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1. Könige – Auslegungen

1. Kön 2,3: Der Tod Davids

Richte dein ganzes Leben nach dem Herrn, deinem Gott, aus und lebe, wie es ihm gefällt! 1. Kön 2:3

David ist alt und hat seinen Tod vor Augen. Darum gibt er seinem Sohn Salomo eine letzte Anweisung: nach dem Willen des Herrn zu leben. Nehmen wir uns dies auch zu Herzen. Ich will alles, was Gott will und ich will nichts, was Gott nicht will. In dieser seligen Hingabe finde ich meinen Frieden und eine tiefe Ruhe des Herzens. Was aber ist der Wille des Vaters? Häufig ist das nicht eindeutig. Bonhoeffer schreibt dazu: „Der Wille Gottes kann sehr tief verborgen liegen unter sich anbietenden Möglichkeiten.“ Gottes Wille ist kein festes System von Regeln. Darum musst du immer wieder neu in deinen verschiedenen Lebenslagen genau hinschauen und durch Herz & Verstand, Beobachtung & Erfahrung und dem Gebet zu ergründen suchen, was sein Wille ist.

Kurze Zeit später starb David. 1. Kön 2:10‭

1. Kön 3,9: Bitte um ein hörendes Herz

Gib mir ein Herz, das auf dich hört. 1. Kön 3:9

Salomo tritt in die großen Fußstapfen seines Vaters David und ist nicht unbedingt zuversichtlich. Er weiß nicht, wie er diese große Aufgabe bewältigen kann. Gott gewährt Salomo im Traum einen Wunsch und Salomo bittet um ein gehorsames, hörendes Herz, dass auf Gott hört, um richtig zu handeln. Er will Israel nicht aus eigener Kraft regieren, sondern er möchte ein guter König sein, der auf Gottes Weisung hört. Interessant ist, dass Salomo um die Weisheit bat, seine Aufgabe gut zu erfüllen. Er bat Gott nicht, die Aufgabe an seiner Stelle zu erledigen. Wir sollten Gott nicht bitten, etwas für uns zu tun, das er durch uns tun möchte. Stattdessen sollten wir Gott um Weisheit bitten, damit wir erkennen, was zu tun ist, und um den nötigen Mut, auch nach dieser Erkenntnis zu handeln. Gottes Stimme hören wir v.a. in der Heiligen Schrift und im Gebet.

Ich will dich so weise und einsichtsvoll machen, wie es vor dir noch niemand war und auch nach dir niemand mehr sein wird. 1. Kön 3:12

1. Kön 5,9: Die Weisheit Salomos

Gott schenkte Salomo große Weisheit, einen scharfen Verstand und ein unvorstellbar breites Wissen. 1. Kön 5:9

Weisheit bezeichnet laut Wikipedia ein tiefes Verständnis von Zusammenhängen sowie die Fähigkeit, bei Herausforderungen die jeweils sinnvollste Handlungsweise zu erkennen. Weisheit im biblischen Verständnis ist immer ein Geschenk Gottes. Von der sog. weltlichen Weisheit, aus uns selbst heraus handelnd, Gott ausklammernd, spricht Gott, dass er diese „Weisheit der Weisen zunichtemachen“ wird (1. Kor 1,19) Die göttliche Weisheit besteht dagegen darin, dem Wort Christi zu folgen, er ist Gottes Weisheit für uns, der gute Hirte, der die Augen deines Herzens öffnet für seine Weisheit, die aus weltlicher Sicht für viele so unsinnig erscheint.

Ihm gehören Weisheit und Stärke! Dan 2,20

1. Kön 5,19: Beginn des Tempelbaus

Darum möchte ich nun für den Herrn, meinen Gott, einen Tempel bauen. 1. Kön 5:19

Durch den Tempel sollte Gott ein naher Gott werden, der mitten unter dem Volk wohnt. Der Tempel von damals gibt es nicht mehr. Der Tempel in Christus gibt es dagegen in Ewigkeit. In ihm ist Gott uns nahe. Einem jedem von uns ist Gott nahe, ausnahmslos. Meister Eckart schreibt dazu: Der Mensch soll sich in keiner Weise je als fern von Gott ansehen, weder eines Gebrechens wegen noch wegen irgendetwas sonst. Und wenn dich auch je deine großen Vergehen so weit abtreiben mögen, dass du dich nicht als Gott nahe ansehen könntest, so solltest du doch Gott als dir nahe annehmen. Sei dir im Glauben bewusst: nichts, aber auch gar nichts kann die von der Liebe Gottes trennen. Er ist in dir so wie du in ihm bist.

Mir aber hat der Herr, mein Gott, Frieden geschenkt. 1. Kön 5:18

1. Kön 5,28: Die Bedeutung der Familie

Jeder Arbeiter war also jeweils einen Monat lang dort im Einsatz und danach für zwei Monate zu Hause. 1. Kön 5:28

Salomo verpflichtete die dreifache Zahl an Arbeitern, die eigentlich für den Tempelbau erforderlich gewesen wären, und teilte sie dann so ein, dass sie nicht zu lange von ihren Familien getrennt waren. Dies zeigt, wie wichtig ihm das Wohlergehen seiner Arbeiter war und welchen Wert er dem Familienleben beimaß. Salomo war so weise zu erkennen, dass der Familie immer eine hohe Priorität gegeben werden sollte. Wenn wir unsere eigene Arbeit einteilen oder für andere einen Zeitplan erstellen, sollten wir beachten, wie sich unsere Planung auf die betroffenen Familien auswirkt.

Nichts und niemand kann Familie ersetzen. Reinhard Marx

1. Kön 6,7: Ehrfurcht und Stille beim Tempelbau

Die Steine für den Bau des Tempels wurden vorher im Steinbruch schon fertig behauen. Daher brauchte man sie am Bauplatz nur noch zusammenzufügen und hörte dort keinen Lärm von Hämmern, Meißeln und anderen Eisenwerkzeugen. 1. Kön 6:7

Zur Ehre Gottes wurde der Tempel in Jerusalem erbaut. Die Ehrfurcht und der Respekt der Menschen vor Gott wirkten sich auf jede Kleinigkeit beim Bau dieses Tempels aus. Dieser Vers kann uns heute zeigen, wie wichtig Aufmerksamkeit, Sorgfalt, Ehrerbietung und Respekt in der Beziehung zu Gott sind. Wir selbst sind ja lebendige Steine des Tempels in Christus, die Gott in der Stille vorbereitet und in den geistlichen Bau seines Reiches einbauen will. Es ist heute eine der großen Herausforderungen, den Geist der Stille wieder zu erlangen. Wir brauchen einen Ort in uns selbst und immer wieder auch äußere Räume, wo es keinen Lärm gibt, wo der Geist Gottes zu uns sanft und still sprechen kann. Wir brauchen die Fähigkeit, selbst Schweigen zu werden, ein Schweigen, welches das Wort Gottes erfüllen kann.

Verlass von Zeit zu Zeit die Menschen, such die Einsamkeit, um im Schweigen und anhaltenden Gebet deine Seele zu erneuern! Carlo Carretto

1. Kön 6,13: Gott mitten unter uns im Tempel

Dann will ich mitten unter den Israeliten in diesem Tempel wohnen und mein Volk nie verlassen. 1. Kön 6:13

Gott versprach, dass seine ewige Gegenwart den Tempel nie verlassen würde, solange das Volk der Israeliten eine einzige Bedingung erfüllte: Es musste Gottes Gesetze befolgen. Wenn wir an die große Zahl der Gesetze denken, erscheint uns diese Bedingung schwierig. Aber die Situation der Israeliten war unserer heutigen sehr ähnlich: Auch sie wurden nicht für jede kleine Gesetzesübertretung von Gott getrennt. Großzügig wurde ihnen Vergebung für alle ihre Sünden gewährt, egal, wie groß oder klein. Wenn wir die Geschichte der Könige lesen, sehen wir, dass Gesetzesübertretungen die Folge und nicht die Ursache ihrer Entfremdung von Gott waren. Die Könige wandten zuerst ihre Herzen von Gott ab und missachteten dann Gottes Gesetz.

Die Priester brachten die Bundeslade an den vorgesehenen Platz. 1. Könige 8:6

1. Kön 8,10: Die Nähe des Herrn im Tempel

Als die Priester den Tempel wieder verließen, kam eine Wolke auf ihn herab. Die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das ganze Haus. 1. Kön 8:10-11

Heilige Orte wie Kirchen sind wertvoll in ihrer Andersartigkeit zu den Lebensräumen des Alltags. Sie dienen der Gottesbegegnung, sind Orte des Gebetes und der Gemeinschaft, der Umkehr und der Vergebung. Nicht für Gott sind sie gemacht, sondern für uns Menschen, die einen Zufluchtsort brauchen in allen ängstlichen Fragen. Die Wolke ist Zeichen der Gegenwart Gottes. Wenn wir ihm Platz machen, für ihn Zeit und offene Ohren haben, dann kann er ganz nahe sein und unser Denken und Leben erfüllen wie den Tempel. Andererseits entzieht sich Gott immer wieder allen menschlichen Versuchen, ihn auf bestimmte Orte festzulegen. Er bleibt unverfügbar. Es gibt keinen Anspruch auf Gottes Nähe.

1. Kön 8,27: Gott in unserem Herzen

Wirst du, Gott, wirklich auf der Erde wohnen? Ist nicht sogar der weite Himmel noch zu klein, um dich zu fassen, geschweige denn dieses Haus, das ich gebaut habe? 1. Kön 8:27

In seinem Gebet zur Einweihung des Tempels hob Salomo hervor, dass selbst die höchsten Himmel Gott nicht fassen können. Ist es nicht erstaunlich, dass Gott, den nicht einmal die Himmel fassen können, bereit ist, in den Herzen derer zu wohnen, die ihn lieben? Ja, er erweist allen seine Liebe, die ihm dienen und von ganzem Herzen mit ihm leben.

Hätte ich früher erkannt, was ich jetzt weiß, dass der winzige Palast meiner Seele einen so großen König beherbergt, dann hätte ich ihn nicht so häufig darin allein gelassen. Theresia von Avila

1. Kön 8,29: Die Bitte um ein offenes Auge

Lass deine Augen Tag und Nacht offen stehen über diesem Haus. 1. Kön 8:29

Lass deine Augen offen sein für die Not, das Unrecht und die Traurigkeit! Lass deine Augen offen sein auch über meinem Leben. Herr, ich brauche deinen Blick! Ich will von ganzem Herzen, dass du über mir wachst. Mich anschaust, liebevoll, zärtlich, aber auch prüfend und durchleuchtend. Unter deinen Augen will ich leben. Das ist das Allerwichtigste für mich. Von morgens bis abends, von abends bis morgens.

Erhöre das Gebet, das ich heute in aller Demut an dich richte! 1. Kön 8:28

1. Kön 8,33-34: Vergebende Barmherzigkeit

Vergib deinem Volk Israel die Schuld, wenn sie hier im Tempel zu dir beten und dich um Hilfe anflehen! 1. Kön 8:33‭-‬34

Mehrmals bittet hier Salomo um Vergebung. Wir sind zutiefst auf Gottes Vergebung angewiesen. Er vergibt uns mit einer grenzenlosen Barmherzigkeit jede Schuld, sobald wir auch nur ein kleines Zeichen der Reue an den Tag legen. So ist Gott: barmherzig. Barmherzigkeit ist die Vergebung, die er uns niemals verweigert. Und wenn Gott uns vergibt, müssen wir uns auch selbst vergeben. Es nicht zu tun, bedeutet, sich selbst über Gott zu stellen.

Du zeigst ihnen, wie sie ein Leben führen können, das dir gefällt. Lass es wieder regnen. 1. Kön 8:35-36

1. Kön 8,38: Der Herr erhört

Erhöre im Himmel, wo du thronst, die Bitten aller, die dich in ihrer Not suchen und die Hände flehend zu diesem Tempel hin ausstrecken. Du allein kennst alle Menschen durch und durch. 1. Kön 8:38‭-‬39

Der aber erhört, wohnt im Innern. Reinige nur das Gemach deines Herzens. Wo du auch sein, wo immer du beten magst, er ist drinnen, der erhört, er ist drinnen im Verborgenen. Der dich erhört, ist nicht außer dir. Geh nicht weit hinweg und hebe dich nicht in die Höhe, damit du ihn gleichsam mit Händen fassest. Im Gegenteil, wenn du dich erhebst, wirst du fallen. Wenn du dich erniedrigst, wird er sich dir nähern. Augustinus

Er erhört uns, um dann einzugreifen, sich in unser Leben einzumischen, uns vom Bösen zu befreien und mit Gutem zu überhäufen. O Vater, Du hast meine Gebete unendlich oft erhört

1. Kön 8,66: Dankbarkeit für das Gute

Voller Freude und Dankbarkeit dachten sie an das Gute. 1. Kön 8:66

Dankbarkeit bedeutet, dass man aufhört, seine Lasten zu zählen, und anfängt, stattdessen das Gute zu zählen. Dankbarkeit erlaubt uns zu sehen, was gut ist, und nicht nur, was schlecht ist. Zähle die Dinge, mit denen du gesegnet bist. Wenn es dir zur Gewohnheit wird, Gott zu danken, wird die Freude an ihm dein Leben bestimmen. In und durch Jesus leben wir in seiner Freude, ist die vollkommene Freude tiefster Kern unserer christlichen Identität. Wenn wir allerdings der Welt zu viel Macht über uns geben, kann diese Freude verschüttet werden.

Er möge unser Herz ganz nach ihm ausrichten. Haltet dem Herrn von ganzem Herzen die Treue. 1. Kön 8:58;61

1. Kön 11,10: Der ungehorsame Salomo

Er hatte ihm ausdrücklich verboten, andere Götter zu verehren. Doch nun schlug Salomo dies einfach in den Wind. 1. Kön 11:10

Salomo heiratet u.a. auch nichtjüdischen Frauen und verehrt auch deren Götter, obwohl ihm Gott anders geboten hatte. Das vollzog sich nicht von Jetzt auf Nachher, sondern began mit scheinbar geringen Abweichungen von Gottes Geboten. Eine geringfügige Sünde kann der erste Schritt zur Abwendung von Gott sein. Nicht die Sünden, die uns nicht bewusst sind, sondern die Sünden, die wir entschuldigen, bringen uns die größten Schwierigkeiten ein. Darum verabscheue ich scheinbar harmlose Notlügen. Wir dürfen keine Sünde unbeachtet lassen. Dulden wir in unserem Leben eine Sünde, die sich wie ein tödliches Krebsgeschwür ausbreitet?

Sein Herz gehörte nicht mehr voll und ganz dem Herrn. 1. Kön 11:4

1. Kön 11,42: Salomos Tod

Salomo regierte 40 Jahre in Jerusalem als König über ganz Israel. Als er starb, wurde er dort in der Stadt Davids begraben. 1. Kön 11:42‭-‬43

Salomo ist ein Vorausbild für Christus. Salomos Regierungszeit war von Frieden geprägt. Jesus aber ist der wahre Friedensfürst, denn er brachte Frieden zwischen Gott und den Menschen. Salomo war damals der weiseste Mensch auf der Welt. Jesus selbst aber ist die Weisheit. In Christus „liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis“ (Kol 2,3). Salomo baute den Tempel in Jerusalem. Christus aber richtete einen neuen ewigen Tempel auf. Dieser neue Tempel ist die Kirche mit allen Gläubigen.

Geschichtlich: Salomo stirbt. Es kommt zum Streit um die Nachfolge und am Schluß steht die Teilung des Königreichs. Hier herrscht Salomos Sohn Rehabeam, dort Jerobeam.

1. Kön 17,6: Elia wird von Raben umsorgt

Morgens und abends brachten die Raben ihm Brot und Fleisch, und seinen Durst stillte er am Bach. 1. Kön 17:6

Elia war der Erste und Größte in einer langen Reihe bedeutender Propheten, die Gott Israel und Juda schickte. Elia prophezeite eine Dürre und versteckte sich dann vor König Ahab an einem Bach, wo er von Raben versorgt wurde. Es ist mehr als ungewöhnlich, dass Gott Elias durch Raben versorgt, denn diese galten als unrein. Was kann uns das sagen? Gott hält Hilfe bereit, wo wir sie oft am wenigsten erwarten. Er sorgt auf Wegen für uns, die unsere Vorstellungen übersteigen. Auch wenn unsere Nöte bitter erscheinen oder unsere Situation hoffnungslos aussehen mag, sollten wir mit Gottes liebevoller Fürsorge rechnen: jeder Zeit!

1. Kön 17,14: Elia wird von einer Witwe umsorgt

Das Mehl in deinem Topf soll nicht ausgehen und das Öl in deinem Krug nicht weniger werden. 1. Kön 17:14

Als der Bach austrocknete, schickte Gott Elia zu einer ausländischen Witwe, die ihn umsorgte. Als die Witwe Elia begegnete, glaubte sie, dass die Mahlzeit, die sie zubereitete, ihre letzte sein würde. Wegen der Dürre hatte sie nichts mehr. Doch ein schlichter Glaubensakt bewirkte ein Wunder. Sie vertraute Elia und gab ihm alles, was sie noch zu essen hatte. Und Elia wirkte darauf das Wunder, dass ihr Mehl und Öl nicht mehr ausgehen sollte. Was kann uns das sagen? Glaube ist der Schritt zwischen göttlicher Zusage und Gewissheit. Jedes noch so große oder kleine Wunder als Eingreifen Gottes beginnt mit einem Schritt des Gehorsams.

1. Kön 17,21: Elia erweckt Jungen

Dann legte er sich dreimal auf das tote Kind und flehte dabei zum Herrn: Herr, mein Gott, ich bitte dich, erwecke diesen Jungen wieder zum Leben! 1. Kön 17:21

Der Sohn der Witwe wird krank und stirbt. Elia erweckt ihn wieder zum Leben. Wir finden in der Heiligen Schrift sieben Auferstehungen, bei denen Tote ins irdische Leben mit ihrem natürlichen Leib zurückgekehrt sind. Die Auferstehungen zeigen neben Gottes Macht auch seine Barmherzigkeit. Denn von denen, die auferweckt wurden, waren vier Einzelkinder, die bereits in jungen Jahren gestorben waren, zwei davon waren Halbwaise. Gott weiß um die besonderen Empfindungen der Väter und Mütter, die um Einzelkinder trauern. All das wirft ein helles Licht auf Gottes Barmherzigkeit!

Der Herr erhörte Elias Gebet, und das Kind wurde lebendig.1. Kön 17:22

1. Kön 18,21: Elia und die Baalspropheten

Wie lange noch wollt ihr auf zwei Hochzeiten tanzen? 1. Kön 18:21

Was für eine Szene: auf der einen Seite der einzelne Prophet Elia, auf der anderen Seite 850 Baals-Propheten. Dazu ein unentschiedenes Volk, das den Herrn nicht gänzlich verleugnet, aber sich auch nicht vom Baals-Kult trennt. Es tanzt auf zwei Hochzeiten. Es folgt ein Wettkampf. Zwei Opfer werden vorbereitet. Wer nun ohne eigenes Feuer allein durch Gottes Wirken das Opfer entzünden kann, hat gewonnen. Der Gott Baal blieb stumm, weil er nicht existent war. Götter, denen wir zu folgen neigen, sind zwar keine Götzenfiguren aus Holz oder Stein, aber sie sind genauso falsch und gefährlich, weil sie uns dazu bringen, auf etwas anderes zu vertrauen als auf Gott. (Macht, Eigensinn, Aussehen, Geld u.a.). In der Krise bleiben sie stumm. Elia dagegen betet zu Gott und dieser entzündet das Opfer.

Der Gott nun, der mit Feuer antwortet, der ist der wahre Gott. 1. Kön 18:24

1. Kön 19,4: Elia bricht innerlich zusammen

Allein wanderte er einen Tag lang weiter bis tief in die Wüste hinein. Zuletzt ließ er sich unter einen Ginsterstrauch fallen und wünschte, tot zu sein. Herr, ich kann nicht mehr!, stöhnte er. Lass mich sterben! 1. Kön 19:4

Unmittelbar nach dem Sieg über die Baalspropheten und der Erhörung seines Gebetes um Regen fiel Elia in eine tiefe Erschöpfung und Entmutigung. Oft stellt sich nach großen geistlichen Erfahrungen eine Phase der Entmutigung ein, besonders wenn sie körperliche Anstrengungen erforderten oder mit großen Emotionen verbunden waren. Um ihn aus der Depression herauszuholen, ließ Gott Elia zuerst ausruhen und essen. Dann konfrontierte er ihn mit der Notwendigkeit, zu seinem Auftrag zurückzukehren: in Israel Gottes Wort zu verkünden. Wenn wir Resignation empfinden, sollten wir uns bewusst machen, dass Gottes Plan für unser Leben noch nicht zu Ende ist.

Da stand Elia auf, aß und trank. Die Speise gab ihm so viel Kraft, dass er vierzig Tage und Nächte hindurch wandern konnte, bis er zum Berg Gottes, dem Horeb, kam. 1. Könige 19:8

Kehre wieder auf deinen Weg zurück. 1. Kön 19:15

1. Kön 19,12: Elia begegnet Gott

Dann kam ein Feuer, doch der Herr war nicht darin. Danach hörte Elia ein leises Säuseln. 1. Könige 19:12

Gott war nicht im Sturm, nicht im Beben, nein, in einem leisen Säuseln, einem Ton eines dahinschwebenden Schweigens begegnet Elia Gott. Elia erkannte, dass Gott sich nicht nur auf mächtige, übernatürliche Weise offenbart. Wer Gott nur im Großen sucht, geht vielleicht an ihm vorbei, weil Gott uns sein Wort oft in der Stille eines demütigen Herzens zuflüstert. Wir sollten uns vom Lärm und der Geschäftigkeit unseres Alltags zurückziehen, um demütig und still hören zu können, wie Gott uns führen will. Vielleicht spricht er zu uns, wenn wir es am wenigsten erwarten, zum Beispiel durch einen gedanklichen Einfall oder auch durch Mitmenschen. Wir müssen nur wahrnehmen, die Antenne im Gebet auf Empfang stellen, online gehen um das Säuseln hinter einer lauten, hektischen Umtriebigkrit der Welt wahr zu nehmen.

Nur im Schweigen vollzieht sich echte Erkenntnis. Guardini

1. Kön 19,16: Elisa wird durch Elia berufen

Elisa […] sollst du zum Propheten salben an deiner Stelle. Elia ging zu ihm und warf seinen Mantel über ihn. 1. Kön 19:16;19

Elisa erkennt sofort. Er wusste um die Bedeutung des Mantels. Offensichtlich war er auch vorbereitet, einen Ruf von Gott zu bekommen. Er war bereit, auf ein abgesichertes Leben zu verzichten. Als er seine Rinder verließ, um Elia nachzulaufen, hatte er in dieser wichtigen Entscheidungsstunde seines Lebens die richtige Wahl getroffen. Die Führungen Gottes in unserem Leben können sehr verschieden aussehen. Oft führt Gott uns durch Begegnungen mit Menschen, manchmal durch unmissverständliche Umstände oder durch sein Wort. Aber immer wird deutlich, was Gott von uns erwartet, und dann ist es wichtig, dass wir reagieren und die richtige Wahl treffen.

Danach schloss er sich Elia an und wurde sein Diener. 1. Kön 19:21