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Sprüche (Spr) Kapitel 27 bis 31: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch der Sprüche (Spr) Kapitel 27 bis 31

Sprüche Kap. 27

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 27

Spr 27,2: Überlass es anderen, dich zu loben! Es ist besser, ein Fremder rühmt dich, als du selbst!

Spr 27,3: Schon ein Stein oder eine Karre Sand sind sehr schwer, aber der Ärger über einen Dummkopf wiegt mehr als beide zusammen!

Spr 27,4: Zorn und Wut sind so zerstörerisch wie ein reißender Strom – gegen die Eifersucht aber verblassen sie beide!

Spr 27,5: Liebe, die offen zurechtweist, ist besser als Liebe, die sich ängstlich zurückhält.

Zurechtweisende Liebe: Korrektur und Liebe gehören ganz eng zueinander. Es geht nicht darum jemanden überkritisch fertig zu machen. Hinter dem Tadel steckt Fürsorge, Interesse und Verantwortungsbewusstsein. Wer seine Liebe versteckt, indem er sich nicht traut, die Sünde eines Freundes offen anzusprechen, handelt schlechter als der, welcher Sünde beim Namen nennt, selbst dann, wenn seine Korrektur auf eine ungeschickte Weise vorgetragen wird.

Der Tadel in diesem Spruch ist eine Zurechtweisung aus Liebe. Es geht nicht darum jemanden überkritisch oder pharisäerhaft fertig zu machen, noch dazu vor anderen. Hinter dem Tadel steckt Fürsorge, Interesse und Verantwortungsbewusstsein. Wer seine Liebe versteckt, indem er sich nicht traut, die Sünde eines Freundes offen anzusprechen, handelt schlechter als der, welcher Sünde beim Namen nennt; selbst dann, wenn seine Korrektur auf eine ungeschickte Weise vorgetragen wird. Jürgen Fischer

Spr 27,6: Ein Freund meint es gut, selbst wenn er dich verletzt; ein Feind aber schmeichelt dir mit übertrieben vielen Küssen.

Spr 27,7: Eine übersättigte Seele tritt Honigseim mit Füßen, einer hungrigen Seele aber ist alles Bittere süß.

Das richtige Maß: Während der Satte das beste Essen verachtet, ist der Ausgehungerte bereit, alles zu essen. Beide begehen einen Fehler. Der Volle kann das Gute nicht wertschätzen und der Hungrige isst alles, auch das, was ihm nicht gut tut. Im Hinblick auf menschliche Bedürfnisse (Essen, Sport, Genussmittel, Sexualität, Feiern, Freundschaft, Unterhaltung…) sollten wir immer die Mitte zwischen übermäßigem Genuss und Mangelernährung anstreben. Zuviel des Guten macht uns blind für den Wert der guten Gaben Gottes. Genuss wird so zur Qual. Eine ausgehungerte Seele hingegen, die sich nach etwas Genuss verzehrt, wird schließlich auch solche Formen des Genusses akzeptieren, die ihr nicht gut tun. Es ist ebenso falsch, der eigenen Seele das Gute vorzuenthalten, wie es falsch ist, sie mit dem Guten zu überfluten. Der Genusssüchtige ist ebenso unweise wie der Asket.

Gibt es Momente im Leben, in denen du deine Seele mit Dingen „gesättigt“ hast, die nicht gut waren? Bist du eher der Genusssüchtige oder der Asket?

Spr 27,8: Wer seine Heimat verlässt, ist wie ein Vogel, der seinem Nest entflieht.

Spr 27,9: Duftendes Öl und Weihrauch erfreuen das Herz, genauso wohltuend ist der gute Rat eines Freundes.

Spr 27,10: Verlass niemals deinen Freund oder den Freund deines Vaters! Wenn du in Not gerätst, dann geh nicht bis zum Haus deines Bruders! Ein Nachbar in der Nähe kann dir besser helfen als der Bruder in der Ferne.

Spr 27,11: Sei verständig, mein Sohn, und mach mir diese Freude! Dann habe ich eine passende Antwort für jeden, der mich verachtet und beschimpft.

Spr 27,12: Der Kluge sieht das Unglück voraus und bringt sich in Sicherheit; ein Unerfahrener rennt mitten hinein und muss die Folgen tragen.

Spr 27,13: Wenn jemand so leichtsinnig war, für die Schulden eines Fremden zu bürgen, dann leihe ihm nur etwas gegen Pfand

Spr 27,14: Wenn jemand seinen Nachbarn frühmorgens mit lauter Stimme begrüßt, dann wird es ihm als Verwünschung ausgelegt.

Spr 27,15: Eine nörgelnde Frau ist so unerträglich wie ein undichtes Dach bei Dauerregen!

Spr 27,16: Sie zum Schweigen zu bringen ist so sinnlos, wie den Wind zu fangen oder Öl mit den Händen zu halten!

Spr 27,17: Eisen wird mit Eisen geschärft, und ein Mensch bekommt seinen Schliff durch Umgang mit anderen.

Spr 27,17: Wie man Eisen durch Eisen schleift, so schleift ein Mensch den Charakter eines anderen.

Veränderung durch Mitmenschen: Solange wir hier leben, verändern wir uns. Wir sind ständig auf dem Weg. Wer stehen bleibt, steht in der Gefahr, innerlich zu sterben. Auf diesem Weg sind es vor allem unsere Mitmenschen, die in uns Bewegung anstoßen. Das sind sowohl Menschen, die uns sehr nahe stehen, von denen wir uns was sagen lassen, aber häufig noch viel mehr Menschen, an denen wir uns reiben. Danken wir Gott auch für die Menschen, die uns Schwierigkeiten bereiten. Wir wachsen durch diese Begegnungen. Überlasse dich ganz einfach dem Leben des Heiligen Geistes, welchen Menschen er dich auch immer begegnen lässt. Das ganze Leben besteht aus Gelegenheiten, Jesus zu begegnen und wir begegnen in jedem Menschen Christus!

Spr 27,18: Wer seinen Feigenbaum pflegt, kann die Früchte ernten; wer sich für seinen Herrn einsetzt, der findet Anerkennung.

Spr 27,19: Im Wasser spiegelt sich dein Gesicht, und durch die Menschen um dich herum erkennst du dich selbst!

Spr 27,19: Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so spiegelt sich das Herz des Menschen im Menschen.

Herzensspiegelung: Wer ins Wasser blickt, der sieht sein Spiegelbild. Das Spiegelbild meines Gesichtes entspricht meinem Gesicht. Dasselbe gilt für mein Herz. Mein Innerstes – meine Gedanken, Wünsche, Ziele, Motivation usw. – wird in dem sichtbar, was ich tue. Wer ein gutes Herz hat, der bringt aus dem guten Herzen das Gute hervor und wer ein böses Herz hat, der produziert Böses, vor allem böse Worte. Unser Herz wird an unseren Taten und Worten erkannt. Niemand bilde sich ein, er sei im Grunde seines Herzens ein „netter Typ“, wenn er dieser Behauptung keine netten Worte und Taten folgen lässt. Was zeigt dein Leben, vor allem dein Reden, über dein Herz? Bist du ein guter Mensch oder hältst du dich nur dafür

Spr 27,20: Der Abgrund des Totenreichs ist unersättlich – ebenso die Augen des Menschen: Sie haben nie genug!

Spr 27,20: Die Augen eines Menschen sind unersättlich.

Der Spruch will nicht nur beschreiben, sondern mahnen. Er warnt den Leser vor dem im Menschen angelegten, unersättlichen Streben nach immer mehr Besitz. Wer sich darauf einlässt und seiner Lust nachgibt, der wird nie dahin kommen, dass er zufrieden und „gesättigt“ ist. Gier erzeugt immer neue Gier. Wirklich zufrieden macht nur die Mischung, die Paulus empfiehlt: Gottseligkeit und Genügsamkeit (1Timotheus 6,6); also eine tiefe Beziehung zum Herrn und ein Leben, das mit dem zufrieden ist, was Gott ihm gibt. Jürgen Fischer

Spr 27,21: Gold und Silber prüft man durch Schmelzen, der Prüfstein eines Menschen ist sein Ruf.

Spr 27,22: Du könntest einen Unverständigen wie Getreide stampfen und mahlen – seine Dummheit wirst du doch nicht aus ihm herausbekommen!

Spr 27,23: Kümmere dich gut um deine Viehherden, sorge für deine Schafe und Ziegen,

Spr 27,24: denn Reichtum bleibt nicht für immer, und selbst Königreiche vergehen!

Spr 27,25: Mähe die Wiesen, damit frisches Gras nachwachsen kann, und hole das Heu von den Bergen!

Spr 27,26: Aus der Wolle der Schafe kannst du Kleider anfertigen, und von dem Geld, das du für die Ziegenböcke bekommst, neues Land kaufen.

Spr 27,27: Die Ziegen geben Milch für dich und deine Familie und für alle deine Mägde.

Sprüche Kap. 28

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 28

Spr 28,1: Wer sich von Gott losgesagt hat, ist auf der Flucht, auch wenn niemand ihn verfolgt; wer aber Gott gehorcht, fühlt sich sicher wie ein Löwe.

Die Gerechten kennen Gott, fürchten ihn und wissen sich bei ihm geborgen. Egal, was ihnen auch geschehen mag, sie wissen, dass kein Schicksal oder kein Mensch sie jemals mehr aus Gottes Hand reißen kann. Sie wissen, dass das Böse zum Guten mitwirken muss (Röm 8,28), dass sie selbst im Leid Gott verherrlichen (Joh 12,27.28) und Gott erkennen können (Spr 3,5.6), dass allein Gott zu fürchten ist (Lk 12,4.5) und dass der Herr Jesus die Welt mit ihrer Angst überwunden hat (Joh 16,33), wodurch sie selbst zu Überwindern werden können (1. Joh 5,4). Jürgen Fischer

Spr 28,2: Wenn ein Volk sich in Schuld verstrickt, dann spielen viele sich als Herrscher auf. Aber durch einen vernünftigen und einsichtsvollen Mann an der Spitze herrschen Recht und Ordnung.

Spr 28,3: Wer selbst nichts hat und andere Arme ausbeutet, ist wie ein verheerendes Unwetter, das die Ernte verdirbt.

Spr 28,4: Wer Gottes Gesetz nicht beachtet, lobt den, der Unrecht tut. Wer sich aber an das Gesetz hält, kämpft gegen die Gottlosen an.

Spr 28,5: Böse Menschen verstehen nicht, was gut und richtig ist; wer aber nach dem Herrn fragt, weiß, worauf es ankommt.

Klarheit im Denken und moralisches Unterscheidungsvermögen hängen an der Beziehung zum Schöpfergott. Wer den Herrn sucht, d.h. ihn verstehen und ihm gefallen will, der schafft damit die Voraussetzung dafür, dass er weit mehr versteht, als nur die Person Gottes. Der Gläubige gewinnt die Perspektive für ein ganzes Leben. Menschen, die eng mit Gott leben, wissen gut und böse zu unterscheiden, kennen die Grenzen ihrer Erkenntnisfähigkeit und werden ihr Leben Gott anvertrauen, weil er die Grundlage ihres Lebens ist. Böse Menschen verstehen nichts. Sie haben kein Gespür für Recht und Unrecht. Sie halten sich selbst für den Maßstab und suchen sich aus einer unüberschaubaren Flut an Argumenten und Fakten die heraus, die ihnen genehm sind. Jürgen Fischer

Spr 28,6: Lieber arm sein und ehrlich leben als reich sein und krumme Wege gehen!

Spr 28,7: Ein junger Mensch, der das Gesetz Gottes beachtet, ist klug. Wer aber mit Verschwendern Umgang pflegt, macht seinen Eltern Schande.

Spr 28,8: Wer seinen Reichtum durch Aufpreis und Zinsen vermehrt, muss sein Vermögen einmal dem überlassen, der den Armen hilft.

Spr 28,9: Wer auf Gottes Gesetz nicht hören will, den will auch Gott nicht hören – sein Gebet ist Gott zuwider!

Spr 28,10: Wer aufrichtige Menschen dazu verführt, Böses zu tun, wird in seine eigene Falle stürzen. Der Ehrliche aber wird reich belohnt.

Spr 28,11: Der Reiche hält sich selbst für klug, aber ein Armer, der Verstand besitzt, durchschaut ihn.

Spr 28,12: Wenn Menschen, die Gott gehorchen, an die Macht kommen, brechen herrliche Zeiten an; aber wenn Gottlose das Sagen haben, verstecken sich die Leute.

Spr 28,13: Wer seine Sünden vertuscht, hat kein Glück; wer sie aber bekennt und meidet, der wird Erbarmen finden.

Spr 28,13: Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

Schuldbekenntnis: Es geht um den Umgang mit eigener Sünde. Wer sie versteckt und so tut als hätte er nichts Falsches getan, der wird keine Barmherzigkeit finden. Weder bei Menschen noch bei Gott. Wer Gnade und Vergebung sucht, muss seine Übertretungen bekennen und lassen. Andernfalls wird sein Leben nicht gelingen, weil Gott Sünde straft und seine geistlichen Kinder züchtigt. Es ist Gott, der uns vergeben will, wenn wir zu unseren Fehlern stehen und uns darum bemühen, sie nicht mehr wieder zu tun. Wie schwer fällt es dir, Sünde vor Menschen oder vor Gott zuzugeben? Gibt es Sünde, die du immer wieder bekennst, aber es fehlen dir der Biss oder gute Ideen, sie zu lassen? Gibt es Sünden, die du versteckst?

Spr 28,14: Glücklich ist, wer Gott zu jeder Zeit achtet und ehrt! Wer sich aber innerlich verhärtet, wird ins Unglück stürzen.

Spr 28,14: Wohl dem Menschen, der beständig in der Furcht Gottes bleibt. Wer aber sein Herz verhärtet, wird ins Unglück stürzen.

Gottesfurcht: Glücklich, wer stets in der Furcht lebt, wer sich mit der Erwägung seiner eigenen Fehler befaßt und die Augen nicht öffnet,.um die Fehler der anderen zu betrachten. Es gehört zum klugen Menschsein dazu, dass man sich vor Gott fürchtet. Der Herr will Ehrfurcht und Verehrung. Er will gehört werden. Er will uns in unser Leben hineinsprechen dürfen. Wer sein Herz verhärtet, es unempfindlich gegen Gottes Reden macht, der wird ins Unglück fallen. Unglaube, Rebellion und Trotz erben keinen Segen. Wer sich nicht ermahnen und korrigieren lässt, der ist schon verloren. Anders der gehorsame Gläubige. Er maximiert seine Lebensqualität und muss sich nicht vor Gottes Strafe fürchten. Wahres Glück und Gottesfurcht gehen immer Hand in Hand

Glücklich, wer stets in der Furcht lebt, wer sich mit der Erwägung seiner eigenen Fehler befasst und die Augen nicht öffnet, um die Fehler der anderen zu betrachten. Franz von Sales

Spr 28,15: Ein Herrscher, der Gott missachtet, gleicht einem brüllenden Löwen und einem gereizten Bären – ein armes Volk ist machtlos gegen ihn!

Spr 28,16: Ein Machthaber ohne Verstand beutet seine Untergebenen aus; wer aber unehrlich erworbenen Gewinn hasst, der kann ein langes Leben genießen.

Spr 28,17: Ein Mörder ist bis zu seinem Tod immer auf der Flucht – niemand soll ihn dabei aufhalten!

Spr 28,18: Wer ehrlich ist, dem wird immer geholfen; wer aber krumme Wege geht, wird plötzlich zu Fall kommen.

Spr 28,19: Wer seine Felder bestellt, hat genug zu essen; wer bloß Luftschlösser baut, auf den wartet die Armut!

Spr 28,20: Ein zuverlässiger Mensch wird reich beschenkt; doch wer sich um jeden Preis bereichern will, bleibt nicht ungestraft.

Spr 28,21: Es ist nicht gut, parteiisch zu sein; aber manch einer lässt sich schon für einen Bissen Brot zum Unrecht verleiten!

Spr 28,22: Ein neidischer Mensch giert nach Reichtum und weiß nicht, dass Armut über ihn kommen wird!

Spr 28,23: Wer einen anderen zurechtweist, wird letzten Endes mehr Dank bekommen als jemand, der den Leuten nur nach dem Munde redet.

Spr 28,23: Wer einen anderen zurechtweist, wird zuletzt mehr Gunst finden als derjenige, der mit der Zunge schmeichelt.

Klare Worte: Wer ein falsches Verhalten nicht nur übersieht, sondern durch Schmeichelei bewusst überdeckt, wird keine Gunst finden. Bei niemandem! Schlussendlich auch nicht bei dem Betroffenen, der die Folgen seines Fehlverhaltens ausbaden muss. Wer bereit ist, Sünde anzusprechen, der macht sich nicht bei jedem beliebt, aber er wird Gunst finden, sei es bei Gott, der Gesellschaft oder am Ende vielleicht sogar bei dem Betroffenen. Korrektur ist wertvoller als Schmeichelei. Bist du bereit, das Fehlverhalten von Menschen anzusprechen? Hast du dich schon einmal dabei ertappt, bösen Menschen zu schmeicheln?

Spr 28,24: Wer Vater oder Mutter beraubt und sagt: »Das ist kein Unrecht!«, der ist nicht besser als einer, der alles zerstört!

Spr 28,25: Habgier führt zu Streit; wer aber dem Herrn vertraut, dem fehlt nichts.

Spr 28,25: Der Habgierige verursacht Streit, wer aber auf den Herrn vertraut, wird reichlich gesättigt.

Geben statt nehmen: Der Habgierige ist einer, der nicht genug bekommt. Er kennt keine Genügsamkeit, will immer mehr und er ist bereit, einen Streit vom Zaun zu brechen, um seine Wünsche zu verwirklichen. Es ist immer weise und letztendlich auch für einen selbst gut, wenn man sich um die Bedürfnisse der Armen kümmert. Gott ist auf der Seite derer, die sich der Schwachen annehmen. Wer seine Augen jedoch vor der Not anderer verschließt, wer ihr Schreien nicht hören will, der wird von Menschen und von Gott verflucht. Der Mildtätige hat Überfluss und der Knauserige die Verwünschung.

Spr 28,26: Wer sich nur auf seinen Verstand verlässt, ist ein Dummkopf. Gestalte dein Leben nach der Weisheit, die Gott gibt, dann bist du in Sicherheit!

Jeder Mensch muss auf etwas vertrauen. Entweder auf sein eigenes Denken oder auf offenbarte Weisheit. Ich kann mir selbst einen Reim auf das Leben und die Moral machen oder ich kann auf den Wegen gehen, die Gott vorgibt. Wer auf sich vertraut, der ist ein Dummkopf. Wer auf Gott vertraut, der wird gerettet. Der Text sagt nicht genau, wovor der Weise gerettet wird, aber es kann sich dabei um die eigene Narrheit oder um göttliche Strafe handeln. Jürgen Fischer

Spr 28,27: Hilf dem Armen, dann wirst du selbst nie Mangel leiden! Wenn du deine Augen vor der Not verschließt, werden viele dich verfluchen.

Spr 28,27: Wer dem Armen gibt, hat keinen Mangel.

Spr 28,28: Wenn gottlose Herrscher regieren, verstecken sich die Leute. Doch wenn jene umkommen, leben alle, die Gott gehorchen, wieder auf.

Sprüche Kap. 29

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 29

Spr 29,1: Wer oft ermahnt wird und trotzdem eigensinnig bleibt, der findet plötzlich ein schreckliches Ende – ohne jede Hoffnung auf Rettung!

Spr 29,2: Wenn es viele Menschen gibt, die Gott gehorchen, dann freut sich ein Volk. Wenn aber ein gottloser Herrscher regiert, dann kann es nur noch stöhnen.

Spr 29,3: Wenn du Weisheit liebst, machst du deinen Eltern Freude. Wenn du dich mit Huren einlässt, verschleuderst du dein Vermögen!

Spr 29,4: Wenn ein König das Recht beachtet, lebt sein Volk in Sicherheit und Frieden; doch wenn er immer neue Steuern aus ihnen herauspresst, richtet er das Land zugrunde.

Spr 29,5: Wer andere mit schmeichelnden Worten umgarnt, breitet ein Fangnetz vor ihren Füßen aus.

Spr 29,6: Der Böse verstrickt sich immer tiefer in seine Schuld; wer aber Gott gehorcht, singt vor Freude und Glück!

Spr 29,7: Wer Gott liebt, der achtet die Rechte der Armen; doch der Gottlose will nichts davon wissen.

Spr 29,8: Spötter bringen die ganze Stadt in Aufruhr, weise Menschen jedoch machen dem Ärger ein Ende.

Spr 29,8: Die Weisen stillen den Zorn.

Den Zorn stillen: Jeder von uns ist mal wütend. Das ist nur menschlich. Aufpassen müssen wir, wenn wir merken, dass dies des Öfteren passiert, denn dann dringt diese Emotion so tief in unsere Seele, dass sie das Wachsen der vollkommenen Freude behindern kann. Daher: Wenn du Wut fühlst, dann bedenke stets, welch Folgen es haben kann, wenn du sie ungehindert raus lässt. Sie ist zu nichts nützlich und schädigt unser Immunsystem. Ein gesunder Geist ist ein ruhiger Geist. Versuche daher stets die Wut in den Griff zu bekommen. Denke zum Beispiel daran, dass auch der Mensch, auf den du gerade wütend bist, nach Gottes Ebenbild geschaffen sind.

Bleibt bei all eurem Kummer froh und ergeben!  Schaut nach oben und lasst keinen  Zorn  aufkommen. Johannes XXIII

Spr 29,9: Wenn ein verständiger Mensch mit einem Dummkopf vor Gericht geht, dann lacht dieser nur, oder er fängt an zu toben – aber sagen lässt er sich nichts!

Spr 29,10: Blutdurstige Menschen hassen alle Unschuldigen; ehrliche Menschen aber setzen alles ein, um das Leben der Unschuldigen zu retten.

Spr 29,11: Nur ein Dummkopf lässt seinem Zorn freien Lauf, ein Verständiger hält seinen Unmut zurück.

Ein Narr kann sich nicht beherrschen. Ist er erst einmal sauer, dann muss der Ärger auch raus. Selbstbeherrschung und Mäßigung sind ihm fremd. Da er die Schuld für seinen Zorn nie bei sich sucht und auch gar nicht einsieht, dass es unweise ist loszuschreien, terrorisiert er seine Umgebung mit seinen Wutausbrüchen.

Anders der Weise. Darin geübt, mäßigend und selbstbeherrscht mit seinen eigenen negativen Gefühlen umzugehen, gelingt es ihm letztlich sogar den Dummkopf zu beschwichtigen. Wo der Narr eine Gemeinschaft mit seiner Tobsucht kaputt macht, stellt der Weise sie mit seiner Friedfertigkeit wieder her.

Spr 29,12: Wenn ein Herrscher auf die Worte von Lügnern hört, sind auch seine Untergebenen bald alle Betrüger!

Spr 29,13: Der Arme und sein Ausbeuter haben eins gemeinsam: Es ist der Herr, der beiden das Augenlicht gab!

Spr 29,14: Wenn ein König die Armen gerecht behandelt, dann steht seine Regierung fest und sicher.

Spr 29,15: Strenge Erziehung bringt ein Kind zur Vernunft. Ein Kind, das sich selbst überlassen wird, macht seinen Eltern Schande.

Spr 29,16: Je mehr gottlose Menschen, desto mehr Verbrechen. Wer aber Gott vertraut, wird den Untergang dieser Leute erleben.

Spr 29,17: Erziehe dein Kind mit Strenge! Dann wird es dir viel Freude machen.

Spr 29,18: Ohne Gottes Weisung verwildert ein Volk; doch es blüht auf, wenn es Gottes Gesetz befolgt!

Spr 29,19: Einen Sklaven kannst du nicht mit Worten allein ermahnen. Er versteht sie zwar, aber er wird sie nicht beachten.

Spr 29,20: Kennst du jemanden, der redet, ohne vorher überlegt zu haben? Ich sage dir: Für einen Dummkopf gibt es mehr Hoffnung als für ihn!

Was ist schlimmer als ein Dummkopf? Wer hat weniger Hoffnung auf ein erfülltes Leben als ein Narr? Das ist die Person, die nicht nachdenkt, bevor sie den Mund öffnet! Wer mit seinen Worten hastig ist, der redet einfach drauf los und dabei kommt viel dummes, verletzendes, unkluges und ihm schadendes Zeug raus. So jemand redet sich „um Kopf und Kragen“.

Bist du manchmal hastig mit Worten, redest unbedacht und zu viel?

Spr 29,21: Wenn du einen Sklaven von Anfang an verwöhnst, wird er sich schließlich über dich erheben!

Spr 29,22: Wer schnell aufbraust, ruft Streit hervor; und ein Jähzorniger lädt viel Schuld auf sich!

Gegen den Jähzorn: Der Zornige macht aus jeder Meinungsverschiedenheit einen Anlass für Zank und Streit. Als Hitzkopf ist sein Leben voll von Sünde und Übertretung. Fällt es dir leicht, deinen Zorn zu zügeln und einen Streit abzuwenden? Wenn du innerlich kochst, fürchtest du dich dann vor den Konsequenzen deines Handelns?

Spr 29,23: Wer hochmütig ist, wird schließlich erniedrigt werden; der Bescheidene dagegen wird geehrt.

Hochmut und Demut: Der Demütige, der mit dem niedrigen Geist, weiß um seine Abhängigkeit von Gott. Er ist grundsätzlich für den Nächsten, will ihm nicht schaden, sondern kümmert sich um dessen Bedürfnisse (vgl. Philipper 2,3.4). Diese Haltung bringt ihm Ehre bei Gott und den Menschen ein.

Spr 29,24: Wer mit einem Dieb die Beute teilt, der muss lebensmüde sein! Er hört den Fluch des Gerichts, aber anzeigen kann er den Räuber nicht.

Spr 29,25: Wer das Urteil der Menschen fürchtet, gerät in ihre Abhängigkeit; wer dem Herrn vertraut, ist gelassen und sicher.

Spr 29,25: Menschenfurcht bringt zu Fall. Wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt.

Wider die Menschenfurcht: Die Angst vor Verurteilung, Kritik und dergleichen darf dich nicht bestimmen, so dass du Gutes unterlässt. Für Harmoniestrebende (der ich einer bin) nicht leicht. Die Angst vor der Meinung der anderen versklavt dich. Das ist nicht gut. Der Gläubige fürchtet Gott mehr als Umstände und andere Menschen. Und weil er auf den Herrn vertraut und das tut, was Gott von ihm verlangt, auch dann, wenn er Angst hat, deshalb erlebt er Gottes Schutz. Der Gläubige lässt sich sein Verhalten nicht von der Angst vor Menschen diktieren, weil er weiß, dass ein solches Verhalten nicht gut ist.

Wann stehst du in der Gefahr, aus Angst vor Menschen und ihrem Urteil über dich Dinge zu tun, die falsch sind?

Der Gerechte fürchtet Gott mehr als Umstände und andere Menschen (vgl. Lk12,5). Und weil er auf den Herrn vertraut und das tut, was Gott von ihm verlangt, auch dann, wenn er Angst hat, deshalb erlebt er Gottes Schutz. Der Gläubige lässt sich sein Verhalten nicht von der Angst vor Menschen diktieren, weil er weiß, dass ein solches Verhalten (wenn man überhaupt reagiert) unvernünftig und gefährlich ist. Wer sich aus Feigheit dem Diktat von Einschüchterung und Panik beugt, der wird schließlich selbst zu Fall gebracht werden.

Spr 29,26: Viele suchen die Gunst eines Herrschers, doch der Herr allein verschafft jedem Recht!

Spr 29,27: Wer Gott liebt, verabscheut den Übeltäter. Wer Gott missachtet, verabscheut den Aufrichtigen.

Sprüche Kap. 30

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 30

Spr 30,1: Folgende Worte stammen von Agur, dem Sohn von Jake. Dieser Mann sagte: Ich habe mich abgemüht, o Gott, ich habe mich abgemüht und bin am Ende!

Spr 30,2: Denn ich bin zu dumm, um als Mensch gelten zu können, und besitze keinen Verstand.

Spr 30,3: Ich habe keine Weisheit erlangt, ich weiß fast nichts über den heiligen Gott und bin mit ihm nicht vertraut.

Spr 30,4: Sag mir: Wer ist jemals zum Himmel hinauf- und wieder hinabgestiegen? Wer hat den Wind mit seinen Händen gezähmt oder die Wassermassen gebändigt? Wer setzte die Grenzen der Erde fest? Weißt du, wer das alles vollbracht hat? Dann nenn mir seinen Namen und den seines Sohnes!

Spr 30,5: Was Gott sagt, ist wahr und zuverlässig; er beschützt alle, die Schutz bei ihm suchen.

Er beschützt alle, die Schutz bei ihm suchen: Obwohl Gottes Weisheit für den Menschen aus sich heraus unzugänglich ist, schafft Gott einen Weg. Er offenbart sich nicht nur allgemein in der Schöpfung, der Geschichte oder im Gewissen, sondern speziell in seinem Wort. Das Problem des Nichtwissens löst sich im Moment der Beziehung auf. Weisheit findet nicht der intellektuell Starke, sondern der Demütige, der sich ehrlich um eine Beziehung mit dem Schöpfer bemüht. Wer nach Gottes Namen fragt, also Gott als Person erkennen will, der findet auch in der Begegnung mit Gott dessen Weisheit. Gott allein besitzt Weisheit und offenbart sie durch sein Wort denen, die danach suchen. Erst wenn wir uns vor Gott beugen und Gott als den anerkennen, der alles vermag und für den kein Plan unausführbar ist (Hiob 42,2), öffnen wir die Tür zu seiner Weisheit, weil wir – wie Hiob – seine Stimme hören

Spr 30,6: Füge seinen Worten nichts hinzu, sonst zieht er dich zur Rechenschaft, und du stehst als Lügner da!

Spr 30,7: Herr, ich bitte dich um zweierlei, erfülle mir doch diese Bitten, solange ich lebe:

Spr 30,8: Bewahre mich davor, zu lügen und zu betrügen, und lass mich weder arm noch reich sein! Gib mir nur so viel, wie ich zum Leben brauche!

Spr 30,8: Lass mich weder arm noch reich sein! Gib mir nur so viel, wie ich zum Leben brauche!

Das richtige Maß: Hinter viel Besitz steht immer die Gefahr, dass man seine Hoffnung auf sein Vermögen und nicht mehr auf Gott setzt. Der Reiche steht in der Gefahr, Gott zu vergessen. Aber arm zu sein ist nun auch nicht schön. Hier wird nun der Mittelweg genannt: weder arm noch reich, genug, aber nicht zu viel. Diese Bitte ist wahre Weisheit und gleichzeitig die Haltung, die ein Mensch braucht, dem Gott Wohlstand anvertrauen kann, um damit in Gottes Sinn Gutes zu bewirken.

Spr 30,9: Denn wenn ich zu viel besitze, bestreite ich vielleicht, dass ich dich brauche, und frage: »Wer ist denn schon der Herr?« Wenn ich aber zu arm bin, werde ich vielleicht zum Dieb und bereite dir, meinem Gott, damit Schande!

Spr 30,10: Mach einen Diener bei seinem Herrn nicht schlecht, sonst verflucht er dich, und du musst es büßen!

Spr 30,11: Was müssen das für Leute sein, die ihren Vater verfluchen und ihre Mutter missachten!

Spr 30,12: Was müssen das für Leute sein, die sich selbst für untadelig halten und doch besudelt sind mit ihrer Schuld!

Spr 30,13: Was müssen das für Leute sein, die hochmütig und überheblich auf andere herabschauen!

Spr 30,14: Was müssen das für Leute sein, die alle Armen und Hilflosen rücksichtslos ausbeuten und von der Erde vertilgen!

Spr 30,15: Manche Leute sind wie Blutegel: »Gib her, gib her!«, fordern sie und saugen andere damit aus. Drei sind unersättlich, und auch das Vierte bekommt niemals genug:

Spr 30,16: das Reich der Toten, eine unfruchtbare Frau, die gerne Kinder haben möchte, trockener Boden, der nach Regen dürstet, und das Feuer, das gierig immer weiterfrisst.

Spr 30,17: Wer spöttisch auf seinen Vater herabsieht und seiner Mutter nicht gehorchen will, dem werden die Raben die Augen aushacken, und die Geier werden ihn auffressen!

Spr 30,18: Drei Dinge sind mir rätselhaft, und auch das Vierte ist für mich unbegreiflich:

Spr 30,19: der Flug des Adlers am Himmel, das Schleichen der Schlange über einen Felsen, die Fahrt des Schiffes über das tiefe Meer und die Liebe zwischen Mann und Frau!

Spr 30,20: So benimmt sich eine untreue Frau: Sie schläft mit einem anderen Mann, wäscht sich und sagt: »Ich habe doch nichts Böses getan!«

Spr 30,21-23: Unter drei Dingen zittert ein Land und vier kann es nicht ertragen: wenn ein Sklave König wird  und wenn ein Narr zu Wohlstand kommt; wenn eine Verschmähte geheiratet wird und wenn eine Magd ihre Herrin beerbt.

Geduld haben: Eine Magd, die plötzlich Herrin wird, wird leicht überheblich. Es bestünde daher auch für die Seele, die lange Zeit ihren eigenen Leidenschaften und Neigungen gedient hat, große Gefahr, stolz und eitel zu werden, wenn sie in eine Augenblick völlig Herrin über sich würde. Wir müssen uns daher nach und nach und Schritt für Schritt die Beherrschung derselben erwerben. Daher heißt es Geduld haben mit allem, in erster Linie aber mit sich selbst. Solange wir auf der Erde sind, müssen wir uns selbst ertragen, bis Gott uns in den Himmel trägt. Wir müssen Geduld haben und dürfen nicht denken, wir könnten an einem Tag soviel üble Gewohnheiten ablegen, die wir durch unsere geringe Sorge um unsere geistige Gesundheit angenommen haben.

Spr 30,24: Vier Tiere sind sehr klein und doch überaus klug:

Spr 30,25: die Ameisen – sie sind ein schwaches Volk, und doch legen sie im Sommer einen Vorrat an;

Lernen von den Ameisen: Von den Ernteameisen kann man kluges Vorausplanen und diszipliniertes Handeln lernen. Weil sie im Winter nicht genug Nahrung finden, sammeln sie im Sommer genug Vorräte, um Dürre- und Frostperioden gut zu überstehen. Dieses Prinzip lässt sich auf viele Bereiche des Lebens übertragen. Es gibt eine Zeit des Sammelns und eine Zeit, in der man von dem lebt, was man gesammelt hat. Unser Leben ist so eingerichtet, dass man nicht alles zu allen Zeiten gleichtun kann; und dieser Tatsache müssen wir Rechnung tragen.

Spr 30,26: die Klippdachse – sie sind nicht kräftig, aber sie bauen ihren Unterschlupf in den unzugänglichen Felsklüften;

Lernen vom Klippdachs: Der Klippdachs weiß, wie man sich versteckt. In der Anwendung kann dieses Prinzip in zwei Richtungen gedacht wer-den. Gott ist unser Schutz, bei dem wir uns bergen können. Er ist der Fels unserer Rettung (5Mose 32,15.37; Psalm 89,27), ein Fels der Zuflucht (Psalm 31,3), meine Festung (Psalm 31,4; 62,3.7) und meine Burg (Psalm 71,3). Ihn kennen und wissen, wie man sich in Zeiten der Not bei ihm bergen kann, das ist der Inbegriff von Weisheit. 

Spr 30,27: die Heuschrecken – sie haben zwar keinen König, aber sie ziehen in geordneten Scharen aus;

Lernen von den Heuschrecken: Weisheit liegt in einem Team, in dem jedes Mitglied von sich aus, freiwillig, intrinsisch motiviert und uneigennützig seinen Beitrag zum Ergebnis liefert. Es ist gut, die Aufgaben im Leben, die mich überfordern, mit guten Freunden an meiner Seite anzugehen.

Spr 30,28: die Eidechsen – du kannst sie mit den Händen fangen, und doch findest du sie in Palästen!

Spr 30,29: Drei schreiten stolz umher, und auch der Vierte hat einen majestätischen Gang:

Spr 30,30: der Löwe, König der Tiere, der vor nichts Angst hat;

Spr 30,31: ein Hahn, der umherstolziert; ein Ziegenbock und ein König, der sein Heer anführt.

Spr 30,32: Wenn du meinst, du seist besser als andere, ob zu Recht oder zu Unrecht, dann halte den Mund und schweig lieber!

Spr 30,33: Denn wenn man Milch schlägt, gibt es Butter; schlägt man die Nase, kommt Blut heraus; und reizt man den Zorn, dann gibt es Streit!

Sprüche Kap. 31

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 31

Spr 31,1: Folgende Worte stammen von König Lemuel; seine Mutter gab sie ihm mit auf den Weg.

Spr 31,2: Sie sagte: »Du bist mein geliebter Sohn, die Antwort auf meine Gebete! Was soll ich dir raten?

Spr 31,3: Lass nicht deine ganze Kraft bei den Frauen, das hat schon viele Könige zu Fall gebracht!

Spr 31,4: Höre, Lemuel, ein König soll sich nicht betrinken und dem Wein nicht ergeben sein!

Spr 31,5: Er könnte sonst im Rausch das Recht vernachlässigen und die Not der Bedürftigen vergessen.

Spr 31,6: Gebt den Wein lieber denen, die dahinsiechen und verbittert sind!

Spr 31,7: Lasst sie trinken und im Rausch ihre Armut und Mühsal vergessen!

Spr 31,8: Du aber tritt für die Leute ein, die sich selbst nicht verteidigen können! Schütze das Recht der Hilflosen!

Sich für andere einsetzen: Es liegt an mir, ob heute Menschen geholfen wird! Das klingt anmaßend. Doch es fordert mich auf, mich für Menschen einzusetzen. Rede und schweige nicht! Handle und zögere nicht. Wer Jesus nachfolgen will, ist aufgerufen, Fürsprecher dieser Menschen zu sein. Frage dich: Wo bin gefordert? Wo gibt es Menschen, die übersehen werden? Für welche Menschen soll ich mich einsetzen?

Spr 31,9: Sprich für sie und regiere gerecht! Hilf den Armen und Unterdrückten!

Spr 31,10: Eine tüchtige Frau – wer hat das Glück, sie zu finden? Sie ist wertvoller als viele Juwelen!

Spr 31,11: Ihr Mann kann sich auf sie verlassen, sie bewahrt und vergrößert seinen Besitz.

Spr 31,12: Ihr Leben lang tut sie ihm Gutes, niemals fügt sie ihm Leid zu.

Spr 31,13: Sie besorgt sich Wolle und Flachs und verarbeitet es mit geschickten Händen.

Spr 31,14: Von weit her schafft sie Nahrung herbei, wie ein Handelsschiff aus fernen Ländern.

Spr 31,15: Noch vor Tagesanbruch steht sie auf und bereitet das Essen; den Mägden sagt sie, was zu tun ist.

Spr 31,16: Sie hält Ausschau nach einem ertragreichen Feld und kauft es; von dem Geld, das ihre Arbeit einbringt, pflanzt sie einen Weinberg.

Spr 31,17: Unermüdlich und voller Tatkraft ist sie bei der Arbeit; was getan werden muss, das packt sie an!

Tun und anpacken: Sie dürfen Ihrem Geist nicht erlauben, sich selbst zu betrachten und auf die eigenen Kräfte und Neigungen zurückzuschauen. Sie müssen die Augen auf das Wohlgefallen Gottes heften. Man darf sich nicht damit aufhalten, zu grübeln, wenn man laufen muss, noch über Schwierigkeiten zu reden, wenn sie gelöst werden sollen. Umgürten Sie Ihre Lenden mit Kraft und erfüllen Sie Ihr Herz mit Mut und dann sagen Sie: Ich werde es schon recht machen, aber nicht ich, sondern die Gnade Gottes mit mir. Betrachten Sie, erheben Sie Ihren Geist, tragen Sie ihn zu Gott hinauf, ziehen Sie Gott in Ihren Geist hinein. Spinnen Sie den Faden der kleinen Tugenden, lassen Sie sich zu Übungen der Nächstenliebe herab. Gott sieht Ihren kleinen Schritten wohlgefällig zu und wird wie ein guter Vater, der sein Kind an der Hand hält, seine Schritte den Ihren angleichen und sich damit begnügen, nicht schneller zu gehen als Sie.

Spr 31,18: Sie merkt, dass ihr Fleiß Gewinn bringt; beim Licht der Lampe arbeitet sie bis spät in die Nacht.

Spr 31,19: Mit geschickten Händen spinnt sie ihr eigenes Garn.

Spr 31,19: Sie greift nach dem Spinnrocken, und ihre Hände fassen die Spindel.

Worte von Franz von Sales: Ihre Finger haben, sagt er, die Spindel gehandhabt. Wie gerne würde ich Ihnen etwas über dieses Wort sagen! Ihr Spinnrocken ist die Vielzahl Ihrer Wünsche: spinnen Sie alle Tage ein wenig, drehen Sie Ihre Vorsätze zum Faden bis zur Durchführung, und Sie werden zweifellos ans Ziel gelangen. Hüten Sie sich aber vor Hast, denn sonst verwickelt sich Ihr Faden zu einem Knoten und bringt Ihre Spindel in Unordnung. Machen wir nur immer weiter; wenn wir auch nur langsam vorwärts kommen, so legen wir doch einen weiten Weg zurück.

Worte von Franz von Sales: Lege die Hand an Großes, übe dich im innerlichen Gebet, in der Betrachtung, empfange die Sakramente, flöße anderen die Liebe zu Gott ein, senke in ihre Herzen gute Regungen, wirke Großes und Wichtiges je nach deinem Beruf; darüber aber vergiß nicht deinen Spinnrocken und deine Spindel, d. h. übe die kleinen und bescheidenen Tugenden, die wie Blumen am Fuß des Kreuzes wachsen: Armendienst, Krankenbesuche, gewissenhafte Sorge für die eigene Familie mit allem, was dazu gehört, fleißige Arbeit, die dich nie müßig sein läßt. Die großen Gelegenheiten, Gott zu dienen, sind selten: kleine gibt es immer. Wer aber im Kleinen treu ist, sagt der Heiland, den wird man über Großes setzen (Mt 25,21). Verrichte also alles im Namen Gottes (Kol 3,17) und es wird gut getan sein. Ob du ißt oder trinkst (1 Kor 10,31), dich erholst oder am Herd stehst: wenn du deine Arbeit gut verrichtest, wirst du großen Nutzen vor Gott haben, wenn du alles tust, weil Gott es von dir verlangt.

Spr 31,20: Sie erbarmt sich über die Armen und gibt den Bedürftigen, was sie brauchen.

Spr 31,21: Den kalten Winter fürchtet sie nicht, denn ihre ganze Familie hat Kleider aus guter und warmer Wolle.

Spr 31,22: Sie fertigt schöne Decken an, und ihre Kleider macht sie aus feinem Leinen und purpurroter Seide.

Spr 31,23: Ihr Mann ist überall bekannt, und was er sagt, hat Gewicht im Rat der Stadt.

Spr 31,24: Sie näht Kleidung aus wertvollen Stoffen und verkauft sie, ihre selbst gemachten Gürtel bietet sie den Händlern an.

Spr 31,25: Sie ist eine würdevolle und angesehene Frau, zuversichtlich blickt sie in die Zukunft.

Spr 31,26: Sie redet nicht gedankenlos, und ihre Anweisungen gibt sie freundlich.

Spr 31,27: Sie kennt und überwacht alles, was in ihrem Haus vor sich geht – nur Faulheit kennt sie nicht!

Spr 31,28: Ihre Kinder reden voller Stolz von ihr, und ihr Mann lobt sie mit überschwänglichen Worten:

Spr 31,29: »Es gibt wohl viele gute und tüchtige Frauen, aber du übertriffst sie alle!«

Spr 31,30: Anmut kann täuschen, und Schönheit vergeht – doch wenn eine Frau Ehrfurcht vor dem Herrn hat, dann verdient sie das höchste Lob!

Spr 31,31: Rühmt sie für ihre Arbeit und Mühe! In der ganzen Stadt soll sie für ihre Taten geehrt werden!


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch der Sprüche (Spr) Kapitel 27 bis 31.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

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