Anmeldung ->
Anmeldung ->

1. Samuel – Auslegungen

Vorbemerkung

Das Buch soll über das Leben von Samuel, dem letzten Richter Israels, über die Herrschaft und den Niedergang des ersten Königs Saul und über die Wahl und Vorbereitung von David, dem größten König Israels, berichten. Das Buch beginnt in der Zeit der Richter und beschreibt Israels Übergang von einer Theokratie (Leitung durch Gott) zu einer Monarchie (Leitung durch einen König).

1. Sam 1,10: Die verzweifelte Hanna

Vor lauter Verzweiflung weinte Hanna hemmungslos. Unter Tränen betete sie. 1. Sam 1:10

Kinderlos, Spott der Nebenfrau u.a. waren der Grund für Hannas Verzweiflung. So wie sie plagen sich unzählige Menschen mit unlösbaren Problemen ab. Doch sie gab die Hoffnung nicht auf, sondern betete. Sie brachte ihr Problem ehrlich vor Gott. Und dieser Gott hört ihr Gebet und handelt. Sie wird schwanger werden und ihren Sohn Samuel zur Welt bringen. Samuel bedeutet „von Gott erbeten“. Darin liegt das Heilmittel gegen Entmutigung: Sage Gott, wie du wirklich empfindest und überlasse ihm deine Probleme.

Geh hin in Frieden! Der Gott Israels gewähre dir deine Bitte, die du an ihn gerichtet hast! 1. Sam 1:17

1. Sam 1,28: Samuels Übergabe an den Herrn

So will auch ich nun mein Versprechen halten: Ich gebe Samuel dem Herrn zurück. Sein ganzes Leben lang soll er Gott gehören. 1. Sam 1:28

Hanna hatte Gott versprochen, im Falle einer Schwangerschaft, dass ihr Kind ganz Gott gehören soll. Dieses Versprechen löst sie nun ein und übergibt wahrscheinlich im Alter von 3 Jahren ihren Sohn Samuel an den Priester Eli, damit er im Haus des Herrn diente. Da Samuels Leben von Gott kam, gab Hanna ihn nicht wirklich auf, sondern gab ihn Gott zurück, der ihr diesen Sohn überhaupt erst geschenkt hatte. Indem sie ihren einzigen Sohn Gott weihte, weihte Hanna ihr ganzes Leben und ihre Zukunft dem Herrn. Diese Verse veranschaulichen, welche Art von Geschenken wir Gott geben sollten. Bekommt Gott von uns nur einige Zeichen der Zuneigung oder geben wir ihm unser ganzes Leben?

1. Sam 2: Der Dankgesang der Hanna

Mein Herz ist voll Freude über den Herrn. 1. Sam 2,1

Hanna lobte Gott dafür, dass er ihr Gebet um einen Sohn erhört hatte. Sie singt aus Dankbarkeit ein Lied. Ihre Haltung, ihre Worte sind uns Vorbild. Die Freude ist die rechte Frömmigkeitshaltung und damit Zeugnis für die Verlässlichkeit des Glaubens. Das Leben bietet viele Möglichkeiten, die Freude bereiten. Es ist der Wille des Herrn, dass wir das auch genießen, vorausgesetzt wir vergessen nicht den Urgrund der Freude: Christus. Unsere Freude kommt daher, dass uns niemand unseren Christus nehmen kann. Gott ist der Gott der Freude.

Du bist der einzige und wahre Gott. Du bist ein Fels, keiner ist so stark und unerschütterlich wie du. 1. Sam 2:2

Er beschützt jeden, der ihm vertraut. 1. Sam 2:9

1. Sam 3,10: Gott spricht mit Samuel

Da trat der Herr zu ihm und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Der Junge antwortete: Sprich nur, ich höre. Ich will tun, was du sagst. 1. Sam 3:10

Gott redet zu Menschen an jedem Ort und zu jeder Zeit. Gott redet heute, indem er uns Gedanken kommen lässt, die nicht unsere eigenen sind, oder uns auf Worte der Schrift stoßen lässt, die wir sonst überlesen hätten; indem er uns Menschen in den Weg stellt, die uns weitersagen, was Gott von uns will. Gott redet, und er hofft, dass wir auf ihn hören und danach leben. In der Beziehung zu Gott kommt es entscheidend darauf an, dass wir auf ihn hören und seinem Wort folgen. Auch wenn es nicht immer mit dem Klang einer menschlichen Stimme geschieht, spricht Gott immer klar durch sein Wort. Um seine Botschaften zu empfangen, müssen wir bereit sein, zuzuhören und zu tun, was er uns sagt. Wie Samuel sollten wir bereit sein, „hier bin ich“ zu sagen, wenn Gott uns aufruft, zu handeln.

Richtet euer ganzes Leben nach dem Herrn aus und gehorcht ihm allein. 1. Sam 7:3

1. Sam 9,21: Krönung Sauls zum König

Erstaunt erwiderte Saul: Wie kommst du darauf? Ich bin doch nur ein Benjaminiter, ich gehöre zum kleinsten und unbedeutendsten Stamm Israels. 1. Sam 9:21

Das Volk möchte einen König, weil alle anderen Völker auch einen haben. Es ist eine Abkehr von Gott. „Sie wollen mich nicht mehr als ihren König anerkennen.“ (1. Sam 8:7 ). Gott erfüllt ihnen dennoch diese Bitte. Gottes Wahl fällt auf Saul. Der mittlerweile erwachsene und angesehene Prophet Samuel teilt dies Saul unter vier Augen mit, doch dieser wehrt ab mit Begründung seiner Kleinheit. Saul litt immer wieder unter einem Gefühl von Minderwertigkeit, um die er lebenslang egozentrisch kreiste. Bei der öffentlichen Wahl dann versteckte er sich, weil er Angst hat, zu versagen. Saul war es stets wichtig, was andere über ihn dachten und sagten. Das Fatale war nun nicht sein Minderwertigkeitsgefühl, sondern dass er sich nie entschloss mit ganzem Herzen und mit all seinen Stärken und Schwächen sich Gott hinzugeben.

Feierlich krönten sie Saul in der Gegenwart des Herrn zum König. 1. Sam 11:15

1. Sam 12,24: Fürbitte & Erinnerung

Ich werde weiterhin für euch beten. […] Vergesst nie, wie viel Gott schon für euch getan hat! 1. Sam 12:24

Samuel war mit der Forderung der Israeliten nach einem König nicht einverstanden, aber er versicherte ihnen, dass er weiter für sie beten und sie lehren würde. Wir mögen Meinungsverschiedenheiten mit anderen Menschen haben, aber wir sollten nicht aufhören, für sie zu beten und sie zu lieben. Weiter erinnert Samuel das Volk daran, sich Zeit zu nehmen, um über die großen Dinge nachzudenken, die Gott für Israel getan hatte. Indem wir uns Zeit zum Nachdenken nehmen, können wir unsere Aufmerksamkeit auf Gottes Güte lenken und unseren Glauben stärken. Vergesse nie, was Gott für dich schon alles getan hat. Das stärkt deinen Glauben.

1. Sam 13,8: Die Angst des Sauls

Samuel hatte Saul befohlen, eine Woche auf ihn zu warten. Doch als Samuel nach einer Woche immer noch nicht in Gilgal erschienen war, verlor Saul die Geduld, denn seine Leute begannen schon davonzulaufen. 1. Sam 13:8

Krieg mit den Philistern droht. Saul hat vergeblich auf Samuel gewartet, der Gott mit der Darbringung von Opfern um Beistand bitten soll. Als der Seher nicht kommt, entscheidet sich Saul, Gott selbst zu opfern. Ein No-Go. Die Angst Sauls war größer als sein Vertrauen auf Gottes Beistand. Angst ist die Abwesenheit von Vertrauen. Und das entpuppt sich auch als Kernfrage an uns: Was ist größer: unsere Angst oder unser Vertrauen?

Angst oder Mut, Zaghaftigkeit oder Vertrauen – manchmal muss ich täglich entscheiden, was ich wähle. Ich will mehr Mut und Vertrauen lernen! Barbara Jakob.

1. Sam 14,6: Das Vertrauen des Jonathan

Es ist dem Herrn nicht schwer, durch viele oder durch wenige zu retten! 1. Sam 14:6

Ein tiefes Vertrauen strahlen diese Worte von Jonathan, dem Sohn Sauls, aus! Er weiß, dass es allein auf Gottes Kraft und Wirken an kommt. Unsere Angst und unsere manchmal so kleine Kraft nimmt Gott in seine Hand. Es gibt nichts, mit dem wir allein zurechtkommen müssen, denn Gott ist da! Wie er hilft, ist seine Sache. Unsere Sache ist es, ihm in die Hände zu legen, was unser Herz bewegt. Was gibt dir Hoffnung in den Kämpfen deines Lebens? Wenn du mit der Angst zu kämpfen hast, mit Zweifeln und Unsicherheit oder keine Kraft mehr hast: an wen wendest du dich?

Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Martin Luther

1. Sam 15,22: Eigensinn ist Götzendienst

Gehorsam ist wichtiger als das Schlachten von Opfertieren. Es ist besser, auf den Herrn zu hören, als ihm das beste Opfer zu bringen. 1. Sam 15:22

Dies sind die zurechtweisenden Worte Samuels an Saul. Opfer sind nicht unwichtig, aber Opfer sind wertlos, wenn sie nicht aus einer Haltung der Liebe geschehen. Wenn wir auf den Herrn hören, spüren wir, dass es ihm allein um die Liebe geht. Auf Gott hören ist so wichtig. Mein Leben ist ein Hören und Empfänglichsein. Aber dann auch das andere: Leben ist Gehorchen und Handeln, Aktivwerden und Schritte wagen und in der Liebe handeln. Immer in und aus Gott heraus vollzieht sich dieses Tätigsein. Sich selbst und seinen Eigensinn zurückstellend. Gott gehört an die erste Stelle. Nicht mein, sondern Gottes Wille geschehe.

Eigensinn ist nichts anderes als Götzendienst. 1. Sam 15:23

1. Sam 16,7: David wird zum König gesalbt

Für die Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können. Ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz. 1. Sam 16:7

Im Hirtenjunge David wird der Unscheinbarste von Gott als Nachfolger ausgesucht. Saul ist ein körperlich großer und beeindruckender Mann. David stammt aus dem kleinen Bethlehem (Mich 5,2) und ist der Jüngste im Haus seines Vaters. Und er wird zum König gesalbt! Gott benutzt auch heute noch das Kleine und Unbedeutende, um das Starke zunichte zu machen. Äußerlichkeiten zeigen nicht, wie eine Person wirklich ist. Gott ist der Einzige, der in unser Inneres blicken kann. Gott kennt uns besser als wir uns selbst.

1. Sam 17,45: David besiegt Goliath

Ich aber komme mit der Hilfe des Herrn . Er ist der allmächtige Gott. 1. Sam 17:45

Diese Worte spricht David zu Goliat vor dem Kampf, bevor er ihn besiegt. Die Geschichte von David und Goliat gilt als Sieg des Kleinen über den Großen. Es gibt in der Tat nichts, was uns eine solche Entschiedenheit und ausdauernde Kraft verleihen kann, wie das Bewusstsein, dass wir für Gott handeln und das Gott mit uns ist. Wenn wir die Gewissheit haben, dass wir auf Seiner Seite stehen und Seine Hand mit uns ist, kann uns nichts von dem Weg des Dienstes ablenken, wohin er uns auch führt. Paulus sagte:

Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt. Phil 4,13

1. Sam 18,1: Der Wert der Freundschaft

Jonatan liebte David so sehr wie sein eigenes Leben. 1. Sam 18:1

Als David und Jonatan (Sohn von Saul) einander begegneten, wurden sie sofort gute Freunde. Ihre Freundschaft gehört zu den tiefsten und innigsten in der Bibel. Sie gründeten ihre Freundschaft auf ihre Hingabe an Gott, nicht nur auf ihre gegenseitige Treue. Sie ließen nichts zwischen sich treten, nicht einmal ihre Karriere oder familiäre Probleme. Sie wuchsen noch enger zusammen, wenn ihre Freundschaft auf eine Bewährungsprobe gestellt wurde. Sie blieben bis zum Ende Freunde. Sei heute bewusst dankbar für die Freundschaften, die dir Gott geschenkt hat.

Freundschaft gehört zu jenen Dingen, die das Leben lebenswert macht. Clive Staples Lewis

1. Sam 18, 5;9: Eifersucht des Sauls

Im ganzen Volk war David beliebt. 1. Sam 18:5

Seitdem war Saul eifersüchtig auf David. 1. Sam 18:9

Im Wesen von Gott ernannt war David schon König. Aber öffentlich war dies noch nicht. Hier war Saul der König. Saul versuchte David zu töten, weil er neidisch auf Davids Beliebtheit war. Vielleicht waren andere Menschen schon einmal auf dich eifersüchtig und haben dich in irgendeiner Weise angegriffen. Vielleicht haben deine Stärken diese Leute eingeschüchtert, weil ihnen dadurch eigene Mängel bewusst wurden. Wir könnten diese Menschen meiden oder uns an ihnen rächen. Die bessere Reaktion ist jedoch, sie freundschaftlich zu behandeln und Gott um die Kraft zu bitten, diese Menschen weiterhin zu lieben, wie David Saul weiter liebte. Dies ist ein beeindruckendes Beispiel für die Feindesliebe im alten Testament.

Liebe ist die einzige Kraft, die einen Feind in einen Freund verwandelt. Martin Luther King

1. Sam 18,23: Demut des Davids

Ich bin doch nur ein armer und einfacher Mann! 1. Sam 18:23

Während Saul durch seine Beliebtheit stolz und arrogant wurde, blieb David auch noch demütig, als ihm die ganze Nation zujubelte. Obwohl David fast mit allem, was er anfing, Erfolg hatte, und obwohl er im ganzen Land berühmt wurde, weigerte er sich, die Unterstützung des Volkes als Vorteil gegen Saul auszunutzen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Beliebtheit unsere Selbstwahrnehmung verfälscht. Es ist relativ leicht, bescheiden zu sein, wenn man nicht im Scheinwerferlicht steht, aber wie reagieren wir auf Anerkennung und Ehre?

Solange wir hier auf Erden leben, ist Demut unsere Vollkommenheit selbst. Augustinus

1. Sam 24,8: David verschont Saul

David wies seine Männer zurecht und erlaubte ihnen nicht, sich an Saul zu vergreifen. 1. Sam 24:8

Die Mittel, die wir benutzen, um ein Ziel zu erreichen, sind genauso wichtig wie das angestrebte Ziel selbst. Davids Ziel war es, König zu werden, deshalb drängten seine Männer ihn, Saul zu töten, als er die Gelegenheit dazu erhielt. Davids Weigerung war kein Ausdruck von Feigheit, sondern von Mut, dem Mut, sich gegen die Gruppe zu stellen und das zu tun, was er für richtig hielt. Auch wir sollten unsere moralischen Grundsätze nicht verletzen, indem wir dem Druck einer Gruppe nachgeben oder den leichten Weg wählen.