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Mut 1

Mut – ein großes Thema 

Nur Mut! Steh auf, Jesus ruft dich! Mk 10:49

365 mal in der Bibel heißt es “Fürchte dich nicht” und noch häufiger wird zum Mut aufgerufen. Das ist also echt ein großes biblisches Thema. Wir sind immer wieder in Situationen gestellt, die unseren Mut erfordern: ein unangenehmes Gespräch, eine Prüfung, Treffen wichtiger Entscheidungen u.v.m. Es gibt viele Situationen, denen wir eigentlich lieber aus dem Weg gehen, als uns ihnen zu stellen. Mut bedeutet, sich diesen Situationen des Lebens zu stellen, nicht alleine, sondern mit ihm und aus der Gewissheit heraus, dass er, der König in Ewigkeit ist, uns trägt, ruft und uns mit seinem Frieden segnet alle Tage unseres Lebens.  

Die Tugend des Mutes ist wichtig, weil du ohne Mut nichts erreichen kannst. Nur durch Mut wirst du fähig, das Gute, das du willst, auch zu tun. “Wer den Mut zum Leben verloren hat, ist zu nichts mehr in der Lage.” (Spr 18:14)


Mut setzt ein hohes Gut voraus

Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst! Denn ich, der Herr, dein Gott, stehe dir bei, wohin du auch gehst. Jos 1:9

Christlicher Mut setzt voraus, dass es etwas gibt, für das man ein Risiko eingeht, dass es wert ist, Mut auf zu bringen. Gibt es dies nicht, ist unser Handeln Leichtsinn. In der Tugendlehre spricht man hier vom hohen Gut, ein Gut, das so groß, so wertvoll ist, dass man dafür Gefahr und Leid in Kauf nimmt. Dieses hohe Gut kann z.B. unser Glauben sein (voller Anerkennung verneige ich mich vor den vielen verfolgten Christen in der Welt) oder ein ganz konkreter anderer Mensch oder schlicht und einfach dein Leben. Mut ist hier die Bereitschaft, sehenden Auges für den Glauben, einen Menschen oder für dich selbst etwas zu wagen. Ein mutiger Mensch weiß, worauf er sich einlässt. Er erkennt die Gefahr und geht mit offenen Augen darauf zu.  

Meister mein, ich überlasse das Steuer meiner Seele ganz dir. Führe sie selbst nach deinenm göttlichen Belieben.


Mut im geistlichen Kampf

Herr, gib mir Mut und Kraft. Neh 6:9

“Das Bemühen um die Reinigung unserer Seele kann und soll nur mit unserem Leben ein Ende finden. Regen wir uns also nicht auf über unsere Unvollkommenheiten: unsere Vollkommenheit besteht eben darin, dass wir die Unvollkommenheiten bekämpfen. Wir können sie aber nicht bekämpfen, wenn wir sie nicht sehen; wir können sie nicht überwinden, wenn wir ihnen nicht begegnen. Unser Sieg besteht nicht darin, daß wir sie nicht wahrnehmen, sondern darin, daß wir uns ihnen nicht beugen. Der aber beugt sich ihnen nicht, der sie unangenehm empfindet. Zur Übung der Demut müssen wir wohl manchmal in diesem geistlichen Kampf verwundet werden; besiegt wären wir aber erst dann, wenn wir das Leben oder den Mut verloren hätten. Eines ist also notwendig: den Mut nicht verlieren! Befreie mich, Herr, von Feigheit und Mutlosigkeit. Es ist ein Glück für uns, daß wir in diesem Krieg immer Sieger sind, solange wir nur kämpfen wollen.” (Franz von Sales)    


Mut bei wichtigen Lebenssituationen

Gott aber ist es, der uns immer wieder neuen Mut und Trost schenkt, um standhaft zu bleiben. Röm 15:5

Alles Unbekannte macht erst einmal Angst. Angst darf sein, ist aber nicht das letzte Wort. Der Mutige hat sehr wohl Angst. Mut ist Angst, die gebetet hat. Jeder Konflikt, jeder Widerstand stellt ein Risiko dar. Mut ist da die Fähigkeit, solche Risiken im Gebet einzugehen, um auf diese Weise Neues zu entdecken, Veränderungen zu erfahren und Gutes zu bewirken. Ohne Mut hätte ich heute nicht meine Ehefrau, meinen Beruf u.a. Nur durch Mut sind wir in der Lage, im Leben wichtige, richtige Schritte nach vorne zu gehen.  

Frage dich heute, wo sich etwas ganz Entscheidendes in deinem Leben verändert hat, dass ohne den Mut deinerseits so nie gekommen wäre?


Mut und Tapferkeit

Zeigt euren Mut und seid tapfer. 2. Sam 2:7

Mut und Tapferkeit treten oft zusammen auf, denn in vielen Situationen ist beides erforderlich. Zunächst der Mut, der sich um einer guten Sache willen auf etwas Gefahrvolles einlässt. Mut ist offensiv. Dann die Tapferkeit, die das damit einhergehende Leid durchsteht. Tapferkeit ist defensiv. Tapferkeit ist die Fähigkeit, Leid zu ertragen. Ein tapferer Mensch ist in der Lage, um einer guten Sache willen Schweres durchzustehen. Beispiel: Bonhoeffer brauchte Mut beim Widerstand gegen Hitler. Doch beim Durchzustehen der Haft und schließlich der Hinrichtung war ein hohes Maß an Tapferkeit nötig. Der Mut ergreift das hohe Gut. Die Tapferkeit hält daran fest. Finde und liebe Gott in dem, was er dir gerade gibt und in deinen schweren Zeiten, bitte ihn um die Gnade der Tapferkeit.    


Wie wird man mutig?

Vertraue auf den Herrn ! Sei stark und mutig, vertraue auf den Herrn ! Ps 27:14

Das Gebet ist die entscheidende Hilfe, um die eigene Angst zu überwinden und mutig zu handeln. Mit Gottes Hilfe kannst du Mut finden, Angst zu überwinden und das Gute zu tun. Mutig wird, wer im Vertrauen auf Gott mutig handelt und den Situationen nicht ausweicht. Es bedeutet mit Haut und Haaren zu vertrauen, nicht nur hier und da ein bisschen. Das Ende von dir selbst ist der Anfang von Gott !!! Im Laufe der Zeit wird dieser Mut gefestigt, weil du erinnernd zurück schauen darfst auf schwierige Situationen, die du bereits mit Gottes Kraft und Gnade gemeistert haben.

Schaue heute erinnernd auf eine dieser wichtigen Lebenssituation zurück, in denen dein Mut und Vertrauen gefordert waren.