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Wichtige Tugenden

Wichtige Tugenden


Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen. Lk 21,19

Standhaft bleiben, die Treue halten. Große Worte. Was bedeutet das für mich? Zuallererst an unserem Glauben fest zu halten, der uns überliefert ist und der durch eigene Gotteserfahrung gefestigt wird. Daraus folgend, dass wir zulassen, dass der Glaube uns umgestaltet, wir nicht nur Wort-Christen sind, sondern in seiner Liebe leben und wachsen in den Tugenden. Liebe muss konkretisiert werden.


Tugenden – der hl. Geist lässt sie in dir wachsen

Die Frucht, die der Geist wachsen lässt, ist dagegen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Gal 5:22‭-‬23

Wir sind keine “Heiligen” und immer wieder auch schwach. In dieser Schwachheit sind wir bei Gott angenommen, trotzdem möchte Gott, dass wir uns innerlich-charakterlich weiterentwickeln. Für mich dient dieser Bibelvers häufig als Reflexions-Grundlage am Abend: Gab es heute Situationen, wo ich lieblos, ungeduldig, streng, streitsüchtig, gleichgültig gegenüber meinem Nächsten war? Warum war das so? Überforderung, unaufgearbeitete Konflikte? Wo war ich verletzt und habe Böses mit Bösen vergolten?  Haben heute mein Glauben, meine Worte und meine Taten übereingestimmt?  

 


Tugenden – geduldig sein

Eine Stunde Geduld ist mehr wert als mehrere Tage Fasten. Pfarrer von Ars

Das Gefühl der Ungeduld beruht auf Gedanken des Mangels. „Es sollte schneller gehen“, „Ich sollte schon weiter sein“ und ähnliches sind unwahre Gedanken. Jedes „es sollte“ und „es sollte nicht“ ist eine Verurteilung dessen, was IST und das Gegenteil von Annahme und Liebe. Also: bei der nächsten Ungeduld-Situation tieeeeef durchatmen  und versuchen es so anzunehmen, wie es nun mal gerade IST z.B. beim Warten in der Schlange am Supermarkt (banales Beispiel). Hier wächst dann die Tugend der Geduld.

   


Tugenden – Freundlichkeit

Ein Diener des Herrn…muss zu allen freundlich sein … und auch mit schwierigen Menschen Geduld haben können. 2Tim 2:24

Du hast sicher auch schwierigen Menschen in deinem Umfeld, die dich ab und zu auf die Palme bringen, stachelige Persönlichkeiten. Ich kenne das auch. Häufig hast du nicht die Möglichkeit, diesen Menschen aus dem Weg zu gehen z.B. wenn es im Beruf ist. Bevor du nun diese Leute innerlich ablehnst, sie verurteilst und evtl. mit Dritten über sie lästerst, versuche freundlich mit Ihnen um zu gehen, sie in ihrer Art und Weise im Rahmen deiner psychischen Möglichkeiten zu “ertragen”. Das ist, was dem Herrn gefällt. Sehe es u.a. als spirituelle Übung. Es wird dir nicht immer gelingen, mir auch nicht, aber auf den Versuch kommt es an.


Tugenden – Demut

Überhebt euch nicht über andere, seid freundlich und geduldig! Eph 4:2

Alle Menschen sind dir Brüder und Schwestern. Alle Menschen wurden von Gott in ihrer Einmaligkeit geschaffen. Alle Menschen sind es Wert geliebt zu werden. Alle Menschen machen Fehler. Kein Mensch ist gerecht. “Selig, wer die Schwäche und Mittelmäßigkeit seiner Seele entdeckt, sie eingesteht und sie bis zu seinem letzten Tag vor Gott bekennt“ (Matta Al-Maskin, ägyptischer Mönch). Demut wächst in dir, erstens, wenn du dich unter die Größe des Anlitz Gottes stellst, zweitens, wenn du deine eigenen Schwächen ansiehst und liebevoll annimmst und drittens, wenn du im anderen dein Bruder und deine Schwester erkennst. Amen  


Tugenden – Mut

Jeder Tag hat zwei Henkel – wir können ihn entweder an dem der Zaghaftigkeit anpacken oder an dem der Zuversicht. Eisenhower

Um in Tugenden zu wachsen, müssen wir sie täglich üben, ob es nun Freundlichkeit, Geduld, Demut etc ist. Die Arbeit ist meine persönliche spirituelle Fitnessbude. Es geht um den “kleinen”, täglichen Mut, mit welchem Geist wir in den Tag gehen: zaghaft oder zuversichtlich. Manchmal stehe ich vor dem kommenden Tag wie David vor Goliath und denke “Ojeoje”. Dann besinne ich mich auf den Mut und die Zuversicht. Der Bibelvers aus dem Buch Joshua ist dabei ein treuer Begleiter: _Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst!


Tugenden – Milde

Eure Milde soll allen Menschen bekannt werden. Phil 4,5

Milde bedeutet nicht, dass du die Fehler des anderen totschweigst um des Friedens willen und den Frust darüber in dich rein schiebst. “Mild” kommt vom Althochdeutschen und bedeutet “zart”. Wenn du die Fehler des anderen zart behandelst wie eine Blume, ist die Chance größer, dass dies bei deinem Gegenüber Offenheit und Einsicht erzeugt, als wenn du ihn lautstark auf die Anklagebank deines Herzens setzt. Ist uns das emotional nicht möglich, so bleibt immer noch das Gebet für mich und den anderen, dass Gott uns lenkt und uns befreit aus Engen, in denen wir stecken geblieben sind. Bedenken wir immer wieder neu: Auch Gott zeigt sich gegenüber unseren Schwächen und Fehlern barmherzig und mild. Vergessen wir das nie.