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Geschwisterfriede

Geschwisterfriede



Geschwisterfriede – Tat, Wort und Gebet

Ich gebe dir drei Möglichkeiten, dem Nächsten Barmherzigkeit erweisen: Erstens die Tat; zweitens das Wort; drittens das Gebet. In diesen drei Stufen ist die Fülle der Barmherzigkeit enthalten. Faustina TB 742

Am Donnerstag ist Weltfriedentag. Und so will ich euch diese Woche Impulse zum Thema Geschwisterfriede senden. Friede ist mehr als die Abwesenheit von Streit und Krieg. Friedvoller Umgang beinhaltet ein positives Zugehen auf den anderen. “Nichts ist der Liebe und noch mehr der Frömmigkeit so entgegengesetzt wie die Verachtung des Nächsten.” (Franz von Sales). Darum lasst die Milde in euren Herzen wachsen. Ich gehe mit dem Herzen mit, wenn Franz von Sales sagt: “Zuviel und zuwenig nachsichtig zu sein, beides ist gefehlt. Es ist für uns Menschen hart, die Mitte zu halten. Doch wenn ich schon fehle, will ich lieber durch zu große Barmherzigkeit als durch zu große Strenge fehlen.” Wenn ich eine Person begegne, die ich ungewollt verachte, dann gerade versuche ich milde und barmherzig auf drei Ebenen zu handeln:

👉 Die Tat: Wie kann ich den anderen unterstützen?
👉 Das Wort: Wie spreche ich mit dem anderen?
👉 Das Gebet: Das ist wohl das Wichtigste!    


Geschwisterfriede – J.J. und S.D.G

Was immer ihr tut, ob ihr esst oder trinkt oder was es auch sei – verhaltet euch so, dass Gott dadurch geehrt wird 1. Kor 10:31

Christliche Künstler (z.B. Bach) haben als Werk-Überschrift häufig J.J. geschrieben, d.h. “Jesu Juva” und heißt übersetzt “Jesus hilf”. Am Ende des Musikwerks stand dann oft SDG, d.h. “Soli Deo Gloria” und heißt übersetzt “Gott allein die Ehre”. Vor jeden deiner Tage kannst du ein J.J. setzen – Jesus hilf mir beim friedvollen Umgang mit meinem Nächsten – und am Tagesende ein “SDG” – Gott allein die Ehre, für seine gnadenreiche Hilfe was den friedvollen Umgang mit dem Nächsten angeht. Gehe ganz anders in den Tag mit dem Gedanken, dass egal was und wie du etwas heute tust, du darauf achtest, in deinem zwischenmenschlichen Verhalten Gott zu ehren. Das hört sich für den ein oder anderen abgehoben und zu abstrakt an, aber letztlich kann es ganz simpel heißen, dass ich an einem ganz normalen Tag im Vertrauen auf Gott in der Familie und bei der Arbeit versuche mit meinen Nächsten liebevoll und friedfertig um zu gehen. Und wenn’s mal nicht klappt … das vertraue ich Gottes unerschöpflicher Barmherzigkeit an.  


Geschwisterfriede – Die Milde

Eure Milde soll allen Menschen bekannt werden. Phil 4,5

Ich persönlich liebe das Wort Milde, auch wenn es kein alltags-deutsch ist und auch in der Bibel selten vorkommt. Darum habe ich mir Mal die Mühe gemacht verschiedene Milde-Zitate zu einem Text zusammen zu stellen. Hier das Ergebnis: Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam. (2. Tim 2:24), denn: “Milde erreicht mehr als Heftigkeit.” (Jean de La Fontaine), ja “Eine milde Antwort stillt den Zorn, doch ein kränkendes Wort heizt ihn an.” (Spr 15:1) “Mild sein heißt nicht dumm sein! Es heißt: Die Sachen friedlich und ruhig sagen, ohne zu verletzen. Sie auf eine Weise sagen, die nicht wehtut. Die Milde ist eine Tugend, die wir neu lernen, die wir in unserem Leben wiederfinden müssen” (Papst Franziskus). Die Milde ist unsere Stärke (Joh XXIII)  


Weltfriedenstag

Die Liebe hat zwei Arme; der eine umfasst Gott, der andere den Nächsten. Franz von Sales

Die Werke der Liebe sind immer Werke des Friedens. Jedes Mal, wenn ihr liebevoll miteinander umgeht, werdet ihr den Frieden bemerken, der über euch und die anderen herabkommt. Dort, wo Frieden wohnt, wohnt Gott. Indem er Frieden und Freude in unsere Herzen gießt, berührt Gott unser Leben und zeigt uns seine Liebe. Führe mich vom Tod zum Leben, vom Irrtum zur Wahrheit. Führe mich von der Verzweiflung zur Hoffnung, von der Angst zum Vertrauen. Führe mich vom Hass zur Liebe, vom Krieg zum Frieden. Bewirke, dass der Frieden unser Herz unsere Welt, unser Universum erfüllt: Frieden, Frieden, Frieden. Hl. Mutter Teresa  


Geschwisterfriede – Höre zu mit ganzem Herzen

Höre zu, oder deine Zunge wird dich taub machen. Indianisches Sprichwort

Wir haben die Fähigkeit zu hören. Mit Herz und Verstand zu zu hören ist eine Kultur, die geübt werden kann und muss. Entwickeln wir diese Kultur nicht werden wir emtional taub für den anderen. Die Stimmen anderer dagegen zu hören, kann wie Musik klingen, in die du dich einhörst und immer besser und schneller verstehst, wie es deinem Gegenüber geht, was ihn beschäftigt, Dur und ebenso Moll. Auf der gestrigen Beerdigung einer ehemaligen Schülerin von mir, wo bei mir seit langem mal wieder die Tränen floßen, habe ich dieses “mit dem Herzen hören” in voller Intensität erlebt. Das Verstehen, dass aus diesem achtsamen herzerfüllten Zuhören erwächst bildet den fruchtvollsten Boden für einen friedvollen Umgang. Höre zu, versuche zu verstehen, jage dem Frieden nach. Herr, schenke uns die Gnade des guten Zuhörens    


Geschwisterfriede – Ertragt einander

Schaut, alle kommen und wollen von ihrem Kreuz befreit werden; so wenige kommen und bitten um Kraft, es zu tragen! (Pater Pio)

Manchmal erkennen wir in einem anderen uns selbst, wollen es aber nicht wahrhaben. Was wir an anderen am meisten hassen, mag eine Eigenschaft sein, die wir bei uns selbst am meisten ablehnen. Manchmal können wir nur mit gesträubten Nackenhaaren an bestimmte Menschen denken -in diesem Fall sollten wir uns fragen: “Welche Eigenschaft dieses Menschen erinnert mich an mich selbst?” “Wie kommt es, dass gerade er mich in Gedanken zur Weißglut bringt?” “Welche seiner Eigenschaften finde ich bei mir wieder?” Es ist möglich, dass wir diesen Menschen nie sympathisch finden werden. Wenn wir jedoch aufhören, ihn oder sie schlecht zu machen, kommen wir mit uns selbst besser klar und werden kräftig darin, den anderen in seinen Unvollkomnenheiten zu ertragen. “Unsere Vollkommenheit besteht darin, unsere Unvollkommenheiten zu ertragen.” (Franz von Sales)    


Geschwisterfriede – das Entscheidende

Das Entscheidende ist: Lebt so , dass es im Einklang mit dem Evangelium von Christus steht! Phil 1:27

Ich nehme mit stets vor, mit allen Menschen aus meinem Umfeld friedvoll umzuggehen, nach dem Willen Gottes, dem Evangelium von Christus. Es gibt Tage, da gelingt das richtig gut. Und es gibt diese anderen Tagen, wo ich aus welchen Gründen auch immer pampig zu meinem Nächsten bin oder mehr. Da gelingt mir nicht, was ich mir vorgenommen habe. In diesem Mißlingen muss ich auch Barmherzigkeit mir selbst erweisen, über dieses Mißlingen darf ich mir keine Sorgen machen, nein: “Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.” (1. Petrus 5,7), er verweigert die Barmherzigkeit keinem, der sie erfleht. “Ich will nun einmal dem Letzten hier genauso viel geben wie dir.”(Mt 20:14) Gott sieht unser Bemühen, versagen wir, dürfen wir das in sein unerschöpfliches Meer der Barmherzigkeit werfen.