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Richter – Auslegungen

Ri 2,2: Nach Josuas Tod

Ihr habt nicht auf mich gehört! Ri 2:2

Josuas ist tot. Einen Nachfolger gibt es nicht. Die einzelnen Stammesführer übernehmen jeweils für ihren Stamm die Führung. Ein gemeinsames Ziel gibt es so nicht mehr. Zudem waren alle müde von den vielen Kämpfen. Das Ziel, das gelobte Land allein für sich zu besitzen war zwar schon in Sicht, aber es fehlte die nötige Disziplin und Energie, es zu erreichen. Die Israeliten driften ab und folgen nicht mehr Gottes Wegen. In unseren täglichen Anstrengungen werden auch wir manchmal müde und sehnen uns nach Ruhe, aber wir brauchen mehr als eine Ruhepause. Wir müssen in dem Bewusstsein leben, dass Gott uns liebt und eine bestimmte Absicht mit unserem Leben hat. Der geistliche Sieg kommt, wenn wir uns nach seinen Absichten richten.

Vor seinem Tod hatte Josua das Volk verabschiedet, und jeder Stamm war in sein Gebiet gezogen, um es in Besitz zu nehmen. Ri 2:6

Ri 2,16: Einsetzung eines Richters

Da berief der Herr Männer zu Führern seines Volkes, die es aus der Gewalt der Feinde befreiten. Sie wurden Richter genannt. Ri 2:16

Gott ist barmherzig. Er beruft Richter, die sein Volk führen sollen, obwohl dieses immer wieder auf’s neue ungehorsam ist. So macht er es auch bei uns. Unser Ungehorsam verdient das Gericht! Aber Gott erweist uns Barmherzigkeit durch Jesus Christus. Er ist der Einzige, der uns erretten kann. Wenn wir um Vergebung bitten, bitten wir um etwas, das wir nicht verdienen. Aber wenn wir diesen Schritt gehen und auf Christus und sein Werk der Erlösung vertrauen, können wir Gottes Vergebung erfahren.

Aber auch auf die Richter hörten die Israeliten nicht […] So kamen sie bald wieder von dem Weg ab. Ri 2:17

Ri 3,10: Der Geist des Herrn auf den Richtern

Der Geist des Herrn kam über Otniël, und so wurde er zum Richter für das Volk Israel. Ri 3:10

Bei der Berufung der einzelnen Richter heißt es mehrfach, dass der Geist des Herrn über sie kam. Das beschreibt eine zeitweilige, spontane Zunahme an körperlicher, geistlicher oder geistiger Kraft. Es handelte sich um die außergewöhnliche und übernatürliche Ausrüstung eines Menschen für eine besondere Aufgabe. Der Heilige Geist ist heute für alle Gläubigen da, aber für besondere Aufgaben kommt er in außergewöhnlicher Weise auf einen gläubigen Menschen herab. Wir dürfen den Heiligen Geist um Hilfe bitten, um unsere alltäglichen Probleme und die großen Herausforderungen unseres Lebens zu bewältigen. Der Geist kommt auch auf uns herab.

Die Israeliten schrien zum Herrn um Hilfe, und wieder gab er ihnen einen Befreier: Ehud. Ri 3:15

Ri 4,2-3: Gott ist die erste Hilfe

Zwanzig Jahre lang quälte und unterdrückte Jabin die Israeliten. Da schrien sie zum Herrn um Hilfe. Ri 4:2‭-‬3

Jabin war König der Kanaaniter, der die Israeliten unterdrückte. Erst nach 20 Jahren riefen sie zuletzt Gott um Hilfe an. Gott aber sollte stets der Erste sein, an den wir uns wenden, wenn wir mit Schwierigkeiten oder ausweglosen Situationen konfrontiert werden. Wenn Schwierigkeiten bei uns auftauchen, möchte Gott, dass wir zuerst zu ihm kommen und seine Kraft und Führung suchen. Die Israeliten aber zogen es vor, eigene Wege zu gehen. Oft ist es bei uns nicht anders. Der Versuch, unser Leben ohne Gottes Hilfe selbst zu steuern, endet immer in Schwierigkeiten und Verwirrung. Wenn wir täglich mit Gott in Verbindung bleiben, laufen wir weniger Gefahr, uns selbst in schmerzliche Situationen zu manövrieren.

Ri 5,3: Gott loben

Für den Herrn will ich singen, ja, singen und musizieren will ich für den Herrn. Ri 5:3

Musik und Gesang wurden in Israels Kultur sehr geschätzt. Im Kapitel 5 steht ein Lob- und Dankeslied für einen Sieg. Gott zu loben ist wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Das Lob lenkt unsere Aufmerksamkeit auf Gott. Durch das Lob bringen wir unsere Freude über Gott zum Ausdruck und erinnern uns an Gottes Treue und sein heiliges Wesen. Ob wir gerade einen entscheidenden Durchbruch erleben oder in einem großen Dilemma stecken: Wenn wir Gott Loblieder singen, kann das eine positive Auswirkung auf unsere Einstellung haben.

Wer dich liebt, gleicht der Sonne, die aufgeht und mit aller Kraft strahlt. Ri 5:31

Ri 6,13: An Gott nicht zweifeln

Wenn Gott uns wirklich beisteht, warum geht es uns dann so schlecht? Ri 6:13

Der Richter Gideon zweifelt an Gottes Hilfe. Er übersah, dass Israel durch sein Verhalten sich selbst in die schlechte Situation gebracht hatte. Wie leicht übersehen wir unsere persönliche Verantwortung und schieben die Schuld für unsere Probleme auf Gott oder andere Menschen. Leider werden unsere Probleme damit nicht gelöst. So kommen wir Gott nicht näher, sondern manövrieren uns selbst an den Rand der Rebellion und des Abfalls von Gott. Wenn Probleme auftreten, müssen wir zuerst uns selbst prüfen. Unser erster Schritt kann darin bestehen, Gott unsere Sünden zu bekennen, die möglicherweise die Ursache dieser Probleme sind. Er wird vergeben und er wird helfen!

Ri 6,23: Der Friede Gottes

Mein Friede ist mit dir. Ri 6:23

Gott bringt Frieden. Viele Leute sind deshalb in Unruhe, weil sie sich nicht die Zeit nehmen, ihr Herz zu nähren und ihm den Frieden wieder zu geben durch einen auf Gott gerichteten Blick der Liebe. Es ist für uns nötig, die Sanftheit und Zärtlichkeit Gottes zu spüren. Lernen wir es daher, uns hinzugeben, Gott vollständiges Vertrauen entgegen zu bringen und zwar in großen wie in den kleinen Dingen, mit der Einfachheit der Kinder und Gott wird sich offenbaren in seiner Zärtlichkeit, seinem Vorausschauen, seiner manchmal ganz erschütternden und ergreifenden Treue.

Ich stehe dir bei! Ri 6:16

Ri 8,23: Regiert vom Herrn

Der Herr allein soll euch regieren. Ri 8:23

Das Volk wollte Gideon zu seinem König machen, aber Gideon betonte, dass der Herr über sie herrschen sollte. Trotz seiner Wankelmütigkeit verlor Gideon nie aus den Augen, wie wichtig es für ein Volk und einen einzelnen Menschen ist, Gott an die erste Stelle zu setzen. Hat Gott den ersten Platz in unserem Leben? Wenn ja, muss er auf jeden Bereich unseres Lebens Einfluss haben. Er regiert unser Leben.

Ri 10,10: Immer wiederkehrende Umkehr

Wir haben gegen dich gesündigt! Wir haben dich verlassen und anderen Göttern gedient! Ri 10:10

Es wiederholt sich unentwegt. Abfall von Gott. Erkenntnis der Sünde und Bekenntnis. Annahme von Gott. Damals wie heute. Auch wenn sie immer wieder Götzen dienten, am Ende kehrten die Israeliten um zu Gott. Oft war er schlicht und einfach die letzte Hoffnung. Es geschieht so viel unnötiges Leid, weil wir Gott erst dann anrufen, wenn wir alle anderen Mittel ausgeschöpft haben. Statt zu warten, bis eine Situation ausweglos erscheint, sollten wir uns gleich an Gott wenden. Er hat die nötigen Mittel, um jeder Art von Problem zu begegnen. Zögern wir nicht, ihn zu bitten und warten wir nicht zu lange.

Sie beseitigten die fremden Götter und dienten wieder dem Herrn. Da konnte er ihr Elend nicht länger ertragen. Ri 10:16

Ri 13,1: Vorausbilder auf die Befreiung

Wieder taten die Israeliten, was dem Herrn missfiel. Deshalb ließ er zu, dass die Philister sie vierzig Jahre lang unterdrückten. Ri 13:1

Im alten Testament gibt es neben dem großen Exodus aus Ägypten im Kleinen das wiederkehrende Muster von Gefangenschaft und Befreiung. Gottes Volk brachte sich durch seine Sünde in Gefangenschaft, aus der es Gott in seiner Gnade wieder befreite. Auch im Buch der Richter wird von diesen Gefangenschaften und Befreiungen berichtet. Sie wirken jeweils wie ein „Mini-Exodus“. Hinter diesen Befreiungen leuchtet Gottes Verheißung auf eine größere und endgültige Befreiung durch Christus und sein Erlösungswerkauf. Er hat uns befreit aus der Macht der Sünde und des Todes. Es ist der große, endgültige Exodus.

Er wird beginnen, Israel von den Philistern zu befreien. Ri 13:5

Ri 13,5: Simson und Jesus

Der Sohn, den du bekommst, wird schon im Mutterleib Gott geweiht sein. Ri 13:5

Wie Jesu Geburt Maria verkündet wurde, so verkündet ein Engel dem Manoach einen Sohn namens Simson. Simson Sieg über die Feinde wird als Bild für den Sieg Jesu über Sünde und Tod gesehen. Dass Simson die Säulen umstößt wird zum Bild für die Auferstehung Jesu, in der er die Tore des Todes zerbricht. Simson wird wie Jesus gebunden und verspottet. Sein Tod, durch den die Feinde zugrundegehen, wird Bild für den Tod Jesu am Kreuz, durch den er uns befreit hat.

Er stieß die Säulen mit aller Kraft um. Ri 16:30

Ri 13,18: Unsere Grenzen akzeptieren

Der Engel erwiderte: Du fragst nach meinem Namen? Er ist unbegreiflich für dich! Ri 13:18

Warum nannte der Engel seinen Namen nicht? Damals glaubten die Menschen, mit dem Namen einer Person auch ihren Charakter zu kennen und zu wissen, wie man sie beherrschen konnte. Indem der Engel seinen Namen nicht nannte, entzog er sich Manoachs Kontrolle. Außerdem erklärte er, dass sein Name ein Geheimnis war, das den menschlichen Verstand und jede Vorstellungskraft überstieg. Manoach bat den Engel also um eine Antwort, die er nicht hätte verstehen können. Manchmal stellen wir Gott Fragen, auf die wir keine Antwort erhalten. Vielleicht bedeutet das kein Nein, sondern wir haben um Einsichten gebeten, die unseren Verstand übersteigen oder die wir nicht akzeptieren könnten.

Ri 14,5-6: Simson, der Krieger

Da begegnete ihm ein junger, brüllender Löwe! Da kam der Geist des Herrn über ihn, sodass er den Löwen zerriss. Ri 14:5‭-‬6

In Simson sehen wir das Bild eines Kriegers. Dazu ein Text von Anselm Grün: Der Krieger grenzt sich gegenüber den Erwartungen anderer ab. Das führt in Konflikte. Viele vermeiden Konflikte, weil sie damit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Aber um unser Selbst zu entwickeln, dürfen wir den Konflikten nicht aus dem Weg gehen. Sonst werden wir voller Groll. Und der wird sich bei jeder unpassenden Gelegenheit entladen. Gewalt ist ein unangemessener Umgang mit Aggressionen. Wer gewaltsam wird, wird von seiner Aggression beherrscht, anstatt mit ihr umzugehen. Aggressionen wollen das Verhältnis von Nähe und Distanz regeln und mich dazu befähigen, mich gut gegenüber den Erwartungen der anderen abzugrenzen. Gewalt übt nur der aus, der dem anderen Macht über sich gegeben hat. Weil er sich nicht abgrenzen konnte, will er den vernichten, der ihn innerlich besetzt hält. Doch damit zerstört er auch sich selbst. Der Gewaltsame tut sich selbst Gewalt an. Er tötet seine Seele.

Herr mein Gott, erinnere dich an mich! Ri 16:28

Ri 18,6: Ein Rückblick

Macht euch keine Sorgen! Der Herr weiß, was ihr vorhabt, und er wird euch beistehen. Richter 18:6

Das Buch der Richter beschreibt einen etwa 350 Jahre langen Abschnitt in der Geschichte des Volkes Israels. Es steht direkt nach dem Buch Josua, denn es knüpft unmittelbar an die Inbesitznahme des Landes unter Josua an. Das Buch der Richter zeichnet das Bild einer Epoche der Untreue und des Niedergangs in Israel. Trotz der Mahnung des Josua fällt das Volk wiederholt von Gott ab. Trotzdem werden die Lichtstrahlen der Gnade und Rettung Gottes sichtbar, die Er durch die Richter bewirkt. Richter waren Führer im Volk Gottes. Das Buch selbst nennt zwölf Männer konkret mit Namen. Von sieben Richtern wird gesagt was sie taten. Ihre Geschichte wird unterschiedlich ausführlich berichtet.