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Esra – Auslegungen

Esra 1,4: Inhalt des Buches

Wer von euch zu seinem Volk gehört, soll nun nach Jerusalem ziehen und beim Wiederaufbau des Tempels mithelfen, in dem der Herr angebetet wird. Esra 1:3

Das Buch Esra beginnt 538 v. Chr., 48 Jahre nachdem Jerusalem zerstört wurde und das Exil began. Babylon wurde 539 v. Chr. durch Persien erobert. Der Perserkönig Kyrus gibt den verbannten Judäern die Erlaubnis, nach Jerusalem zurückzukehren und den Tempel wieder aufzubauen. Auf diese Weise hoffte er, ihre Loyalität gewinnen zu können und die Grenzen seines Reiches durch Pufferzonen zu schützen. Für die Juden war es ein Tag der Hoffnung, ein Neubeginn. Der Priester und Schriftgelehrte Esra hat die Aufgabe, in der Heimat dem Gesetz des Mose wieder Geltung zu verschaffen. Der Tempel sollte wieder aufgebaut werden.

Gerade in Krisen will Gott etwas von dem hervorbringen, was er in uns als Bestimmung hineingelegt hat. Astrid Eichler

Esra 2,1: Rückkehr nach Jerusalem

Viele Juden, deren Vorfahren König Nebukadnezar nach Babylonien verschleppt hatte, kehrten nun nach Jerusalem und nach ganz Juda zurück. Esra 2:1

Viele Juden entschieden sich nach Jerusalem zu gehen. Aber eine viel größere Zahl zog es vor, in Babylon zu bleiben, statt in die Heimat zurückzukehren. Persische Aufzeichnungen zeigen, dass viele Juden während ihrer Gefangenschaft zu großem Reichtum gelangt waren. Eine Rückkehr nach Jerusalem hätte bedeutet, ihren Besitz aufzugeben und wieder von vorn zu beginnen. Viele konnten sich dazu nicht durchringen. Sie zogen Wohlstand und Sicherheit vor. Ihre Prioritäten waren auf den Kopf gestellt. Wir dürfen uns durch Bequemlichkeit, Sicherheit oder materiellen Besitz nicht davon abhalten lassen, alles zu tun, was Gott von uns möchte. Der Glaube soll die Sicherheit unseres Bestehens sein und bleiben.

Das ist der gottgewollte Sinn jeder Unsicherheit und Ungeborgenheit: erhöhte Sicherheit und Geborgenheit in der Hand und im Herzen Gottes. Joseph Kentenich

Esra 3,5: Darbringung von Opfern

Von nun an wurden alle Brandopfer regelmäßig dargebracht. […] Auch freiwillige Opfergaben stiftete das Volk für den Herrn. Esra 3:5

Noch vor dem Wiederaufbau des Tempels bauen die Israeliten den Altar, der Gottes Gegenwart und Schutz symbolisierte. Die Opfer auf dem Altar waren wesentlich, denn sie zeigten, dass das Volk nach Gottes Führung suchte, sich wieder einem Leben nach seinen Geboten weihte und ihn täglich um Vergebung für seine Sünden bat. Sie begannen, Gott durch ihre Opfer anzubeten, noch bevor das Fundament des Tempels gelegt worden war. Sie erkannten, wie wichtig es ist, Gott von ganzem Herzen und nicht nur aus Gewohnheit zu gehorchen. Wenn eine größere Aufgabe vor uns liegt und wir Gottes Hilfe brauchen, müssen wir die enge Verbindung mit ihm zu unserer höchsten Priorität machen.

Als der Grundstein für den Tempel des Herrn gelegt war und die Loblieder erklangen, brach das ganze Volk in lauten Jubel aus. Esra 3:11

Esra 6,9: Keine Nachlässigkeit

Seid dabei nicht nachlässig! Esra 6:9

Konkret wurden die Israeliten hier aufgefordert, den Priestern die notwendigen Tiere für das Opfer zur Verfügung zu stellen. Nun opfern wir heute keine Tiere mehr, aber in der Nachfolge Jesus unser Leben. Auch hier müssen wir uns vor geistlicher Nachlässigkeit hüten und der Treue folgen. Dazu ein Text von Theresa von Avila: Worauf es am meisten ankommt und was am meisten zählt, ist die Treue. Die Treue im Kleinen – Gott lohnt sie! Vielleicht lohnt er nichts so gern und nichts so sehr wie sie! Die großen Unternehmungen, die leidenschaftlichen Vorsätze, das Auf und Ab unserer Himmelsstürmereien wie viel Eitelkeit, Geltungssucht und Eigenwillen ist in all dem enthalten! Aber die täglich durchgehaltenen und ausgehaltenen zehn Minuten in Gottes Gegenwart zählen mehr als zehn Vorsätze.

Esra 7,28: Mut durch Gott

Weil Gott seine schützende Hand über mich hält, habe ich Mut gefasst. Esra 7:28

Achtzig Jahre nach der Ankunft der ersten Heimkehrer in Jerusalem kehrte Esra selbst mit vielen anderen zurück. Der wieder aufgebaute Tempel stand bereits seit 58 Jahren. Esra und das Volk legten ungefähr 1.500 Kilometer gefährlichen Weg nach Jerusalem zu Fuß zurück. Durch Beten und Fasten bereiteten sie sich geistlich vor und zeigten, dass sie auf Gottes Schutz vertrauten, an seine souveräne Herrschaft glaubten und wussten, dass sie von sich aus nicht stark genug waren, um auf ihrer Reise ohne ihn ans Ziel zu gelangen. Wenn wir uns bei jedem Vorhaben die Zeit nehmen, Gott an die erste Stelle zu setzen, sind wir auf alle zukünftigen Ereignisse gut vorbereitet.

So fasteten wir und baten unseren Gott um Bewahrung, und er hat unser Gebet erhört. Esra 8:23

Gott half uns. Esra 8:18

Esra 10,1: Bekenntnis der Sünden

Während Esra vor dem Haus Gottes auf den Knien lag und betete und unter Tränen dieses Geständnis ablegte, sammelte sich eine große Menschenmenge aus Israel um ihn, Männer, Frauen und Kinder, und alle weinten bitterlich. Esra 10,1

Esra beklagt hier die Mischehen zwischen Juden und Nicht-Juden. Obwohl er selbst diese Schuld nicht beging, ist es umso beeindruckender, wie stellvertretend er Reue zeigt. Unter Tränen bekennt er die Schuld. Sein Gebet rührte die Israeliten zu Tränen. Nach Esras ernstem Gebet bekannte das Volk seine Sünden vor Gott. Dann fragten die Israeliten, was sie tun mussten, um ihre Beziehung zu Gott wiederherzustellen. Wahre Buße endet nicht mit dem Schuldbekenntnis. Das wäre nur ein oberflächliches Lippenbekenntnis. Sie muss zu veränderten Einstellungen und Verhaltensweisen führen. Wenn wir gesündigt haben und unsere Sünde wirklich bereuen, sollten wir sie Gott bekennen, um seine Vergebung bitten und seine Gnade und Barmherzigkeit annehmen. Danach müssen wir als Ausdruck unserer Dankbarkeit für die Vergebung auch die nötigen Korrekturen vornehmen.

Bekennt jetzt dem Herrn , dem Gott eurer Vorfahren, eure Sünden! Und dann tut, was er von euch erwartet: Sondert euch ab. Esra 10:11

Da antwortete die ganze Gemeinde und sprach mit lauter Stimme: Es soll geschehen, wie du uns gesagt hast! Esra 10:12