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Tod

Tod


Realität des Todes

Unser irdischer Leib ist vergänglich. Er gleicht einem Zelt, das eines Tages abgebrochen wird. 2. Kor 5:1

Wir alle haben Angst vor dem Schwächerwerden des Leibes und jeglichem körperlichen Gebrechen. Der Körper wird allmählich zugrunde gehen. Das allmählich zu erleben und oft über eine lange Zeit, ist ein steiniger Weg, der viel Kraft kostet. Bitten wir Gott, dass er sie uns gibt. Wir Christen gehen unseren Lebensweg im Bewußtsein, dass unser Tod das Abbrechen des irdischen Zeltes ist. Danach werden wir in unsere ewige Heimat bei Gott mit unseren Schwestern und Brüdern einziehen:Unsere Toten sind nicht abwesend sondern nur unsichtbar. Augustinus


Der Tod ist nur das Vorletzte

Die Welt vergeht mit ihrer Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. 1. Joh 2:17

Der Ernst der Welt ist der Tod. Der Ernst fängt dort an, wo unser Leben aufhört. Der Unernst der Welt ist der Augenblick, das Vorletzte, die Lust der Welt. Es liegt nun beim Menschen, ob er ernst oder unernst in der Welt leben will, ob er beim Vorletzten verharren oder zum Letzten durchdringen will, ob er die Lust der Welt als Letztes ansieht oder die Vergänglichkeit dieser Lust. Memento mori: Gedenke daran, daß einmal alles zu Ende geht, daß der Augenblick des Sterbens über dich kommt mit der Gewißheit, daß die Welt eine Welt des Todes ist und daß der Gewalt der Zeit nichts standhalten kann. Laßt uns an die Grenzen der Welt, der Zeit denken und es wird ein Wunderbares geschehen. Die Augen werden uns aufgetan dafür, daß die Grenze der Welt der Anfang eines Neuen ist, der Ewigkeit. Hier verliert die Zeit ihre Gewalt an die Ewigkeit, das Letzte in der Welt, der Tod, wird zu einem Vorletzten. Bonhoeffer


Der äußere und der innere Tod

Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo bleibt nun deine Macht? 1. Kor 15,55

Der Tod von außen ist der schreckliche Feind, der an uns herantritt, wann er will. Wir können nichts wider ihn. Das andere ist der innere Tod. Wir sterben ihn in Christus täglich oder wir verweigern ihn. Dieser Tod in uns hat mit der Liebe zu Christus und den Menschen etwas zu tun. Dieser Tod ist Gnade und Vollendung des Lebens. Daß wir diesen inneren Tod sterben, daß es uns geschenkt wird, daß uns der Tod von außen erst antrifft, wenn wir durch diesen eigenen inneren Tod für ihn bereit gemacht sind, das darf unser Gebet sein. Dann ist unser äußerer Tod wirklich nur der

Durchgang zur Liebe Gottes. Bonhoeffer


Gemeinschaft mit den Toten

Ich liebe euch, weil ich durch die Wahrheit mit euch verbunden bin. 2. Joh 1:1

Je schöner und voller die Erinnerungen an einen Verstorbenen, desto schwerer die Trennung. Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines uns lieben Menschen ersetzen kann und man soll das auch gar nicht versuchen. Man muß es einfach aushalten und durchhalten. Das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost. Denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden. Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus. Er füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft, wenn auch unter Schmerzen, zu bewahren. Bonhoeffer


Die Erinnerung als kostbares Geschenk

Erinnerung ist eine Form der Begegnung. Khalil Gibran

Die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. Man muß sich hüten, in den Erinnerungen zu wühlen, sich ihnen auszuliefern, wie man auch ein kostbares Geschenk nicht immerfort betrachtet, sondern nur zu besonderen Stunden und es sonst nur wie einen verborgenen Schatz, dessen man sich gewiß ist, besitzt. Dann geht eine dauernde Freude und Kraft von dem Vergangenen aus. Vom ersten Aufwachen bis zum Einschlafen müssen wir den anderen Menschen ganz und gar Gott befehlen und ihm überlassen, und aus unseren Sorgen um den andren Gebete für ihn werden lassen. BonhoefferDer Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt. Bertolt Brecht


Tod und Leben

Ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Kol 3:3

Wo vom lebendigen Gott die Rede ist, steht immer dies Sterben dazwischen. Tod und Leben so auf einer Linie, das vermöchte man nur, wenn man mit Gottes eigenen Augen zu schauen vermöchte. Für uns Menschen sind die Unterschiede zwischen Tod und Leben ungeheuer groß, für Gott fallen sie in eins zusammen. Für Gott ist der Mensch nicht mehr und nicht weniger, nicht ferner und nicht näher, ob er lebt oder stirbt. Der Tod ist die Hölle und die Nacht und die Kälte, wenn ihn unser Glaube nicht verwandelt. Aber das ist ja das Wunderbare, daß wir den Tod verwandeln können. Bonhoeffer