für jene, die an Leib und Geist verletzt sind: die Armen, die Sünder, die Besessenen, die Kranken, die Ausgegrenzten. So offenbart er sich als Arzt sowohl der Seelen als auch des Leibes, als barmherziger Samariter des Menschen. Er ist der wahre Heiland: Jesus rettet, Jesus macht gesund, Jesus heilt. Franziskus

Singt für den Herrn und lobt ihn! Jer 20:13

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste