Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Sprüche Kap. 27 bis 31: Auslegung

Spr. 27,5: Zurechtweisende Liebe

Liebe, die offen zurechtweist, ist besser als Liebe, die sich ängstlich zurückhält. Spr 27:5

Korrektur und Liebe gehören ganz eng zueinander. Es geht nicht darum jemanden überkritisch fertig zu machen. Hinter dem Tadel steckt Fürsorge, Interesse und Verantwortungsbewusstsein. Wer seine Liebe versteckt, indem er sich nicht traut, die Sünde eines Freundes offen anzusprechen, handelt schlechter als der, welcher Sünde beim Namen nennt, selbst dann, wenn seine Korrektur auf eine ungeschickte Weise vorgetragen wird.

Spr. 27,7: Das richtige Maß

Eine übersättigte Seele tritt Honigseim mit Füßen, einer hungrigen Seele aber ist alles Bittere süß. Spr 27:7

Während der Satte das beste Essen verachtet, ist der Ausgehungerte bereit, alles zu essen. Beide begehen einen Fehler. Der Volle kann das Gute nicht wertschätzen und der Hungrige isst alles, auch das, was ihm nicht gut tut. Im Hinblick auf menschliche Bedürfnisse (Essen, Sport, Genussmittel, Sexualität, Feiern, Freundschaft, Unterhaltung…) sollten wir immer die Mitte zwischen übermäßigem Genuss und Mangelernährung anstreben. Zuviel des Guten macht uns blind für den Wert der guten Gaben Gottes. Genuss wird so zur Qual. Eine ausgehungerte Seele hingegen, die sich nach etwas Genuss verzehrt, wird schließlich auch solche Formen des Genusses akzeptieren, die ihr nicht gut tun. Es ist ebenso falsch, der eigenen Seele das Gute vorzuenthalten, wie es falsch ist, sie mit dem Guten zu überfluten. Der Genusssüchtige ist ebenso unweise wie der Asket.

Gibt es Momente im Leben, in denen du deine Seele mit Dingen „gesättigt“ hast, die nicht gut waren? Bist du eher der Genusssüchtige oder der Asket?

Spr. 27,17: Veränderung durch Mitmenschen

Eisen wird mit Eisen geschärft, und ein Mensch bekommt seinen Schliff durch Umgang mit anderen. Spr 27:17

Solange wir hier leben, verändern wir uns. Wir sind ständig auf dem Weg. Wer stehen bleibt, steht in der Gefahr, innerlich zu sterben. Auf diesem Weg sind es vor allem unsere Mitmenschen, die in uns Bewegung anstoßen. Das sind sowohl Menschen, die uns sehr nahe stehen, von denen wir uns was sagen lassen, aber häufig noch viel mehr Menschen, an denen wir uns reiben. Danken wir Gott auch für die Menschen, die uns Schwierigkeiten bereiten. Wir wachsen durch diese Begegnungen. Überlasse dich ganz einfach dem Leben des Heiligen Geistes, welchen Menschen er dich auch immer begegnen lässt. Das ganze Leben besteht aus Gelegenheiten, Jesus zu begegnen und wir begegnen in jedem Menschen Christus!

Spr. 27,19: Herzensspiegelung

Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so spiegelt sich das Herz des Menschen im Menschen. Sprüche 27:19

Wer ins Wasser blickt, der sieht sein Spiegelbild. Das Spiegelbild meines Gesichtes entspricht meinem Gesicht. Dasselbe gilt für mein Herz. Mein Innerstes – meine Gedanken, Wünsche, Ziele, Motivation usw. – wird in dem sichtbar, was ich tue. Wer ein gutes Herz hat, der bringt aus dem guten Herzen das Gute hervor und wer ein böses Herz hat, der produziert Böses, vor allem böse Worte. Unser Herz wird an unseren Taten und Worten erkannt. Niemand bilde sich ein, er sei im Grunde seines Herzens ein „netter Typ“, wenn er dieser Behauptung keine netten Worte und Taten folgen lässt. Was zeigt dein Leben, vor allem dein Reden, über dein Herz? Bist du ein guter Mensch oder hältst du dich nur dafür

Spr. 28,13: Schuldbekenntnis

Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen. Spr 28:13

Es geht um den Umgang mit eigener Sünde. Wer sie versteckt und so tut als hätte er nichts Falsches getan, der wird keine Barmherzigkeit finden. Weder bei Menschen noch bei Gott. Wer Gnade und Vergebung sucht, muss seine Übertretungen bekennen und lassen. Andernfalls wird sein Leben nicht gelingen, weil Gott Sünde straft und seine geistlichen Kinder züchtigt. Es ist Gott, der uns vergeben will, wenn wir zu unseren Fehlern stehen und uns darum bemühen, sie nicht mehr wieder zu tun. Wie schwer fällt es dir, Sünde vor Menschen oder vor Gott zuzugeben? Gibt es Sünde, die du immer wieder bekennst, aber es fehlen dir der Biss oder gute Ideen, sie zu lassen? Gibt es Sünden, die du versteckst?

Spr. 28,24: Gottesfurcht

Wohl dem Menschen, der beständig in der Furcht Gottes bleibt. Wer aber sein Herz verhärtet, wird ins Unglück stürzen. Spr 28:14

Glücklich, wer stets in der Furcht lebt, wer sich mit der Erwägung seiner eigenen Fehler befaßt und die Augen nicht öffnet,.um die Fehler der anderen zu betrachten. Es gehört zum klugen Menschsein dazu, dass man sich vor Gott fürchtet. Der Herr will Ehrfurcht und Verehrung. Er will gehört werden. Er will uns in unser Leben hineinsprechen dürfen. Wer sein Herz verhärtet, es unempfindlich gegen Gottes Reden macht, der wird ins Unglück fallen. Unglaube, Rebellion und Trotz erben keinen Segen. Wer sich nicht ermahnen und korrigieren lässt, der ist schon verloren. Anders der gehorsame Gläubige. Er maximiert seine Lebensqualität und muss sich nicht vor Gottes Strafe fürchten. Wahres Glück und Gottesfurcht gehen immer Hand in Hand

Spr. 28,23: Klare Worte

Wer einen anderen zurechtweist, wird zuletzt mehr Gunst finden als derjenige, der mit der Zunge schmeichelt. Spr 28:23

Wer ein falsches Verhalten nicht nur übersieht, sondern durch Schmeichelei bewusst überdeckt, wird keine Gunst finden. Bei niemandem! Schlussendlich auch nicht bei dem Betroffenen, der die Folgen seines Fehlverhaltens ausbaden muss. Wer bereit ist, Sünde anzusprechen, der macht sich nicht bei jedem beliebt, aber er wird Gunst finden, sei es bei Gott, der Gesellschaft oder am Ende vielleicht sogar bei dem Betroffenen. Korrektur ist wertvoller als Schmeichelei. Bist du bereit, das Fehlverhalten von Menschen anzusprechen? Hast du dich schon einmal dabei ertappt, bösen Menschen zu schmeicheln?

Spr. 28,22: Geben statt nehmen

Wer nach Reichtum jagt, ist ein habgieriger Mann, und er weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird. Spr 28:22

Der Habgierige verursacht Streit, wer aber auf den Herrn vertraut, wird reichlich gesättigt. Spr 28:25

Der Habgierige ist einer, der nicht genug bekommt. Er kennt keine Genügsamkeit, will immer mehr und er ist bereit, einen Streit vom Zaun zu brechen, um seine Wünsche zu verwirklichen. Es ist immer weise und letztendlich auch für einen selbst gut, wenn man sich um die Bedürfnisse der Armen kümmert. Gott ist auf der Seite derer, die sich der Schwachen annehmen. Wer seine Augen jedoch vor der Not anderer verschließt, wer ihr Schreien nicht hören will, der wird von Menschen und von Gott verflucht. Der Mildtätige hat Überfluss und der Knauserige die Verwünschung.

Wer dem Armen gibt, hat keinen Mangel. Spr 28:27

Spr 29,8: Den Zorn stillen

Die Weisen stillen den Zorn. Spr 29:8

Jeder von uns ist mal wütend. Das ist nur menschlich. Aufpassen müssen wir, wenn wir merken, dass dies des Öfteren passiert, denn dann dringt diese Emotion so tief in unsere Seele, dass sie das Wachsen der vollkommenen Freude behindern kann. Daher: Wenn du Wut fühlst, dann bedenke stets, welch Folgen es haben kann, wenn du sie ungehindert raus lässt. Sie ist zu nichts nützlich und schädigt unser Immunsystem. Ein gesunder Geist ist ein ruhiger Geist. Versuche daher stets die Wut in den Griff zu bekommen. Denke zum Beispiel daran, dass auch der Mensch, auf den du gerade wütend bist, nach Gottes Ebenbild geschaffen sind.

Bleibt bei all eurem Kummer froh und ergeben!  Schaut nach oben und lasst keinen  Zorn  aufkommen. Johannes XXIII

Spr. 29,25: Wider die Menschenfurcht

Menschenfurcht bringt zu Fall. Wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt. Spr 29,25

Die Angst vor Verurteilung, Kritik und dergleichen darf dich nicht bestimmen, so dass du Gutes unterlässt. Für Harmoniestrebende (der ich einer bin) nicht leicht. Die Angst vor der Meinung der anderen versklavt dich. Das ist nicht gut. Der Gläubige fürchtet Gott mehr als Umstände und andere Menschen. Und weil er auf den Herrn vertraut und das tut, was Gott von ihm verlangt, auch dann, wenn er Angst hat, deshalb erlebt er Gottes Schutz. Der Gläubige lässt sich sein Verhalten nicht von der Angst vor Menschen diktieren, weil er weiß, dass ein solches Verhalten nicht gut ist.

Wann stehst du in der Gefahr, aus Angst vor Menschen und ihrem Urteil über dich Dinge zu tun, die falsch sind?

Spr 30,8: Das richtige Maß

Lass mich weder arm noch reich sein! Gib mir nur so viel, wie ich zum Leben brauche! Spr 30:8

Hinter viel Besitz steht immer die Gefahr, dass man seine Hoffnung auf sein Vermögen und nicht mehr auf Gott setzt. Der Reiche steht in der Gefahr, Gott zu vergessen. Aber arm zu sein ist nun auch nicht schön. Hier wird nun der Mittelweg genannt: weder arm noch reich, genug, aber nicht zu viel. Diese Bitte ist wahre Weisheit und gleichzeitig die Haltung, die ein Mensch braucht, dem Gott Wohlstand anvertrauen kann, um damit in Gottes Sinn Gutes zu bewirken.

Spr. 30,21-23: Geduld haben

Unter drei Dingen zittert ein Land und vier kann es nicht ertragen: wenn ein Sklave König wird  und wenn ein Narr zu Wohlstand kommt; wenn eine Verschmähte geheiratet wird und wenn eine Magd ihre Herrin beerbt. Sprüche 30:21-23

Eine Magd, die plötzlich Herrin wird, wird leicht überheblich. Es bestünde daher auch für die Seele, die lange Zeit ihren eigenen Leidenschaften und Neigungen gedient hat, große Gefahr, stolz und eitel zu werden, wenn sie in eine Augenblick völlig Herrin über sich würde. Wir müssen uns daher nach und nach und Schritt für Schritt die Beherrschung derselben erwerben. Daher heißt es Geduld haben mit allem, in erster Linie aber mit sich selbst. Solange wir auf der Erde sind, müssen wir uns selbst ertragen, bis Gott uns in den Himmel trägt. Wir müssen Geduld haben und dürfen nicht denken, wir könnten an einem Tag soviel üble Gewohnheiten ablegen, die wir durch unsere geringe Sorge um unsere geistige Gesundheit angenommen haben.

Spr. 31,8: Sich für andere einsetzen

Du aber tritt für die Leute ein, die sich selbst nicht verteidigen können! Schütze das Recht der Hilflosen! Sprüche 31:8

Es liegt an mir, ob heute Menschen geholfen wird! Das klingt anmaßend. Doch es fordert mich auf, mich für Menschen einzusetzen. Rede und schweige nicht! Handle und zögere nicht. Wer Jesus nachfolgen will, ist aufgerufen, Fürsprecher dieser Menschen zu sein. Frage dich: Wo bin gefordert? Wo gibt es Menschen, die übersehen werden? Für welche Menschen soll ich mich einsetzen?

Spr 31,17: Tun und anpacken

Unermüdlich und voller Tatkraft ist sie bei der Arbeit; was getan werden muss, das packt sie an! Spr 31:17

Sie dürfen Ihrem Geist nicht erlauben, sich selbst zu betrachten und auf die eigenen Kräfte und Neigungen zurückzuschauen. Sie müssen die Augen auf das Wohlgefallen Gottes heften. Man darf sich nicht damit aufhalten, zu grübeln, wenn man laufen muß, noch über Schwierigkeiten zu reden, wenn sie gelöst werden sollen. Umgürten Sie Ihre Lenden mit Kraft und erfüllen Sie Ihr Herz mit Mut und dann sagen Sie: Ich werde es schon recht machen, aber nicht ich, sondern die Gnade Gottes mit mir.Betrachten Sie, erheben Sie Ihren Geist, tragen Sie ihn zu Gott hinauf, ziehen Sie Gott in Ihren Geist hinein. Spinnen Sie den Faden der kleinen Tugenden, lassen Sie sich zu Übungen der Nächstenliebe herab. Gott sieht Ihren kleinen Schritten wohlgefällig zu und wird wie ein guter Vater, der sein Kind an der Hand hält, seine Schritte den Ihren angleichen und sich damit begnügen, nicht schneller zu gehen als Sie.

Ihre Hände fassen die Spindel. Spr 31:19

Abschluss

Im Buch der Sprüche lässt Gott sich herab, seine Weisheit auf die Umstände unseres praktischen Lebens anzuwenden. Nach seiner vollkommenen Einsicht zeigt Er uns die Folgen all der Wege, auf denen der Mensch gehen mag. Denn die in diesem Buch niedergelegten Aussprüche werden oft in einer Weise gegeben, dass sie mehr Erkenntnis und Willen als Vorschriften darstellen. Es ist ein großer Segen, in dem Labyrinth dieser Welt, wo ein verkehrter Schritt so bittere Folgen nach sich ziehen kann, ein Buch zu besitzen, das den Weg der Klugheit und des Lebens anzeigt – und das verbunden mit einer Weisheit, die von Gott kommt. Darby

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste