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Sprüche (Spr) Kapitel 1 bis 4: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch der Sprüche (Spr) Kapitel 1 bis 4

Das Buch der Sprüche entstand im Zeitraum vom 9.-3. Jh. v. Chr. Es ist eine Zusammenstellung von Weisheiten, die uns damals wie heute Wegweisung und Orientierung im Lebensalltag bieten können. Ziel ist das Einüben in eine an Weisheit orientierte Lebenshaltung.

Sprüche Kap. 1

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 1

Spr 1,1-7: Sinn und Zweck der Sprüche

Spr 1,1: In diesem Buch sind die Sprüche Salomos aufgeschrieben. Er war ein Sohn von David und herrschte als König über Israel.

Spr 1,2: Wenn du seine Worte beachtest, wirst du Weisheit erlangen und zu einem verständigen Menschen heranreifen. Die Sprüche helfen dir, dein Leben sinnvoll zu gestalten, und machen dich fähig, gute Ratschläge zu erkennen und anzunehmen.

Was ist Weisheit: Weisheit ist nicht nur etwas für Philosophen. Sie ist Schule für den Alltag. Sie hilft mir, wenn mein Kind mit einem blauen Auge von der Schule heimkommt oder wenn ich unverhofft zu Geld komme oder arbeitslos werde. Wie reagiere ich richtig, so, dass aus der Krise keine Katastrophe wird? Unsere Weisheit wird uns in dem Maße leiten, wie wir Gottes Sohn, Jesus, kennenlernen und ihm ähnlicher werden. Timothy Keller

Spr 1,3: Durch sie gewinnst du Einsicht; du lernst, aufrichtig und ehrlich zu sein und andere gerecht zu behandeln.

Weisheit lernen: Weisheit müssen wir lernen, weil wir sie nicht besitzen. Sie ist uns nicht angeboren; vielmehr kommen wir als große Toren, als regelrechte Eselsköpfe zur Welt. Um zu lernen, müssen wir Zucht empfangen. Der Sünder hält sich selbst für klug genug und meint, er habe keine Lehrer nötig. Wer aber sich selbst zum Lehrer hat, hat einen Narren zum Lehrer. Wenn wir keine Narren bleiben wollen, müssen wir auf die von Gott gegebenen Lehrer hören. Benedikt Peters

Erkennen und Verstehen: Die Sprüche dienen dazu, um Weisheit und Unterweisung zu erkennen. Wenn die Sprüche von erkennen reden, dann geht es nie allein um ein nur intellektuelles Verstehen. Im Gegensatz zum deutschen Schulwesen, so wie es von vielen Schülern erfahren wird,  geht es Salomo nicht nur um den Kopf seiner Zuhörer. Erkennen ist tiefes Verstehen. Wer Weisheit erkennt, der verinnerlicht, erfährt und lebt sie. Jürgen Fischer

Spr 1,4: Wer jung und unerfahren ist, wird urteilsfähig, er bekommt ein Gespür für gute Entscheidungen.

Jung und unerfahren sind wir zunächst alle: wir sind unwissend über Gott und über den Weg des Lebens. Wer klug werden will, muss daher auf die Lehren achten, die ihm verständige Menschen geben können; denn diese Lehren allein können ihn von der Einfältig keit befreien. Ein Tor ist hingegen, wer sich für so klug hält, dass er keine Unterweisung nötig hat. 

Spr 1,5: Selbst wer schon über viel Wissen und Erfahrung verfügt, kann noch dazulernen. Neue Gedankenanstöße helfen ihm.

Spr 1,5: Wer weise ist, der hört zu und bessert sich; und wer verständig ist, der lässt ihm raten.

Höre auf die Worte dieses Buches: Denn es soll niemand denken, dass er zu klug ist, und dieses Unterrichts nicht bedarf. Sondern es werden auch verständige und weise Leute, wenn sie dies Buch lesen, etwas darin finden, wodurch sie noch weiser werden können, und werden in großen wichtigen Sachen erinnert werden, in schwierigen Situationen nützliche und gute Ratschläge daraus nehmen zu können. Darum sollen sie diese Lehre nicht verachten, sondern sich vielmehr willig dazu zeigen.

Spr 1,6: Die Aussprüche der weisen Lehrer zu verstehen und ihre verschlüsselten Worte und Bilder zu enträtseln.

Spr 1,7: Alle Erkenntnis beginnt damit, dass man Ehrfurcht vor dem Herrn hat. Nur ein Dummkopf lehnt Weisheit ab und will sich nicht erziehen lassen.

Ehrfurcht vor Gott: Ehrfurcht vor Gott meint nicht Angst vor Gott zu haben, sondern beinhaltet die Sorge, jene Liebe, auf die unser Leben gegründet ist, mit Füssen zu treten. Ehrfurcht vor Gott ist dieses Bewusstsein für die eigene Verantwortung für das, was mir anvertraut ist. Dir ist etwas anvertraut! Lebst du in dieser Ehrfurcht vor Gott, dann wird er dich leiten in der Erkenntnis seiner selbst und damit in der Erkenntnis was gut und recht ist, zu tun hinsichtlich dessen, was dir anvertraut ist. Diese Erkenntnis, die er täglich neu schenkt, ist uns zugesagt und lässt in unserer Seele Ruhe und Sicherheit einkehren, lässt uns selbst im Unglück seine Geborgenheit erfahren, weil wissen: er lenkt und hilft uns. Gott liebt uns. Er weiß besser als wir selbst, was uns not tut.

Begreife ich, habe ich die Erkenntnis, die Weisheit, dass ich als kleiner Mensch, diesem großen Gott gegenüberstehe? Ein Gott, der mich geschaffen hat, der mich gewollt hat, der mir das Leben schenkte. Begreife ich, dass er mein Leben vorbestimmt hat und der weiß, wann mein Leben auf dieser Erde zu Ende ist, zu dem Zeitpunkt, an dem er mich ganz zu sich ruft. 

Die Ehrfurcht ist der Anfang: Der »Anfang« ist »nicht lediglich die erste Stufe, die man hinter sich lässt, sondern das beherrschende Prinzip. Rechte Erkenntnis gründet in der rechten Beziehung zu Gott. Weil er Gott ist und wir seine Geschöpfe sind, ist es recht, dass wir ihn fürchten. Er hat alle Erkenntnis, während wir un wissend sind. Wir sind ganz auf ihn angewiesen, dass er uns lehre. Darum fürchtet ihn der Weise; er fürchtet und liebt ihn, den Ersten und Letzten, den Alleinigen und Unumschränkten. Er vertraut und gehorcht ihm. Benedikt Peters

Spr 1,8-19: Warnung vor Verführung zur Sünde

Spr 1:8: ‭Höre, mein Sohn, auf die Mahnung deines Vaters, verwirf die Weisung deiner Mutter nicht!

Spr 1,8: Mein Sohn, hör auf deinen Vater und deine Mutter und schlag ihre Ermahnungen nicht in den Wind!

Höre! Das ist die erste Aufforderung an jeden, der weise werden will. Hören ist der erste Schritt, den wir tun müssen. Tun wir den nicht, werden wir nie auf den Weg der Weisheit kommen. Mit der Aufforderung zu hören, beginnt das Glaubensbekenntnis Israels: Höre Israel! (5Mo 6,4). Der Mensch redet gerne zuerst, Gott aber sagt: Höre zuerst! Der Mensch handelt gerne zuerst; Gott aber besteht darauf: Höre zuerst! Warum fällt uns das so schwer? Weil wir durch die Sünde von uns so überzeugt sind.

Spr 1,9: Denn was du durch ihre Erziehung lernst, verleiht dir Würde und Anerkennung, ja, es schmückt dich wie eine schöne Halskette oder ein prächtiger Kranz.

Spr 1,10: Wenn gottlose Leute dich beschwatzen, dann hör nicht auf sie!

Spr 1,11: Sie wollen dich überreden und sagen: »Komm, wir legen uns auf die Lauer! Sobald jemand vorbeikommt, schlagen wir zu und bringen ihn einfach so um!

Spr 1,12:  Wir befördern sie alle ins Jenseits – so als hätte sie der Erdboden bei lebendigem Leib verschluckt!

Spr 1,13: Denk an die Beute, die uns winkt, damit füllen wir unsere Häuser bis unters Dach!

Spr 1,14: Mach doch mit, dann teilen wir alles unter uns auf!

Spr 1,15: Mein Sohn, geh nicht mit ihnen, gib dich mit solchen Leuten nicht ab!

Mein Sohn: Wohl uns, wenn diese Anrede unser Gewissen erreicht und überwindet. Wie viel Liebe spricht aus ihr, wie viel Sorge um unser Wohl! Wehe uns, wenn wir diese Liebe für nichts achten! Benedikt Peters

Spr 1,16: Denn sie haben nur Böses im Sinn und zögern nicht, Blut zu vergießen.

Spr 1,17: Es ist sinnlos, ein Fangnetz vor den Augen der Vögel auszubreiten – sie fliegen davon.

Spr 1,18: Ganz anders diese Verbrecher: Sie stellen sich selbst eine Falle und rennen auch noch hinein, ja, sie verspielen ihr eigenes Leben!

Spr 1,19: So geht es jedem, der darauf aus ist, sich an fremdem Hab und Gut zu bereichern: Es wird ihn das Leben kosten.

Spr 1,19: So sind die Pfade aller derer, welche sich der Habsucht hingeben: sie nimmt ihrem eigenen Herrn das Leben.

Jürgen Fischer: Kommen wir zum Schluss der väterlichen Ermahnung: Wer seinem Leben dem Mammon verschreibt, nimmt sich selbst das Leben. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich die Argumente der Ganoven aus Sprüche 1,11-14 zu eigen macht, oder auf andere Weise habsüchtig wird. Die Pfade aller derer, denen es im Leben zuerst ums Geld geht und dann um Gott bzw. die Moral, laufen alle auf dasselbe Ziel zu: Selbstmord. Der Habsüchtige ist ein Götzendiener (Kolosser 3,5), der durch seine Habgier eine „Wurzel alles Bösen“ (1Timotheus 6,10) in seinem Leben kultiviert, die ihn zuletzt umbringen wird.

Benedikt Peters: Der Habsüchtige begehrt immer mehr (siehe 30,15); doch das Gewicht des Goldes, das er zusammenrafft, wird ihn wie ein Mühlstein am Hals in die Tiefe ziehen, und am Ende wird ihm alles aus der Hand gerissen, woran er hängt. Der Tod nimmt ihm seinen Besitz, seinen Leib und jeden Genuss.

Spr 1,20-33: Die Weisheit ruft zur Umkehr auf

Spr 1,20: Hört! Die Weisheit ruft laut auf den Straßen, auf den Marktplätzen erhebt sie ihre Stimme.

Jesus ist die Weisheit: Die Weisheit schreit, sie handelt wie eine Person. Die Weisheit wird hier nicht »personifiziert«, wie manchmal gesagt wird, sondern sie ist eine Person. Die Weisheit ist unser Herr Jesus Christus, der ewige Logos Gottes, die Summe aller Weisheit, die Himmel und Erde er schaffen hat (Spr 3,19; Joh 1,13). Er ist Gottes Weisheit (1Kor 1,24), und er ist in die Welt gekommen und ist uns geworden Weisheit von Gott. Benedikt Peters

Spr 1,21: Im Lärm der Stadt macht sie sich bemerkbar und ruft allen Menschen zu.

Die Weisheit im Alltag hören: Die Weisheit, die zuerst durch den Mund von Vater und Mutter (V. 8) geredet hatte, ruft nun draußen mitten im Gewühl des Alltags. Im Treiben der Menschen, in ihrem eitlen Jagen nach Ehre und Glück, in seinen eigenen Befürchtungen und Nöten wird er Gottes Stimme vernehmen, die ihn lehrt, Gott zu lieben und die Sünde zu hassen, die Ewigkeit zu suchen und sich vom Glanz der Welt und ihrer Lust nicht blenden zu lassen. Hat er aber nicht auf die Weisheit seiner ersten Lehrer gehört, wird er im Gedränge des prallen Lebens die Stimme der Weisheit erst recht nicht hören. Benedikt Peters

Spr 1,22: »Ihr Unverständigen! Wann kommt ihr endlich zur Vernunft? Wie lange noch wollt ihr spötteln und euch mit einem Lächeln über alles hinwegsetzen? Ist euch jede Einsicht verhasst?

Spr 1:23: ‭Nehmt doch endlich meine Mahnung an! Dann lasse ich meinen Geist sprudeln und gebe meinen Worten freien Lauf.

Spr 1,23: Hört, was ich euch sagen will! Dann überschütte ich euch mit dem Reichtum meiner Weisheit und teile mit euch meine Lebenserfahrung.

Aufruf zur Buße: Das ist ein Befehl. Gott redet zu den Menschen, und er sendet seinen Geist, der seine Reden in den Herzen der Menschen wirksam macht. Er befiehlt allen Menschen an allen Orten, Buße zu tun Wer Buße tut, dem gibt Gott seinen Geist (Apg 2,38), und mit dem Geist gibt er dem Menschen Verständnis über seine »Worte«. Ohne den Geist kann niemand Gott erkennen und sein Wort verstehen. Denn wer weiß, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes?

Spr 1,24: Schon oft rief ich euch und bot meine Hilfe an, aber niemand hat je gehört.

Spr 1,25: Jeden Rat verachtet ihr, über meine Weisungen rümpft ihr nur die Nase.

Spr 1,26: Aber eines Tages bricht das Unheil über euch herein, dann lache ich euch aus und spotte über euer Elend.

Spr 1,27: Wie ein Gewitter wird es euch überfallen, wie ein Sturm, der Angst und Schrecken mit sich bringt.

Spr 1,28: Dann werdet ihr um Hilfe schreien, ich aber antworte nicht. Ihr werdet mich überall suchen, aber ich lasse mich nicht mehr finden.

Spr 1,29: Denn euch ist alle Erkenntnis zuwider, ihr wollt dem Herrn nicht mit Ehrfurcht begegnen.

Spr 1,30: Jeden Rat und jede Ermahnung von mir weist ihr zurück –

Spr 1,31: dann tragt auch die Folgen eures Handelns, bis ihr genug davon habt!

Spr 1,32: Schon viele Unerfahrene fanden ein schlimmes Ende, weil sie mich verachteten, und viele Dummköpfe täuschten sich selbst durch ihre Sorglosigkeit.

Spr 1,33: Wer aber auf mich hört, lebt ruhig und sicher, vor keinem Unglück braucht er sich zu fürchten.

Sprüche Kap. 2

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 2

Spr 2,1-22: Weisheit bewahrt vor bösen Wegen

Spr 2,1: Mein Sohn, höre auf mich und befolge meine Ratschläge!

Das Wort bewahren: In einer anderen Übersetzung heißt es, dass wir sein Wort „bei uns verwahren“ sollen, d.h. wir sollen es nicht nur Lesen, sondern in unser Herz aufnehmen. Ein guter Weg ist dabei bestimmte Worte der Schrift so sehr zu verinnerlichen, dass man sie auswendig kann. Ein Schatz, der dann ohne Buch oder Bibelapp immer parat und da ist. „Niemand kann dir die Bibeltexte rauben, die du auswendig gelernt hast.“(Corrie ten Boom). Aber Vorsicht: es geht nicht darum möglichst viele auswendig zu lernen, sondern lieber wenige, die aber dann im Herzen tragend.

Spr 2,2: Nimm dir die Lebensweisheiten zu Herzen, die ich dir weitergebe, achte genau auf sie und werde klug!

Spr 2,3: Ringe um Verstand und Urteilskraft.

Spr 2,4: Suche danach voller Eifer wie nach einem wertvollen Schatz!

Jürgen Fischer: Wenn der Sohn einsichtig werden will, reicht es nicht, dass er passiv zuhört, wenn der Vater ihn belehrt, biblische Geschichten über sich ergehen lässt oder ohne innere Anteilnahme Bibelverse auswendig lernt. Er muss selbst aktiv werden. Weisheit und Einsicht gleichen verborgenen Schätzen, die aufgespürt werden wollen. Die Betonung liegt auf dem Aufwand, den der Schüler betreiben muss, um ans Ziel zu kommen. Der Aufwand wird wie bei jeder Schatzsuche groß sein. Wie die Jagd nach Silber oder verborgenen Schätzen so ist die Suche nach Einsicht ein anstrengendes, langwieriges und von persönlichen Opfern begleitetes Unterfangen, das sich letztlich aber auszahlt und alle Mühen wert ist. Ein Schatzsucher braucht Hingabe, einen Plan und die richtigen Mittel, um ans Ziel zu kommen; und dasselbe gilt für den Schüler der Weisheit.

Spr 2,5: Dann wirst du den Herrn immer besser kennen lernen und Ehrfurcht vor ihm haben.

Gabe der Weisheit: Die erste Gabe des Heiligen Geistes ist also die Weisheit. Es handelt sich aber nicht einfach um die menschliche Weisheit, die Frucht von Wissen und Erfahrung ist. In der Bibel wird berichtet, dass Salomo im Augenblick seiner Krönung zum König von Israel die Bitte um die Gabe der Weisheit ausgesprochen hat (vgl. 1 Kön “ 3,9). Und die Weisheit ist genau das: Sie ist die Gnade, alles mit den Augen Gottes sehen zu können. Sie ist einfach das: die Welt, die Situationen, die Zusammenhänge, die Probleme, alles mit den Augen Gottes zu sehen. Das ist die Weisheit. Manchmal sehen wir die Dinge nach unserem Gutdünken oder nach unserer Herzenslage, mit Liebe oder mit Hass, mit Neid… Nein, das ist nicht das Auge Gottes. Die Weisheit ist das, was der Heilige Geist in uns wirkt, damit wir alle Dinge mit den Augen Gottes sehen. Das ist die Gabe der Weisheit. Papst Franziskus

Den Herrn kennen lernen: Wer sucht, wird mit Sicherheit finden. Wer sich bemüht, in eine Beziehung zum Herrn zu kommen und Gott immer besser kennen zu lernen, ist noch nie enttäuscht worden. Der Mensch, der Gott sucht, hat ihn bereits gefunden. Christus offenbart den Vater allen, die an ihn glauben. Christus kennen heißt Gott kennen. Erkennen ist in der Bibel kein gedanklicher Vorgang, sondern ein vertrauter, persönlicher Umgang, aus dem heraus er uns hilft, gut und recht zu leben.

Wir glauben, um zu erkennen; wir erkennen nicht, um zu glauben. Augustinus

Spr 2,6: Er allein gibt Weisheit, und nur von ihm kommen Wissen und Urteilskraft.

Spr 2,7: Aufrichtigen Menschen schenkt er Gelingen; er hilft allen, die so leben, wie es ihm gefällt.

Spr 2,8: Wer andere gerecht behandelt und Gott die Treue hält, steht unter seinem Schutz.

Unter seinem Schutz: Dieser Jemand will Gott sein, denn Gott ist ein Immanuel, ein „Gott mit uns“. Er steht, wenn wir ihn einladen und uns ihm anvertrauen, auf unserer Seite. Im Alten und Neuen Testament wird der Herr immer und immer wieder als „Retter“ bezeichnet. Er rettet uns nicht nur von unseren Sünden (das tut er natürlich auch), sondern biblisch gesehen stellt er die Verkörperung von Befreiung und Sicherheit dar. Jürgen Fischer

Spr 2,9: Mein Sohn, wenn du auf mich hörst, wirst du erkennen, was richtig, gerecht und gut ist. So findest du stets den richtigen Weg.

Hören auf Gott: In den ersten zwei Kapiteln steht das Hören auf Gott im Mittelpunkt. Dieses Hören ist unser Wegweiser im Leben, zeigt uns was richtig und gut ist. Dieses Hören bedeutet, dass in allem Handeln unser Auge vertrauensvoll auf Gott ruht. Beten heißt hier, auf seine Wegweisung und seine Instruktionen hören, mit einem Herzen, das ihm zugewandt ist, indem wir die Heilige Schrift nicht auf akademische, sondern auf geistliche Weise lesen. So lernen wir, Jesus zu begegnen, der anwesend ist und zu uns spricht und zwar sehr konkret. Glauben heißt auf ihn hören, ihn erkennen, ihm vertrauen.

Spr 2:10: ‭Denn Weisheit wird in dein Herz einziehen und Erkenntnis beglückt deine Seele.

Spr 2,10: Du erlangst Weisheit und hast deine Freude daran, wohlüberlegt zu handeln.

Spr 2,11: Deine Umsicht und Besonnenheit werden dich schützen.

Spr 2:11: ‭Besonnenheit wacht über dir und Verständigkeit behütet dich.

Jürgen Fischer: Mit einem von Gott veränderten Herzen, in dem Weisheit und Erkenntnis wohnen, kommt Schutz. In einem dynamischen Prozess sucht der Einfältige nach Weisheit (Sprüche 2,3), findet sie bei Gott (Sprüche 2,6), wird von Gott behütet (Sprüche 2,7.8) und bewahrt sich selbst durch Besonnenheit und Verständnis. In dem Maß, wie wir mit Gott leben, ihn verstehen und von Gott verändert werden, verschwimmen die Grenzen zwischen „menschlicher Weisheit“ und „Gottesfurcht“, weil wir darin geübt sind, das Richtige zu tun. Wer die Wahrheit kennt, weiß eben, wie man den Fallen des Lebens ausweicht.

Besonnenheit: Um auf Gottes Wort zu hören, reicht nicht allein der Vorsatz, sondern ich muss eine Haltung entwickeln, die dieses Hören und danach Handeln begünstigt. Die wichtigste Haltung ist hier die Besonnenheit. Handle ich zu schnell und impulsiv, gebe ich dem Wort Gottes keinen Raum, sich zu entfalten. Besonnenheit dagegen ist die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen Situationen den Verstand die Oberhand behalten lässt, um vorschnelle und unüberlegte  Entscheidungen  oder Taten zu vermeiden. Besonnenheit ist die Fähigkeit, zu überlegen, bevor man reagiert. Besonnenheit bedeutet einen Moment oder länger innezuhalten, um zu fragen: Gott, was willst du? Impulsives Verhalten dagegen schadet oft, besonders in zwischenmenschliche Beziehungen.

Drücke den Pfeil zu schnell nicht ab, der nimmer zurückkehrt! Glück zu zerstören, ist leicht, wiederzugeben so schwer. Johann Gottfried von Herder

Spr 2,12: und dich davor bewahren, Böses zu tun. Dann bist du gewappnet gegen Menschen, die mit ihren Worten andere täuschen

Spr 2,13: und selbst krumme Wege gehen. Solche Leute haben sich vom Guten abgewandt;

Spr 2,14: sie führen ständig Böses im Schilde und haben auch noch Spaß daran, das Recht zu verdrehen!

Spr 2,15: Alles, was sie sagen und tun, ist verlogen und verkommen.

Spr 2,16: Besonnenheit schützt dich auch vor der Frau eines anderen Mannes, vor der Verführerin, die dich mit ihren schmeichelnden Worten umgarnt.

Jürgen Fischer: Das Gegenstück zum „Mann, der Verkehrtheit redet,“ (Sprüche 2,12) ist die Ehebrecherin, die ihre Worte glättet. Wieder sind die Worte, die gesprochen werden, das Gefährliche. Eine „glatte Zunge“ bringt Verderben (Psalm 5,10), kann „geschmeidig wie Öl“ über Feindschaft hinwegtäuschen (Psalm 55,22) und durch Schmeichelei zur Falle werden (Sprüche 29,5). Die Fremde will den Unerfahrenen zu einer Sünde verleiten, deren Konsequenzen er nicht überschaut. Was sie sagt, klingt so nett und schön, aber hinter ihren Lügen versteckt sich der Tod.

Spr 2,17: Dem Mann, den sie in ihrer Jugend geheiratet hat, ist sie untreu – und damit bricht sie den Bund, den sie vor Gott geschlossen hat.

Spr 2,18: Ihr Haus steht direkt am Abgrund des Todes: Wer sich ihm nähert, begibt sich in tödliche Gefahr.

Spr 2,19: Niemand, der sich mit ihr einlässt, kommt mit dem Leben davon.

Spr 2,20: Suche stattdessen nach guten Vorbildern, die dir zeigen, wie man ein rechtschaffenes Leben führt.

Vorbilder suchen: Die Zukunft ist das Zeitfenster, in dem wir uns immer wieder entscheiden können, die Dinge anders zu machen. Ich übernehme die Verantwortung für mich selbst. Kein anderer bestimmt, was ich denke, fühle und tue. Ich bin Gestalter meines Lebens und es ist meine Entscheidung, dies unter der Führung Gottes zu tun. Aber ich lebe nicht für mich allein, sondern immer in Gemeinschaft. Niemand ist eine Insel. Alles wirkliche Leben ist Begegnung. Soziale Netze geben emotionale Stabilität und können uns in unserem Verhalten positiv beeinflussen.  Der heutige Bibelvers rät uns, uns mit Menschen zu umgeben, die ebenso auf dem Weg des Guten gehen und uns so ein Vorbild sein können.

Wem bist du Vorbild? Wer ist dir ein Vorbild?

Spr 2,21: Wer aufrichtig ist und Gott gehorcht, darf lange auf dieser Welt wohnen;

Spr 2,22: wer aber Böses tut und Gott die Treue bricht, wird mit einem Mal herausgerissen.

Sprüche Kap. 3

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 3

Spr 3,1-35: Weisheit wird belohnt

Spr 3,1: Mein Sohn, vergiss nie, was ich dir beigebracht habe! Nimm dir meine Ratschläge zu Herzen und bewahre sie!

Gottes Gebote im Herzen: Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes. Gottes Gebote im Herzen zu bewahren, bedeutet, dass die Liebe der Massstab all meines Handelns ist und mich führt. Das Gebot der Liebe binden wir uns um den Hals, d.h. die Liebe ist immer nah und wirkt und handelt in all unseren Facetten des Alltags. Sie bestimmt unser Denken, unser Leben und unser Handeln. Würde Sie dies nicht tun, wäre sie nur eine leere, lieb gemeinte Wortfloskel. Gottes Lehre sollen wir nicht vergessen, d.h. die Liebe kommt immer und zuerst von ihm. Zuerst Geliebte, dann Liebende sind wir. Darum beten wir: Gott, unser Vater, steh deinen Dienern bei und erweise allen, die zu dir rufen, Tag für Tag deine Liebe. 

In unserer neuen Beziehung zu Gott als Seine Kinder stehen wir unter dem Gesetz der Liebe. Robert Cleaver Chapman

Vergiss nicht und bewahre: Die Imperative vergiss nicht und bewahre unterstreichen die Notwendigkeit, das Gehörte zu verstehen und zu einem Bestandteil des eigenen Lebens zu machen. Letztlich geht es darum, dass jeder Christ in seinem Leben eine Kultur des permanenten Nachdenkens über die Bibel schafft und bewahrt. Jürgen Fischer

Spr 3,2: Dann wird es dir gut gehen, ein langes und erfülltes Leben liegt vor dir.

Spr 3,3: An Güte und Treue soll es dir niemals fehlen. Trage sie wie eine Kette um deinen Hals, ja, schreibe sie dir tief in dein Herz!

Güte und Treue: Güte meint Liebe, Wohlwollen, Freundlichkeit, Mitgefühl und Gnade, die wir anderen Menschen zeigen, und Treue  könnte man auch mit Festigkeit, Zuverlässigkeit oder Integrität übersetzen. Zusammengenommen beschreiben die beiden Begriffe den Charakter eines Gerechten, der aus einer stabilen Gottesbeziehung heraus für die Nöte der Menschen um ihn herum lebt. Jürgen Fischer

Spr 3,4: So wirst du Freundschaft und Ansehen bei Gott und Menschen finden.

Spr 3,5: Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand, sondern vertraue voll und ganz dem Herrn!

Vertraue auf den Herrn: Das Wort Vertrauen bedeutet fest werden. Diese Festigkeit entsteht und wächst, indem du täglich neu das Vertrauen wagst, mögen deine Umstände und Lebenssituationen auch mal düster sein. Verliere trotzdem nicht das Vertrauen, sondern nehme im Gegenteil mit aller Kraft den Weg wieder auf. Christus geht dir voran und begleitet dich. Vertraue auf seine immerwährende Gegenwart. Das ist Glauben. Das ist Gebet als vertrauende Bitte des Kindes zum Herzen seines Herrn. 

Bonhoeffer: Das Gebet ist niemals demonstrativ, weder vor Gott, noch vor uns selbst, noch vor anderen, sondern schlicht das vertrauende Hineinwerfen meiner Selbst in seine Güte, das Loslassen meiner Selbst, um mich in ihm neu zu finden.

Der Weise hat es gelernt, Gott ganz zu vertrauen. Mit seinem ganzen Herzen, d.h. mit seiner ganzen Intellektualität, seinem Wollen und seiner Entscheidungskraft rechnet er mit Gott. Er hängt sich an Gottes Zusagen, lässt sich vor Sünde warnen, wird von den Geboten inspiriert. Und während er auf Gott vertraut, bewahrt er eine gesunde Skepsis hinsichtlich des eigenen Denkens. Jürgen Fischer

Sich nicht auf den eigenen Verstand stützen: Wenn Salomo schreibt, stütze dich nicht auf deinen Verstand, dann rät er nicht zur Gedankenlosigkeit. Es geht ihm nicht um blinden Kadavergehorsam! Ganz im Gegenteil! Der Gläubige ist ein Denker und sinnt über das Gesetz nach (Psalm 1,2). Nur ist er sich der Grenzen seines Verstandes wohl bewusst. Weit davon entfernt, allwissend zu sein, ist jeder Mensch auf göttliche Offenbarung angewiesen. Jürgen Fischer

Spr 3,6: Such ihn zu erkennen bei dem, was du tust, dann räumt er dir die Hürden aus dem Weg!

Spr 3,6: Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg.

Spr 3,6: Erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen.

Man kann Gott auf allen Wegen erkennen! Das ist eine absolut unglaubliche Aussage! Mein Leben mit seinen Höhen und Tiefen ist ein Mittel, um Gott zu erfassen. Es spielt keine Rolle, ob Gott mich im Bild des Hirten aus Psalm 23 von grüner Aue zu grüner Aue führt oder durchs „Tal des Todesschattens“. Auf allen Wegen kann ich etwas über seinen Charakter lernen. Und genau das ist unser Lebenszweck: Gotteserkenntnis! Die Essenz „ewigen Lebens“ besteht darin, Gott immer besser kennen zu lernen (Joh 17,3). Jürgen Fischer

Dieser Vers ist ein Gebot: Erkenne ihn! Gott hat uns unser Leben nicht gegeben, damit wir uns über die guten Tage freuen und an den bösen möglichst früh schlafen gehen. Jeder Moment unseres Lebens ist eine Chance, Gott näher zu kommen. Jürgen Fischer

Bei jedem Schritt an ihn denken: Der vorauseilende Geist ist eine wiederkehrende Schwäche von mir. Da bin ich überall und nirgends, nur nicht im Jetzt und so denke ich auch nicht an ihn, während ich durch den Tag schreite. Sorgen, Gedankengrübelei fesseln meinen Geist an die Zukunft und das Ergebnis ist Angst. Und dann schreie ich innerlich Stop! Sicherlich erwartet mich heute nicht nur Freude. Aber Geborgenheit ist gewiss. Mag sein, dass ich Augenblicke der Angst und Verwirrung erlebe, aber ich kann lernen, auch inmitten von Widrigkeiten zu vertrauen. Ich kann mich der Kraft, die größer ist als ich selbst, anvertrauen. Dem Jetzt und den Menschen im Hier und Jetzt Aufmerksamkeit zu schenken, ist die einzig richtige Antwort auf das Leben. Ich will die Abenteuer schätzen lernen, die die Gegenwart in sich birgt. Ich will die Augenblicke des heutigen Tages auskosten und das Ergebnis Gott anvertrauen.

Gott im Leben erkennen: Viele glauben nicht an die göttliche Vorsehung, weil sie niemals eine Erfahrung mit ihr gemacht haben, aber sie machen keine Erfahrung von ihr, weil sie niemals den Sprung ins Leere wagen, diesen Schritt des Glaubens, sie lassen der Vorsehung niemals die Möglichkeit des Eingreifens: sie berechnen alles, treffen Vorsorge für alles, suchen alle Probleme allein zu lösen, wobei sie nur auf sich selbst zählen statt auf Gott. So lange ein Mensch, der mit einem Fallschirm springen soll, sich nicht ins Leere gestürzt hat, kann er nicht fühlen, ob die Stricke des Fallschirms ihn halten, denn dieser hatte ja noch nicht die Möglichkeit zu öffnen. Zuerst muss man springen, und erst dann kann man sich gehalten fühlen. Jacques Philippe

Spr 3,7: Halte dich nicht selbst für klug; begegne dem Herrn mit Ehrfurcht und meide das Böse!

Spr 3,8: Das bringt Heilung für deinen Körper und belebt dich mit neuer Kraft.

Spr 3,9: Ehre den Herrn mit dem, was du hast; schenke ihm das Beste deiner Ernte.

Umgang mit Materiellen: Unsere Liebe, Vertrauen und Hingabe an Gott zeigt sich ganz besonders an unserem Umgang mit den uns anvertrauten, materiellen Dingen. Es gilt mit dem „ungerechten Mammon“, dem „Geringsten“, „Anvertrauten“ und „Fremden“ (Lk 16,10-12) richtig umzugehen, weil niemand dem Prinzip entgeht, das Jesus so formuliert: Kein Hausknecht kann zwei Herren dienen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!“ (Lukas 16,13). Jürgen Fischer

Spr 3,10: Dann wird er deine Vorratskammern füllen und deine Weinfässer überfließen lassen.

Spr 3,11: Mein Sohn, wenn der Herr dich zurechtweist, dann sei nicht entrüstet und sträube dich nicht.

Zurechtweisung  durch den Herrn: Wie soll sich der Sohn verhalten, wenn er ungehorsam ist und Gottes Züchtigung erfährt? Er soll sie annehmen. Bei des Herrn Züchtigung kann es sich um Krankheit handeln, Misslingen oder um eine andere Form von Leid, die den Betroffenen dazu bringt, zu Gott umzukehren. Wer Gottes zurechtbringendes Eingreifen in das eigene Leben verabscheut und verwirft, der verpasst auch Gottes Segen. Jürgen Fischer

Hiob bringt es gut auf den Punkt: Siehe, glücklich der Mensch, den Gott straft! So verwirf denn nicht die Züchtigung des Allmächtigen. Denn er bereitet Schmerz und verbindet, er zerschlägt und seine Hände heilen“ (Hiob 5,17.18). Heilung folgt auf den Schmerz, wenn der Gezüchtigte Gottes Strafe akzeptiert und Buße tut (vgl. 2. Kor 7,10). Jürgen Fischer

Erziehender Gott: Wer mit Gott lebt muss damit rechnen ermahnt zu werden. Das geschieht nicht auf harte Weise sondern meist durch die sanfte Stimme des Heiligen Geistes, dadurch, dass der innere Frieden erschüttert ist, oder man merkt „dass etwas nicht stimmt.

Spr 3,12: denn darin zeigt sich seine Liebe. Wie ein Vater seinen Sohn erzieht, den er liebt, so erzieht dich auch der Herr.

Spr 3,13: Glücklich ist der Mensch, der weise und urteilsfähig geworden ist!

Wenn die Bibel eine Person glückselig nennt, dann erfährt sie das Leben auf die bestmögliche Weise.

Spr 3,14: Er hat mehr Gewinn davon als jemand, der Silber und Gold besitzt.

Spr 3,15: Selbst die kostbarsten Perlen verblassen gegenüber dem Wert der Einsicht, sie übertrifft alles, was man sich erträumt.

Spr 3,16: Denn in ihrer rechten Hand hält sie ein langes Leben bereit, und mit ihrer linken verleiht sie Reichtum und Ehre.

Spr 3,17: Wer sich von der Weisheit führen lässt, der findet Glück und Frieden.

Spr 3,18: Ja, die Weisheit gibt ein erfülltes Leben, und wer an ihr festhält, kann sich glücklich schätzen!

Spr 3,19: Mit Hilfe der Weisheit wurden Himmel und Erde erschaffen, der Herr entwarf alles mit seinem Verstand.

Gottes Weisheit: Gottes Weisheit offenbart sich besonders klar in der Erschaffung von Erde und Himmel. Wenn Gott mit seiner Weisheit so große Wunder tun konnte, was kann diese Weisheit im Leben derer tun und hervorbringen, die ihr das Ohr leihen (Sprüche 2,2)? Können wir uns vorstellen, was seine Einsicht und Erkenntnis aus den Bruchstücken unseres Lebens erschaffen kann? Am Beispiel der Schöpfung sehen wir das Zusammenspiel von Gewaltigkeit, Komplexität, Schönheit und Dauerhaftigkeit im Handeln Gottes. Jürgen Fischer

Spr 3,20: Seine Klugheit ließ die Quellen aus der Tiefe hervorsprudeln und Regen aus den Wolken fallen.

Spr 3,21: Mein Sohn, achte darauf, dass du die Weisheit und Besonnenheit nie aus den Augen verlierst!

Die Weisheit nicht aus dem Auge verlieren: Ganz natürlich geht der Vater von der Möglichkeit aus, dass der Sohn die Dinge, die er einmal gelernt hat, wieder vergisst. Wenn dem so ist, dann kann man Weisheit nur begrenzt „verinnerlichen“ und ist auf eine ständige Wiederholung angewiesen. Das mag einer der Gründe sein, warum die Bibel selbst das Bibellesen (vgl. Jos 1,8), das Meditieren über biblische Zusammenhänge (Ps 1,2) und das Gespräch über das Wort Gottes (Kol 3,16) so betont. Wiederholung ist ein ganz wichtiges Lernprinzip, damit das Dringliche und das Aktuelle, sich nicht vor das eigentlich Wichtige schieben. Jürgen Fischer

Spr 3,22: Sie werden dein Leben erfüllen und dir Ansehen bei den Menschen verleihen.

Spr 3,23: Dann kannst du sicher deinen Weg gehen, nichts bringt dich zu Fall.

Spr 3,24: Abends legst du dich ohne Sorgen ins Bett und schläfst die ganze Nacht hindurch ruhig und tief.

Sicherheit im Gott: Die Verheißungen eines Lebens in Weisheit sind Sicherheit vor den Fallen des Lebens und ein süßer Schlaf ohne Angst und Albträume. Mit Gott an unserer Seite brauchen wir keine Angst vor dem Leben zu haben. Er ist unsere Sicherheit. Und wenn wir sorgenvoll auf ein Leben voller Nöte und Ängste blicken, dann dürfen wir uns immer daran erinnern, dass Sorgen „Chefsache“ sind und dürfen unsere Sorgen bei Gott im Gebet mit Dank abgeben und unsere Herzen zur Ruhe bringen (Phil 4,6.7). Jürgen Fischer

Spr 3,25: Du brauchst nicht zu befürchten, dass dich auf einmal ein Unglück trifft, wie es gottlosen Menschen geschieht.

Warum kann der Weise ruhig schlafen? Weil Gott an seiner Seite ist und ihn selbst vor dem Straucheln bewahren wird. Kein Schrecken kommt für Gott überraschend und deshalb brauchen wir uns mit ihm an der Seite nicht zu fürchten. Er selbst wird uns ans Ziel bringen (vgl. Phil 1,6) und unsere Schritte fest machen (Ps 40,2.3). Jürgen Fischer

Spr 3,26: Der Herr wird deine Zuversicht sein und deinen Fuß bewahren vor dem Fallstrick.

Spr 3,26: Der Herr selbst ist der Grund für deine Zuversicht; er lässt dich nicht in eine Falle laufen.

Zuversicht: Zuversicht kommt von sehen. Ich sehe zu, wie Gott alles lenkt und leitet, wie er alles zum Guten wendet. Die Zuversicht sieht mehr als das bloß Vorhandene. Sie sieht mehr als die Probleme. Sie sieht zusätzlich zu allem Äußeren die innnerste Wirklichkeit aller Dinge, sie sieht den Dingen auf den Grund. Sie vertraut auf Gott, der mit uns durch diese Welt geht. “Herr, du allmächtiger Gott, glücklich ist jeder, der sich auf dich verlässt!” (Ps 84:13). Dieses innere Sehen auf Gottes Lenkung ist eine Haltung. Das kennzeichnende an dieser Haltung ist, dass sie sich diese über eine längere Zeit entwickelt. Die Haltung der Zuversicht gilt es so täglich neu einzuüben. Ein großes Vorbild in dieser Haltung ist und bleibt Maria.

Wir dürfen wissen, daß Gott weiß, was wir bedürfen, ehe wir darum bitten. Das gibt unserem Gebet größte Zuversicht und fröhliche Gewißheit. Bonhoeffer

Spr 3,27: Wenn jemand deine Unterstützung braucht und du ihm helfen kannst, dann weigere dich nicht.

Spr 3,27: Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag.

Die Welt ist immer so wie du: Hilfst du anderen, hilfst du dir selbst, liebst du andere, liebst du dich selbst, haßt du den anderen, haßt du dich selbst. Verletzt du den anderen, verletzt du dich selbst. Es geht um eine tief gehende Einheit zwischen uns Menschen. Es liegt an uns, ein Gespür für diese Einheit zu nähren, denn es kann verloren gehen. Hilf uns dabei Herr, sind wir doch ein Leib in dir und mit dir als Haupt! 

Die Welt ist immer so wie du: Ein Lächeln und sie lacht dir zu, ein wenig Trotz, ein wenig Zorn und statt der Rose blüht der Dorn. Simon Dach

Spr 3,28: Vertröste ihn nicht auf morgen, wenn du heute helfen kannst!

Unverzüglich helfen: Wir sollen nicht nur helfen, sondern unverzüglich helfen. Not duldet keinen Aufschub. Weder Faulheit, Launenhaftigkeit, Gleichgültigkeit, Selbstsucht oder „Machtspielchen“ dürfen uns davon abhalten, sofort das Gute zu tun, zu dem Gott uns berufen hat. Er bereitet die guten Werke vor (Eph 2,10) und wir führen sie aus. Jürgen Fischer

Spr 3,29: Ersinne nichts Böses gegen deinen Nächsten.

Sich um Frieden bemühen: Bewahrst du Frieden in dir, dann kannst du auch Frieden in anderen bewirken. Bemühe dich also zuallererst um deinen inneren Frieden. Denn wer mit sich selbst in Unfrieden lebt, den treibt es hin und her und dieser Unfrieden wirkt sich auch auf seine Umgebung aus. Dann sagen wir, was wir nicht hätten sagen sollen. Dann sehen wir immer auf das, was andere tun sollten und versäumen dabei zu sehen, wo es an uns liegt, etwas zu tun. Wenn also solche Gedanken über dich kommen, verrichte einen positiven Akt durch ein Herzensgebet, damit du wieder zu dir selbst kommst und so zum Herrn, der in dir wohnt und der dein wahrer Friede ist. 

Spr 3,30: Fange mit keinem Menschen ohne Ursache Streit an, wenn er dir nichts Böses zugefügt hat.

Spr 3,30: Brich keinen Streit vom Zaun mit einem, der dir nichts getan hat.

Spr 3,31: Beneide einen gewalttätigen Menschen nicht und nimm ihn dir nicht zum Vorbild.

Spr 3,32: Denn der Herr verabscheut den, der krumme Wege geht, der Aufrichtige aber ist sein Vertrauter.

Weg der Aufrichtigen: Wenn wir zu den Aufrichtigen gehören, die von ganzem Herzen nach seinen Geboten leben, Sünde meiden und, wo wir sie begehen, sofort bekennen, da wird sich Gott uns offenbaren (Joh 14,21) und uns in eine immer intimere Beziehung hineinführen. Jürgen Fischer

Spr 3,33: Der Fluch des Herrn trifft alle, die ihn missachten; aber er segnet den, der rechtschaffen lebt.

Spr 3,34: Er treibt seinen Spott mit allen, die ihn verspotten; aber er wendet denen seine Liebe zu, die wissen, dass sie ihn brauchen.

Spr 3:34: Wenn er auch spottet über die Spötter, so gibt er doch den Demütigen Gnade.

Den Demütigen gibt er Gnade: Die Demütigen sind auch die „Aufrichtigen“ (Spr 3,32), die „Gerechten“ (Spr 3,33) und die „Weisen“ (Spr 3,35). Sie vertrauen nicht auf ihre Stärke, sondern verlassen sich auf Gottes Kraft und geben ihre Sorgen bei ihm ab. Die Demütigen erheben sich nicht über Menschen, sondern dienen ihren Mitmenschen. Sie wollen nicht hoch hinaus, aber ihr segensreiches Wirken bringt ihnen Ehre (Spr 29,23) und Gottes Gnade ein. Jürgen Fischer

Spr 3,35: Wer sich weise verhält, wird Anerkennung finden; aber ein Dummkopf erntet nichts als Verachtung.

Sprüche Kap. 4: Weisheit muss erworben werben

Auslegung und Kommentar zum Buch Sprüche Kap. 4

Spr 4,1: Ihr jungen Männer, hört auf mich wie auf euren Vater! Achtet auf meine Lehre, damit ihr klug werdet!

Spr 4,2: Was ich euch zu sagen habe, ist gut – darum vergesst es nicht.

Spr 4,3: Als ich selbst noch jung war, wurde ich von meinem Vater unterwiesen und von meiner Mutter zärtlich umsorgt, als wäre ich ihr einziges Kind.

Spr 4,4: Damals schärfte mein Vater mir ein: »Denk allezeit über das nach, was ich dir beigebracht habe. Wenn du dich danach richtest, wird dein Leben gelingen.

Spr 4,5: Erwirb Einsicht und übe dich im richtigen Urteilen. Vergiss meine Worte nicht!

Spr 4,6:  Trenne dich nie von der Weisheit, sondern liebe sie, so wird sie dich beschützen und bewahren.

Spr 4,7: Nur eins im Leben ist wirklich wichtig: Werde weise! Werde verständig! Kein Preis darf dir zu hoch dafür sein.

Am Anfang steht die Entscheidung. Möchtest du Weisheit besitzen, dann los, hol sie dir! Dabei lohnt es sich, aufs Ganze zu gehen. Kein Einsatz ist zu hoch. Egal wie viel Zeit, Energie oder Mittel du aufwenden musst, um auf deiner Suche nach Verstand (oder: Unterscheidungsvermögen) erfolgreich zu sein, investiere, was nötig ist! Wir haben nur ein Leben, das wir einmal falsch machen können. Und deshalb brauchen wir Weisheit, weil wir uns so wenig wie möglich Fehler erlauben dürfen. Jürgen Fischer

Spr 4,8: Liebe die Weisheit, so wird sie dir Ansehen verschaffen; halte sie in Ehren, dann wird sie dich zu Ehren bringen.

Liebe die Weisheit: Unser Umgang mit Gottes Weisheit soll also auch von Intimität und Leidenschaft geprägt sein. Unsere Suche nach geistlichem Durchblick muss mehr sein als eine Pflichtübung und wir brauchen mehr als eine Kurzbotschaft am Sonntagvormittag, um Weisheit zu erlangen. Wir werden Bücher lesen und ausgewählte Predigten anhören müssen. Wir werden nachdenken, abwägen, diskutieren, ausprobieren, uns Rat suchen und falsche Ansätze verwerfen müssen. Ja, wir werden sogar um Weisheit beten müssen (Jak 1,5), weil am Ende nur der findet, der ohne aufzugeben solange sucht, bis er gefunden hat (Mt 7,7). Jürgen Fischer

Spr 4,9: Sie wird dich schmücken wie eine wertvolle Krone.

Spr 4,10: Mein Sohn, hör auf meine Worte; dann wirst du ein langes Leben genießen.

Spr 4:10: Höre, mein Sohn, nimm meine Worte an, sie werden dir die Lebensjahre verlängern!

Der Vater verbindet hier zwei Imperative miteinander: höre und nimm an. Damit unterstreicht er die Tatsache, dass es nicht genügt, das Wort Gottes nur zu hören, sondern dass es verinnerlicht werden muss. 

Spr 4,11: Ich lehre dich, weise zu handeln, und zeige dir den richtigen Weg.

Spr 4,11: Im Weg der Weisheit unterweise ich dich, ich leite dich auf ebener Bahn.

Leitung: Zum Hören und Annehmen kommt nun der Lebensstil. Weisheit ist nicht theoretisch-kontemplativ, sondern existentiell-lebensverändernd. Dabei findet der Sohn den Weg der Weisheit nicht zufällig oder durch Versuch und Irrtum, sondern in der Katechese. Es ist ein Vorrecht, unterwiesen zu werden. Ein Vater, der sagt ich unterweise dich und leite dich, nimmt seinen Sohn, bildlich gesprochen, bei der Hand und zeigt ihm die geraden Bahnen. Wir reden hier von mehr als Wissensvermittlung. Der Vater hat Jüngerschaft, die Vermittlung von Weisheit, Lebenserfahrung und Gottesfurcht, im Blick. Jürgen Fischer

Spr 4,12: Wenn du dich daran hältst, wird kein Hindernis deine Schritte aufhalten; selbst beim Laufen wirst du nicht stolpern.

Spr 4:12: sodass, wenn du gehst, dein Schritt nicht beengt wird, und wenn du läufst, du nicht strauchelst.

Nicht beengter Schritt: Ein Schritt, der nicht beengt wird, ist ein Leben, das vorangeht und gelingt. Jeden Tag treffen wir Entscheidungen, die uns einen Schritt im Leben weiterbringen. Wenn unsere Sicht vom Leben klug ist, verlieren wir uns nicht in falschen Zielen oder Lebensweisen (vgl. Spr 17,24). Wer hingegen falsche Lebensentscheidungen trifft, wird straucheln, d.h. er wird wie ein Läufer, der stürzt, nicht voran kommen und Schaden erleiden. Wir sind dazu berufen, ein Leben zu führen, das sich Schritt für Schritt, Tag für Tag, Entscheidung für Entscheidung entfaltet und uns unserem eigentlichen Lebensziel näher bringt. Wir müssen uns der Realität stellen, dass ein Leben misslingen und in eine Sackgasse geraten kann. Jürgen Fischer

Spr 4,13: Richte dich nach dem, was du gelernt hast! Schlag die Unterweisung nicht in den Wind, denn daran hängt dein Leben!

Spr 4,14: Handle nicht so wie Menschen, denen Gott gleichgültig ist, nimm sie dir nicht zum Vorbild!

Sich vom Bösen fernhalten: Mit sechs Imperativen betont der Vater die Wichtigkeit, sich vom Pfad der Gesetzlosen und dem Weg der Bösen fern zu halten Der Sohn soll nicht einen einzigen Schritt in die falsche Richtung tun. Die Nachhaltigkeit seiner Warnung lässt uns etwas von der verführerischen Kraft ahnen, die von dem Lebensstil der Gesetzlosen ausgeht. Jürgen Fischer

Spr 4,15: Folge nicht ihrem Beispiel, sondern meide das Böse – ja, flieh vor ihm und bleib auf dem geraden Weg!

Spr 4,16: Diese gottlosen Menschen können nicht einschlafen, bevor sie nicht Schaden angerichtet haben; sie finden keine Ruhe, bis sie jemandem Unrecht zugefügt haben.

Spr 4,17: Was sie essen und trinken, haben sie durch Betrug und Gewalttat an sich gerissen.

Spr 4,18-19: Wer aber Gott gehorcht, dessen Leben gleicht einem Sonnenaufgang: Es wird heller und heller, bis es lichter Tag geworden ist.

Spr 4,18-19: Ihr Leben ist finster wie die Nacht, im Dunkeln tappen sie umher; und wenn sie fallen, wissen sie nicht einmal, worüber sie gestolpert sind. Wer aber Gott gehorcht, dessen Leben gleicht einem Sonnenaufgang: Es wird heller und heller, bis es lichter Tag geworden ist.

Leben als Sonnenaufgang: Die Sonne ist nicht plötzlich da. Sie geht langsam auf. Wir legen unseren alten Menschen nicht von jetzt auf gleich ab, es ist ein Prozess, der Schritt für Schritt vor sich geht. Wir brauchen Mut und Geduld, da wir immer wieder mit unseren vielfältigen Schwächen konfrontiert werden. Lebenslang. Das Bemühen um die Reinigung unserer Seele wird nur mit unserem Leben ein Ende finden. Jeden Tag arbeiten wir an uns, Stückchen für Stückchen. Wir dürfen niemals davon ausgehen, wir könnten an einem Tag all unsere Schwächen ablegen, aber halten wir im Bemühen und im Willen an unserem Weg fest, so werden wir heller und heller gleich dem Aufgang der Sonne.

Worte von Franz von Sales: Eine Seele, die von der Sünde zur Frömmigkeit emporsteigt, wird mit der Morgenröte verglichen (Spr 4,18), die nicht plötzlich, sondern nur allmählich dieFinsternis vertreibt. Eine Heilung, die nur langsam vor sich geht, bezeichnet der Volksmund als die sicherste. Bei diesem Beginnen mußt du also Mut und Geduld haben. Wie bedauernswert sind doch Menschen, die nach anfänglichem Bemühen um die Frömmigkeit merken, daß sie noch mit verschiedenen Unvollkommenheiten behaftet sind, darüber unruhig, verwirrt und mutlos werden und nahe daran sind, alles aufzugeben und sich wieder der Sünde zu überlassen!

Licht: Im Gegensatz zum „Pfad der Gesetzlosen“ ist der Pfad der Gerechten wie die Entwicklung des Tageslichts. Was früh am Morgen mit einem leichten Schimmern im Osten beginnt, verwandelt sich bis zum Mittag in gleißende Helligkeit. „Licht“ steht hier für das Gelingen eines wahrhaft frommen Lebens. Die Gerechten leben vor Gott in Aufrichtigkeit und erfahren Gottes Schutz, Führung und Unterweisung. Schon der Psalmist spricht davon, dass Gott sein „Licht“ ist und er sich deshalb nicht zu fürchten braucht (Psalm 27,1). Jesus selbst wiederholt diesen Gedanken in Johannes 8,12, bezieht ihn auf sich und verspricht denen, die ihm nachfolgen das „Licht des Lebens“. Gott ist Licht und gibt denen, die ihn suchen, sein Licht. Jürgen Fischer

Spr 4,20: Mein Sohn, hör gut zu und pass auf, was ich dir sage!

Spr 4,21: Verachte meine Worte nicht, sondern präg sie dir fest ein!

Beschäftigung mit Weisheit: Noch einmal betont der Vater die Wichtigkeit der Beschäftigung mit Weisheit und des Bewahrens von klugen Prinzipien. Der Sohn kann hören, lesen und verstehen und er soll alle Sinne einsetzen, um Gottes Wort im Innern seines Herzens zu bewahren. 

Achte auf Gottes Worte: Bitte Gott, dir eine neue Liebe für sein Wort zu geben. Tränke dein Herz und deine Gedanken jeden Tag mit seinen lebensspendenden Worten. In Christus ist Gottes Wort als Person da. Gottes Wort ist das eigentliche Licht, das der Mensch braucht. Dieses Wort ist in ihm, dem Sohn, gegenwärtig. Neige also dein Ohr. Das Beste und Herrlichste, wozu man in diesem Leben gelangen kann, ist, dass du schweigst und Gott wirken und sprechen lässt, so dass du immer tiefer zu Christus geführt wirst, um in ihm zu leben.

Das Wort Gottes, die Bibel enthält Worte, die heilsam sind für Körper, Geist und Seele. Es ist eine Medizin, die Heilung in deinem Körper, deiner Seele und deinem Geist bewirken kann. Einnahmeempfehlung: am besten täglich, Überdosierung ist nicht möglich Nebenwirkungen: Freude, Friede, Glaube, Hoffnung, Liebe, Ruhe, Mut, Freiheit u.v.m. Ulrike Puintner

Wie kann sich die Wirkung von Gottes Wort am besten entfalten? Ich sollte es so lange einnehmen, bis es in meinem Herzen angekommen ist. Wenn ich die Verse lese, sie aber nur Kopfwissen bleiben, nützen sie mir nicht. Ich sollte solange darüber nachsinnen, meditieren, sie in meinem Inneren bewegen, bis sie vom Kopf ins Herz gelangt sind und ich sie verinnerlicht habe und der heilige Geist mir die Wahrheit zeigt und offenbart. Mit meinem kleinen Verstand allein kann ich die Worte nicht begreifen, ich brauche die Führung vom heiligen Geist. Ulrike Puintner

Weg der Weisheit: Der Weg der Weisheit ist ein Weg des Suchens (Spr 2,4; 3,13), Hörens (Spr 2,2), Verstehens (Spr 2,5.9), Ergreifens1) (Spr 3,18), Annehmens (Spr 2,1; 4,10), Festhaltens (Spr 3,18; 4,4), Bewahrens (Spr 3,18), Beachtens (Spr 4,4), des Nicht-Verlassens (Spr 4,6), Nicht-Vergessens (Sprüche 3,1) und des liebevoll leidenschaftlichen Umgangs (Spr 2,10; 4,6.8) mit den Geboten Gottes. Suchen, Finden und Tun bilden eine Einheit. Jürgen Fischer

Spr 4,22: Sie sind der Schlüssel zum Leben und erhalten deinen ganzen Körper gesund.

Spr 4,23: Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.

Spr 4,23: Was ich dir jetzt rate, ist wichtiger als alles andere: Achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben!

Achte auf dein Herz: Dein Herz spielt eine wichtige Rolle in deinem täglichen Leben, denn alles, was du denkst, sagst, fühlst und tust, spiegelt dein Herz wider. Es zu behüten, bedeutet, dass wir achtsam auf seinen Zustand zu schauen: ist es ruhig und ausgeglichen, sprechen wir ein „Gott sei’s gedankt“, ist es aufgewühlt und unruhig, sprechen wir dies ebenso, denn Gott bedient sich dieser Unruhe unseres Herzens, um Gutes in uns zu bewirken. 

Je dunkler es hier um uns wird, desto mehr müssen wir unser Herz öffnen für das Licht von oben. Edith Stein

Achte auf deine Gedanken: Versuche stets ermutigend und beruhigend zu denken. Auch in schwierigen Situationen lassen sich stets positive Aspekte erblicken und sei es, dass wir innerlich daran wachsen. Wir werden hier auf der Erde nie frei sein von Stress und Druck, von Konflikten und Widrigkeiten, aber wir können daran arbeiten, mit diesen Problemen besser umgehen zu können. Bevor wir all zu schnell ins Jammern geraten, können wir unseren Blick darauf hin schulen, welcher Gewinn in einer Schwierigkeit steckt. 

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken. Bonhoeffer

Worte von Joyce Meyer: Ich glaube, manche Menschen versuchen, ihre Worte zu beherrschen, aber sie tun nichts gegen ihre Gedanken. Das ist so, als würde man beim Unkraut jäten nur die Blätter abreißen. Wenn die Wurzel nicht mit herausgezogen wird, wächst das Unkraut immer wieder nach. Du wirst deine Worte nie wirklich unter Kontrolle haben, wenn du nicht lernst, deine Gedanken zu beherrschen. Wir stehen immer in der Versuchung, Falsches zu denken, aber wir müssen nicht darauf eingehen. Wir haben die Wahl! Wir können uns bewusst für die richtigen Gedanken entscheiden, damit wir dann auch die richtigen Worte wählen. Du kannst dich für Gedanken entscheiden, die Leben hervorbringen, indem du Gottes Wahrheiten aufnimmst, darüber nachdenkst und sie aussprichst. Was in dir steckt, wird auch wieder herauskommen. Wenn du also deine Gedanken mit guten, positiven, wirkungsvollen, Leben spendenden Dingen von Gott füllst, werden automatisch gute, positive, wirkungsvolle, Leben spendende Worte aus deinem Mund herauskommen. Joyce Meyer

Spr 4,24: Tue hinweg von dir die Falschheit des Mundes.

Spr 4,24: Verbreite keine Lügen, vermeide jede Art von falschem Gerede!

Sagen, was ich meine: Liebe kann sich nur in der echten Begegnung ereignen. Das erfordert immer wieder auch Mut zur Echtheit, zur Nähe, zur Auseinandersetzung u.a. Aufgesetzte Liebduselei verhindert Begegnung. Also habe Mut, das zu sagen, was du meinst und handele danach. Tut der andere das ebenso, dann besteht die Möglichkeit, dass echte Begegnung statt findet. Und nur in der echten Begegnung kann Liebe sich ereignen, aufblühen und Realität werden. Es gehört aber auch zur schmerzhaften Realität, dass der andere diese Möglichkeit der Begegnung für sich verneinen kann. Der Mensch ist in seinem Willen frei.

Gegen die Lüge: Der Klatsch und das ungute Reden über andere ist wie Rost, der die Seele zerfrisst. Das verstößt gegen die Nächstenliebe, verbraucht Kräfte, raubt den eigenen Frieden und zerstört das innere Verhältnis zu Gott. Soviel geht dadurch kaputt! Ein Stein mag harmlos scheinen, geworfen aber kann er großen Schaden anrichten. Ein paar Worte hier und ein paar Bemerkungen dort mögen harmlos erscheinen. Aber das gesprochene Wort kann schweren Schaden anrichten in unseren Beziehungen zum Nächsten. Denke daran: Geschwiegen zu haben wirst du selten bereuen. Gesprochen zu haben oft. Wenn du was sagst, überlege wozu du es sagst und wie du es sagst.

Martin Buber: Der Ursprung allen Konfliktes zwischen mir und meinen Mitmenschen ist, dass ich nicht sage, was ich meine und dass ich nicht tue, was ich sage.

Spr 4,25: Lass deine Augen geradeaus schauen und deine Blicke auf das gerichtet sein, was vor dir liegt!

Spr 4,25: Halte dir immer vor Augen, was gut und richtig ist, und geh geradlinig darauf zu.

Achte auf deine Augen: Augen werden nicht satt und suchen immer neue Anregungen. Die Lust der Augen ist eine gefährliche Realität, die uns dazu bringen kann, die Welt mehr zu lieben als Gott. Wir wollen dann dies oder jenes kaufen, das Neueste wissen, die Anerkennung aller haben u.v.m. Wie wir für die Worte verantwortlich sind, die aus unseren Mund herauskommen, so auch für die Dinge, die durch unsere Augen in uns hineinkommen und unser Begehren wecken wollen. Unsere Augen müssen den geraden Weg im Blick behalten. Dieser gerade Weg ist Christus.

Die Augen sind die Fenster der Seele. Hildegard von Bingen

Spr 4,26: Wähle sorgsam deine Schritte und weiche nicht vom rechten Weg ab!

Schritt für Schritt mit Gott: In der Nachfolge Christi schreiten wir nicht unsere eigenen Wege, sondern folgen ihm nach und er führt uns. Wo hat dich Gott schon überall hingeführt? Gottes Weisungen für unser Leben befreien uns von den selbst gemachten Plänen und Konflikten. Sie machen unsere Schritte sicher und unseren Weg fröhlich, denn es sind ja Gottes Wege. Und hier und da gibt er uns klare Zeichen, dass er uns ganz eng begleitet. 

Gestern zum Beispiel fand ich auf der Heimfahrt von meiner Schwester, mit der ich u.a. über den Frieden mit sich selbst, mit dem nächsten und mit Gott sprach, eben nicht ganz zufällig, sondern gottgeführt einen Stein auf einer Autobahn-Raststätte mit den Worten: Frieden mit Gott durch Jesus Christus (Röm 5,1)

Spr 4,27: Schau weder nach rechts noch nach links und halte dich vom Bösen fern.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch der Sprüche (Spr) Kapitel 1 bis 4.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste