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Begegnungen

Begegnungen


Alles ist Begegnung

Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes dorthin. Apg 8,14

▶ Alles Leben ist Begegnung: Jesus begegnet den Jüngern, Petrus und Johannes begegnen den Menschen in Samarien. Liest man die Bibel geht es so gut wie nie um theologische Abhandlungen, sondern es vollzieht sich alles in der Begegnung zwischen Menschen untereinander und zu Gott.

▶ Achte auf deine Begegnung: Ich begegne dem Du und hier ereignet sich mein Leben. Gott schickt mir Menschen, die mir Impulse geben, die verändernd auf mein Leben wirken. Und ich werde mir bewusst: die wichtigste Begegnung ist die Gottesbegegnung. Ich danke heute Gott für besondere Begegnungen in meinem Leben, meine Eltern, mein Partner, Geschwister, Freunde, Kollegen u.v.m.


Konfrontiert mit Erwartungen

Wirf die Erwartungen anderer über Bord! Es rudert sich leichter. KarlHeinz Karius

▶ Erwartungen – ein Lebensthema: ob es nun ein Kollege ist, ein Freund oder der eigene Ehepartner. Sie ganz außer acht zu lassen, ist für mich keine Lösung, dann kann ich mich gleich ins Kämmerlein einsperren.

▶ Reflektierter Umgang mit Erwartungen: Erwartungen anderer sind für mich durchaus auch Impulse, die mich weiter bringen. Ich versuche stets reflektierend damit umzugehen, schaue ob sie berechtigt oder unberechtigt sind. Aber diesen reflektierenden Filter braucht es. Ist dieser nicht da, dann bin ich nicht in der Lage, zu einer Erwartung auch mal “Nein” zu sagen. Ja, das berühmte “Nein-sagen-lernen”. Können wir das nicht, brennen wir irgendwann aus, werden überrannt von dem vielen “Du musst” und “Du sollst”.


Freude und Lachen verbindet

Nichts gelingt gut, was man nicht mit Freude vollbringt. Thomas von Aquin

Auf die Frage, was sein liebstes Hobby ist, antwortete der Dalai Lama trocken: Lachen. Ich sehe einen lachenden Jesu. Gemeinsame Freude und Lachen verbindet die Menschen. Manch einem ist dieses Lachen in die Wiege gelegt. Bei mir ist das nicht der Fall. Ich kann mich sicherlich nicht zum lachen zwingen, aber ich versuche dennoch mit einem Auge in die Welt zu sehen, dass Situationen entdeckt, über die es sich gemeinsam zu lachen lohnt. Und die gibt es, selbst an anstrengenden Tagen. Und gerade an anstrengenden Tagen genieße ich diese kleinen gemeinsamen Lachpausen, da sie dem Körper und der Seele Kraft geben. Das Lachen vermittelt Freude und es geht gleich alles etwas leichter von der Hand. Denn viel zu schnell setzt man dann wieder das “Mühsal-Gesicht” auf. Also: heute Mal wieder ganz bewusst Freude verbreiten.


Jenseits von richtig und falsch

Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort. Hier können wir einander begegnen. Rumi

Ich habe es mit sehr vielen Menschen zu tun. Und da kriselt es mal mehr und mal weniger. Allen kleinen und großen Begegnungs-Krisen ist eines gemeinsam. Der eine sieht es so. Der andere so. Wer hat nun Recht? In der Begegnung mit meinen Mitmenschen gehe ich grundsätzlich davon aus, dass weder ich noch der andere “Recht” hat. Jeder hat seine Sicht und Empfindung von Welt, Ereignissen oder Personen. Und bei der Begegnung versuche ich mit der Sichtweise des anderen in Kontakt zu kommen und ebenso meine Sichtweise dem anderen zu vermitteln. Und ich lasse den Anspruch fallen, dass wir am Ende alles gleich sehen müssen. Meine Erfahrung ist, dass dann Begegnung am wahrscheinlichsten ist. Zumindest viele, wenn sicher auch nicht alle, Begegnungs-Krisen kommen so erst gar nicht zustande.


Begegnung und das “Sehen”

Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte. Berthold Auerbach

Sehen, was wir am anderen nicht haben: Ja, ich bin glücklich, aber wenn dieser oder jener Mensch sich hier und da noch ändert, dann bin ich noch glücklicher. Ich sehe nur, was ich nicht habe.

Sehen, was wir am anderen haben: Es ist gut, wenn wir in unseren Begegnungen immer wieder darauf schauen, was wir an dem anderen haben und nicht gleich und sofort, wo es noch Entwicklungsbedarf gibt, was nicht heißt, das wir Impulse der Veränderung geben dürfen.

Auf das Sehen kommt es an: Nach der Himmelfahrt waren die Jünger voll Freude und das obwohl sie ihn nun nicht mehr leibhaftig sahen. Sie sind sich einer neuen Gegenwart Jesu gewiss. Sie sehen, obwohl sie nicht mehr sehen. Neben dem Sehen im Glauben können wir auch in unseren Begegnungen immer wieder neu den anderen sehen lernen, ihn als Kind Gottes ansehen und ihn nicht vorschnell in verurteilende Schubladen stecken. Jeder Mensch hat Blumen in seiner Seele und seien sie auch noch so klein. Lerne, diese Blumen zu entdecken.


Begegnung und Gefühle

Ge-fühle‘ bedeutet „Geh hin und fühle“ und nicht „Geh hin und verdränge“. Sonst hießen Gefühle besser Gedränge. Robert Betz

▶ Ich und meine Gefühle: Ständig deinen Gefühlen freien Lauf zu lassen ist nicht gut. Ein gesundes Maß an Selbstkontrolle ist gut und wichtig. Ist das nicht gegeben, dann rappelt es gerade im zwischenmenschlichen Bereich noch viel häufiger. Scheinharmonie dagegen ist auch nicht gut. Gefühle unterdrücken ist noch viel schlechter. Gefühle müssen geäußert werden, es darüber gesprochen werden.

▶ Die goldene Mitte: Tägliche Aufgabe ist es, die goldende Mitte zu finden zwischen Gefühls-Selbstkontrolle und Gefühlsäußerung, wann sage ich wem, was und ich welcher Art und Weise.


Die Liebe

Wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. 1.Joh 4,7

▶ Die Liebe: Das Bild ist von unserem Hotelzimmer aus gemacht mit Blick auf den Dreifaltigkeitsberg, kein Wölkchen am Himmel, traumhaft. Danke für die vielen Grüße und Glückwünsche. Mein Handy hat gestern dauer vibriert. Ich werde alles weiterleiten. Heute habe ich die Ehre an der Hochzeit die Lesung aus dem 1. Joh-Brief zu lesen. An so einem Tag steht natürlich die Liebe im Mittelpunkt, sie ist und bleibt das wichtigste auf dieser Welt.

▶ Alles aus Liebe, nichts aus Zwang: …..hat Franz von Sales gesagt. Gerade in unserem Glaubensleben ist das wichtig. Viel zu häufig habe ich früher aus Zwang gebetet, weil ich dachte, dass Gott das von mir erwartet. Viel zu häufig habe ich überhaupt vieles getan aus Zwang. Ich war ein Gefangener meines “Ich muss und Ich soll”. Nein! Nichts aus Zwang, alles aus Liebe. Die kleinste Tat aus Liebe getan ist mehr wert als die größten Werke, die aus reiner Pflicht getan werden. Es lebe die Liebe!