Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Daniel Kap. 7-12: Auslegung

Kapitel 7

Die Schau vom ewigen Reich (Kap. 7)

Dan 7,8: Siehe, dieses Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das große Dinge redete.

Daniels prophetischer Traum: Die Verse Dan 7, 2–14 beschreiben einen Traum, den Daniel hatte. Wir finden hier die Vorstellung von den vier Weltreichen, die aufeinander folgen. In diesen vier Reichen fasst Daniel die ganze Weltgeschichte von ihren Uranfängen bis zum Ende zusammen. Es geht aber hier nicht um den Ablauf der Weltgeschichte im einzelnen, sondern um die Gegenüberstellung der Weltgeschichte im Ganzen und des Reiches Gottes. Die Weltgeschichte, für Daniel als dämonische Macht greifbar in dem kleinen Horn des vierten Tieres ist im Grunde schon überwunden. Die Herrschaft wird den Machthabern der Welt genommen und dem Menschensohn übergeben, der mit den Wolken des Himmels kommt. Wer ist dieser Menschensohn? Jesus hat sich selbst mit Vorliebe den Titel Menschensohn beigelegt, der zugleich menschliche Niedrigkeit und göttliche Hoheit aussagt.

Dan 7,13: Mit den Wolken des Himmels kam einer, der aussah wie ein Mensch.

Sohn des Menschen: Derjenige, der aussah wie eines Menschen Sohn, ist Jesus Christus. Jesus zitiert diesen Vers, um auf sich zu verweisen. Die Wolken des Himmels sind ein Zeichen dafür, dass der Menschensohn göttlich ist. In der ganzen Bibel stehen Wolken für seine Majestät und seine Ehrfurcht gebietende Gegenwart.

Dan 7,14: Ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.

Dan 7,18: Schließlich wird das heilige Volk des höchsten Gottes die Herrschaft empfangen und sie für alle Zeiten behalten, ja, bis in alle Ewigkeit.

Die Gemeinde: Das heilige Volk des Höchsten ist das eigentliche Israel, das Volk, das von Jesus Christus regiert wird. Jesus Christus schenkte das Reich dem neuen Israel, seiner Gemeinde, die sich aus allen Gläubigen zusammensetzt. Sein Kommen leitet das Reich Gottes ein und alle Gläubigen sind seine Bürger. Obwohl Gott die Verfolgung vielleicht noch eine Zeit lang andauern lässt, sind seine Nachfolger dazu bestimmt, einmal das Reich Gottes zu besitzen und für immer bei ihm zu sein.

Kapitel 8

Daniels zweite Vision (Kap. 8)

Kapitel 9

Daniels Gebet und Botschaft (Kap. 9)

Dan 9,5: Wir haben gesündigt.

Sündenbekenntnis: In seinem Gebet für sein Volk bekennt Daniel seine eigenen Sünden, indem er durchweg das Wort wir verwendet. In schwierigen Zeiten ist es leicht, anderen die Schuld zu geben und seine eigenen Taten zu rechtfertigen. Wenn irgendein Israelit rechtschaffen war, dann Daniel, und trotzdem bekannte er, dass er ein Sünder war und Gottes Vergebung brauchte. Anstatt nach anderen Sündenböcken zu suchen, sollten wir zuerst uns selbst prüfen und unsere Sünden Gott bekennen.

Dan 9,9: Doch du, Herr, unser Gott, bist voller Erbarmen. Bei dir finden wir Vergebung, obwohl wir von dir nichts mehr wissen wollten.

Dan 9,18: Wir flehen zu dir, nicht weil wir deine Hilfe verdient hätten, sondern weil du gnädig und barmherzig bist.

Flehen um Gnade: Daniel bat um Gnade, nicht um Hilfe, weil er wusste, dass sein Volk Gottes Zorn und Bestrafung verdient hatte. Gott hilft! Dies tut er aber nicht, weil wir es verdient hätten, sondern weil er ein gnädiger und barmherziger Gott ist. Wenn Gott uns nicht beisteht, weil wir uns schuldig gemacht haben, wie könnten wir uns da beklagen? Aber wenn er uns gnädig ist, anstatt uns die verdiente Strafe zu geben, wie können wir da unser Lob und unseren Dank zurückhalten?

Dan 9,19: Herr, vergib uns! Greif ein und handle!

Die Antwort Gottes: Es wäre ein Fehler, die Bibel wie ein trockenes Geschichtsbuch zu lesen und die tiefen persönlichen Gefühle zu verpassen, die darin stecken. In diesem Abschnitt schreit Daniel zu Gott. Sein Land und sein Volk liegen ihm sehr am Herzen. Oftmals fehlen unseren Gebeten die Leidenschaft und das aufrichtige Mitgefühl für andere. Sind wir bereit, in unserem Gebet unsere innersten Gefühle vor Gott auszuschütten? Gott beantwortet das Gebet. Deshalb dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott in gleicher Weise unsere Gebete hört und darauf reagiert.

Dan 9,23: Schon als du anfingst zu beten, sandte Gott mich mit einer Antwort zu dir, denn er liebt dich.

Kapitel 10

Ausblick auf die Zukunft (Kap. 10)

Dan 10,11: Gott liebt dich.

Gottes Liebe: Diese Vision machte Daniel Angst, doch der Bote beruhigte ihn. Daniel verlor seine Stimme, aber die Berührung des Boten gab sie ihm wieder. Daniel fühlte sich schwach und hilflos, doch die Worte des Boten stärkten ihn. Gott schenkt uns Heilung für unsere Verletzungen, Frieden in Unruhe und Stärke in Schwachheit. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott sich um uns kümmert und uns versorgt, so wie es auch bei Daniel geschah.

Dan 10,12: Hab keine Angst! […] Schon an dem Tag, als du anfingst zu beten, hat er dich erhört.

Dan 10,18: Der Engel, der wie ein Mensch aussah, berührte mich noch einmal und gab mir dadurch Kraft.

Kapitel 11

Die große Geschichtsprophetie (Kap. 11-12)

Dan 11,2: Ich werde dir jetzt noch etwas erzählen, das ganz bestimmt eintreffen wird.

Zukunft: Der Engelbote offenbart die Zukunft Israels. Gott allein kann künftige Ereignisse derart klar offenbaren. Gott wirkt nicht nur in den übergreifenden Rahmenbedingungen von geschichtlichen Ereignissen, sondern er befasst sich auch mit den vielen zusammenhängenden Einzelheiten im Leben jedes Menschen. Und seine Pläne sind unerschütterlich.

Dan 11,33: Die Verständigen im Volk werden die Vielen unterweisen; sie werden aber eine Zeit lang dem Schwert, dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen.

Verkündigung: Die Klugen im Volk werden vielen ein Vorbild sein, doch sie werden auch schwere Verfolgung durchmachen. In Zeiten der Not werden wir herausgefordert. Unsere Schwächen treten ans Licht und es wird deutlich, wie sehr wir Hilfe brauchen. Wir wollen Antworten, Leitung und eindeutige Führung. In schweren Zeiten interessieren sich selbst Menschen, die unter anderen Umständen nie einen Blick darauf geworfen hätten, für Gottes Wort. Wir sollten nach Gelegenheiten Ausschau halten, um anderen Gottes Wort in schwierigen Zeiten mitzuteilen. Wenn wir lehren und predigen, müssen wir auch darauf vorbereitet sein, Verfolgung und Ablehnung zu erleben.

Dan 11,35: Selbst von den Weisen und Verständigen kommen manche zu Fall, doch es dient ihrer Läuterung. Gott will sie durch diese schwere Zeit prüfen, damit ihr Glaube sich bis zum Ende bewährt. Doch noch ist das Ende nicht da.

Läuterung: Der Bote Gottes beschreibt eine Zeit der Prüfung, in der selbst einige kluge Gläubige von Gott abfallen werden. Wenn wir an unserem Glauben festhalten, wird uns jede Erfahrung der Prüfung lediglich läutern und stärker machen. Erleben wir gerade Versuchungen? Es ist wichtig, diese als Chancen zu erkennen, durch die unser Glaube gestärkt wird. Wenn wir in diesen Erfahrungen standhaft bleiben, werden wir geistlich wachsen und Gott näher kommen.

Kapitel 12

Dan 12,2: Viele von denen, die in der Erde ruhen, werden erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zu ewiger Schande und Schmach.

Auferstehung: Diese Stelle bezieht sich eindeutig auf die Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Sünder, obwohl sie sich in ihrem ewigen Geschick grundlegend voneinander unterscheiden. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nicht üblich, die Lehre von der Auferstehung zu verkündigen

Dan 12,3: Die Weisen und Verständigen aber werden so hell strahlen wie der Himmel. Und diejenigen, die vielen Menschen den richtigen Weg gezeigt haben, leuchten für immer und ewig wie die Sterne.

Leuchtende Sterne: Viele Menschen wollen Stars in der Welt der Unterhaltung sein und finden schnell heraus, wie vergänglich ihr Ruhm ist. Gott sagt uns, wie wir ewige Stars, funkelnde Sterne in der Ewigkeit, sein können: indem wir klug sind und viele Menschen auf den Weg der Gerechtigkeit Gottes führen. Wenn wir anderen von unserem Herrn erzählen, strahlen wir wie die Sonne und funkeln wie die Sterne in Gottes Augen!

Dan 12,10: Gott wird viele Menschen auf die Probe stellen, er wird sie läutern, damit ihr Glaube sich bewährt.

Läuterung: Versuchungen und Verfolgungen haben in unseren Augen wenig Sinn, wenn wir sie gerade durchmachen müssen. Wenn wir jedoch bereit sind, aus ihnen zu lernen, können sie uns läutern. Falls wir eine schwierige Zeit durchgemacht haben, sollen wir versuchen, aus ihr zu lernen, damit sie uns für die Zukunft helfen kann.

Dan 12,13: Du aber geh deinen Weg bis zum Ende! Du wirst dich zur Ruhe legen, doch du wirst auferstehen und das himmlische Erbe empfangen, das am Ende der Zeit auf dich wartet.

Versprechen der Auferstehung: Das Versprechen der Auferstehung wird Daniel noch einmal gegeben. Eines Tages würde er die Erfüllung seiner Worte erleben, doch er sollte nicht den Rest seines Lebens damit zubringen, sich darüber Gedanken zu machen, was seine Visionen bedeuten könnten. Stattdessen sollte er sich in der Gewissheit der Souveränität Gottes entspannen und sich auf die Zeit freuen, in der er auferstehen würde, um für immer bei Gott zu leben. Gott offenbart uns in diesem Leben nicht alles. Wir müssen uns mit einem Teilbild zufriedengeben, bis er uns mehr davon zeigen möchte. Er wird uns alles mitteilen, was wir wissen müssen.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste