Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Sprüche Kap. 5 bis 10: Auslegung

Spr. 5,1-2: Aufmerksamkeit

Sei aufmerksam. […] Dann lernst du, überlegt zu handeln. Sprüche 5:1-2

Aufmerksamkeit bedeutet, sich ungeteilt einer Sache, Person oder Situation zu schenken, gesammelt, konzentriert, vertieft, interessiert und wachsam. Zu schnell lassen wir uns ablenken und werden wuschig, weil wir bei zu vielen Dingen gleichzeitig sind. Wir sind aber nicht nur Opfer diverser Umstände, die wir gerne als Ursache benennen. Entscheide bewusst, wem und was du deine Aufmerksamkeit schenkst. Dann handelst du überlegt. Das ist umso wichtiger, weil Gott uns nicht gestern oder morgen, sondern immer nur jetzt und hier begegnet. Darum ist es gut, ganz gegenwärtig zu sein und aufmerksam wahrzunehmen, was Gott mir jetzt schenkt oder zumutet, wo er ruft und wie er mir begegnet, gerade und besonders auch in dem unscheinbaren Einerlei des Alltags.

An deinen Worten erkennt man, wie vernünftig du bist. Sprüche 5:2

Spr. 5,3-4: Umgang mit Versuchungen

Von Honig triefen die Lippen der Verführerin. Zuletzt ist sie bitter wie Wermut. Sprüche 5:3-4

Aufmerksam sollen wir alles betrachten, ob es ein wirkliches Gut oder ein Scheingut ist. So gesammelt erkennen wir besser das Ungute oder gar Böse, das sich unter dem Schein des Guten dem Herzen nähert. Wenn wir Wachende statt Schlafende sind, sind wir besser geschützt vor der Versuchung, vor allem vor den unscheinbaren Kleinen. Beispiel meinerseits: Jeden Tag bin ich versucht und reizt es mich wie Honig, möglichst viel zu erledigen. Erliege ich dieser Versuchung, versinke ich dann aber im Sumpf der Hetze und verliere meine Ruhe im Herrn. Bei solchen Versuchungen daher denke an die Schönheit des Gehorsams, sowie an den Nutzen, den er dir bringt. So wirst du wieder Mut fassen und die Schwierigkeit überwinden, eben z.B. der Versuchung zur inneren Hetze zu widerstehen.

Bleibe fern von dem Weg, der zu ihr führt. Sprüche 5:8

Spr. 5,21: Die göttliche Vorsehung

Die Wege eines jeden liegen klar vor den Augen des Herrn und er achtet auf alle seine Pfade! Sprüche 5:21

Steigen wir vertrauensvoll in das Schiff der göttlichen Vorsehung und lassen uns auf den Wellen dahin tragen, sei die See nun ruhig oder stürmisch. Unser Vertrauen muß auf die unendliche Güte Gottes und auf die Verdienste des Leidens und Sterbens Unseres Herrn Jesus Christus gegründet sein. Er möchte das Beste für uns. Er ist Liebe! Unsererseits bedarf es allein des Entschlusses, Gott ganz anzugehören und uns in allem ohne jeden Vorbehalt seiner Vorsehung zu überlassen.

Lehre mich das Geheimnis verstehen, dass ich bin durch dich und vor dir und für dich. Romano Guardini

Spr. 6,9: Warnung vor Trägheit 

Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf? Spr 6:9

Jetzt ist die Zeit. Jetzt ist die Stunde. Fang heute an. Laßt uns das Gute tun, solange wir Zeit haben. Gestalter deiner Gegenwart zu sein erfordert eine Haltung der Wertschätzung dem Leben gegenüber. Ein Wort von Augustinus begleitet mich hier schon lange hilfreich: Wir werden nie weise werden, bis wir jeden Tag als unseren letzten rechnen! Das heute ist der einzige Tag, vielleicht der letzte, den du in der Hand hast, um in und für Gott zu leben. Verschlafe ihn nicht. Ja dieser Tag wird dir vom Allmächtigen geschenkt. Wenn das kein Grund zum Dank ist und die gleichzeitige Berufung, ihn entsprechend zu nutzen.

Dich Vater, Sohn und Heiliger Geist voll Freude alle Schöpfung preist, der diesen neuen Tag uns schenkt und unser ganzes Leben lenkt.

Spr. 6,22: Wort Gottes immer bei uns

Beim Gehen soll es dich leiten, beim Liegen dich behüten und beim Wachwerden dir raten. Spr 6:22

Beginnen wir beim Evangelium: Lassen wir es offen auf dem Nachttisch liegen, tragen wir es in der Tasche mit uns, öffnen wir es auf dem Handy, lassen wir zu, dass es uns jeden Tag inspiriert. Das Wort lässt uns Gott nahe sein. Halten wir es nicht fern von uns. Tragen wir es immer bei uns und geben wir ihm einen würdigen Platz in unseren Häusern. Stellen wir die Heilige Schrift auf einen Platz, wo wir daran erinnert werden, sie täglich aufzuschlagen, vielleicht am Beginn und am Ende des Tages. Das Wort Gottes ist ein Liebesbrief, der für uns von dem geschrieben wurde, der uns kennt wie kein anderer.

Denn das Gebot ist wie eine Leuchte,  die Weisung wie ein Licht und die ermahnende Erziehung ist ein Weg zum Leben. Spr 6:23

Spr. 7,1: Wort Gottes bewahren

Bewahre meine Worte. Sprüche 7:1

Pflege die Andacht zum Wort Gottes. Ob du es in der Predigt hörst oder in vertraulicher Zwiesprache mit geistlichen Freunden, höre es immer mit Aufmerksamkeit und Ehrfurcht an. Lass es nicht zur Erde fallen, sondern zieh Nutzen daraus: nimm es in dein Herz auf wie einen kostbaren Balsam, gleich der allerseligsten Jungfrau, die, „in ihrem Herzen sorgfältig die Worte bewahrte“, die man zum Lob ihres Kindes sagte (Lk 2,19). Sei eingedenk, dass der Herr die Worte, die wir in unseren Gebeten an ihn richten, so aufnimmt, wie wir die Worte aufnehmen, die er an uns durch die Predigt richtet. Franz von Sales

Behalte meine Gebote, so wirst du leben. Sprüche 7,2

Schreibe sie tief in dein Herz! Spr 7:3

Spr. 8,5: Wach werden

Werdet endlich wach! Spr 8:5

Nehmt doch endlich Verstand an! Spr 8:5

Werde wachsam für das, worauf es ankommt: das ist der Glaube und die Bindung an Christus. Wachsam zu sein, bedeutet, dass du dein ganzes Sein, dich selbst als einzigartige Person hingibst und hinwendest zu ihm, überall, in allen Angelegenheiten und Lebensumständen. Das ist nicht Mystik für ein paar wenig Abgehobene, sondern alltagsrelevant wie es mehr nicht sein kann, z.B. bei mir in der Arbeit mit meinen Schülern, einem Elterngespräch, der Beziehungspflege innerhalb der Familie und noch und noch und noch. In alledem ist es der Mühe wert, das ganze Leben Christus zu widmen, jeden Tag in der Freundschaft zu ihm zu wachsen und sich gerufen zu fühlen, die Schönheit und Güte seines Lebens allen Menschen zu verkünden. 

Spr. 8,13: Das Böse hassen

Wer Ehrfurcht vor dem Herrn hat, der hasst das Böse. Ich verachte Stolz und Hochmut, ein Leben voller Bosheit und Lüge ist mir ein Gräuel! Spr 8:13

Immer neu verinnerlichen wir: Ich bin nicht selbst Herr meines Lebens. Der Herr meines Lebens ist Gott. Er ist der Schöpfer. Und als solchen nehme ich ihn ernst. Ich anerkenne ihn als den, der mich auf einen guten Weg bringen will. Ich erkenne ihn als den an, der meinem Leben Richtung und Ziel weist. Vor Gott muss ich keine Angst haben. Aber Ehrfurcht vor ihm zu haben ist wichtig. Das beinhaltet, sich von allem Bösen fern zu halten und sein ganzes Leben unter den Gehorsam von Jesus Christus zu bringen. Gerade weil Jesus barmherzig und gnädig ist, möchte er uns völlig rein machen von aller Sünde. Welch ein Trost!

Die Menschen klagen darüber, dass die Zeiten böse sind. Hört auf mit dem Klagen. Bessert euch selber. Denn nicht die Zeiten sind böse, sondern unser Tun. Augustinus

Spr. 8,17: Gott lässt sich finden

Ich liebe, die mich lieben und die mich suchen, finden mich. Spr 8:17

Wie groß ist die Not, wenn wir einen lieben Menschen verloren haben. Können wir uns den Schmerz Gottes vorstellen, den er hat, wenn er einen von uns verliert. Gott wartet auf meine bewusste Hinwendung zu ihm. Er stülpt mir sein Heil und seine Liebe nicht einfach über. Er wartet auf die Sehnsucht in meinem Herzen. Hermann von Bezzel drückt dies so aus: Herr, gib allen, die dich suchen, dass sie dich finden, und allen, die dich gefunden haben, dass sie dich aufs Neue suchen, bis all unser Suchen und Finden erfüllt ist in deiner Gegenwart.

Wer glaubt, ohne Suchen Gott finden zu können, der glaubt zuviel. Angelus Silesius

Spr. 8,20: Gerecht miteinander umgehen

Wo Menschen gerecht miteinander umgehen und nach Gottes Willen fragen, da bin ich zu Hause. Spr 8:20

Gerechtigkeit ist das Gespür für das, was recht und unrecht ist. Dieser Sinn reagiert wenn wir sehen, dass Unrecht geschieht, löst evtl. Schmerz und Zorn aus. Dem Herrn sei Dank für dieses Gespür für Gerechtigkeit! Gerechtigkeit als Tugend bedeutet, dass ich Verantwortung dafür trage, dass Recht geschieht und Unrecht benannt wird. Das ist der Wille Gottes. Daher: „Bemühe dich um Gerechtigkeit.“ (1. Tim 6,11), denn „keine wahre Liebe ohne Gerechtigkeit und keine wahre Gerechtigkeit ohne Liebe.“  (Adolf Kolping) Sicher kannst du nicht die Welt retten im Großen, aber in deinem Alltag im Kleinen kannst du darauf achten, gerecht zu handeln und Ungerechtigkeit anzusprechen.

Spr. 9,5: Brot und Wein

Kommt her, esst von meinem Brot und trinkt von dem Wein, den ich gemischt habe! Spr 9:5

Wir empfangen Christus im gewandelten Brot und im gewandelten Wein. Gott ist wirklich Speise für uns geworden. Aus dem Gegenüber zu Gott wird Vereinigung durch die Gemeinschaft mit Jesu Leib und Blut. Diese Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt. Ich kann Christus nicht allein für mich haben, ich kann ihm zugehören nur in der Gemeinschaft mit allen, die die Seinigen geworden sind. Der Empfang von Jesus Leib und Blut zieht mich aus mir heraus zu ihm hin und damit zugleich in die Einheit mit allen Christen. Wir werden ein Leib, eine ineinander verschmolzene Existenz. Gottesliebe und Nächstenliebe sind nun wirklich vereint.

Spr. 10,9: Pflege dein Herz

Wer ehrlich ist, lebt sicher und gelassen. Spr 10:9

Ehrlich zu leben, bedeutet vor allem im Einklang seiner Seele mit Gott zu leben. Dazu ist vor allem die Pflege des eigenen Herzens notwendig. Hier gilt es Stolperfallen wahrzunehmen: Oft beschuldigen wir uns schnell, was uns kleinmütig macht. Oft entschuldigen wir unser Verhalten schnell, was uns stolz macht. Hier gilt es unser Herz an der wahren Quelle wohnen zu lassen: im Herrn lasse dein Herz im Kummer trösten, in Anstrengungen stärken, in Unlust ermuntern, in Ängsten ermutigen u.a. Bedenke, dass dein Herz der Bräutigam Christus erwählt hat, um darin einzukehren. Fürchten wir also nichts, sofern wir fest entschlossen sind, Gott in unserem Herzen herrschen zu lassen. Warum sollten wir uns Sorgen machen? So und nur so werden wir ehrlich leben und darin sicher und gelassen.

Spr. 10,12: Liebe ist sanftmütig

Hass führt zu Streit, aber Liebe sieht über Fehler hinweg . Spr 10:12

Wenn es um das Korrigieren unserer Mitmenschen geht, sind wir immer sehr schnell und sehr genau. Viel Zank und Streit gäbe es nicht, wenn wir die Tugend der Sanftmut folgen würden und nicht jedes Fehlverhalten zu genau benennen und über vieles einfach hinweg sehen würden. Und selbst wenn wir ein Fehlverhalten benennen müssen, so soll unsere Zurechtweisung immer mit dem Herzen und mit milden Worten geschehen. Achte beim Tadeln von Fehlern darauf, dass du den schwachen Menschen entschuldigst und seinen Fehler verkleinerst.

Spr. 10,19: Bewusstes Sprechen

Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab. Wer aber seine Lippen im Zaum hält, der ist klug. Spr 10:19

Wie viel wird geredet! Wichtiges und Unwichtiges, Oberflächliches und Tiefgründiges! Und häufig übereinander statt miteinander! Wie schnell ist ein falsches Wort gesagt! Es geht nun nicht darum, nonstop zu schweigen, sondern vielmehr darum, bewusst und achtsam, mit Kopf und mit Herz unsere Worte zu wählen. Es geht um ein gesegnetes Reden, ein gutes Wort richtigen Zeit , eine Ermutigung, ein spontanes Lob, ein ehrliches Nachfragen, ein echtes Anteilnehmen u.v.m. Das wiederum setzt aufmerksames, achtsames Hören voraus, auf das jeweilige Gegenüber und auf Gott.

Wer Gott gehorcht, dessen Worte sind wohltuend und hilfreich; aber was der Gottlose von sich gibt, ist trügerisch und falsch. Spr 10:32

Infos zum Impuls 

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste