Anmeldung ->

Alltag

Alltag


Das Senfkorn

Das Senfkorn: Es ist zwar das kleinste von allen Samenkörnern, aber wenn es aufgeht und wächst, wird es größer als andere Sträucher. Ja, es wird zu einem Baum, auf den die Vögel fliegen, um in seinen Zweigen ihre Nester zu bauen. Mt 13:32

Das Senfkorn ist ein Bild für unseren Glauben. Es ist klein, fast armselig, aber es birgt in sich die Potentialität des Wachsens. Es wächst langsam aber stetig. Alles, was im Glauben geschieht, lärmt nicht, wirkt im Verborgenen, aber immer mit einer großen Kraft. Wir müssen das Kleine und Unscheinbare in unserem “Tag-fürTag” immer wieder neu erkennen und uns nicht vom Großen und Lauten einlullen lassen. Dieses Kleine begegnet dir gerade im Alltag, unscheinbar aber dennoch mächtig in dir wirkend, so dass aus dem Senfkorn ein Baum entsteht, ein tiefer Glaube, der trotz der Stürme in deinem Leben tief verwurzelt da steht Im Wochenthema steht die Bedeutung und Wichtigkeit unseres Alltags im Mittelpunkt. Gott segne dich und deinen Alltag.      


Unser Alltag ist ein Diamantenfeld

Wo andere im grauen Alltag nur Staub sehen, haben wir Schürfrechte auf die Edelsteine Gottes – und wir finden sie. Unser Leben ist ein Diamantenfeld. Rudolf Bösinger

Wenn ich mein Leben betrachte, so sind die wenigsten Tage große Festtage. Die meisten Tage bestehen doch aus dem Alltag, der auf den ersten Blick doch hier und da auch staubig wirkt. Aufstehen, sich richten, zur Schule gehen, unterrichten, ein Elterngespräch, wieder essen, kurz ausruhen, Arbeit am PC usw. Wie viele Tage gibt es, die so ablaufen? Doch blicke ich die vielen letzten Jahre oder gar Jahrzehnte zurück, haben mich doch nicht die Festtage innerlich, seelisch verändert, sondern vielmehr der konstante Alltag mit seinen kleinen und großen Herausforderungen, mit denen Gott in seiner Kraft in uns wirken will. Und so geht es mir auf: Im Alltag finden wir die Edelsteine. Der Alltag – ein unscheinbares und doch großes Geschenk Gottes. Seien wir dankbar dafür, auch wenn er auf den ersten Blick staubig wirkt.


Der Alltag ist ein Fest.

Das Leben wird ein Fest, wenn du dich freuen kannst an den einfachen alltäglichen Dingen. Phil Bosmans

Obwohl wir in Zeiten des Fortschritts leben, sind dadurch die Menschen nicht glücklicher. Das beweisen Studien. Freude und Fest gehen nicht mit Fortschritt oder wachsenden materiellen Luxus einher, sind dem meist eher entgegen wirkend, weil sie meine Augen verstellen, mich blind machen für die so scheinbar einfachen, selbstverständlichen Dinge: Ruhe im Gebet, ein schöner Spaziergang, ein nettes Gespräch, die Sonne im Gesicht, das Lachen eines Kindes etc. Und hören wir in uns hinein: Sind nicht diese Dinge die Freude erzeugen und unser Leben zum Fest machen neben dem ganz Großen: “Ich freue mich über Gott, meinen Retter.” (Lk 1,47) Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht. Freue dich an kleinen Dingen. Und freue dich über unseren großen Gott. Dann wird jeder Alltag zu einem Fest.


Mit dem Alltag Gott dienen

Darum gilt es nicht, in einzelnen Stunden nur und mit bestimmten Worten und Gebärden Gott zu dienen, sondern mit dem ganzen Leben, mit dem ganzen Alltag, mit der ganzen Weltlichkeit. Martin Buber

Heute ein Text von Josefmaria: “Ich möchte an die göttliche Größe erinnern, die darin liegt, die gewöhnlichen Pflichten des Alltags treu zu erledigen; es ist eine Größe, die aus Kämpfen gemacht ist, die den Herrn mit Freude erfüllen, und die ihm allein bekannt sind, und das bei einem jeden von uns. Seien Sie sich dessen sicher, Sie brauchen für gewöhnlich keine strahlenden Heldentaten vollbringen, schon deshalb nicht, weil sich die Gelegenheit dazu nicht bietet. An Gelegenheiten hingegen, Ihre Liebe zu Jesus Christus in kleinen Dingen, im Bereich des Normalen, zu zeigen, wird es nicht fehlen.”


Wenn’s mal stürmt im Alltag

Er wird ihnen alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage und keine Schmerzen; denn was einmal war, ist für immer vorbei. Off. 21:4

Immer wenn’s Mal heftig zugeht, ist diese Bibelstelle mein Anker. Wenn´s mal wieder stürmt, ich voll und ganz emotional oder/und physisch gefordert bin und einfach nur am Limit laufe. Dann sage ich mir innerlich: Das ist jetzt so und ich nehme es an und sage mir: Auch das geht vorbei. Schau auf das Ziel. Und schau auf Jesus. “Auch im Sturm des Alltags bin ich gewiss, dass mein Lebensschiff einst sicher im Hafen der Ewigkeit ankommt.” (Peter Hahne). Herr Jesus Gib mir Kraft und die Verbundenheit in schweren, stürmischen Zeiten des Alltags. Amen.


Kunst der kleinen Schritte

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte. Antoine de Saint-Exupéry

Heute ist in Bayern letzter Schultag. Die letzte Woche ist immer heftig, alles andere als Alltag. Schauen wir an solchen Tagen immer nur auf unseren nächsten, kleinen Schritt. Hierzu ein kleiner Text von Franz von Sales, für den die Frömmigkeit der alltägliche Versuch ist, unter den Augen Gottes menschlich und christlich zu leben: “Begnüge dich damit, von Zeit zu Zeit irgendeinen kleinen Sieg über deine Leidenschaften zu erringen. Man muss die anderen, aber in erster Linie sich selbst ertragen, und es geduldig annehmen, dass man unvollkommen ist. Vor allem, verliere nicht den Mut, habe Geduld, lerne zu warten. Bemühe dich um den Geist des Mitfühlens. Verlasse dich nicht darauf, in deinen Angelegenheiten durch deine Geschicklichkeit Erfolg zu haben, sondern nur durch den Beistand Gottes. Vertraue dich ganz seiner Sorge an und glaube, dass er das tun wird, was das Beste für dich ist.”


Die Freude im Alltag weiter geben

Wenn wir den Glauben im Alltag leben, bietet uns auch die Arbeit eine Gelegenheit, die Freude des Christseins weiterzugeben. Papst Franziskus

“Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.” (Neh 8,10). Maria schaut bei der Krippe auf das Jesuskind – haben auch wir im Alltag immer ein Auge für die Mitte unseres Lebens, für das Wesentliche, das Jesuskind als Sinn und Ziel unseres Lebens, Jesus, welcher der Grund unserer Freude ist. Und auch, wenn wir nicht gleich missionieren, so können wir doch auch im Alltag, beim Arbeiten, beim Einkaufen, in welchen Situationen auch immer die Freude des Christseins ausstrahlen, die uns beseelt.