Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Daniel (Dan) Kapitel 1-6: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Daniel (Dan) Kapitel 1-6

Die ersten sechs Kapitel des Buches Daniel sind Geschichte, bei den letzten sechs Kapiteln handelt es sich um Visionen, die sich hauptsächlich auf die Zukunft beziehen.

Dan Kap. 1: Daniel am babylonischen Hof

Auslegung und Kommentar zum Buch Daniel (Dan) Kap. 1

Zum Buch Daniel: Das Buch Daniel ist ein prophetisches Buch von besonderer Art. Die großen und kleinen Propheten vor und nach dem babylonischen Exil haben das orientierende und mahnende Gotteswort in ihre Gegenwart hineingesprochen; auch wenn ihr Blick in die Zukunft ging, galt ihr eigentliches Interesse immer der Gegenwart. Im Buch Daniel (3.- 2. Jh. v. Chr.) tritt an die Stelle der Prophetenrede die apokalyptische Vision (Kap. 7-12): das ganze Interesse richtet sich auf die Zukunft: auf das, was geschehen wird. Die Zukunft wird nicht von den Menschen gemacht; sie wird von Gott geplant und herbeigeführt. Die Kapitel 1-6 enthalten Erzählungen über Daniel und seine Freunde, die unter Nebukadnezzar II. an den Hof von Babel kamen. Zwei Dinge werden an ihnen gerühmt. 1. ihre Treue zum mosaischen Gesetz, mitten in einer vom Heidentum gesättigten Atmosphäre, und 2. ihre gottgeschenkte Einsicht und Weisheit, die wohl als Lohn für ihre Gesetzestreue verstanden sein will. Auch in heidnischer Umwelt, unter politischem und gesellschaftlichem Druck, muss man kein Heide werden: das will der Verfasser seinen Lesern sagen

Dan 1,6: Unter den Judäern, die ausgesucht wurden, waren Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja.

Freunde: Daniel war nicht alleine. Gott stellte ihm drei Freunde zur Seite, mit denen er diese schwierige Zeit gemeinsam durchlebte. Beim Lesen von Kapitel 1 hat man den Eindruck , dass die eigentliche Initiative von Daniel ausging. Er war es, der den Herzensentschluss fasste . Aber die drei Freunde machten mit und hatten ebenfalls eine feste eigene Glaubensüberzeugung. Es ist ein besonderer Segen, wenn Gläubige in schwierigen Situationen fest zusammenstehen und einander helfen.

Dan 1,8: Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen.

An Gottes Willen festhalten: Nebukadnezar wollte die Gefangenen umerziehen. Sie bekamen einen neuen Namen, mussten seine Sprache lernen und mussten seine Speisen und Getränke zu sich nehmen. Bei den Speisen weigert sich Daniel. Daniels Leben für Gott und unter dem Segen Gottes beginnt mit diesem Entschluss. Das Wort Gottes war ihm wichtiger als der Befehl des Königs. Daniels Entschluss, die Speisen und Getränke nicht zu sich zu nehmen, ist ein Vorbild für uns, uns von der Welt abzusondern. Als Daniel den Entschluss fasste, sich kultisch nicht zu verunreinigen, zeigte er seine Treue zu einer lebenslangen Entscheidung, das Richtige zu tun und sich nicht dem Druck seiner Umgebung zu beugen. Auch wir werden häufig bedrängt, unsere Maßstäbe aufzugeben und unseren Lebensstil dem unserer Umwelt anzupassen. Wir müssen wie Daniel den festen Entschluss fassen, Gott zu gehorchen.

Es ist die Trennung von der Welt, das Ablehnen dessen, was die Welt uns an Nahrung geben kann, das uns in die Lage versetzt, die Mitteilungen Gottes zu empfangen.

Dan 1,9: Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer.

Gnade und Barmherzigkeit: Daniel brauchte sowohl Gnade als auch Barmherzigkeit. Gnade ist die unverdiente Zuwendung Gottes in Liebe. Daniel gehörte einem Volk an, das sich bewusst von Gott abgewandt hatte. Sie hatten keinerlei Anspruch darauf, dass Gott sie segnete. Dennoch bekannte Gott sich zu dem Glauben Daniels und gab ihm Gnade. Barmherzigkeit ist das Mitempfinden Gottes mit unseren mühseligen Umständen. Diese Barmherzigkeit brauchte Daniel ebenfalls. Seine Situation war in der Tat sehr misslich, aber Gott war bei ihm. Daniel kam seiner Verantwortung nach und sofort war Gott in seiner Gnade bei ihm und wirkte.

Dan 1,17: Gott schenkte den vier jungen Männern außergewöhnliche Weisheit und Erkenntnis.

Weisheit und Erkenntnis: Der Text sagt, dass es Gott war, der den vier jungen Männern Erkenntnis und Weisheit gab und Daniel darüber hinaus Verständnis für das Deuten von Träumen. Wir zweifeln nicht daran, dass die vier aufmerksame Schüler waren und fleißig gelernt hatten. Doch der Erfolg am Ende war nicht eigener Verdienst, sondern ein Werk Gottes. Das Geheimnis des Lebens Daniels war dabei sein Herz und seine konsequente Absonderung von der Welt, die ihn umgab.

Dan Kap. 2: Nebukadnezzars Traum

Auslegung und Kommentar zum Buch Daniel (Dan) Kap. 2

Dan 2,18: Sie sollten den Gott des Himmels um Gnade bitten, damit er und seine Freunde nicht mit den anderen Weisen umkämen.

Gemeinsames Gebet in der Not: Daniel befand sich in einer kritischen Situation. Sein Leben stand auf dem Spiel. Er schreckte jedoch nicht ängstlich zurück, sondern glaubte voll Vertrauen, dass Gott ihm mitteilen würde, was der König wissen wollte. Als der König Daniel Zeit einräumte, um die Antwort herauszufinden, ging Daniel zu seinen drei Freunden, die dann für ihn beteten. Wenn wir uns in einer schwierigen Lage befinden, ist es gut, unsere Freunde, denen wir vertrauen und die auch an Gottes Macht glauben, an unseren Nöten teilhaben zu lassen. Gebet bewirkt mehr als Panik. Panik bestärkt unsere Hoffnungslosigkeit, Gebet bestärkt unsere Hoffnung auf Gott. Daniels Vertrauen auf Gott rettete nicht nur ihn selbst, sondern auch seine drei Freunde.

Dan 2,19: In der Nacht hatte Daniel eine Vision und erfuhr, was der Traum bedeutete. Da pries er den Gott des Himmels.

Dankbarkeit für die Erhöhrung: Nachdem Daniel Gott gebeten hat, ihm Nebukadnezars Traum zu offenbaren, wird ihm der Traum in einer Vision gezeigt. Daniels Gebet wurde beantwortet. Bevor er mit den Neuigkeiten zum König eilte, nahm Daniel sich Zeit, um Gott die Ehre für alle Weisheit und Macht zu geben und ihm dafür zu danken, dass er seine Bitte erhört hatte. Wie fühlen wir uns, wenn unsere Gebete erhört werden? Aufgeregt, überrascht, erleichtert? Es gibt Zeiten, in denen wir Gott um etwas bitten und dann, wenn wir eine Antwort erhalten, in unserer Aufregung davonstürmen und ganz vergessen, Gott dafür die Ehre zu geben. Wenn unsere Bitten erhört wurden, sollte unsere Dankbarkeit genauso groß sein wie die Hartnäckigkeit, mit der wir gebetet haben.

Dan 2,20: Gelobt sei der Name Gottes, jetzt und in alle Ewigkeit! Gott allein gehören Macht und Weisheit.

Dan 2,21: Er ist der Herr der Zeit und bestimmt, was wann geschieht. […] Den Weisen schenkt er ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand!

Dan 2,22: Er selbst ist vom Licht umgeben.

Dan 2,23: Du hast mir Weisheit und Kraft geschenkt.

Dan 2,48: Nebukadnezar gab Daniel eine hohe Stellung am Hof und beschenkte ihn großzügig. Er setzte ihn als Statthalter über die ganze Provinz Babylon ein und ernannte ihn zu seinem obersten Berater.

Dan Kap. 3: Drei standhafte junge Männer

Auslegung und Kommentar zum Buch Daniel (Dan) Kap. 3

Dan 3,17: Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem Feuer und aus deiner Gewalt retten.

Treues Bekenntnis zu Gott: Die drei Männer trauten Gott zu, dass er sie retten würde, aber sie entschlossen sich, ihm ohne Rücksicht auf die Konsequenzen treu zu sein. Wenn Gott immer alle, die ihm vertrauen, retten würde, bräuchten Christen keinen Glauben. Die drei Männer wussten nicht, ob sie aus dem Feuer gerettet werden würden. Sie wussten lediglich, dass sie nicht vor einem Götzen niederfallen und ihn anbeten würden. Sind wir bereit, für Gott Stellung zu beziehen? Es kann unter Umständen schmerzhaft sein und muss nicht immer ein Happy End haben. Wir sollten Gott treu dienen, egal, ob er zu unseren Gunsten eingreift oder nicht. Unsere ewige Belohnung ist jedes Leiden wert, das wir zuvor möglicherweise ertragen müssen.

Dan 3,18: Aber auch wenn er es nicht tut, musst du wissen, o König, dass wir nie deine Götter anbeten oder uns vor der goldenen Statue niederwerfen werden.

Dan 3,25: Warum sehe ich dann aber vier Männer ohne Fesseln im Feuer umhergehen?, rief der König. Sie sind unversehrt, und der vierte sieht aus wie ein Sohn der Götter!

Die drei Männer im Feuerofen: Die drei vom babylonischen Herrscher verfolgten Männer setzten sich lieber dem Tod durch Verbrennung im Feuerofen aus, als daß sie ihr Gewissen und ihren Glauben verraten. Sie finden die Kraft, Gott zu loben, zu rühmen und zu preisen, in der Überzeugung, daß der Herr der Welt und der Geschichte sie nicht dem Tod und dem Nichts überlassen würde. Diesen jungen Männern konnten das Feuer und die Hitze nichts anhaben. Tatsächlich verläßt Gott zu keiner Zeit seine Kinder, er vergißt sie nie. Er steht über uns und vermag uns mit seiner Macht zu retten. Zugleich ist er seinem Volk nahe und wollte durch seinen Sohn Jesus Christus unter uns wohnen.

Dan 3,28: Er hat seinen Engel gesandt, um diese Männer zu retten, die ihm dienen und sich auf ihn verlassen.

Dan Kap. 4: Hochmut wird bestraft

Auslegung und Kommentar zum Buch Daniel (Dan) Kap. 4

Dan 4,24: Sag dich von allem Unrecht los und tu Gutes! Mach deine Verfehlungen wieder gut, indem du den Armen hilfst! Dann wird es dir vielleicht auch in Zukunft gut gehen.

Der Rat Daniels an den König: Je schwächer wir Menschen sind und je mehr Neigung wir zur zu Sünden haben, um so mehr und um so öfter brauchen wir Arzneien: Buße und Eucharistie sind der kranken Seele Heilmittel. Die soll das gläubige Volk möglichst oft gebrauchen. Ferner ist das Almosen ein geeignetes Mittel zur Heilung von Seelenwunden. Wer also diese Bitte recht gut verrichten will, soll, so gut er es vermag, wohltätig sein gegen Notleidende.

Dan 4,31: Ich pries den höchsten Gott, ich lobte den, der ewig lebt. Seine Herrschaft hört niemals auf, sein Reich bleibt für alle Zeiten bestehen.

Dan 4,34: Er ist zuverlässig und gerecht in allem, was er tut. Wer aber stolz und überheblich ist, den kann er stürzen.

Dan Kap. 5: Schrift an der Wand

Auslegung und Kommentar zum Buch Daniel (Dan) Kap. 5

Dan 5,17: Daniel erwiderte: Eine Belohnung möchte ich nicht annehmen. Du kannst sie ruhig einem anderen geben. Ich werde dir die Schrift auch so vorlesen und deuten.

Das richtige aus guten Motiven tun: Der König bot Daniel Geschenke an, falls er ihm die Schrift auslegen würde, aber Daniel lehnte ab. Materielle Belohnungen sollten nie unser Motiv sein, etwas zu tun oder zu unterlassen. Daniel ist hier ein Vorbild für uns. Sein ganzes Leben zeichnet sich dadurch aus, dass er stets das Richtige tat. Richtig zu handeln soll unsere oberste Priorität sein, nicht Macht oder Geschenke zu erhalten. Lieben wir Gott genug, um das Richtige zu tun, auch wenn dies den Verzicht auf persönliche Belohnungen zur Folge hat?

Dan 5,29: Er machte öffentlich bekannt, dass Daniel von nun an der drittmächtigste Mann im Reich sei.

Dan Kap. 6: Daniel in der Löwengrube

Auslegung und Kommentar zum Buch Daniel (Dan) Kap. 6

Dan 6,8: Wer in den kommenden dreißig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet außer an dich, o König, soll in die Löwengrube geworfen werden.

Die Gefahren der Welt: Ein neuer König kommt an die Macht. Die auf Daniel eifersüchtigen Hofbeamten, zetteln eine Intrige an. Daniel stand so auf verlorenem Posten. Obwohl er das Gesetz kannte, das verbot, irgendjemand außer dem König anzubeten, betete er weiterhin dreimal täglich. Daniel betete weiterhin, weil er vom König nicht die Führung und Stärke erwarten konnte, die er in dieser schwierigen Zeit benötigte. Nur Gott konnte ihm geben, was er wirklich brauchte. Wir wollen nicht zulassen, dass unsere Gebetszeit durch irgendwelche Drohungen oder Zwänge beschnitten wird. Es ist wichtig, regelmäßig und ohne Rücksicht auf die Umstände zu beten, denn das Gebet ist unsere Lebensader, die uns mit Gott verbindet.

Dan 6,11: Als Daniel davon erfuhr, ging er in sein Haus. […] Hier kniete er nieder, betete zu seinem Gott und dankte ihm, wie er es auch sonst dreimal am Tag tat.

Daniel hat dreimal am Tag gebetet. Manche Mönche beten fünfmal am Tag. Ein Freund erzählte mir, dass er als junger Mann in einer Gruppe war, in der sie eine Zeit lang wie verrückt gebetet haben. Was sie sich wohl davon versprochen haben? Was sich wohl alle religiösen Menschen von ihren Gebeten versprechen? Ich meine auch, dass eine gewisse Regelmäßigkeit beim Beten hilfreich ist. Unser modernes Leben enthält so viele Anforderungen, Reize und Angebote, dass darüber das Beten schnell in den Hintergrund gerät. Dann reißt der Kontakt zu Gott ab und ich lebe ohne ihn: ohne seine Ermutigung, ohne seine Orientierung, ohne das Bewusstsein, von ihm geliebt, gesegnet und behütet zu sein. Hans Löhr

Dan 6,23: Mein Gott hat seinen Engel gesandt. Er hat den Rachen der Löwen verschlossen, darum konnten sie mir nichts anhaben.

Rettung aus der Löwengrube: Löwen wurden eingesetzt, um Menschen hinzurichten. Aber Gott hat Mittel und Wege, um seine Leute zu befreien, die für uns unvorstellbar sind. Es ist immer voreilig, aufzugeben oder nachzugeben, wenn wir von Ungläubigen unter Druck gesetzt werden, weil Gott eine Macht hat, von der sie nichts wissen. Gott kann sogar Löwen das Maul verschließen.

Josemaria: Habt keine Angst, fürchtet kein Unheil, auch wenn die Umstände, unter denen ihr arbeiten müßt, widerwärtig sind, schlimmer vielleicht als bei Daniel in der Grube der hungrigen Raubtiere. Der Arm Gottes ist auch jetzt so mächtig wie einst und würde, wenn nötig, Wunder vollbringen. Bleibt treu! Habt eine liebende, bewußte, freudige Treue zur Lehre Christi und seid davon überzeugt, daß unsere Zeiten nicht schlimmer als die früheren sind und daß der Herr stets derselbe bleibt. Ich habe einen alten Priester gekannt, der lächelnd von sich sagte: Ich bin immer ruhig, ganz ruhig. So soll es auch mit uns sein: inmitten der Welt, von hungrigen Löwen umgeben, und doch voll Frieden und ruhig, in Liebe, in Glaube, in Hoffnung, und ohne je zu vergessen, daß der Herr vielfache Wunder wirken wird, wenn es nottut. 

Dan 6,28: Er rettet und befreit, er vollbringt Zeichen und Wunder, sowohl im Himmel als auch auf der Erde. Daniel hat er aus den Klauen der Löwen gerettet.

Dan 6,29: Während der Regierungszeit von Darius und auch unter der Herrschaft des persischen Königs Kyrus genoss Daniel hohes Ansehen.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zu ausgewählten Bibelversen aus dem Buch Daniel (Dan) Kapitel 1-6.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste