Anmeldung ->

Resilienz

Resilienz


Was ist Resilienz?

Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles gelingen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen. Antoine de St. Exupéry

Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit oder auch seelisches Immunsystem und bezeichnet unsere inneren Kräfte, die uns in den Schwierigkeiten des Lebens helfen, so dass wir daran nicht zerbrechen, sondern gestärkt daraus hervorgehen. Keiner von uns mag Krisen. Dennoch: Krisen können uns auch positiv wandeln, Neues entstehen lassen. Von der Wortherkunft bedeutet Resilienz Elastizität. Wenn wir unsere inneren Kräfte aktivieren, dann sind wir wie ein Gummiband, dass nachdem es strapaziert (gestresst) wurde, wieder in den normalen Zustand zurück geht. Es gibt drei Grundhaltungen, die für ein seelisches Immunsystem wichtig sind: Optimismus, Akzeptanz und Lösungsfähigkeit. Um diese soll es in den nächsten zwei Wochen gehen.


Achte auf deine Gedanken

Achte auf deine Gedanken. Spr 4,23

Der Optimismus: versuche stets ermutigend und beruhigend zu denken. Auch in schwierigen Situationen lassen sich stets positive Aspekte erblicken und sei es, dass wir innerlich daran wachsen. Resilient zu sein heißt nicht, frei zu sein von Stress und Druck, von Konflikten und Widrigkeiten, sondern dass wir mit diesen Problemen erfolgreich umgehen können. In nahezu jeder Schwierigkeit steckt ein verborgener Gewinn. Halbleeres oder halbvolles Glas eben. Konzentriere dich auf das Positive ohne dabei die Schwierigkeiten aus dem Blick zu verlieren. Mir hilft es, in den entsprechenden Situationen zu mir selbst den folgenden Satz zu sagen: Alles wird gut!  

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken. Bonhoeffer


Mache dir Stärken und Stärkendes bewusst

Du bist meine Stärke. Ps 59:10

Du hast Stärken! Es ist gut, sich diese immer wieder neu ins Bewußtsein zu holen. Das hat nichts mit Hochmut zu tun, sondern mit Dankbarkeit für das, was mir Gott geschenkt hat. Das stärkt unseren Optimismus. Wir haben Stärken, aber wir sind nicht immer stark und das müssen wir auch nicht immer sein. In Krisen oder bei Streß sind negative Zustände (Zusammenbruch, Ausgepowertsein etc.) aus dem Erlebten logisch folgend. Neben der Erkenntnis von Stärken in der Persönlichkeit, die wohl bei jedem von uns höchst unterschiedlich sind, ist es elementar wichtig, sich durch den Herrn stärken zu lassen. Er ist ja zuletzt unsere wahre Stärke. Durch das Gebet, das Lesen der Schrift und dem Empfang der Eucharistie lässt er uns seine Stärke zukommen.    

Das alles hilft uns auch im Dunkeln zu erkennen, dass es ein unbesiegbares Licht gibt und so zuversichtlich in der Gegenwart zu leben und in die Zukunft zu blicken.


Achte auf eine positive Sprache

Überlege deine Worte. Spr 21:23

Sprache ist nicht nur Ausdruck der Gedanken. Wenn wir bewusst auf eine positive Sprache achten, so hat dies die Macht, auch unsere Gedanken zu ändern. So lerne an einer Situation oder einer anderen Person das Positive zu entdecken und dies auch zu äußern. Mich hat das langfristig in meinem Sein verändert. Dies gilt nicht nur im Sprechen mit dem Gegenüber, sondern vielmehr noch für unsere inneren Monologe. Eine positive Sprache unterstützt eine opptimistische Grundhaltung.  

Wie spreche ich mit mir selbst?Wie spreche ich mit anderen?


Nimm dich selbst nicht zu ernst

Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel. Ps 126:2

Zuletzt gehört es zu einer opptimistischen Grundhaltung, dass wir uns selbst nicht zu ernst nehmen. Auch mal über sich selber lachen tut gut. Lachen über sich selbst ist ein Ausdruck dafür, dass man sich in seiner Menschlichkeit angenommen hat. Lachen befreit ausserdem und schafft wohltuenden Abstand zu kleinen und großen Ärgernissen des Alltags und relativiert ihre Gewichtigkeit und Tragweite, lässt uns nicht aus einer Maus gleich einen Elefanten machen. Also: immer mal wieder lachen.  

Humor und Geduld sind zwei Kamele, mit denen du durch jede Wüste kommst. Arabisches Sprichwort


Aspekte einer optimistischen Grundlage

1. Achte auf deine Gedanken

2. Konzentriere dich auf das Positive

3. Mache dir deine Stärken bewusst

4. Achte auf eine positive Sprache

5. Nimm dich selbst nicht zu ernst


Der (lange) Weg der Akzeptanz

Das Gute haben wir von Gott angenommen, sollten wir dann nicht auch das Unheil annehmen? Hiob 2:10

Die zweite Grundhaltung, die das seelische Immunsystems stärkt, ist die Akzeptanz. Fakt ist, dass Unglück, Enttäuschung und Widrigkeiten Teil des Lebens sind. Dies innerlich zu akzeptieren, kann bisweilen ein langer Weg sein. Gebe dir die notwendige Zeit. Akzeptanz heißt, sich Schritt für Schritt der Wirklichkeit zu öffnen, um sie zu begreifen und anzunehmen. Geduld mit sich und mit anderen ist hier eine unerlässliche Tugend. “Mit dir selbst hab Geduld. Gott hat sie auch.” (Edith Stein) Statt in einer Krise sofort zu überlegen: Was kann ich tun? verlangt Akzeptanz zuerst die Frage: Was kann und muss ich lassen und loslassen? Was muss ich annehmen?  

Wir können eine Sache nicht verändern , wenn wir sie nicht akzeptieren. Carl Gustav Jung


Akzeptierende Haltung im Alltag (Ps 17)

Du durchschaust alles, was in mir vorgeht. Ps 17,3

….und darum weißt du Gott, dass ich manchmal schon bei kleinsten Dingen die Krise bekomme. Solche alltäglichen Situationen bieten ein unerschöpfliches Übungsfeld, unsere Bereitschaft zur Akzeptanz aus zu bauen. Nutze sie. Lassen wir uns nicht leicht zum Bösen Wort hinreißen, wenn Dinge nicht so laufen, wie wir es gerne hätten. Versuchen wir gelassen zu bleiben. Aufgeregt zu werden bringt gar nichts, sondern schadet. Mich über Dinge aufregen, die mich ärgern, regt mich zusätzlich auf, weil es mich im Grunde ärgert, dass es mich aufregt. Wir wissen doch: Gott beschützt und wie ein Vogel seine Jungen.  

Senke meine Tritte ein in deine Fußstapfen, damit mein Gang nicht wankend sei! Ps 17,5


Lerne andere in ihrem Sosein zu akzeptieren

Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen! Gal 6:2

Akzepziere, dass andere einen eigenen Willen und eine eigene Persönlichkeit haben. Wir müssen das Verhalten des anderen nicht zwanhaft gut heißen, aber der andere hat das Recht auf seine eigene Sichtweise. Du selbst willst sicherlich auch nicht, dass andere dich da grundlegend verändern wollen, geschweige denn, ob das überhaupt geht. Die Ecken und Kanten anderer zu akzeptieren ist eine tägliche Herausforderung. Was der Mench an sich oder anderen nicht bessern kann, muß er geduldig tragen, bis Gott es anders fügt. Denn keiner ist ohne Fehler  


Lerne dich selbst in deinem Sosein zu akzeptieren

So sehr hat Gott die Welt geliebt….Joh 3:16

Du darfst dich selbst so annehmen, wie du bist, weil du dich von Gott geliebt weißt, gerade auch mit deinen Rissen und Wunden in deiner Seele. Nimm dich wahr in deinen hellen und dunklen Seiten. Es gibt stets Anteile in deinem Fühlen, Denken und Handeln, dir dir nicht gefallen. Gehe versöhnlich mit deinen ungeliebten Anteilen um. Sich zu akzeptieren heißt dabei keinesfalls, zu resignieren, alles in Ordnung zu finden und sich keine Mühe mehr zu geben. Wenn du einen Fehler gemacht hast, dann sehe dich selbst nicht als Versager, sondern sehe ihn als Lernerfahrung und eine Chance für Entwicklung an. Gott segne dich und gerade dieses Heute, in dem du neu seine Liebe erfährst.


Veränderbare und unveränderbare Dinge

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Gelassenheitsgebet

Dies ist ein Gebet, dass mir sehr wichtig geworden ist und dass ich auswendig gelernt immer bei mir habe. Wir haben nicht die vollkommene Kontrolle, aber wir haben sicher Einfluss auf unser eigenes Verhalten, unser Denken und Fühlen. Du kannst beeinflussen, wie du mit anderen umgehst, auch gute Gedanken lassen sich üben und das alles beeinflusst auch unsere Gefühle. Dagegen: was andere Menschen sagen, denken, fühlen und tun ist letztlich deren Entscheidung. Akzeptanz heißt hier: nüchtern fest zu stellen, was ist und sich in Frieden mit dem Unabänderlichen abfinden, das Veränderbare aber mit Mut und Tatkraft anzugehen. Der Prozess der Akzeptanz des Unabänderlichen ist dagegen immer Versöhnungsarbeit.  


Aspekte einer akzeptierenden Grundlage

1. Gebe dir die notwendige Zeit. Habe Geduld

2. Versuche gelassen zu bleiben

3. Andere in ihrem Sosein akzeptieren

4. Sich selbst in seinem Sosein akzeptieren

5. Die Wirklichkeit annehmen


Konzentriere dich auf Lösungen

Verlangt also nach meinen Worten, sehnt euch danach. Weisheit 6,11

Die dritte Haltung, die das seelische Immunsystem stärkt, ist die Lösungsorientierung. Viel zu häufig schauen wir auf die Ursachen, ziehen uns in eine Opferrolle zurück oder machen es uns im Murren bequem. Raus aus der Problemhypnose. Diese dritte Grundhaltung konzentriert ihre Energie darauf, erwünsche Ergebnisse zu überlegen und notwendige Ressourcen dafür zu aktivieren. Sich auf Lösungen zu fokussieren, öffnet den Blick nach vorne und schafft Energie für das Wesentliche. Wenn wir dies im Geist des Herrn tun, dann hilft er uns durch sein Wort und Geist.  

Wer etwas will, sucht Wege. Wer etwas nicht will, sucht Gründe. Harald Kostial


Suche nach Möglichkeiten

Unsere Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde erschaffen hat. Ps 124:8

Häufig sehen wir immer nur eine Möglichkeit. Üben wir uns im kreativen Bereich, auch andere Möglichkeiten zu durchdenken, wenn wir in einer Krise sind oder auch nur mit kleinen Problemchen zu kämpfen haben. Übe dich, in allem was dir zunächst schwierig und problematisch erscheint, auch zu erkennen, was das Gute daran ist. Entwickele z.B. Ehrgeiz, in einer misslichen Lage oder bei einem problematischen Verhalten eines Mitmenschen mindestens drei Vorteile zu finden. Und ja: das ist zuweilen nicht einfach, aber gerade darin besteht positiv gesehen die Herausforderung.


Zusammenfassung

Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus! Phil 4:7

Wie hart es auch kommt, es geht vorbei. Wenn es noch so dunkel ist, ich habe die Gewissheit, dass es wieder hell wird. Alles wird gut! (=Optimismus)  

Was ich nicht verwandeln kann, nehme ich an. Ob es um mich geht, um andere Menschen oder um die Verhältnisse. Es ist wie es ist! (=Akzeptanz)  

Ich versuche stets lösungsorientiert zu denken. Raus aus der Problemhypnose. Immer fragen: was kann ich tun (=Lösungsorientierung)  

14. Das Leben

Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Röm 8:28

  Es ist gut für uns, daß wir immer wieder Situationen und Menschen begegnen, die uns belasten, denn mehr als woanders erkennen wir hier unser Angewiesensein auf Gott und werden davor bewahrt, unsere Hoffnung auf irgend etwas anderes zu setzen. Wie wären wir, wenn uns ständig alles gelingen würde und nonstop Sonnenschein wäre? Ich denke, wir würden schneller zum Hochmut neigen. Auch die Demut wird also gefördert. Wenn wir von unguten Gedanken geplagt werden oder die Liebe uns mal wieder misslingt, merken wir zutiefst, dass wir Gott nötig haben und daß wir ohne ihn nichts Gutes vermögen.