Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Daniel Kap. 1-6: Auslegung

Hintergrund

Gottes Herrschaft setzt sich durch

Wie Gottes Macht sich im Leben von vier Freunden beweist und wie Gottes Reich sich in Zukunft durchsetzen wird.

Nebukadnezar ließ Daniel im Jahr 605 v. Chr. als Gefangenen nach Babylon bringen. Nebukadnezar zeigte seine ganz Macht und menschliche Klugheit, indem er die Elite der besiegten Nation für sich haben wollte. Dort stand Daniel während der Herrschaft von Nebukadnezar, Belsazar, Darius und Kyrus ungefähr 70 Jahre lang im Dienst der Regierung.

Die ersten sechs Kapitel des Buches Daniel sind Geschichte, bei den letzten sechs Kapiteln handelt es sich um Visionen, die sich hauptsächlich auf die Zukunft beziehen.

Daniel am babylonischen Hof (Kap. 1)

Dan 1,6: Freunde

Unter den Judäern, die ausgesucht wurden, waren Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja. Dan 1:6

Daniel war nicht alleine. Gott stellte ihm drei Freunde zur Seite, mit denen er diese schwierige Zeit gemeinsam durchlebte. Beim Lesen von Kapitel 1 hat man den Eindruck , dass die eigentliche Initiative von Daniel ausging. Er war es, der den Herzensentschluss fasste . Aber die drei Freunde machten mit und hatten ebenfalls eine feste eigene Glaubensüberzeugung. Es ist ein besonderer Segen, wenn Gläubige in schwierigen Situationen fest zusammenstehen und einander helfen.

Dan 1,8: An Gottes Willen festhalten

Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen. Dan 1:8

Nebukadnezar wollte die Gefangenen umerziehen. Sie bekamen einen neuen Namen, mussten seine Sprache lernen und mussten seine Speisen und Getränke zu sich nehmen. Bei den Speisen weigert sich Daniel. Daniels Leben für Gott und unter dem Segen Gottes beginnt mit diesem Entschluss. Das Wort Gottes war ihm wichtiger als der Befehl des Königs. Daniels Entschluss, die Speisen und Getränke nicht zu sich zu nehmen, ist ein Vorbild für uns, uns von der Welt abzusondern. Als Daniel den Entschluss fasste, sich kultisch nicht zu verunreinigen, zeigte er seine Treue zu einer lebenslangen Entscheidung, das Richtige zu tun und sich nicht dem Druck seiner Umgebung zu beugen. Auch wir werden häufig bedrängt, unsere Maßstäbe aufzugeben und unseren Lebensstil dem unserer Umwelt anzupassen. Wir müssen wie Daniel den festen Entschluss fassen, Gott zu gehorchen.

Es ist die Trennung von der Welt, das Ablehnen dessen, was die Welt uns an Nahrung geben kann, das uns in die Lage versetzt, die Mitteilungen Gottes zu empfangen.

Dan 1,9: Gnade und Barmherzigkeit

Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer. Dan 1:9

Daniel brauchte sowohl Gnade als auch Barmherzigkeit. Gnade ist die unverdiente Zuwendung Gottes in Liebe. Daniel gehörte einem Volk an, das sich bewusst von Gott abgewandt hatte. Sie hatten keinerlei Anspruch darauf, dass Gott sie segnete. Dennoch bekannte Gott sich zu dem Glauben Daniels und gab ihm Gnade. Barmherzigkeit ist das Mitempfinden Gottes mit unseren mühseligen Umständen. Diese Barmherzigkeit brauchte Daniel ebenfalls. Seine Situation war in der Tat sehr misslich, aber Gott war bei ihm. Daniel kam seiner Verantwortung nach und sofort war Gott in seiner Gnade bei ihm und wirkte.

Dan 1,17: Weisheit und Erkenntnis

Gott schenkte den vier jungen Männern außergewöhnliche Weisheit und Erkenntnis. Dan 1:17

Der Text sagt , dass es Gott war, der den vier jungen Männern Erkenntnis und Weisheit gab und Daniel darüber hinaus Verständnis für das Deuten von Träumen. Wir zweifeln nicht daran, dass die vier aufmerksame Schüler waren und fleißig gelernt hatten. Doch der Erfolg am Ende war nicht eigener Verdienst, sondern ein Werk Gottes. Das Geheimnis des Lebens Daniels war dabei sein Herz und seine konsequente Absonderung von der Welt, die ihn umgab.

Nebukadnezzars Traum (Kap. 2)

Dan 2,18: Gemeinsames Gebet in der Not

Sie sollten den Gott des Himmels um Gnade bitten, damit er und seine Freunde nicht mit den anderen Weisen umkämen. Dan 2:18

Daniel befand sich in einer kritischen Situation. Sein Leben stand auf dem Spiel. Er schreckte jedoch nicht ängstlich zurück, sondern glaubte voll Vertrauen, dass Gott ihm mitteilen würde, was der König wissen wollte. Als der König Daniel Zeit einräumte, um die Antwort herauszufinden, ging Daniel zu seinen drei Freunden, die dann für ihn beteten. Wenn wir uns in einer schwierigen Lage befinden, ist es gut, unsere Freunde, denen wir vertrauen und die auch an Gottes Macht glauben, an unseren Nöten teilhaben zu lassen. Gebet bewirkt mehr als Panik. Panik bestärkt unsere Hoffnungslosigkeit, Gebet bestärkt unsere Hoffnung auf Gott. Daniels Vertrauen auf Gott rettete nicht nur ihn selbst, sondern auch seine drei Freunde.

Dan 2,19: Dankbarkeit für die Erhöhrung

In der Nacht hatte Daniel eine Vision und erfuhr, was der Traum bedeutete. Da pries er den Gott des Himmels. Dan 2:19

Nachdem Daniel Gott gebeten hat, ihm Nebukadnezars Traum zu offenbaren, wird ihm der Traum in einer Vision gezeigt. Daniels Gebet wurde beantwortet. Bevor er mit den Neuigkeiten zum König eilte, nahm Daniel sich Zeit, um Gott die Ehre für alle Weisheit und Macht zu geben und ihm dafür zu danken, dass er seine Bitte erhört hatte. Wie fühlen wir uns, wenn unsere Gebete erhört werden? Aufgeregt, überrascht, erleichtert? Es gibt Zeiten, in denen wir Gott um etwas bitten und dann, wenn wir eine Antwort erhalten, in unserer Aufregung davonstürmen und ganz vergessen, Gott dafür die Ehre zu geben. Wenn unsere Bitten erhört wurden, sollte unsere Dankbarkeit genauso groß sein wie die Hartnäckigkeit, mit der wir gebetet haben.

Gelobt sei der Name Gottes, jetzt und in alle Ewigkeit! Gott allein gehören Macht und Weisheit. Dan 2:20

Er ist der Herr der Zeit und bestimmt, was wann geschieht. […] Den Weisen schenkt er ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand! Dan 2:21

Er selbst ist vom Licht umgeben. Dan 2:22

Du hast mir Weisheit und Kraft geschenkt. Dan 2:23

Dan 2,48: Der Aufstieg Daniels

Nebukadnezar gab Daniel eine hohe Stellung am Hof und beschenkte ihn großzügig. Er setzte ihn als Statthalter über die ganze Provinz Babylon ein und ernannte ihn zu seinem obersten Berater. Dan 2:48

Drei standhafte junge Männer (Kap. 3)

Dan 3,17: Treues Bekenntnis zu Gott

Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem Feuer und aus deiner Gewalt retten. Dan 3:17

Die drei Männer trauten Gott zu, dass er sie retten würde, aber sie entschlossen sich, ihm ohne Rücksicht auf die Konsequenzen treu zu sein. Wenn Gott immer alle, die ihm vertrauen, retten würde, bräuchten Christen keinen Glauben. Die drei Männer wussten nicht, ob sie aus dem Feuer gerettet werden würden. Sie wussten lediglich, dass sie nicht vor einem Götzen niederfallen und ihn anbeten würden. Sind wir bereit, für Gott Stellung zu beziehen? Es kann unter Umständen schmerzhaft sein und muss nicht immer ein Happy End haben. Wir sollten Gott treu dienen, egal, ob er zu unseren Gunsten eingreift oder nicht. Unsere ewige Belohnung ist jedes Leiden wert, das wir zuvor möglicherweise ertragen müssen.

Aber auch wenn er es nicht tut, musst du wissen, o König, dass wir nie deine Götter anbeten oder uns vor der goldenen Statue niederwerfen werden. Dan 3:18

Dan 3,25: Die drei Männer im Feuerofen

Warum sehe ich dann aber vier Männer ohne Fesseln im Feuer umhergehen?, rief der König. Sie sind unversehrt, und der vierte sieht aus wie ein Sohn der Götter! Dan 3:25

Die drei vom babylonischen Herrscher verfolgten Männer setzten sich lieber dem Tod durch Verbrennung im Feuerofen aus, als daß sie ihr Gewissen und ihren Glauben verraten. Sie finden die Kraft, Gott zu loben, zu rühmen und zu preisen, in der Überzeugung, daß der Herr der Welt und der Geschichte sie nicht dem Tod und dem Nichts überlassen würde. Diesen jungen Männern konnten das Feuer und die Hitze nichts anhaben. Tatsächlich verläßt Gott zu keiner Zeit seine Kinder, er vergißt sie nie. Er steht über uns und vermag uns mit seiner Macht zu retten. Zugleich ist er seinem Volk nahe und wollte durch seinen Sohn Jesus Christus unter uns wohnen.

Er hat seinen Engel gesandt, um diese Männer zu retten, die ihm dienen und sich auf ihn verlassen. Dan 3:28

Hochmut wird bestraft (Kap. 4)

Dan 4,24: Der Rat Daniels an den König

Sag dich von allem Unrecht los und tu Gutes! Mach deine Verfehlungen wieder gut, indem du den Armen hilfst! Dann wird es dir vielleicht auch in Zukunft gut gehen. Dan 4:24

Je schwächer wir Menschen sind und je mehr Neigung wir zur zu Sünden haben, um so mehr und um so öfter brauchen wir Arzneien: Buße und Eucharistie sind der kranken Seele Heilmittel. Die soll das gläubige Volk möglichst oft gebrauchen. Ferner ist das Almosen ein geeignetes Mittel zur Heilung von Seelenwunden. Wer also diese Bitte recht gut verrichten will, soll, so gut er es vermag, wohltätig sein gegen Notleidende.

Ich pries den höchsten Gott, ich lobte den, der ewig lebt. Seine Herrschaft hört niemals auf, sein Reich bleibt für alle Zeiten bestehen. Dan 4:31

Er ist zuverlässig und gerecht in allem, was er tut. Wer aber stolz und überheblich ist, den kann er stürzen. Dan 4:34

Die Schrift an der Wand (Kap. 5)

Dan 5,17: Das richtige aus guten Motiven tun

Daniel erwiderte: Eine Belohnung möchte ich nicht annehmen. Du kannst sie ruhig einem anderen geben. Ich werde dir die Schrift auch so vorlesen und deuten. Dan 5:17

Der König bot Daniel Geschenke an, falls er ihm die Schrift auslegen würde, aber Daniel lehnte ab. Materielle Belohnungen sollten nie unser Motiv sein, etwas zu tun oder zu unterlassen. Daniel ist hier ein Vorbild für uns. Sein ganzes Leben zeichnet sich dadurch aus, dass er stets das Richtige tat. Richtig zu handeln soll unsere oberste Priorität sein, nicht Macht oder Geschenke zu erhalten. Lieben wir Gott genug, um das Richtige zu tun, auch wenn dies den Verzicht auf persönliche Belohnungen zur Folge hat?

Er machte öffentlich bekannt, dass Daniel von nun an der drittmächtigste Mann im Reich sei. Dan 5:29

Daniel in der Löwengrube (Kap. 6)

Dan 6,8: Die Gefahren der Welt

Wer in den kommenden dreißig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet außer an dich, o König, soll in die Löwengrube geworfen werden. Dan 6:8

Ein neuer König kommt an die Macht. Die auf Daniel eifersüchtigen Hofbeamten, zetteln eine Intrige an. Daniel stand so auf verlorenem Posten. Obwohl er das Gesetz kannte, das verbot, irgendjemand außer dem König anzubeten, betete er weiterhin dreimal täglich. Daniel betete weiterhin, weil er vom König nicht die Führung und Stärke erwarten konnte, die er in dieser schwierigen Zeit benötigte. Nur Gott konnte ihm geben, was er wirklich brauchte. Wir wollen nicht zulassen, dass unsere Gebetszeit durch irgendwelche Drohungen oder Zwänge beschnitten wird. Es ist wichtig, regelmäßig und ohne Rücksicht auf die Umstände zu beten, denn das Gebet ist unsere Lebensader, die uns mit Gott verbindet.

Als Daniel davon erfuhr, ging er in sein Haus. […] Hier kniete er nieder, betete zu seinem Gott und dankte ihm, wie er es auch sonst dreimal am Tag tat. Dan 6:11

Dan 6,23: Rettung aus der Löwengrube

Mein Gott hat seinen Engel gesandt. Er hat den Rachen der Löwen verschlossen, darum konnten sie mir nichts anhaben. Dan 6:23

Löwen wurden eingesetzt, um Menschen hinzurichten. Aber Gott hat Mittel und Wege, um seine Leute zu befreien, die für uns unvorstellbar sind. Es ist immer voreilig, aufzugeben oder nachzugeben, wenn wir von Ungläubigen unter Druck gesetzt werden, weil Gott eine Macht hat, von der sie nichts wissen. Gott kann sogar Löwen das Maul verschließen.

Er rettet und befreit, er vollbringt Zeichen und Wunder, sowohl im Himmel als auch auf der Erde. Daniel hat er aus den Klauen der Löwen gerettet. Dan 6:28

Während der Regierungszeit von Darius und auch unter der Herrschaft des persischen Königs Kyrus genoss Daniel hohes Ansehen. Dan 6:29

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste