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Gleichgültigkeit

Gleichgültigkeit


Tag 1: Gleichgültigkeit – Das Gegenteil von Liebe

Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit. Elie Wiesel

Würdest du mich fragen, ob es einen Menschen gibt, den ich hasse, würde ich definitiv “Nein” antworten. Würdest du mich fragen, ob es Menschen gibt, die mir gleichgültig sind, da komme ich schon mehr ins Grübeln. Laut Wikipedia ist ein gleichgültiger Menschen jemand, der nicht aus Bosheit, sondern aus Desinteresse und einer Abgestumpftheit nur auf sich schaut, der zum anderen weder pos. noch neg. Gefühle hat. Der gleichgültige Mensch bekommt nur wenig mit und bemerkt nur das, was ihn direkt interessiert. Alles andere geht an ihm vorbei. Gleichgültigkeit und Gelassenheit sind hier klar voneinander zu trennen. Der Gleichgültige nimmt nicht mehr wahr, empfindet nicht, ignoriert. Der Gelassene empfindet sehr wohl mit dem anderen und handelt, lässt seine Gefühle zu, lässt sie dann aber auch wieder los, er durchlebt sie gewissermaßen für sich und mit dem anderen, bevor er sie Jesus übergibt. Gott segne dich und diese Woche und dein dienendes Dasein für andere.  


Tag 2: Gleichgültigkeit – Schlafe nicht ein!

Liebt also eure Mitmenschen, denn ihr wisst doch, dass es an der Zeit ist, aus aller Gleichgültigkeit aufzuwachen. Röm 13:11

Jeder von uns steht in der Gefahr einzuschlafen, müde zu werden angesichts der menschlichen Tragödien in der Welt und auch in unserem Leben, zu resignieren und die Einstellung zu entwickeln: “Hilft doch sowieso nichts. Also lieber nichts machen.” Paulus möchte mit diesem Vers uns wach rufen, nicht als “stille Christen” vor uns hinzuleben, sondern die Zeit zu nutzen zur Liebe und zu guten Werken. Bei alledem sollten wir aber ein in Jesus ruhendes, gelassenes Herz bewahren. “Ich will tätige Nächstenliebe üben und der Gleichgültigkeit in meinem Herzen keinen Raum mehr geben.” (Josefmaria)


Tag 3: Gleichgültigkeit – die Lähmung der Seele

Die Gleichgültigkeit ist eine Lähmung der Seele, ein vorzeitiger Tod. Tschechow

Gefühlslosigkeit: Wer gleichgültig ist, der empfindet für nichts etwas. Er hat nicht nur keine Vorlieben, er vermag überhaupt keine Liebe zu irgendetwas zu empfinden. Er bleibt uninteressiert. Nichts kann seine menschliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Er bleibt Zuschauer. Wir sprechen zwar vom Gefühl der Gleichgültigkeit. Aber eigentlich geht es bei dem gemeinten Phänomen um Gefühllosigkeit. Der Gleichgültige fühlt gar nichts mehr. Er hat um sich herum einen Panzer aufgebaut, durch den nichts hindurch dringen kann. Und wie sieht’s bei uns aus? Auch wenn wir Gleichgültigkeit in manchen Situationen als Schutzpanzer gegen Überforderung entwickeln, weil uns alles zu viel wird (Ich kenne das!), so kann das kein langfristiger Lösungsweg sein, denn dies lähmt die Seele. Wir dürfen die Fähigkeit, uns menschlich berühren zu lassen nicht verlieren. Das ist soooooooo wichtig!


Tag 4: Gleichgültigkeit gegenüber Gott

Gott war ihnen gleichgültig; sie gaben sich keine Mühe, ihn zu erkennen. (Röm 1:28) Seine Gebote waren ihnen gleichgültig. (Ps 78:56)

Der gleichgültige Mensch stumpft nicht nur gegenüber Menschen ab, sondern auch gegenüber Gott. Und alles hängt mit allem zusammen. Ist mir Gott gleichgültig, sind mir auch seine Gebote gleichgültig (lieben, dienen, aufeinander achten, helfen etc.). Genau das ist gemeint, wenn Johannes schreibt: “Wie kann Gottes Liebe in einem Menschen sein, wenn dieser die Not seines Bruders vor Augen hat, sie ihm aber gleichgültig ist?” (1. Joh 3:17) Kehren wir immer wieder in unsere innere Kammer ein, um im Gebet, der Bibellese, in guten Werken und in der Stille in der Gotteserkenntnis voran zu schreiten, um seine Gebote nicht als Moralvorschriften (“Du sollst”) zu empfinden, sondern immer tiefer sie in ihrem Wesenskern zu erkennen, der die Liebe ist und aus dem ein “Ich will”, ein “Mich-drängt-es” entspringt.


Tag 5: Gleichgültigkeit und Zeitgeist

Ich glaube: Wenn es etwas gibt, das dem Herzen des Heilands große Schmerzen bereitet, ist es nicht die Bosheit der Welt, sondern die Gleichgültigkeit der Christen. Corrie ten Boom

Die Pest unseres Jahrhunderts ist die Gleichgültigkeit. Die Gleichgültigkeit breitet sich heute aus. Viele meinen, wenn sie cool sind, sich von nichts berühren lassen, dann sei das ein Zeichen von Stärke. Aber in Wahrheit kann Gleichgültigkeit alles Gute in unserem Herzen zerstören: Liebe, Glaube, Hoffnung. “Ich habe immer daran geglaubt, daß das Gegenteil von Liebe nicht Haß ist, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Glaube ist nicht Überheblichkeit, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, es ist Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit ist nicht der Anfang eines Prozesses, es ist das Ende eines Prozesses.” (Elie Wiesel) Gott berühre dein Herz auf dass du in den vielfältigen Leidsituationen nicht seelisch abstumpfst, sondern festhälst an Glaube, Liebe und Hoffnung!


Tag 6: Die “Agape” – Kampf gegen die Gleichgültigkeit

Es herrscht große Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden. Dieser Gleichgültigkeit müssen wir mit konkreten Taten der Liebe entgegenwirken. Papst Franziskus

Die Agape ist ein Grundwohlwollen gegenüber allem, was ist. Die Liebe ist der Grund allen Seins. Und wenn wir diese agape in uns spüren, fühlen wir uns mit allem, was ist, verbunden. Wir sind dankbar, Teil des Ganzen zu sein und uns als dieser einmalige Mensch, der wir sind, mit allem eins zu fühlen. (Anselm Grün) Durch dieses Teilhaftigsein mit dem gesamten Leib Christi in der Agape werden wir befähigt und angespornt zu Taten der Liebe. Mit-Fühlen, Mit-Gehen, Mit-Leiden …..dieses “mit”, das aus der Liebe entspringt ist der beste Kampf gegen meine eigene und gegen die Gleichgültigkeit anderer. Der heilige Martin passt da irgendwie als Tagesheiliger. Nehmen wir ihn uns mit als Vorbild für unser Wirken in unserem Leben.