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Liebe (2)

Liebe


Liebe als Gottesdienst 

Der eigentliche Gottesdienst der Christen ist die Liebe. Benedikt XVI

Auch wenn es wohl kein Wort gibt, dass so missbraucht und verkitscht wird, besteht die eigentliche Revolution der Botschaft Jesu in der Liebe. Gott ist die Liebe (1. Joh 4,16) und in dieser Liebe sollen wir bleiben. (Joh 15, 9). Weil er uns liebt, können wir lieben. Liebe muss ständig gepflegt werden, sie braucht viel Geduld und Nachsicht, besonders in Beziehungen mit Problemen und Unstimmigkeiten. Leider: das Bedürfnis des Menschen, im Recht zu sein, ist so groß, dass er bereit ist, dafür sich selbst, seine Beziehungen und sogar die Liebe zu opfern. Dennoch: Jeder Tag ist eine Chance, die Liebe neu zu entdecken. Gott gibt uns das Herz, nicht um zu hassen, sondern um zu lieben. Gib jedem Geschehen seinen Sinn und iedem Tag seinen Tropfen Freude durch das Leben und Wirken in der Liebe.

     


Liebe fordert Disziplin und führt zur Freude. 

Wenn ihr euch nach meinen Worten richtet, seid ihr wirklich meine Jünger. Joh 8,31

Disziplin ist für manche ein Reizwort. Liebe jedoch benötigt auch Disziplin, wenn wir z.B. um der Liebe willen unseren u.a auch unseren ich-zenrierten Anteilen zurückstellen, dass wir nicht impulsiv und undedacht handeln, sondern stets die handlungsbegleitende Frage habe “Was möchte Jesus von mir in dieser oder jener Situation?” Ich dachte immer, Disziplin sei eine Last, das tun zu müssen, was wir manchmal gar nicht wollen? Kommt Freude nicht dadurch, dass wir tun, was wir wollen? Ist Freiheit nicht der Zustand, in dem wir niemals das tun müssen, was wir nicht wollen? Nein! Das ist ein weltliches Verständnis von Selbstdisziplin. Im Glauben dagegen bewirkt Disziplin Freude! Freude ist die Freiheit, das zu tun, was getan werden muss und dazu bedarf es der Disziplin. Sicher: Disziplin fällt nicht leicht, ist auch kein Spaß, aber sie Ist der beste innere Begleiter, den wir uns wünschen können. Aus Disziplin erwächst Selbstachtung. Der Mensch, dem es gelingt, “nein” zu sagen, erlangt ein Gefühl der Würde.  


Liebe und Wahrheit 

Lasst uns wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. Eph 4, 15

Wahrheit und Liebe zusammen ist oft eine Herausforderung z.B. beim Familienzwist: Soll ich Liebe zeigen und geduldig den Mund halten, schwierige Themen liebevoll bedecken oder alle Harmoniesucht überwinden und endlich mal ungeschminkt die Wahrheit sagen, Tacheles reden, was uns vielleicht Streit bringt, aber vielleicht auch einen Schritt weiter? Je mehr Liebe, desto weniger Wahrheit und umgekehrt? Ist dem so? Nein, es geht anders. Das zeigt uns Jesus. Er ist immer klar in der Sache (=Wahrheit), aber er fordert nicht und schimpft nicht, sondern bittet (=Liebe). Alles, was er von anderen erwartet, macht er selber vor. So wird aus dem Entweder-Oder von Liebe und Wahrheit ein Sowohl-als-Auch. So sei es auch in unserem Leben      

Schicke mir im rechten Augenblick jemanden, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen. Antoine de Saint-Exupery


Liebe und Errettung 

Wenn jemand auf etwas stolz sein will, soll er auf das stolz sein, was Gott für ihn getan hat! 1. Kor 1:31

Gerade, wenn ich etwas Gutes getan habe, gelebte Liebe, merke ich in mir die Versuchung des Stolzes, indem ich mir auf meine Tat etwas einbilde. Der Glaube rettet uns, nicht unsere Werke der Liebe. Dazu eine Geschichte: Ein Boot kippt oberhalb der Niagara-Fälle um. Zwei Männer werden von der Strömung fortgerissen. Die Leute am Ufer werfen ein Tau zu. Der eine Mann hält daran fest und wird gerettet. Der andere aber sieht ein Stück Holz vorbei schwimmen und klammert sich daran. Doch das Brett mit dem Mann darauf stürzt in den Abgrund, weil keine Verbindung zwischen Holz und dem Ufer besteht. Die Größe des Brettes nützt nichts. Zur Rettung wäre eine Verbindung mit dem Ufer nötig gewesen. So wird der Mensch nicht gerettet durch seine Werke, seine Gebete, seine Spenden, Sakramente o.ä. (das wäre in der Geschichte das Brett), sondern durch die Verbindung mit dem Ufer (=Gott) durch das Tau (=Jesus)  

 


Liebevoll die kleinen Dinge tun

Zu großen Taten ist selten Gelegenheit, die kleinen aber begegnen uns zu Hunderten. Herr, lass uns sorgfältig und liebevoll die kleinen Dinge tun. Franz von Sales

Das Christentum besteht nicht in schönen Worten, es muss tätig, hingebend, aufopfernd geübt werden. Wir sollen unsere Worte durch unser Leben unterstreichen und nicht durchstreichen. Tun wir für unsere Mitmenschen was wir nur können; beten wir für sie und seien wir stets von Herzen hilfsbereit, dann beweisen wir am besten, daß wir sie wirklich von Herzen lieb haben. Eine Liebe, die sich in schönen Worten erschöpft, hat wenig Wert; das ist nicht die Liebe, wie sie der Herr uns erwiesen hat. Die Liebe erfordert oft Anstrengung, Einsatz und Opfer. Sie bedeutet aber auch Freude. Kennt du nicht auch diese innere Freude, wenn du jemanden helfen konntest. So nehmen wir uns immer wieder neu, jeden Tag, der stets neue Situationen dazu bietet, die anspruchsvollen Worte des Auferstandenen zu Herzen: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. (Joh 15:12) und das gerade in den vielen kleinen scheinbar unbedeutenden Situationen, achte heute darauf!    


Du bist ein Brief Christi 

Ihr zeigt ja selbst, dass ihr ein Brief von Christus seid […] geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, aufgezeichnet nicht auf Steintafeln, sondern auf menschlichen Herzen. 2. Kor 3:3

Das Leben redet. Unser Leben ist ein Brief, den andere Menschen lesen können. Was lesen sie bei dir? In unserem Tun sind wir immer auch Vorbild für andere. “Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit andere Menschen zu beeinflussen, es ist die einzige. Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen. (Albert Schweitzer). Unser Brief beinhaltet nicht nur Sonnenschein, hat auch dunkle Seiten, unter denen allerdings steht: Begnadigt, erlöst, neu geworden. Wie gut, wenn das andere Menschen lesen können.