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Selbsterkenntnis

Selbsterkenntnis


Erkenne dich

Erkenne dich selbst. Inschrift am Apollotempel von Delphi

Du bist einmalig, unverwechselbar von Gott geschafffen mit einem Auftrag in dieser Welt. Es lohnt sich, das sich immer wieder bewusst zu machen: Wer bin ich? Wofür bin ich da? Der erste Schritt ist der *Wille zur Selbsterkenntnis.* Viel zu schnell sind wir bei Schwierigkeiten oder überhaupt bei anderen Menschen und deren Schuld oder der allgemeinen Situation, dem Schicksal. Achtsam mit sich umzugehen, sich selbst immer neu erkennen zu wollen, sein Verhalten sachlich reflektieren, ohne dass wir dabei nur um uns selbst kreisen, das ist wichtig, wenn wir innerlich nicht stehen bleiben wollen, wenn wir innerlich mit uns selbst in Kontakt bleiben wollen, was soooo wichtig ist. Ich bin ja keine Maschine, ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut.. Gott helfe uns, uns selbst zu erkennen.    


Akzeptiere dich

Wir können nichts verändern, wenn wir es nicht erst akzeptieren. Carl Gustav Jung

Das, was ich nun im Zuge meiner steten Selbsterkenntnis erblicke, ob schlecht oder gut, nehme ich an. Da geht es häufig um meine Persönlichkeits-Anteile. Ich nehme mich so an, wie ich bin. Z.B. habe ich ab und zu eine melancholische Stimmung oder bin im Umgang mit Mitmenschen eher distanziert-sachlich als überschwänglich emotional und wirke dann kühl und desinteressiert. Aber das bin ich. Der Joachim. Ich akzeptiere es und das widerspricht dem nicht, dass ich es dann im Kleinen verändere, ich z.B. mal bewusst meinen Schatten überspringe und emotional auf einen anderen Menschen zugehe, ihn zur Begrüßung umarme, was ich sonst nicht mache. Genau das drückt das Zitat für mich aus. Aber es ist nicht “easy Going”, sondern häufig ein “Kreuz-Weg”.  


Breche auf

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen. Hermann Hesse*

Die tiefste Selbsterkenntnis ist zu nichts nütze, wenn daraus nicht geistliche Früchte erwachsen. Breche auf. Nimm dir etwas vor. Alles andere ist eine Sackgasse. Keine allgemeinen Floskeln: Ich möchte ein besserer Mensch werden. Ich will alle lieben Sondern konkret: z.B. Ich möchte eine etwas nervige Eigenschaft von Mensch xyz heute liebevoll ertragen u.v.m. Es wird uns nicht immer 100% gelingen, aber Gott sieht mehr auf die Mühe der Liebe, als auf das eigentliche Werk, was dann heraus kommt. Gebet: Jesus, hilf uns heute und immerder bei der Umsetzung unserer Vorsätze, hilf uns aus unseren Sackgassen. Amen.  


Ehrlichkeit und Demut

Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn ihnen gehört sein himmlisches Reich. Mt 5:3

Demut: Die Selbsterkenntnis der eigenen Armut ist der Schlüssel zu Gottes neuer Welt. Solange wir mit Adleraugen die Fehler anderer und mit Maulwurfsaugen unsere eigenen Fehler betrachten, entfernen wir uns vor Gott, verlieren wir uns in Stolz und Hochmut. Die Armut und Demut helfen uns bei einem ehrlichen Blick auf uns selbst.

Ehrlichkeit: Die Wahrheit wird mich frei machen (Joh 8, 32), denn nur wenn ich die Wahrheit über mich selbst erkenne, kann Gott sich in seiner ganzen Größe, Güte und Schönheit in meinem Leben sichtbar machen. Nur dann kann er auch für mich der sein, der er ist. Gebet: Jesus, hilf uns mit einem ehrlichen und demutigen Blick auf uns selbst zu schauen. Amen  


Erkenne deinen Auftrag

Johannes antwortete mit den Worten des Propheten Jesaja: “Ich bin eine Stimme, die in der Wüste ruft: ‘Ebnet den Weg für den Herrn!'” Joh 1:23

Erkenne deinen Auftrag: Wir kehren zurück zu Johannes dem Täufer. Er erkennt seinen Auftrag. Auch du hast einen Auftrag. Du bist kein Produkt des Zufalls. Es ist gut, immer wieder darüber nach zu sinnen wozu ich auf dieser Welt bin. Das kann ich nicht im Trubel, sondern vor allem in der Stille. Nehme dir Zeiten für das Alleinsein, gehe innerlich in die Wüste, um zu erkennen, wer Gott ist, wer du bist, wozu du da bist, was deine Talente und Schwächen sind.

Zum Schluß: Schließen möchte ich die Reihe mit einem Gedicht von Naegeli, das mich innerlich bewegt hat:

Du schaust mich an und weißt alles.
O Herr, wie gut ist es,
dass ich nicht allein bin mit mir.
Wie gut, ganz und gar erkannt,
ganz und gar bejaht zu sein.