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Nehemia – Auslegungen

Neh 1,4: Nehemia weint über Jerusalem

Als ich das hörte, setzte ich mich hin und weinte. Neh 1:4

Nehemia ist in einer der Zurückgebliebenen in Babylon. Er lässt aber Berichte von Jerusalem einholen und hört: die Menschen leiden Not, die Stadtmauern liegen weiter in Trümmern. Nehemia weint über Jerusalem und schüttete sein Herz vor Gott aus und handelt dann. Wenn uns tragische Nachrichten erreichen, sollten wir zunächst beten. Dann sollten wir nach Möglichkeiten suchen, von unserer Traurigkeit zu konkreten Taten überzugehen, die den betroffenen Menschen helfen.

Verschließe deine Augen und Ohren nicht, wenn ich zu dir flehe! Tag und Nacht bete ich zu dir. Neh 1:6

Neh 2,1-2: Nehemia geht nach Jerusalem

Es fiel ihm auf, dass ich traurig aussah. […] Irgendetwas belastet dich! Da fragte mich der König: Worum bittest du? Ich flehte zum Gott des Himmels. Neh 2:1-2;4

Nehemia hatte eine hohe Stellung am persischen Königshof. Der persische König bemerkte Nehemias Niedergeschlagenheit. Auf die Frage des Königs hin betete Nehemia hier sofort spontan, als ihm kaum Zeit zum Nachdenken blieb. Nehemia betete zu jeder Zeit, auch während er mit anderen sprach. Ein herrliches Beispiel für das Stoßgebet. Nehemia wusste, dass Gott ständig gegenwärtig ist und jedes Gebet hört und beantwortet. Er bat den König dann um Erlaubnis, nach Jerusalem zu reisen, um seinem Volk beim Wiederaufbau der Stadtmauern zu helfen. Der König war bereit, ihn ziehen zu lassen.

Wir müssen während des Tages auch durch kleine Stoßgebete die Verbindung mit dem lieben Gott festhalten. Joseph Kentenich

Neh 2,12: Nehemia geht wohl überlegt vor

Ich erzählte niemandem, welche Aufgabe Gott mir für Jerusalem ans Herz gelegt hatte. Neh 2:12

Nehemia traf unbemerkt in Jerusalem ein und verbrachte zuerst einige Tage damit, die Schäden der Stadtmauern sorgfältig zu begutachten. Dann erst erstellte er einen Plan und stellte ihn vor. Nehemia hatte eine Vision, teilte sie voller Begeisterung mit und inspirierte die führenden Männer Jerusalems, die Mauern wiederaufzubauen. Bevor wir uns in ein Projekt stürzen, sollten wir Nehemias Beispiel folgen und vorausplanen. Wir sollten unsere Informationen überprüfen, um sicherzustellen, dass unsere Ideen funktionieren. Dann können wir unseren Plan zuversichtlich präsentieren.

Der Gott des Himmels wird unser Vorhaben gelingen lassen. Wir tun nur, was er von uns möchte. Neh 2:20

Neh 3,38: Der Aufbau der Mauern beginnt

Das Volk arbeitete mit ganzer Kraft. Neh 3:38

Alle arbeiten an der Mauer mit. Das Volk damals ist die Gemeinde Jesus heute in seiner Nachfolge. Die Arbeiten am Wiederaufbau der Mauer kamen gut voran, weil alle mit Herz und Sinn bei der Sache waren, um die Aufgabe zu vollenden. Sie verloren nicht den Glauben und gaben nicht auf, sondern arbeiteten beharrlich weiter. Wenn Gott uns zu einer Aufgabe berufen hat, sollen wir fest entschlossen sein, sie auch dann zu Ende zu bringen, wenn wir auf Widerstand stoßen oder entmutigt werden. Der Lohn einer gut ausgeführten Arbeit ist die Mühe wert.

Herr, gib mir die Kraft, alles zu tun, was du von mir verlangst. Dann verlange von mir, was du willst. Augustinus

Neh 4,8: Entmutigt und ermüdet

Habt keine Angst vor ihnen! Vertraut dem Herrn, denn er ist groß und mächtig. Neh 4:8

Es gab auch Gegner, die den Bau der Mauer nicht wollten. Diese versuchten die Befürworter und Arbeiter zu entmutigen. Nehemia erkennt dies und mahnt die Menschen zum Gottvertrauen. Auch in unserem Leben sind wir immer wieder mal durch Belastungen ermüdet und entmutigt. Der einzige Ausweg aus dieser Erschöpfung und Entmutigung ist die Konzentration auf Gottes Absichten. Nehemia erinnerte die Arbeiter an ihren Auftrag, an ihr Ziel und an Gottes Schutz. Wenn eine Aufgabe überwältigend erscheint oder wenn wir erschöpft und entmutigt sind, sollten wir uns Gottes Absichten für unser Leben und seine besondere Absicht mit unserem Projekt in Erinnerung rufen.

Neh 6,9: Gebet um Kraft und Mut

Herr, gib mir Mut und Kraft! Neh 6:9

Es gibt weiterhin Widerstände und Gegner, die nicht wollen, dass die Arbeiten weiter gehen. Nehemia betet um Kraft für diese Situation, nicht aber darum, daraus befreit zu werden. Er bewies enorme Entschlossenheit und Charakterstärke, die ihn unerschütterlich an seiner Verantwortung festhalten ließen. Und die Mauer wurde fertig. Wenn wir um Mut und Kraft beten, erhört Gott uns immer.

An Gott mich klammern, das ist meine Kraft. Augustinus

Neh 8,9: Das Hören von Gottes Wort

Als die Menschen hörten, was im Gesetz stand, begannen sie zu weinen. Neh 8:9

Diese Stelle lässt uns den echten Glauben spüren, diese volle Hingabe an Gott, die auch wir anstreben. Die Menschen lassen sich vom Wort Gottes treffen. Das Volk hörte zu und ihr Leben wurde verändert. Die Menschen weinten, als sie Gottes Wort hörten und erkannten, wie weit sie davon entfernt waren, seine Gesetze zu befolgen. Sie werfen sich zu Boden.

Wenn du lange genug dein Ohr an Gottes Wort hast, kannst du sein Herz schlagen hören. Kyrilla Spiecker

Neh 8,10: Die Freude am Herrn

Die Freude am Herrn ist eure Kraft. Neh 8,10

Der Herr ist der Grund meiner Freude und diese gibt dir Kraft, ermöglicht es dir auch in unerfreulichen Situationen ein inneres Gleichgewicht zu behalten und nicht in Trübsal zu verfallen. Triff die Entscheidung, dir deine Freude nicht nehmen zu lassen, wie die Umstände auch sein mögen. Damit soll keineswegs gesagt sein, daß Leid, Schmerz, Trauer und Tränen verdrängt werden müssen. Durch sie hindurch stoßen wir oft erst zur echten Freude vor.

Seid nicht traurig und weint nicht! Heute ist ein Festtag; er gehört dem Herrn. Neh 8:9

Neh 9,1: Umkehr zu Gott

Sie zogen Bußgewänder an und streuten sich als Zeichen ihrer Trauer Erde auf den Kopf. Neh 9:1

Es geht um eine Haltung wahrer Umkehr zu Gott. Diese Umkehr ist möglich, weil Gott voll Erbarmen und reich an Güte ist. Seine Barmherzigkeit erneuert das Leben, sie erschafft uns ein reines Herz, erneuert im Innern einen beständigen Geist und macht uns wieder froh mit seinem Heil.Heute sind wir aufgerufen, unser Herz zu Gott zu bekehren, im ständigen Bewußtsein, daß wir unsere Umkehr nicht allein, aus eigenen Kräften wirken können, denn Gott schenkt uns die Umkehr. Unsere Welt braucht die Bekehrung durch Gott, sie braucht seine Vergebung, seine Liebe, sie braucht ein neues Herz.

Dann warfen sie sich vor dem Herrn , ihrem Gott, nieder und bekannten ihm drei Stunden lang ihre Schuld. Neh 9:3

Neh 9,6: Gott ist der Schöpfer

Du bist der Herr, du allein! Du hast den Himmel geschaffen mit all seinen Sternen! Die Erde und das Meer sind dein Werk mit allen Geschöpfen, die es dort gibt. Du hast ihnen das Leben geschenkt. Neh 9:6

Gott ist unser Schöpfer, Gott hat uns das Leben, unsere Würde geschenkt: An ihn müssen wir uns in erster Linie wenden. Wir können den Schöpfer kennen lernen, indem wir die Schöpfung betrachten. Gott, der durch das Wort alles erschafft und erhält, gibt den Menschen jederzeit in den geschaffenen Dingen Zeugnis von sich. Bonaventura sagt treffend: „Jedes Geschöpf ist Wort Gottes.“

Selbst mit unseren Lobliedern können wir ihn nicht beschreiben! Neh 9:5

Neh 9,17: Oh göttliche Liebe

Du aber bist ein Gott, der vergibt, du bist gnädig und barmherzig; deine Geduld ist groß, und deine Liebe kennt kein Ende. Neh 9:17

Die Vergebung geht von seinem Kreuz aus. Er verwandelt die Welt durch die sich hingebende Liebe. Sein am Kreuz geöffnetes Herz ist das Tor, durch das die Gnade der Vergebung in die Welt eintritt. Allein diese Gnade vermag die Welt zu verwandeln und den Frieden aufzubauen. In seinem Leiden ist er hinabgestiegen in den dunklen, schmutzigen Grund unserer Sünde. Er ist hinabgestiegen in die Nacht unserer Schuld, und nur so kann sie umgewandelt werden.

Du aber hast sie in der Wüste nicht im Stich gelassen, denn du bist barmherzig. Neh 9:19

Neh 9,20: Gott ist der große Geber

Du schenktest ihnen deinen guten Geist, um sie zur Einsicht zu bringen. Neh 9:20

Gott gibt. Das ist sein Wesen. Gott gibt nicht nur mal hier, mal da. Wie Gott nicht nur liebt, sondern Liebe ist, so ist ER durch und durch auch ein Geber! Liebe gibt! Liebe setzt Geben frei. Bevor er von dir etwas verlangt, wird er dir geben. Dir ist viel gegeben, dir wurde viel anvertraut und geschenkt. Alles verdankst du diesem unvergleichbaren Geber deinem Vater im Himmel. Gott will seine Geber-Mentalität durch uns in dieser Welt sichtbar machen. In dem Maße, wie wir Jesus ähnlicher werden, werden in unserem Leben auch echte Geber-Qualitäten sichtbar. Wir geben Zeit, Kraft, Geld, Herz, Hände u.v.a.m. und machen damit auf den großen Geber aufmerksam.

Als der Hunger sie quälte, gabst du ihnen Brot vom Himmel. Als sie Durst litten, ließest du Wasser aus dem Felsen fließen. Neh 9:15

Neh 9,33: Gott ist treu

Du bist uns immer treu geblieben, selbst dann, wenn wir uns von dir lossagten. Neh 9:33

Gott ist treu in allen Beziehungen und unter allen Umständen. Gott lässt dich nie im Stich. Er ist wie ein stabiler Felsen, auf dem wir sicher stehen können. Er hält uns in Situationen, in denen wir den Boden unter den Füßen zu verlieren scheinen. Wo andere Menschen uns allein lassen oder enttäuschen, erleben wir, dass Gottes Treue uns im Leben trägt. Egal, was uns das Leben schwer und den Alltag zur Last macht, Gott ist da! Er hat es versprochen. Seine Treue ist unerschütterlich.

Deine Liebe hört niemals auf. Neh 9:32

Neh 13,14: Gott denkt an mich

Denke an mich, mein Gott! Neh 13:14

Gott denkt an Dich, Gott ist für Dich da. Er kennt all Deine Gedanken. Gott hat Vertrauen in Dich. Gott gibt Dir die Aufgaben, von denen er denkt, dass Du sie bewältigen kannst. Gott gibt Dir die Erfahrungen, von denen er annimmt, dass sie für Dich die richtigen sind zu wachsen. Und Gott lässt Dich dann wissen, was er von Dir will wenn er denkt, dass das jetzt richtig wäre.
Dieser Vers ist ein kurzes, aber sehr schönes Gebet. In Christus können wir nun beten: „Jesus, denk an mich.“ (Lk 23:42).

Der HERR denkt an uns. Ps 115:12