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2. Könige – Auslegungen

2. Kön 2,2: Elisa folgt Elia nach

Unterwegs sagte Elia zu Elisa: Bleib doch hier! Ich selbst muss nach Bethel, denn der Herr hat mich dorthin geschickt. Doch Elisa wehrte ab: […] Ich verlasse dich nicht! 2. Kön 2:2

Elisa wird nicht gezwungen, Elia zu begleiten. Er wird nicht einmal dazu aufgefordert. Elia fordert ihn sogar auf zu bleiben. Er tut es nicht, weil er Elisa loswerden möchte, sondern um sicherzugehen, dass Elisa den Weg aus eigener Überzeugung gehen will. Und Elisa will. Dreimal beteuert er es. Elia in hier ein Vorausbild für Jesus. Auch Jesus prüft uns, ob unsere Nachfolge echt ist, ob wir mit ganzen Herzen mit ihm gehen. Niemand wird gezwungen, dem Herrn zu dienen und Gemeinschaft mit Ihm zu haben. Der Sohn Gottes drängt sich nicht auf, sondern möchte freudig und willig aufgenommen werden.

Dem König von Golgatha dient ein freiwillig Volk. Friedrich von Bodelschwingh

2. Kön 2,9: Elisa äußert eine Bitte

Da sprach Elia zu Elisa: Erbitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde! Und Elisa sprach: Möchte mir doch ein zweifacher Anteil an deinem Geist gegeben werden! 2. Kön 2:9

Das ist nicht fehlende Bescheidenheit Elisas. Er erkennt vielmehr im Hinblick auf seine kommenden Aufgaben seine eigene Unfähigkeit und Kraftlosigkeit. Ihm war bewusst, dass sein eigenes Können niemals ausreichen kann, um ein Segensträger Gottes zu sein. Kraft und Vollmacht von oben sind nötig. Wir können nur zum Segen für andere werden, wenn wir dass erkennen. Wo bist du berufen ein Segen zu sein? Bist du dir bewusst, dass du Segensträger bist, beauftragt und ausgestattet von Gott selbst

Es gibt nichts Größeres, als dass ein Mensch für andere ein Segen ist. Dietrich Bonhoeffer

2. Kön 2,12: Elisa zerreißt den Mantel

Dann wurde Elia in einem Wirbelsturm zum Himmel hinaufgetragen. Elisa aber sah ihn und rief: Mein Vater! mein Vater! […] Und als er ihn nicht mehr sah, nahm er seine Kleider und zerriss sie in zwei Stücke. 2. Kön 2:12

Elia wird in den Himmel entrückt. Elisa zerreißt daraufhin seine Kleider und nimmt stattdessen den Mantel Elias auf. Das Zerreißen ist ein Vorausbild für die Aufforderung Jesus, uns selbst zu verleugnen und ihm nachzufolgen. Nicht nur ist unser alter Mensch mit Christus gekreuzigt und wir haben ihn bei unserer Bekehrung ausgezogen, sondern wir haben Christus angezogen. Mit dem Mantel Elias nimmt Elisa auch den Dienst Elias auf. Wir sind jetzt Gesandte für Christus und haben den Dienst der Versöhnung bekommen.

2. Kön 4,2: Elisa hilft der Witwe (1)

Und Elisa sprach zu ihr: Was soll ich für dich tun? Sage mir, was hast du im Haus? Sie antwortete: Deine Magd hat nichts im Haus als nur einen Krug mit Öl! 2. Kön 4:2

Elisa begegnet einer Witwe. Die Witwe klagt Elisa ihre Schulden-Not. Elisa fragt darauf hin nicht, was sie braucht, sondern er fragt: Was hast du? Gott beginnt oft mit dem Wenigen, was uns momentan zur Verfügung steht. Auch beim Wunder der Brotvermehrung fragt Jesus: Wie viele Brote habt ihr?Die Witwe nun hat nur einen Krug Öl. Welch Armut, aber es wird genug sein, um durch Gottes Gnade ein Segen zu sein.

Es ist gleich, ob ihr fünf Brote habt oder fünfhundert. Die große Anzahl würde ohne den Segen Gottes ebenso wenig ausreichen wie die kleinere. Hudson Taylor

2. Kön 4,3: Elisa hilft der Witwe (2)

Geh und leih dir von deinen Nachbarinnen leere Krüge aus, aber nicht zu wenige! Dann geh mit deinen Söhnen ins Haus und verriegle die Tür! Als Nächstes gießt du dein Öl in die Gefäße. Sobald eins voll ist, stell es zur Seite! 2. Kön 4:3‭-‬4

Öl ist ein Bild des Heiligen Geistes. Die leeren Krüge bedeuten, dass wir leer sein sollen, damit wir von dem Geist Gottes erfüllt werden können. Nur leere, bedürftige, von sich selbst befreite Gefäße wird Gott füllen. Die Witwe soll die Tür verriegeln. Das bedeutet, dass jede Ablenkung von außen vermieden werden sollte. Das Wirken Gottes sollte nie öffentlichen Show sein. Am Ende fehlte es nicht an Öl, sondern an Krügen. Gott wird niemals müde seinen Geist auszugießen. Unsere Bedürfnisse, dargestellt durch die leeren Gefäße, werden ihm nie zu viel. Sein Vorrat an Gnade und Segen ist maßlos.

Geh nun und verkauf das Öl! Von dem Erlös kannst du deine Schulden bezahlen, und es wird noch genug übrig bleiben, damit du und deine Söhne davon leben können. 2. Kön 4:7

2. Kön 4,10: Elisa bekommt einen Raum

Wollen wir ihm nicht im oberen Stockwerk ein kleines Zimmer einrichten? Wir stellen ihm ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und eine Lampe hinein. So kann er sich zurückziehen und etwas ausruhen, wenn er uns besucht. 2. Kön 4:10

Nach der Witwe trifft Elisa auf eine weitere Frau. Diese glänzt durch ihre Gastfreundschaft. Sie richtet dem Propheten einen Raum ein. Als Vorausbild auf Jesus bedeutet dies, dass wir Jesus in unserem Leben Raum geben sollten. Was muss in unserem Leben entfernt werden, damit das Wort Gottes, der Heilige Geist und der Herr Jesus Raum gewinnen können? Weiter: Die raumgebende Frau war kinderlos. Aber keine Bitterkeit ist zu spüren. Im Gegenteil: Sie kümmert sich um die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen! Mängel können motivieren, anderen Menschen ein Segen zu sein. Aus dieser Hingabe nun entsteht Leben. Das ist das Bild hinter der Verheißung, die Elisa der Frau zuspricht:

Nächstes Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn in den Armen halten. 2. Kön 4:16

2. Kön 4,34: Elisa erweckt einen toten Jungen

Dann legte er sich so auf den toten Jungen, dass sein Mund auf dem Mund des Kindes lag, seine Augen auf dessen Augen und seine Hände auf dessen Händen. Während er so dalag, wurde der Leib des Toten langsam warm. 2. Kön 4:34

Das verheißene Kind wird geboren und wächst heran. Eines Tages stirbt es an einer Krankheit. Die Frau ruft Elisa herbei. Mit einer sehr leibhaften Handlung erweckt er den Jungen wieder zum Leben. Welches Bild können wir darin sehen? Viele Menschen leben zwar körperlich, sind aber seelisch und geistlich weit vom Leben in Fülle entfernt. Wenn wir erweckend auf diese Menschen wirken wollen, dann nützen leere Wortphrasen nichts. Stattdessen muss ich den intensiven Kontakt zu ihm suchen, versuchen, ihn zu verstehen, warum er so oder so denkt oder fühlt. Mund auf Mund. Auge auf Auge. Hand auf Hand.

Als sie das Zimmer betrat, sagte Elisa zu ihr: Hier ist dein Sohn. 2. Kön 4:36

2. Kön 4,43: Elisa vermehrt Brot

Diese paar Brote soll ich hundert hungrigen Männern vorsetzen? Doch Elisa blieb dabei: Verteile es an alle! Denn der Herr sagt: Man wird sich satt essen und sogar noch übrig lassen. 2. Kön 4:43

Das alles erinnert stark an die Brotvermehrung, die Jesus vollbrachte. Beide Wunder enden mit der wunderbaren Erfahrung: »… und sie aßen und ließen übrig. Glaube ist: zu erwarten, dass Gott Wunder vollbringt durch Menschen wie mich, die nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische haben. Gott kann das wenige, was wir ihm aus Dankbarkeit und Gehorsam übergeben, zum Segen für viele vermehren.

Das Geheimnis aller Brotvermehrung heißt: teilen. Kyrilla Spiecker

2. Kön 5,14: Elisa heilt Naaman

Wie der Bote Gottes es befohlen hatte, stieg er ins Wasser und tauchte siebenmal unter. Und tatsächlich: Seine Haut wurde wieder glatt und rein. Er war gesund. 2. Kön 5:14

Naaman war ein großer Mann vor dem feindlichen syrischen König. Eines Tages erkrankte er an Aussatz. Bis zu seiner Heilung durch Elisa ging er einen weiten Weg der Demut. Er muss auf ein junges israelitisches Mädchen hören, das seine Sklavin ist. Diese erzählt ihm vom Propheten Elisa. Er muss nach Israel in das Land der Feinde gehen. Er muss einen für ihn unbekannten Propheten aufsuchen und eben nicht den König Israels. Er muss akzeptieren, dass der Prophet Elisa nur einen Boten sendet und Naaman nicht persönlich empfangen wird. Keine persönliche, ehrenvolle Begrüßung, kein würdevoller Empfang. Er muss sich sieben Mal in einem schmutzigen Fluss baden, um gereinigt zu werden. Keine die Sinne berauschende Zeremonie.

Diese Geschichte lehrt uns, dass kein Weg an der Demut vorbei führt, wenn wir innerlich geheilt werden möchten.

2. Kön 5,16: Elisa wehrt Dankesgeschenke ab

Ich nehme keine Geschenke. 2. Kön 5:16

Naamans Herz drängte ihn zur Dankbarkeit. Elisa weigert sich ein Dankgeschenk anzunehmen. So macht er deutlich, dass er nur Werkzeug Gottes ist. Der Dank gilt allein Gott. Er ist es, der Wunder wirkt. Ihm allein gebührt Ehre und Anbetung. Wir als Jünger Christi sind nur Werkzeuge. Er ist der eigentlich Wirkende. In Jesus ist der Wunder wirkende Gott gegenwärtig. Also: Gott sei Dank! Wem denn sonst?

Wo Gott Raum gewinnt, da wird Murren zum Stillesein, das Stillesein zum Danken, Danken zu einer fröhlichen Hoffnung ewigen Lebens. Friedrich von Bodelschwingh

2. Kön 5,20: Die Gier des Gehasi

Siehe, mein Herr hat diesen Syrer Naeman verschont, daß er nichts von ihm hat genommen, das er gebracht hat. So wahr der Herr lebt, ich will ihm nachlaufen und etwas von ihm nehmen. 2. Kön 5:20

Diesen Syrer Naeman: eine Verachtung liegt in diesen Worten von Gehasi, dem Diener des Propheten. Keine Mitfreude über dessen wunderbare Heilung. Absolut kein Verständnis für die verschwenderische Gnade Gottes, die sich im Verhalten Elisas widerspiegelt. Gehasi hätte diesen reichen Mann Naaman wie eine Kuh gemolken, der das kärgliche, unsichere Leben als Prophetendiener geändert hätte. In seiner Gier reist Gehasi dem Naaman hinter her, lügt ihn an, dass Elisa jetzt doch Geschenke des Dankes erbitte. Hüten wir uns vor jeder Habgier. Das Ende der Geschichte:

Der Aussatz, unter dem Naaman gelitten hat, wird nun dich befallen. 2. Kön 5:27

2. Kön 7,9: Ende der Hungersnot angekündigt

Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. 2. Kön 7:9

Die Stadt Samaria wird durch den syrischen König belagert. In der Stadt herrscht darum Hungersnot. Elisa kündet das Ende der Hungersnot an, aber keiner glaubt ihm. Das syrische Heer ist zu mächtig. Doch das Wort des Herrn traf auf aussergewöhnliche Art und Weise ein: Vier aussätzige Männer, die sich außerhalb der Stadtmauer aufhalten mussten, entschlossen sich, zu den Syrern überzulaufen. Doch als sie im Lager der Syrer ankamen, stellten sie fest, dass das Lager verlassen war. Der Herr selbst hatte die Syrer in die Flucht geschlagen. Dabei hatten sie sämtliche Vorräte im Lager zurück gelassen. Diesen Tag guter Botschaft berichten sie nun dem israelitischen König. Und alle hatten genug zu essen. Auch wir haben eine gute Botschaft für die hungernden Menschen dieser Welt: Wir haben im Herrn Jesus die Erlösung und einen unschätzbaren Reichtum gefunden. Er ist das Brot des Lebens.

Der Herr hatte die Syrer das Donnern von Pferdehufen und den Lärm heranbrausender Streitwagen hören lassen, als ob ein riesiges Heer im Anmarsch wäre. 2. Kön 7:6

2. Kön 13,20: Elisas Tod

Bald darauf starb Elisa und wurde begraben. 2. Kön 13:20

Seine Zeit zu sterben war gekommen und er klammerte sich offensichtlich nicht verzweifelt an sein Leben. Er fuhr auch nicht spektakulär in einem feurigen Wagen und im Sturmwind in den Himmel wie sein geistlicher Vater Elia. Gott hatte bestimmt, dass er an seiner Krankheit starb. Selbstlos und schlicht, wie er bisher gelebt hatte, so erleben wir ihn auch auf seinem Sterbebett. In einem schlichten und selbstlosen Leben kann uns Elisa ein Vorbild sein.

Ein edles Leben ist nicht ein Strahlenkranz blitzschnell gewonnener Herrlichkeit, sondern ein schlichtes Aneinanderreihen von Tagen, an welchen Gottes Wille getan wird. William MacDonald

2. Kön 13,21: Eine tiefe letzte Botschaft

Eines Tages wollte man in dem Dorf, wo Elisa begraben lag, einen Mann beerdigen. Plötzlich tauchte eine dieser Banden auf. Weil sie schnell fliehen wollten, warfen die Trauernden den Toten in Elisas Grab. Kaum aber war der Tote mit den Gebeinen des Propheten in Berührung gekommen, wurde er wieder lebendig und stand auf. 2. Kön 13:21

Die Trauergäste gerieten in Panik und warfen den Verstorbenen in das offensichtlich noch frische Grab Elisas, um sich dann in aller Eile vor dem Feind in Sicherheit zu bringen. Da wurde also dieser Tote in das Grab des Elisa geworfen. Er war gleichsam mit Elisa zusammen tot und mit Elisa zusammen begraben. Und davon wurde er lebendig. Elisa ist ein Vorbild auf Jesus: eine Berührung mit dem Kreuz bedeutet, dass ich mit Jesus zusammen sterben muss, mit Jesus begraben sein muss. Und in der Tat spricht die Bibel so von dem eigentlichen christlichen Erlebnis: Ich erkenne an, dass der Tod, der Jesus traf, eigentlich mir zusteht. Dies erkenne ich unter Jesu Kreuz an. Welch ein Hinweis auf Jesus!

Gott benutzt Elisas Tod, um das größte aller Wunder der Gnade zu veranschaulichen: das Hervorbringen von Leben aus dem Tod.

2. Kön 19,3: Unmöglichkeit der Vollkommenheit

Die Kinder sind bis zum Durchbruch gekommen, aber da ist keine Kraft zum Gebären! 2. Kön 19:3

Betrachte die Eitelkeit des menschlichen Geistes, wie sehr er Verwicklungen und Verwirrungen in sich selbst ausgesetzt ist. Viele innere Drangsale werden durch eine Vielzahl von Erwägungen und Wünschen hervorgerufen, die mit Übereifer eine eingebildete Vollkommenheit zu erlangen trachten. Entsetzt nun über die große Schwierigkeit oder vielmehr Unmöglichkeit, diese Vollkommenheit zu erreichen, erkrankt die Seele, da sie im Bild gesprochen schwanger dieses Kindes war, das sie nicht zur Welt bringen konnte. Franz von Sales

Hassen Sie also Ihre Unvollkommenheiten, weil sie Unvollkommenheiten sind, aber lieben sie sie, weil Sie dadurch Ihr Nichts und Ihre Nichtigkeit erkennen.

2. Kön 19,15: Gott loben

Du Gott Israels, der du über den Keruben thronst, du allein bist Gott über alle Königreiche der Welt. Himmel und Erde hast du geschaffen. 2. Kön 19:15

Du fragst, wie man es anstellen soll, den ganzen Tag Gott zu loben. Ich will dir, wenn du willst, zeigen, wie man Gott den ganzen Tag loben kann. Was immer du tust, tu es gut – und du hast Gott gelobt. Jedes deiner Lieder ist ein Lob Gottes. Was leistet indes deine Zunge, wenn sich nicht dein Herz in gleicher Weise am Lob beteiligt? Das Lied ist aus, du gehst nun zu Tisch? Hüte dich vor Unmäßigkeit – und du hast Gott gelobt. Gehst du vielleicht zu Bett? Erhebe dich nicht zu böser Tat – und du hast Gott gelobt. Bist du beruflich tätig? Hüte dich vor hinterlistigem Betrug – und du hast Gott gelobt. Bestellst du den Acker? Brich keinen Streit vom Zaun – und du hast Gott gelobt. Euer makelloses Tun sei eure Art, den ganzen Tag Gott zu loben. Augustinus

2. Kön 19,16: Gott bitten

Herr erhöre mich! 2. Kön 19:16

Dein Leben besteht aus Höhen und Tiefen. Wo wir uns auch befinden: aus dem Glauben erwächst ein Gefühl von Sicherheit für die Gegenwart und die Zukunft, das getragen wird durch das unerschütterliche Zutrauen auf Gottes Zusage „Ich stehe dir bei.“ Das ist das Fundament unseres Glaubens, das uns mutig voran schreiten lässt. Du hast in dir einen Ratgeber, Lehrer, Beschützer, jemanden, der dich leitet, dich berät, ermutigt, auf den Weg bringt, dich in allem und zu allem hin begleitet.

Ich habe dein Gebet gehört. 2. Kön 20:4‭-‬5