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Geben und Empfangen

Geben und Empfangen


1. Geben als Ausdruck echten Interesses an anderen

Denkt nicht nur an eure eigenen Angelegenheiten, sondern interessiert euch auch für die anderen und für das, was sie tun. Phil 2,4

Es geht beim Geben nicht nur um unser Geld, sondern genauso um unsere Zeit, unsere Kraft und im tiefsten Kern um das Geben unser selbst. Die Großzügigkeit in diesem Geben beschreibt ein nicht kalkuliertes Verhalten, das auf keine adäquate Gegenleistung spekuliert. Es bedeutet ein echtes Interesse am Anderen. Folgendes Bild von der Mantelteilung Martin’s begleitet mich zur Zeit meditativ. Es bewegt mich, weil darin unser Glaube und Überzeugung dargestellt wird, dass das Geringste was wir einem anderen Menschen Gutes tun, wir letztlich Jesus tun. Den Mantel, den der Bettler unten rechts entgegen nimmt, nimmt Jesus oben links entgegen. Im Nächsten begegnen wir ihm.
Wo interessiere ich mich für den anderen?


2. Gott ist das größte Vorbild im Geben.

Denn so hat Gott (der größte Geber)

die Welt (die größte Gruppe)

geliebt, (das größte Motiv)

dass er seinen

eingeborenen Sohn (das größte Geschenk)

gab, (die größte Tat)

(Joh 3,16)

 

… wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? (Römer 8,32).

 

Gottes Wesen besteht darin, dass er gibt. Für seine Gaben empfinden wir Dankbarkeit. Neben denn so vielen großen Kleinigkeiten ist seine größte Gabe sein Sohn Jesus Christus. Das Geben von Gaben an andere ist ein Ausdruck dieser Dankbarkeit zu Gott für seine Gaben!!! Das ist für mich ein ganz wichtiger Lebensgedanke! Daher: Lerne dankbarer stets empfangen und fröhlicher geben. Denn als Ebenbild Gottes sind wir berufen ihm im Geben nach zu folgen.


3. Alles ist uns nur anvertraut

Alle guten Gaben, alles, was wir haben, kommt, o Gott, von dir, wir danken dir dafür. Tischgebet

Dieses Tischgebet gilt nicht nur für die Gabe des Essens, sondern für alles in unserem Leben. Alles, was wir haben, kommt von Gott. Unser Leben mit allem, was dazugehört, ist uns von Gott anvertraut. Unsere Lebensaufgabe ist es, mit dem, was uns gegeben wurde, in Gottes Sinne umzugehen. Anvertraut ist uns die Zeit, jeden Tag 24 Stunden, anvertraut sind uns Menschen auf unserem Weg (ganz wichtig!), anvertraut ist uns das Geld, Fähigkeiten u.v.m. Und bedenken wir, dass wir auch in menschlichen Beziehungen Empfänger sind. Es ist nicht angenehm, mit Menschen zu verkehren, die immer Geber sein wollen und nie Nehmer. Welche Menschen gibt dir Gott heute, die dir anvertraut sind? Wo empfängst du heute Menschen, denen du anvertraut bist?


4. Geben ist eine Sache des Herzens

Gebt jedoch nicht widerwillig oder unter Zwang, denn Gott liebt den Menschen, der gerne gibt. 2. Kor 9,7

Die Art, wie man gibt, bedeutet mehr, als was man gibt. Durch zähneknirschendes Geben können wir Gott weder beeindrucken noch erfreuen. Es geht um die richtige Herzenseinstellung. “Wer mit Freuden gibt, gibt am meisten.” (Mutter Theresa) Geben ist eine Sache des Herzens. Ich achte darauf nicht aus Pflichtgefühl zu geben, um ja ein guter Christ zu sein, sondern zu geben mit einem geöffneten Herzen. Und immer wieder auch der Gegenpol: Dankbarkeit für all das Gute, was wir in unserem Leben schon empfangen durften. “Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch.” (Mt 10,8)


5. Geben und empfangen

Geben ist seliger denn nehmen. Apg 20,31

Warum heißt es hier seliger und nicht besser? Im Unterschied zu dem neutralen Wort besser ist das Wort selig ein Beziehungswort. Es spielt auf die Beziehung zu Gott an. Und es spielt auf die Beziehung zwischen Geber und Empfänger an. Der gibt, der hat selber etwas davon, der wird dadurch selig, der freut sich darüber, der empfindet Mitfreude über der Freude, die er beim Empfänger ausgelöst hat. “Gebt, und es wird euch gegeben werden. Wer großherzig ist, wird immer Segen empfangen” (Johannes XXIII). Ja: “Je mehr du gibst, desto mehr empfängst du.” (Mutter Teresa)


6. Widerstehe der Eitelkeit

Wenn du den Armen etwas gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. Mt 6:3

Widerstehe beim Geben der Versuchung der Eitelkeit: Ich will, dass jeder weiß, was ich tue. Ich will Beachtung finden, wenn ich gebe. Ich will, dass jeder weiß, wie freigebig und gütig ich bin und was für ein großzügiges Herz ich habe. Prüfe beim Geben stets dein Herz. Gebe mit unverfälschten Motiven, einem aufrichtigen Herzen und nicht um von Menschen gesehen zu werden. Dann weiß deine linke Hand nicht, was die rechte tut. Ja: Du sollst dein eigenes Gutes nicht wissen. Sonst ist es wirklich dein Gutes, aber nicht das Gute Christi.


7. Die Begierde macht das Geben schwer

Deine Hand sei nicht ausgestreckt zum Nehmen und verschlossen beim Zurückgeben. Sir 4,31

Immer besteht die Gefahr der Begierde. Das Problem ist, dass das Verlangen nach mehr nie aufhört. Die Begierde ist gefährlich, weil sie keine Sattheit kennt und uns versklavt. “Arm ist nicht, wer wenig hat, sondern wer viel begehrt.” (Chrysostomos) Sei kein Narr, der nach immer mehr Dingen strebt. So mauerst du dein Herz zu. Mach stattdessen die Suche nach Gott zu deiner Leidenschaft. Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht: Gott allein genüg