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Sprüche (Spr) Kapitel 11 bis 14: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch der Sprüche (Spr) Kapitel 11 bis 14

Sprüche Kap. 11

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 11

Spr 11,1: Eine falsch eingestellte Waage verabscheut der Herr, aber er freut sich, wenn die Gewichte stimmen.

Spr 11,2: Hochmut zieht Schande nach sich, ein weiser Mensch ist bescheiden.

Bescheidenheit: Weniger wäre manchmal mehr gewesen (Kant) Oder um es mit Abbas Poimen zu sagen: Alles Übermaß ist von den Dämonen. Ja, Bescheidenheit ist das Gegenteil von Vermessenheit. Du lebst heute in einer Gesellschaft der Mehr-Kultur.  Die Gefahr ist, dass du dich da reinziehen lässt. Bescheidenheit heilt deine Seele von dem Mehr, Größer und Besser. „Das wahre Glück ist die Genügsamkeit und die Genügsamkeit hat überall genug.“ (Goethe). Hüte dich also vor der Übertreibung und dem Übermaß im materiellen, wie auch im geistigen und spirituellen Bereich.

Spr 11,3: Ehrlichkeit leitet den Aufrichtigen auf seinem Weg; ein Unehrlicher zerstört sich selbst durch seine Falschheit.

Spr 11,4: Reichtum bewahrt nicht vor Gottes Zorn; wer aber Gott gehorcht, bleibt von dem Verderben verschont.

Spr 11,5: Wer sich nach Gottes Geboten richtet, dem ebnet sein Gehorsam den Weg; aber einen Gottlosen bringt seine Sünde zu Fall.

Spr 11,6: Den Aufrichtigen rettet seine Rechtschaffenheit; doch der, dem man nicht trauen kann, ist durch seine eigene Gier gefangen.

Gerechtigkeit oder Gier: Der Wunsch, Gutes zu tun, leitet sie und gerechtes Verhalten wird zum entscheidenden Faktor ihrer Errettung. Hier bleibt offen, ob es sich um zeitliche oder ewige Errettung handelt, und vielleicht sollte man an beides denken. Gerechtigkeit zahlt sich nämlich immer aus! Während die Aufrichtigen zum Segen werden, ist das Leben der Treulosen von Gier geprägt und werden so in ihrem Wunsch nach immer mehr zu Gefangenen ihrer Lust. Als Christen müssen wir uns der Tatsache bewusst sein, dass in uns der sündige Impuls schlummert, immer mehr haben zu wollen. Das Nein zu Luxus, Verschwendung, Völlerei, Habgier bei einem gleichzeitigen Ja zu einer gesunden Form des Genusses, der unsere Seele in die Anbetung führt, ist für uns von größter Bedeutung. Wer gierig wird und den Schlund nicht voll bekommt, gehört zu den Treulosen nicht zu den Aufrichtigen. Jürgen Fischer

Spr 11,7: Mit dem Tod eines Gottlosen sterben auch seine Hoffnungen; alles, worauf er sich bisher verlassen hatte, hilft dann nicht mehr.

Spr 11,8: Wer zu Gott gehört, wird aus der Not gerettet; an seiner Stelle gerät der hinein, der von Gott nichts wissen will.

Spr 11,9: Wer Gott missachtet, schadet anderen mit seinen Worten; wer Gott gehorcht, kommt durch sein Wissen davon.

Mit Worten können wir Schaden anrichten: Der Ruchlose redet und verdirbt mit Worten seinen (unwissenden) Nächsten. Als Menschen müssen wir unser Leben nach dem einrichten, was wir hören. Informationen prägen Entscheidungen. Wer auf Ruchlose hört, die ihm nicht die Wahrheit sagen, weil sie verführen wollen oder selbst Verführte sind (vgl. 2. Tim 3,13), der kommt zu Fall. Jürgen Fischer

Spr 11,10: Die ganze Stadt feiert den Erfolg von guten Menschen; und wenn Übeltäter umkommen, herrscht großer Jubel.

Spr 11,11: Eine Stadt blüht auf durch den Segen, den ehrliche Menschen ihr bringen; aber die Worte der Gottlosen sind ihr Untergang.

Spr 11,12: Wer verächtlich über seinen Mitmenschen herzieht, hat keinen Verstand. Ein vernünftiger Mensch hält seine Zunge im Zaum.

Zunge im Zaum halten: Bei den Betern ist die Zunge gleichsam die Hand, mit der wir Gottes Knie umfassen. Beflecke sie darum nicht, damit er nicht zu dir spreche: Selbst wenn ihr eure Gebete vervielfältiget, werde ich euch nicht erhören, denn: Tod und Leben sind in der Hand der Zunge und: Nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden. Hüte also deine Zunge mehr als deinen Augapfel. Die Zunge ist wie ein königliches Roß. Legst du ihr Zügel an und lehrest sie ebenmäßig einherschreiten, so wird der König darauf ruhen und sich darauf setzen. Läßt du sie aber ohne Zaum dahinstürmen und Seitensprünge machen, so werden der Teufel und die Dämonen auf ihr reiten. Chrysostomus

Spr 11,13: Wer klatschsüchtig ist, wird auch anvertraute Geheimnisse ausplaudern. Ein zuverlässiger Mensch behält die Sache für sich.

Spr 11,14: Ohne eine gute Regierung geht jedes Volk zugrunde; wo aber viele Ratgeber sind, gibt es Sicherheit.

Spr 11,15: Wer sich für die Schulden eines anderen verbürgt hat, wird es eines Tages bitter bereuen. Wer sich darauf gar nicht erst einlässt, hat seine Ruhe.

Spr 11,16: Eine Frau gewinnt Ansehen durch ein liebenswürdiges Wesen; ein rücksichtsloser Mann bringt es mit Gewalt zu Reichtum.

Spr 11,17: Wer freundlich zu anderen ist, hilft sich selbst damit; der Unbarmherzige schneidet sich ins eigene Fleisch.

Spr 11,17: Ein barmherziger Mensch tut seiner eigenen Seele Gutes.

Barmherzigkeit üben: Ein Weg zum Glück besteht darin, dass wir raus kommen aus unserer Selbstumkreisung. Wer immer nur an seine eigenen Probleme und Sorgen denkt, der wird nie glücklich werden und der wird nur selten dazu kommen, Barmherzigkeit üben zu können. Barmherzigkeit ist auf den anderen bezogen. Er sieht ihn in seiner Not und lässt sich davon berühren. Er fühlt sich in dessen momentane Situation ein. Es geht darum, zu fühlen, als wäre ich der andere. Es geht darum, die Bedürfnisse und Wünsche des anderen zu erahnen. Fast automatisch erwächst daraus dann das Tun.

Barmherzig heißt einer, der ein betrübtes Herz hat, weil er die Betrübnis eines anderen Menschen wie seine eigene betrachtet und über das Leid des anderen trauert wie über sein eigenes Unglück. Remigius

Durch Freundlichkeit sich selber helfen: Auf den ersten Blick ist der Mildtätige ein Verlierer. Er kümmert sich um das Wohl anderer, investiert sein Geld, um Gutes zu tun, denkt über die Not Fremder nach und trägt die Last der Bedrückten. Aber dieser erste Blick trügt. In Wirklichkeit belohnt er sich selbst, denn Liebe zahlt sich immer aus. Gütiger Umgang mit fremden Notlagen erschafft in mir einen christusähnlichen Charakter. Ich bekomme Freunde und Ansehen. Mit einem freundlichen Menschen hat man gern Umgang, ihm hilft man gern (vgl. Röm 5,7). Jürgen Fischer

Spr 11,18: Wer Gott missachtet, sammelt nur trügerischen Gewinn; wer Gott treu bleibt, erhält beständigen Lohn.

Spr 11,19: Wer sich unbeirrbar für das Gute einsetzt, der wird leben; wer böse Pläne verfolgt, kommt um.

Spr 11,19: Gerechtigkeit führt zum Leben; aber dem Bösen nachjagen führt zum Tode.

Gerechtigkeit üben: Das hebräische Wort für Gerechtigkeit Zedaka ist ein Beziehungswort, soll heißen, es geht darum sich in konkreten Beziehungen, zu Gott, zu den Mitmenschen und zur Umwelt, angemessen zu verhalten im Sinne der Gerechtigkeit. Das hört sich schnell abstrakt und fern an, beginnt aber in meinem unmittelbaren Umfeld: evtl. gibt es an der Arbeit jemanden der ungerecht behandelt wird. Gerecht sein heißt da: mich nicht raushalten, sondern den Mund aufmachen, den Konflikt riskieren und mich nicht resignierend darauf zurück zu ziehen, dass man ja doch nichts machen kann. Die Nächstenliebe ist immer mit der Gerechtigkeit verbunden.

Spr 11,20: Herzen voller Bosheit sind dem Herrn zuwider; doch er freut sich über alle, die sich nichts zuschulden kommen lassen.

Spr 11,21: Du kannst sicher sein: Keiner, der Unheil stiftet, kommt ungeschoren davon; aber alle, die Gott gehorchen, bleiben verschont.

Spr 11,22: An einer Frau ohne Anstand wirkt Schönheit wie ein goldener Ring im Rüssel einer Sau.

Spr 11,23: Wer auf Gutes bedacht ist, wird Gutes bekommen; wer Böses im Sinn hat, den trifft Gottes Zorn!

Spr 11,24: Manche sind freigebig und werden dabei immer reicher, andere sind geizig und werden arm dabei.

Wer austeilt, wird reicher! Wir wissen, dass uns alles, was wir sind und haben,  geschenkweise von Gott auf Zeit geliehen ist. Gott möchte, dass seine geschenkten Gaben weiter gegeben werden, so dass sie sich vermehren. Im Kern geht es dabei immer um das Weitergeben der Liebe. Reichlich von dieser Liebe austeilen, weitergeben, gerade auch da, wo kein Zurückgeben von vornherein zu erwarten ist, das gehört zu den Grundprinzipien des Reiches Gottes. Der Geber achtet dabei nicht peinlich genau auf seine Gaben, er ist nicht gewissenhaft oder vorsichtig, er gibt gern, reichlich und schießt dabei auch schon mal übers Ziel hinaus. Und diese Haltung wird von Gott belohnt!

Spr 11,25: Wer anderen Gutes tut, dem geht es selber gut; wer anderen hilft, dem wird geholfen.

Spr 11,25: Eine segnende Seele wird reichlich gesättigt, und wer anderen zu trinken gibt, wird selbst erquickt.

Reichlich gesättigt: Die segnende Seele beschreibt eine Person, die anderen durch ihr Reden und Tun zum Segen wird. Sie ist großzügig, hilfsbereit, barmherzig, liebevoll, geduldig, sie gibt, segnet, betet, unterstützt, erträgt und vergibt. Wer sich so um andere kümmert, darf sich des göttlichen Segens sicher sein, er wird reichlich gesättigt. Wörtlich heißt es: Er wird fett gemacht. Jürgen Fischer

Spr 11,26: Wer in Notzeiten sein Getreide hortet, den verwünschen die Leute; aber sie preisen den, der es verkauft.

Spr 11,27: Wer Gutes tun will, findet Zustimmung. Wer Böses ausheckt, den wird es selbst treffen.

Spr 11:27: Wer eifrig das Gute sucht, ist auf Gottes Wohlgefallen bedacht, wer aber nach Bösem trachtet, über den wird es kommen.

Das Gute suchen: Wer das Gute eifrig sucht, ist bereit seine Suche auch dann fortzusetzen, wenn er Widerstand erfährt. Ein solcher Mensch gibt nicht auf, er denkt nach, liest, diskutiert, reflektiert, macht Fehler bis er das Gute tatsächlich gefunden hat. Mit der Suche nach dem Guten ist außerdem zwingend auch die Suche nach Wohlgefallen verbunden. Wenn es mir nämlich nicht um das Wohlgefallen von Menschen und Gott geht, dann werde ich das Gute nicht finden – egal wie eifrig ich danach suche. Das wahrhaft Gute erschließt sich mir immer nur aus der Beziehung zu anderen Personen. Ohne diese Beziehungsebene bleibt das Gute eine abstrakte, kaum greifbare und oft auch nicht definierbare Größe. Jürgen Fischer

Spr 11,28: Wenn du auf dein Geld vertraust, wirst du fallen wie ein welkes Blatt. Lebe so, wie Gott es will, dann wirst du aufsprießen wie frisches Grün.

Spr 11,29: Wer Haus und Familie vernachlässigt, wird schließlich vor dem Nichts stehen; ein solcher Dummkopf muss am Ende einem Klügeren dienen.

Spr 11,30: Wer Gottes Willen tut, verhilft anderen zum Leben; und ein weiser Mensch gewinnt die Herzen.

Spr 11,31: Wer Gott gehorcht, wird hier auf Erden schon dafür belohnt; erst recht wird jeder bestraft, der von Gott nichts wissen will und Unrecht tut!

Sprüche Kap. 12

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 12

Spr 12,1: Wer dazulernen will, lässt sich gerne belehren. Wer es hasst, auf Fehler hingewiesen zu werden, ist dumm.

Sich gerne belehren lassen: Beim Umgang mit Weisheit geht es letztlich um Liebe. Entweder liebt der junge Mensch die Unterweisung oder die Einfältigkeit (Spr 1,22). Mit der Liebe zur Unterweisung ist eine Liebe zur Erkenntnis verbunden, d.h. wer gern von erfahrenen Menschen lernt, hat die richtige Einstellung zum Wissen an sich. Wer Zurechtweisung hasst, d.h. sich nichts sagen lässt, alles besser weiß und sich für schlauer hält, der ist dumm. Man kann ein Leben nicht auf der Devise aufbauen: Ich weiß schon alles! Mir kann keiner mehr etwas beibringen. Jürgen Fischer

Spr 12,2: Der Herr freut sich über gute Menschen, aber er verurteilt jeden, der hinterlistige Pläne schmiedet.

Spr 12,2: Ein gütiger Mensch erlangt Gunst von dem Herrn.

Gütige Liebe: Dein Herz öffnet sich und deine Liebe fließt so zu allen über. Die Weite deines Herzens spiegelt das Vertrauen in die Menschen wider. Hier wird keine Forderung sichtbar, sondern die Eigenschaft der Liebe verwandelt den Menschen und gibt ihm ein gutes Daseinsgefühl. Gütige Liebe zum anderen bedeutet, dass wir es gut mit ihm meinen. Wir wollen nur sein bestes und handeln dementsprechend.

Die Liebe ist das Wohlgefallen am Guten. Das Gute ist der einzige Grund der Liebe. Lieben heißt: jemandem Gutes tun wollen. Thomas von Aquin 

Spr 12,3: Wer sich an das Böse klammert, findet keinen Halt; nur wer Gott vertraut, steht fest wie ein tief verwurzelter Baum.

Spr 12,4: Eine tüchtige Frau verhilft ihrem Mann zu Ansehen und Ehre; aber eine Schlampe nagt an ihm wie eine schleichende Krankheit.

Spr 12,5: Wer zu Gott gehört, hegt gute Absichten; wer Gott missachtet, hat nur Betrügereien im Kopf.

Spr 12,6: Die Worte des Gottlosen bringen andere in tödliche Gefahr; aber was ein ehrlicher Mensch sagt, hilft ihnen wieder heraus.

Spr 12,7: Es kommt der Tag, da ist es mit den Gottlosen aus und vorbei; aber ein rechtschaffener Mensch und seine Familie haben eine sichere Zukunft.

Spr 12,8: Jeder bewundert einen klugen Kopf, aber ein hinterhältiger Mensch wird verachtet.

Spr 12,9: Wer kein Ansehen genießt, sich aber einen Diener leisten kann, ist besser dran als ein Wichtigtuer, der nichts zu essen hat.

Spr 12,10: Ein guter Mensch sorgt für seine Tiere, der Gottlose aber ist durch und durch grausam.

Spr 12,11: Wer seine Felder bestellt, hat genug zu essen; wer bloß Luftschlösser baut, ist ohne Verstand.

Spr 12,12: Wer Gott missachtet, sucht Sicherheit an falscher Stelle; denn nur wer mit Gott lebt, hat auch wirklich festen Halt.

Spr 12,13: Die Worte eines bösen Menschen sind eine Falle; doch wer Gott gehorcht, entkommt der Gefahr.

Spr 12,14: Wer Gutes sagt und tut, dem wird es gut ergehen. Denn der Mensch bekommt, was er verdient.

Die Frucht des eigenen guten Tuns: Die Frucht des Mundes ist ein Sammelbegriff für gute Lehre, Frieden stiftendes Reden, seelsorgerliche Ermutigung und Ermahnung und jede Form von aufbauenden Worten. Paulus fasst dieses Reden in Epheser 4,29 so zusammen: gut, erbauend und Gnade gebend. Wer mit seinen Worten liebt, der wird im Gegenzug mit Gutem gesättigt. Freundliche Worte zahlen sich immer aus. Und was für das Reden gilt, gilt auch für das Tun der Hände. Es kehrt zu dem Menschen zurück, der es tut. Jeder Akt der Liebe wird hier und in der Ewigkeit belohnt werden (vgl. Markus 9,41). Reden und Tun sind hier eine Einheit, weil sie den Charakter des Gläubigen widerspiegeln und für alle Äußerungen seines Lebens stehen. Jürgen Fischer

Spr 12,15: Ein Dummkopf weiß immer alles besser, ein Kluger nimmt auch Ratschläge an.

Es nicht besser wissen wollen: Narren zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich nichts sagen lassen. Sie wissen alles besser, haben auf jeden Verbesserungsvorschlag eine Antwort und glauben, dass ihr Leben richtig verläuft. Ihr Leben (Weg) verläuft in ihren Augen auf ausgezeichnete Weise. Aber sie irren sich gewaltig! Sie sind Narren, gerade weil sie nicht von denen lernen wollen, die mehr Lebenserfahrung haben. Ihre selbstverliebte, hochmütige Einstellung zum Lernen von Weisheit ist ein offensichtlicher Ausdruck ihrer Dummheit. Der Weise zeichnet sich durch Korrekturfähigkeit aus. Er hört auf den Rat anderer. Er ist sich seiner eigenen Begrenztheit bewusst und lässt den Gedanken zu, nicht alles im Leben richtig zu machen. Jürgen Fischer

Spr 12,16: Wird ein Dummkopf gekränkt, macht er seinem Ärger sofort Luft. Der Kluge beherrscht sich, wenn er bloßgestellt wird.

Selbstbeherrschung: Das griechische Wort “egkrateia”, das als Selbstbeherrschung übersetzt wird, stammt von zwei anderen griechischen Begriffen ab – en und kratos. “En” bedeutet „in“ und “kratos” bedeutet „Kraft“ oder „Macht“. Aus diesen griechischen Wurzeln können wir sehen, dass egkrateia im Kern mit innerer Macht oder Kraft zu tun hat. Der Selbstbeherrschte ist in der Lage, bei Ärger nicht immer sofort und impulsiv zu reagieren, sondern bedacht und besonnen. Nicht immer gelingt das. Es ist immer wieder auch ein Kampf mit sich selbst, der Schweiß kostet. Aber dieser Kampf stärkt uns und bringt uns langfristig immer weiter zu einer inneren Ruhe in der Hingabe an Gott.

Sich beherrschen: Der Kluge weiß nicht nur durch sein Reden, Gutes zu tun, er weiß auch, wann es besser ist, den Mund zu halten. Selbstbeherrschung im Angesicht einer Beleidigung ist etwas sehr Weises! Während der Ärger den Narren dazu bringt, sich aufzuregen, „an die Decke zu gehen„ oder wütend zu werden, verbirgt der Kluge seine Gefühle. Er lässt sich nicht von seinen negativen Emotionen leiten, sondern kann eine Beleidigung entweder runter schlucken oder zu passender Zeit ansprechen. Wer am selben Tag, d.h. unmittelbar nach einer Kränkung, den Täter zur Rede stellt, wird dabei kaum sachlich und liebevoll vorgehen. Leicht kann es dann dazu kommen, dass „Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort“ (1Petrus 3,9) vergolten wird. Der Kluge weiß um den Reflex zum Bösen, der im Herzen eines Menschen eingebaut ist. Wir wollen sofort zurück schlagen und unser Recht verteidigen, aber weise ist ein solches Verhalten nicht. In der Bergpredigt fordert der Herr Jesus seine Jünger auf, der Gewaltspirale ein Ende zu setzen (Matthäus 5,38-42) und formuliert bewusst einseitig: Widersteht nicht dem Bösen. Jürgen Fischer

Spr 12,17: Wer vor Gericht die Wahrheit aussagt, fördert die Gerechtigkeit; ein falscher Zeuge unterstützt den Betrug.

Spr 12,18: Die Worte eines gedankenlosen Schwätzers verletzen wie Messerstiche. Was ein weiser Mensch sagt, heilt und belebt.

Achte auf deine Worte: Abfällige Bemerkungen berauben andere Menschen ihrer Würde und schädigen ihr Selbstwertgefühl. Ich achte stets darauf, positiv über den anderen zu reden, gerade dann, wenn er mir auch nicht so liegt. Das hat heilende Wirkung auf unsere Beziehung. Ich bete stets darum, dass Gott mir hilft, das Schöne in der Seele des anderen wahrzunehmen. Und dennoch, nicht ausgesprochen, sondern in Gedanken, gelingt mir das dann auch wieder nicht. Momente, in denen ich bemerke, wie sehr ich auf Gottes unergründliche Barmherzigkeit angewiesen bin. Ob nun in Gedanken oder in Worten, achten wir darauf, den anderen nicht zu beleidigen, sondern achten wir seine von Gott verliehene Würde, gerade dann, wenn uns dieser Mensch mir auch nicht so liegt.

Worte können verletzen oder heilen: Wie ein Schwert schwerste Verletzungen zufügen kann, so kann ein Schwätzer durch seine Worte großen Schaden anrichten. Ein Schwätzer redet gedankenlos, impulsiv, hastig und hat von dem, was er sagt, (oft) keine Ahnung. Es ist wichtig, dass man bedacht redet. Während der Schwätzer in seiner Gedankenlosigkeit verletzt, bringen die Weisen durch ihr Reden Heilung. Ihre Worte geben Trost, Hoffnung, guten Rat und schaffen Frieden. Es geht ihnen nicht primär darum Streitgespräche zu gewinnen, sie vermeiden alles, was Bitterkeit erzeugt und schaffen eine Atmosphäre der Ermutigung und des Lobes. Jürgen Fischer

Spr 12,19: Lügen haben kurze Beine, die Wahrheit aber bleibt bestehen.

Spr 12,20: Wer Böses ausheckt, betrügt sich selbst damit, denn Freude erfährt nur, wer sich für Frieden einsetzt.

Freude als Ergebnis des Friedenstiftens: Freude ist also nicht das Produkt dessen, was ich besitze oder durch mein Verhalten anderen abgerungen habe, sondern eine Folge meines Einsatzes für andere. Wer guten Rat geben kann, sodass fremdes Leben gelingt, der findet Freude. Ein weiser Ratgeber wird selbst glücklich. Dieser Vers motiviert indirekt zum Erwerb von Weisheit und zu einem Lebensstil, der Weisheit auslebt. Ich kann nämlich erst dann anderen zum Frieden verhelfen, wenn ich es selbst gelernt habe, in Gottes „Schalom„ zu leben. Jürgen Fischer

Frieden: Bewahrst du Frieden in dir, dann kannst du auch Frieden in anderen bewirken. Bemühe dich also zuallererst um deinen inneren Frieden. Denn wer mit sich selbst in Unfrieden lebt, den treibt es hin und her und dieser Unfrieden wirkt sich auch auf seine Umgebung aus. Dann sagen wir, was wir nicht hätten sagen sollen. Dann sehen wir immer auf das, was andere tun sollten und versäumen dabei zu sehen, wo es an uns liegt, etwas zu tun. Wenn also solche Gedanken über dich kommen, verrichte einen positiven Akt durch ein Herzensgebet, damit du wieder zu dir selbst kommst und so zum Herrn, der in dir wohnt und der dein wahrer Friede ist.

Ich sah auf Jesus, und die Taube des Friedens flog in mein Herz. Corrie ten Boom

Spr 12,21: Kein Unglück geschieht den Menschen, die Gott gehorchen; über den Ungehorsamen aber bricht das Unheil herein.

Spr 12,22: Lügner sind dem Herrn zuwider, aber er freut sich über ehrliche Menschen.

Spr 12,23: Der Kluge prahlt nicht mit seinem Wissen, ein Dummkopf aber kann seine Dummheit nicht verbergen.

Ein kluger Mensch kann schweigen. Er wird nicht von dem Wunsch getrieben, im Mittelpunkt zu stehen oder mit seinem Wissen anzugeben. Beherrscht kann er auf den richtigen Zeitpunkt warten, um sein Wissen denen mitzuteilen, die es brauchen und richtig damit umzugehen wissen. Wissen allein ist nämlich in vielen Situationen keine Hilfe und bringt falsch eingesetzt keinen Segen. Der Apostel Paulus warnt deshalb: Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber erbaut. (1. Kor. 8,1). Jürgen Fischer

Spr 12,24: Wer hart arbeitet, hat Erfolg und kommt nach oben; der Faule dagegen endet als Sklave.

Spr 12,25: Sorge im Herzen bedrückt den Menschen, aber ein freundliches Wort erfreut ihn.

Spr 12,25: Sorgen drücken einen Menschen nieder, aber freundliche Worte richten ihn wieder auf.

Sorgen: Sorgen bedrücken uns. Sorgen um das Morgen, Sorgen um Menschen, gegenstandslose Sorge. Sorge kann mich davon abhalten, den nächsten Schritt zu gehen. Mancher bleibt vor lauter Sorgen immer da, wo er ist, wo er sich auskennt. Sorgen macht sich vor allem derjenige, der beständig im Morgen lebt. Der Christ aber, der wirklich an die Liebe und Fürsorge Gottes glaubt, der lebt im Heute. Der freut sich heute über die Gegenwart Gottes. Der freut sich heute über seine Wohltaten. Er ist da. Er bleibt da. Er hält mich. Er trägt mich. Er führt mich. Das ist für mich das freundliche Wort

Angst und Sorgen entstehen immer dann, wenn ich mir die Zukunft ohne Jesus vorstelle. Sarah Young

Spr 12,26: Wer Gott gehorcht, sucht sich die richtigen Freunde; wer Gott missachtet, läuft in die Irre.

Spr 12,27: Ein fauler Jäger macht nie einen Fang, aber ein fleißiger schafft sich reichen Gewinn.

Spr 12,28: Wer Gottes Willen tut, ist auf dem Weg zum Leben. Ihm kann der Tod nichts anhaben.

Gottes Willen: Der Wille Gottes kann tief verborgen liegen unter vielen Möglichkeiten. Weil er kein System von Regeln ist, sondern in den verschiedenen Lebenslagen ein jeweils neuer ist, darum muß immer wieder geprüft werden, was der Wille Gottes ist. Herz und Verstand, Beobachtung und Erfahrung müssen bei dieser Prüfung miteinander wirken, weil es hier nicht um das eigene Wissen um Gut und Böse geht, sondern um den lebendigen Willen Gottes geht. Es steht nicht im menschlichen Verfügen, sondern allein in der Gnade Gottes, daß wir seinen Willen erkennen. Weil diese Gnade jeden Morgen neu ist, darum steht es mit diesem Prüfen des Willen Gottes so ernst.Weil das Wissen um Jesus und seiner Liebe etwas Lebendiges ist, darum entsteht mit jedem neuen Tag die Frage, wie ich heute und hier in diesem neuen Leben mit Gott, mit Jesus Christus bleibe und bewahrt werde. Eben diese Frage aber ist der Sinn des Prüfens, was der Wille Gottes sei. Bonhoeffer

Sprüche Kap. 13

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 13

Spr 13,1: Ein kluger Sohn lässt sich von seinen Eltern zurechtweisen, der Spötter aber verachtet jede Belehrung.

Spr 13,2: Wer für andere gute Worte hat, wird auch Gutes erfahren; ein hinterlistiger Mensch aber sucht die Gewalt.

Spr 13,3: Wer seine Zunge im Zaum hält, bewahrt sein Leben. Ein Großmaul richtet sich selbst zugrunde.

Spr 13,3: Wer den Mund halten kann, bewahrt sein Leben. wer ihn zu weit aufreißt, bringt sich ins Verderben.

Zunge im Zaum halten: Fast jeden Tag stelle ich in der abendlichen Rückbesinnung fest, dass das ein oder andere Wort unnötig oder dekonstuktiv war. Hin und wieder ist es gut für dich zu schweigen. Worte beinhalten auch das Schweigen. Ja, du kannst auch durch dein bewusstes Schweigen sprechen. Die Zunge ist schwer zu kontrollieren. Worte sind schnell gesagt und stehen dann im Raum. Manchmal ist es einfach besser zu schweigen und nicht alles und jeden zu kommentieren, zu diskutieren, zu kritisieren u.a. Die Weisheit besteht wohl darin, zu erkennen, wann es sinnvoll ist, zu schweigen und wann es aber unausweichlich ist, zu sprechen, denn es gibt auch das furchtbare Schweigen der Guten.

Worte von Jürgen Fischer: Beim Reden steht viel auf dem Spiel, es geht um Leben und Tod (Verderben). Ein vernünftiger Mensch tut gut daran, auf seine Worte peinlichst acht zu geben. Ein Mund, der bewacht wird, redet nur das, was er darf und soll. Ihm entschlüpfen keine unbedachten Äußerungen. Wer seine Lippen aufreißt, der ist geschwätzig, gedankenlos und verletzend. Das Großmaul erntet, was es sät: Verderben. Immer wieder betonen die Sprüche dieses Prinzip: Meine Worte sind Ausdruck meines Herzens und damit ein Indikator für mein Schicksal.

Spr 13,4: Der Faulpelz will zwar viel, erreicht aber nichts; der Fleißige bekommt, was er sich wünscht, im Überfluss.

Spr 13,5: Wer Gott liebt, hasst die Lüge; der Gottlose aber macht andere hinter ihrem Rücken schlecht.

Hasse die Lüge: Der Gerechte kann die Lüge nicht ertragen. Er hasst sie, weil er weiß, wie viel Not durch ein lügnerisches Wort in die Welt kommt. Wir brauchen Lügen nicht zu tolerieren, sondern wir dürfen uns über sie ärgern! Jürgen Fischer

Spr 13,6: Ein rechtschaffenes Leben ist ein sicherer Schutz; den Gottlosen aber stürzt seine Schuld ins Verderben.

Spr 13,7: Einer gibt vor, reich zu sein, ist aber bettelarm. Ein anderer stellt sich arm und besitzt ein Vermögen.

Spr 13,8: Vom Reichen fordert man Lösegeld für sein Leben; doch der Arme braucht keine Erpressung zu fürchten.

Spr 13,9: Wer Gott treu bleibt, gleicht einem hell brennenden Licht. Der Gottlose aber ist wie eine Lampe, die erlischt.

Spr 13,9: Das Licht der Gerechten wird hell brennen.

Licht und Öl: Das damalige Licht benötigte Öl, um zu brennen. Das Öl, welches das Licht nährt, ist ein Bild für den heiligen Geist. Durch dessen Ausgießung möchte Gott den verglimmenden Docht in uns wieder zu heller Flamme anfachen. Durch seine Kraft sind wir. Menschen des Tages seien und Lichter für unsere Zeit. Hell brennen wir durch das Licht Christi. In ihm vollbringen wir Werke, die vor der Welt leuchten sollen.

Wo der Glaube an den kommenden Heiland vorhanden ist, da wohnt auch eine brennende Liebe zu den Hausgenossen im Herzen. Wo die Lichter des Glaubens im Herzen brennen, da brennt auch das Licht der Liebe zu denen allen, die uns anvertraut sind. Friedrich von Bodelschwingh 

Spr 13,10: Wer überheblich ist, zettelt Streit an; der Kluge lässt sich etwas sagen.

Spr 13,11: Erschwindelter Reichtum schwindet schnell wieder; doch was man sich langsam erarbeitet, wird immer mehr.

Spr 13,12: Endloses Hoffen macht das Herz krank; ein erfüllter Wunsch schenkt neue Lebensfreude.

Worin besteht die Weisheit dieses Verses? Er lässt uns einerseits begreifen, wie es Menschen geht, die lange einem Traum hinterherlaufen (z.B. einem Arbeitsplatz, einem Partner, einem Kinderwunsch). Andererseits verdeutlicht er die Kraft eines erfüllten Wunsches. Vielleicht ist Weisheit darin zu finden, dass wir unrealistische Träume erkennen müssen, bevor sie unser Herz krank machen, und uns regelmäßig beschenken, um geistig und geistlich gesund zu bleiben. Jürgen Fischer

Spr 13,13: Wer guten Rat in den Wind schlägt, muss dafür büßen; wer sich etwas sagen lässt, wird belohnt.

Spr 13,14: Der Rat eines weisen Menschen ist eine Quelle des Lebens; er bewahrt vor tödlichen Fallen.

Spr 13,15: Der Vernünftige findet Anerkennung, wer aber treulos ist, läuft in sein Unglück.

Spr 13,16: Der Kluge überlegt, bevor er handelt. Der Leichtfertige stellt seine Dummheit offen zur Schau.

Der Kluge überlegt: Das lateinische Wort für Klugheit ist prudentia und meint Voraussicht. Klugheit handelt nicht impulsiv, sondern schaut voraus, bedenkt mögliche Konsequenzen. Klug ist nur der, der den größeren Horizont hat, der über den Augenblick hinaus schaut und die Zukunft und mögliche Folgen bedenkt. Lebe vorausschauend. Achte in deinem Leben darauf, dass du nicht überstürzt handelst. 

Spr 13,17: Ein unzuverlässiger Botschafter bringt sich in Schwierigkeiten, ein vertrauenswürdiger jedoch macht die Dinge wieder gut.

Spr 13,18: Wer sich nichts sagen lässt, erntet Armut und Verachtung. Wer auf Ermahnungen hört, wird hoch angesehen.

Spr 13,19: Wie schön ist es, wenn ein Wunsch in Erfüllung geht! Doch ein Dummkopf kann nie genug vom Bösen bekommen.

Spr 13,20: Wenn du mit vernünftigen Menschen Umgang pflegst, wirst du selbst vernünftig. Wenn du dich mit Dummköpfen einlässt, schadest du dir nur.

Spr 13,21: Wer von Gott nichts wissen will, wird vom Unglück verfolgt. Wer aber Gott gehorcht, wird mit Glück belohnt.

Spr 13,22: Ein guter Mensch hinterlässt ein Erbe für Kinder und Enkelkinder, aber das Vermögen des Gottlosen geht über an den, der Gott dient.

Spr 13,23: Auf den Feldern der Armen wächst zwar reichlich zu essen, aber durch großes Unrecht wird ihnen alles genommen.

Spr 13,24: Wer seinem Kind jede Strafe erspart, der tut ihm damit keinen Gefallen. Wer sein Kind liebt, der erzieht es von klein auf mit Strenge.

Spr 13,25: Wer Gott gehorcht, hat genug zu essen. Wer sich aber von ihm lossagt, muss Hunger leiden.

Sprüche Kap. 14

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 14

Spr 14,1: Eine weise Frau sorgt für Haus und Familie, eine leichtfertige aber zerstört alles.

Weise Frau: Dieser Spruch stellt die Bedeutung von weisen Frauen für das Gelingen einer Großfamilie (Haus) in den Mittelpunkt. Eine Familie wird nicht aus Versehen zu einer Erfolgsgeschichte. Es braucht dafür Weisheit und es braucht Frauen, die ihre Klugheit zum Wohl der Familie einsetzen. Ein Mann allein kann keine Familie aufbauen! Ohne eine kluge Frau ist er aufgeschmissen! Jürgen Fischer

Spr 14,2: Wer aufrichtig lebt, nimmt den Herrn ernst; wer krumme Wege geht, missachtet ihn.

Zwei Lebensstile: Zwei Lebensstile werden miteinander verglichen, indem Salomo für das Leben das Bild eines Weges verwendet. Der Gottesfürchtige geht auf einem geraden Weg, der Gottlose ist auf krummen Wegen unterwegs. Zwei Dinge gehören unauflöslich zusammen: Gottesfurcht und Geradheit. Wer den Herrn fürchtet, der hat ein inneres Bedürfnis (seiner), Gott zu gefallen und seine Gebote zu halten. Meine Gottesbeziehung schlägt sich unmittelbar in meinen Einstellungen, meinem Charakter und meinen Lebensentscheidungen nieder. Jürgen Fischer

Spr 14,3: Ein Narr schadet sich selbst mit seiner Besserwisserei, ein verständiger Mensch weiß sich mit seinen Worten zu schützen.

Im Mund des Narren wächst Hochmut. Jedes seiner Worte beweist, dass er sich für klüger hält und meint, die Welt mit ihren Spielregeln besser zu verstehen als alle Anderen. Anders ergeht es den Weisen. Sie reden kein dummes Zeug, sondern ihren Lippen entspringt Weisheit. Sie sind in der Lage, sich und die Umstände richtig zu beurteilen. Jürgen Fischer

Spr 14,4: Ein leerer Stall bleibt zwar sauber – aber ohne Rinder gibt es keinen Ertrag!

Spr 14,5: Ein ehrlicher Zeuge sagt immer die Wahrheit aus, ein falscher Zeuge verbreitet Lügen.

Spr 14,6: Wer für alles nur Spott übrig hat, wird die Weisheit vergeblich suchen; wer aber vernünftig ist, dem fällt es leicht, sie zu finden.

Spr 14,7: Gib dich nicht mit Dummköpfen ab – von ihnen hörst du nichts Vernünftiges!

Spr 14,8: Der Kluge weiß, was er tut, und findet den richtigen Weg. Ein Dummkopf läuft mit seinem Betrug in die Irre.

Spr 14,8: Die Weisheit lässt den Klugen erkennen, welchen Weg er gehen soll.

Gottes Wegführung folgen: Die Bitte um Wegführung am Morgen ist wichtig. Danach geht es darum, zu Hören. Folgen und  Vertrauen sind gefragt. Gottes Geist gibt dir Führung, wie du den heutigen Tag gestalten sollst, wenn du dich für ihn öffnest. Er hilft dir, wenn du bereit bist, dir helfen zu lassen. Wie das konkret aussieht, ist individuell. Evtl. geht es darum hier jemanden zu vergeben, dort Milde walten zu lassen, woanders wieder jemanden zur Hilfe zu eilen u.s.w. Vergessen wir dabei nicht: Der Weg, den er führt, ist immer ein Segensweg, der zum Ziel führt (im Gegensatz zu unseren selbst gewählten Wegen)

Spr 14,9: Leichtfertige Menschen nehmen ihre Sünde nicht ernst; wer dagegen aufrichtig ist, findet Gefallen bei Gott.

Aufrichtig sein: Die Gemeinschaft der Aufrichtigen ist von Wohlwollen geprägt. Man schätzt einander, man weiß, wie man Schuld erkennt und bekennt, und man strebt ein von Liebe und Harmonie geprägtes Miteinander an. Das Leben unter Aufrichtigen ist schön. Jürgen Fischer

Spr 14,10: Deine innersten Gefühle kannst du mit niemandem teilen – im tiefsten Leid und in der höchsten Freude ist jeder Mensch ganz allein!

Niemand kann dich voll verstehen: Salomo meint das ganze Spektrum unserer Emotionen, alles was sich zwischen absoluter Niedergeschlagenheit und himmelhochjauchzender Fröhlichkeit befindet. Alle unsere Gefühle haben eins gemeinsam: Wirklich kennen tun nur wir sie. Gefühle sind eine ganz persönliche Angelegenheit. Sie sind zu komplex, zu individuell, zu sehr ein Teil unseres Inneren, als dass ein Fremder sie (ganz) verstehen könnte. Einzig Gott weiß, wie es in uns aussieht Der Vers betont die Einzigartigkeit des Menschen. Es ist normal, dass wir im Umgang miteinander Missverständnisse erleben – denken, den anderen zu kennen, uns aber irren! Auch ein Seelsorger sollte sich darüber im Klaren sein, dass er niemanden „wirklich„ kennt. An der Klage: „Keiner versteht mich!“ ist etwas dran. Wir dürfen erwarten, in der Gemeinde Trost zu finden (1. Thess 5,14) und Menschen, die sich mit uns freuen und mit uns weinen (Röm 12,15), aber dass die Geschwister erfassen, wie es wirklich tief in uns aussieht. Das geht über ihr Vermögen. Jürgen Fischer

Spr 14,11: Das Haus des Gottlosen wird abgerissen, aber die Familie des Aufrichtigen blüht auf.

Spr 14,12: Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber zuletzt führt er ihn doch zum Tod.

Spr 14,13: Auch hinter Lachen kann sich Kummer verbergen. Wenn die Freude verrauscht ist, bleibt die Trauer zurück.

Herz vor Gott ausschütten: Der Mensch hat Angst, sich so zu zeigen, wie er im Herzen fühlt. Gott lädt uns ein, vor ihm echt und wahrhaftig zu sein. Wir dürfen unser Herz von Gottes Heiligkeit durchleuchten lassen. Wenn wir Kinder Gottes sind, so bedeutet das nicht, dass wir uns immer gut fühlen werden. Wir müssen uns auch nicht immer gut fühlen. Doch wir leben dann im Glauben daran, dass Gott uns liebt und uns die Erfüllung im Leben schenken wird. Der gute Mensch ist der Mensch, der mit Gott lebt und sich von Gott beschenken lässt.

Spr 14,14: Der Abtrünnige bekommt, was er verdient und ebenso der gute Mann durch das, was er tut.

Spr 14,14: Wer krumme Wege geht, bekommt, was er verdient; und auch der Gute wird für seine Taten belohnt.

Spr 14,15: Nur ein gedankenloser Mensch glaubt jedes Wort! Der Vernünftige prüft alles, bevor er handelt.

Spr 14,15: Der Kluge gibt auf seine Schritte acht.

Achtsamkeit der Schritte: Der Kluge denkt nach, bevor er Entscheidungen trifft und reflektiert darüber, wo sie ihn hingebracht haben. Er glaubt nicht jedem Wort, sondern prüft es im Lichte Gottes. Aber Vorsicht: Als Tugend der Entscheidung beinhaltet die Klugheit immer auch das Risiko der Fehlentscheidung. Nicht der ist klug, der niemals irrt, sondern der, der es fertigbringt, seine Fehler zu berichtigen, und dabei auch die Möglichkeit in Kauf nimmt, zehnmal neu zu irren, anstatt sich in bequemes Nichtstun zu flüchten. Das größte Hindernis auf dem Weg zur Klugheit ist daher die Überheblichkeit, die meint, schon alles zu wissen. Wer sich für wissend hält, der hört nicht mehr hin. Der nimmt nicht mehr wahr.

Spr 14,16: Der Kluge ist vorsichtig, um Unrecht zu vermeiden; ein Dummkopf braust schnell auf und fühlt sich auch noch im Recht.

Spr 14,17: Wer jähzornig ist, richtet viel Schaden an. Wer hinterlistige Pläne schmiedet, macht sich verhasst.

Spr 14,17: Der Jähzornige begeht Narrheit, und der Intrigant wird gehasst.

Der Jähzornige: Der Jähzornige denkt nicht nach. Er handelt impulsiv, unkontrollierbar und ist wie eine Bombe, die jederzeit explodieren kann, eine Bedrohung für seine Umgebung. Zum Weisen gehört es, dass er seine Worte zügeln und einen kühlen Geist (Sprüche 17,27) bewahren kann. Jürgen Fischer

Der Intrigant: Der Intrigant ist nicht jähzornig. Er denkt nach, behält einen kühlen Kopf und handelt mit Bedacht und Voraussicht. Er wirkt nie cholerisch, aber er ist für die Gemeinschaft eine ebenso große Gefahr wie der Jähzornige. Er kann zwar seine Bosheit besser verstecken, aber er gehört trotzdem nicht zu den Guten! Bei ihm merkt man oft erst hinterher, dass man reingelegt wurde, und dafür wird er gehasst. Jürgen Fischer

Spr 14,18: Ein unverständiger Mensch kann nur Unwissenheit vorweisen, ein Kluger gewinnt Ansehen durch sein Wissen.

Spr 14,19: Der Böse wird sich vor dem Guten beugen, und der Gottlose muss sich erniedrigen vor dem, der Gott gehorcht.

Stimmt das? Dieser Vers beschreibt eine Wahrheit, die sich nicht immer mit unserer Erfahrung deckt. Es gibt Zeiten, in denen die Bösen herrschen und die Guten unterdrückt werden, aber auf lange Sicht wissen wir, dass es sich nicht auszahlt zu den Bösen und Gesetzlosen zu gehören. Wir leben mit der Hoffnung auf eine Welt, in der Gerechtigkeit wohnt. Jürgen Fischer

Spr 14,20: Mit einem Armen will noch nicht einmal sein Nachbar etwas zu tun haben; der Reiche aber hat viele Freunde.

Nüchterne Betrachtung: Der Arme hat zu wenige und der Reiche zu viele Freunde. Der Vers warnt davor, dass man einen Menschen wegen seines Besitzes hofiert oder ihn wegen seiner Armut ablehnt. Gleichzeitig ist er eine nüchterne Betrachtung der Gesellschaftsordnung. Erwarte als einer, der wenig hat, nicht, dass viele auf deiner Seite stehen. Und denke nicht als einer, der viel hat, dass alle deine Freunde echt sind. Jürgen Fischer

Spr 14,21: Wer seinen Nächsten verachtet, der sündigt, aber wohl dem, der sich über den Elenden erbarmt!

Spr 14,21: Wer seinen Mitmenschen verachtet, der sündigt. Doch glücklich ist, wer den Hilflosen beisteht!

Erbarmen dem Nächsten: Die Barmherzigkeit beinhaltet zwei Aspekte: den anderen geben, helfen, dienen und ebenso vergeben, verstehen. Geben und vergeben heißt zu versuchen, in unserem Leben einen kleinen Widerschein der Vollkommenheit Gottes, der überreichlich gibt und vergibt, abzubilden. Wir müssen daran denken, dass wir alle ein Heer von Begnadigten sind. Wir alle wurden mit göttlichem Erbarmen angeschaut. Wenn wir uns nun ehrlich dem Herrn nähern und genau hinhören, werden wir möglicherweise einige Male diesen Tadel vernehmen: Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?

Spr 14,22: Wer Böses plant, gerät auf Abwege; wer Gutes im Sinn hat, wird Liebe und Treue erfahren.

Spr 14,23: Wer hart arbeitet, bekommt seinen Lohn – wer nur dasteht und redet, wird arm!

Spr 14,24: Verständige Menschen werden mit Reichtum belohnt; doch wer keinen Verstand annehmen will, dem bleibt bloß seine Dummheit.

Spr 14,25: Ein ehrlicher Zeuge kann Leben retten, aber ein falscher Zeuge ist ein gefährlicher Betrüger.

Spr 14,26: Wer den Herrn ehrt, lebt sicher und geborgen.

Sicherheit und Geborgenheit: Wir leiden an Enttäuschungen, nicht eingetroffenen Erwartungen, unseren eigenen Grenzen, Krankheiten und allerlei mehr. Das alles zusammen lähmt die Freude am Leben. Sorgen und Ängste brechen in uns auf. Da ist es eine Hilfe, um Gott zu wissen, der alles in seiner Hand hat. So können wir mit allem, was uns bewegt jetzt schon im Vertrauen zu Gott uns äußern. Bei ihm finden wir eine Offenheit für alles, was uns bewegt und bedrückt. Er reißt uns aus dem Augenblick der Enge heraus. Er nimmt uns in die Weite seiner Herrschaft, die auf seine neue Welt ohne Not, Leid und Tod zustrebt.

Wer mit Gott im Vertrauen lebt, der ist nie allein. Er ist letztlich geborgen unabhängig von den äußeren Umständen.

Spr 14,27: Die Ehrfurcht vor dem Herrn ist eine Quelle des Lebens; sie bewahrt vor tödlichen Fallen.

Spr 14,28: Stark und mächtig ist der König, der ein großes Volk regiert, aber wie kläglich steht ein Herrscher ohne Untertanen da!

Spr 14,29: Wer seine Gefühle beherrscht, hat Verstand. Der Jähzornige stellt nur seine Unvernunft zur Schau.

Spr 14,29: Der Langmütige ist reich an Einsicht.

Langmut: Selig ist jeder Mensch, der die Langmut sich erworben hat. Der Langmütige ist allzeit in freudiger, heiterer und sehr fröhlicher Gemütsstimmung. Denn er setzt seine Hoffnung auf den Herrn. Der Langmütige ist frei von allem Zorne. Denn er hält Alles aus. Darum entbrennt er nicht sogleich in Grimm, läßt sich nicht zur Beleidigung verleiten und durch leere Worte nicht leicht aufregen. Wird ihm ein Unrecht zugefügt, so betrübt er sich nicht darüber. Wenn man ihm Vorwürfe macht, wird er darüber nicht mürrisch. Durch die Langmut weiß er allzeit sich in Ruhe zu erhalten. Bei Beleidigungen spricht er Segen aus, bei Streitigkeiten bleibt er friedfertig. Wer den Weg der Langmut und Geduld gefunden, der hat den Weg des Lebens gefunden. Ephräm der Syrer

Spr 14,30: Wer gelassen und ausgeglichen ist, lebt gesund. Doch der Eifersüchtige wird von seinen Gefühlen zerfressen.

Gelassen leben: An uns ergeht die ernste Mahnung uns zu bemühen, dass wir bei aller Wandelbarkeit der Ereignisse beständigen und unerschütterlichen Gleichmut bewahren. Mag alles um uns herum dauernd sich ändern, wir müssen unveränderlich fest dabeibleiben, stets auf Gott hin zu schauen, zu streben und zu arbeiten. Es ist dabei sicher gut, eine große allgemeine Sehnsucht nach der äußersten Vollkommenheit christlichen Lebens zu haben. Man sollte aber nicht im Besonderen darüber philosophieren, sondern nur über unsere Besserung und unseren Fortschritt von Tag zu Tag bei den täglichen Geschehnissen. Franz von Sales

Spr 14,31: Wer den Armen unterdrückt, verhöhnt dessen Schöpfer. Wer dem Hilflosen beisteht, der ehrt Gott.

Spr 14,32: Wer sich von Gott lossagt, kommt durch seine eigene Bosheit um. Wer Gott vertraut, ist selbst im Tod noch geborgen.

Spr 14,33: Ein vernünftiger Mensch ist tief in der Weisheit verwurzelt, sogar die Unvernünftigen können das erkennen.

Spr 14,34: Gerechtigkeit macht ein Volk groß, doch Sünde ist für jedes Volk eine Schande.

Spr 14,35: Ein kluger Diener erntet den Dank des Königs; aber für wen er sich schämen muss, den trifft sein Zorn.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch der Sprüche (Spr) Kapitel 11 bis 14.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste